"Meine Erinnerungen, meine verdammten Erinnerungen,"
fluchte sie während sie sich herumwälzte und hochriss: "Oh, was habe ich schrecklich geträumt. Von meiner Vergangenheit. Wahre schreckliche Erinnerungen, die mich als Albträume heimsuchen. Wie kann das alles nur sein ?" Sie stand nun auf, sehr erregt und
durchgeschwitzt. Zog nichts mehr über, hob nicht einmal die Kleidungsstücke auf, geriet in innere Unruhe und flüsterte vor sich hin: "Bei Mitra, hab obacht und eile geschwind, andernfalls dir eine Seele entrinnt." Sie ergiff
den Speer zum Abstützen, humpelte hastig zur Höhlenöffnung, wurde dann immer schneller und verschwand im Dunkel der Höhle.
Im Innern der Höhle angekommen, sah sie zu Nawatu rüber, wie immer neben Turiya hockend, ein leises Lied summend, ihre kleine Schlange schlängelte um ihren Hals und genoss die Wärme und das leichte vibrieren ihrer Haut durch den Gesang, ringsum eingekreist vom Fackelschein. Turiya wälzte sich im Fieber, schrie manchmal auf und fiel ohnmächtig wieder zusammen. Belite eilte nun direkt zum
Proviantlager, zerwühlte alles. Da war es. Endlich. Sie atmete tief durch. "Wehe, Clementius, wenn das eine tödliche Falle ist, eine deiner üblichen Gemeinheiten, ich hole dich aus dem Reich der Toten zurück und du wirst Qualen erleiden, nicht so leicht davonkommen, dann rotte ich deine Familie aus - jeden - sobald ich aquilonischen Boden unter den Füssen verspüre. Bei Mitra, Clementius, das sind keine leeren Versprechungen. Und ich halte mein Wort."
Das Bündel war tief in
einer Beuteltasche eines Gepäcksackes verstaut, aber als sie alles für ihre Flucht zusammensuchten und hektisch verstauten, fehlte der Überblick. Es galt alles Wichtige überhaupt mitzubekommen. "Verflucht, aber wenn es ein Segen ist, dann sei dein Tod Erlösung. Aber Vergebung, die erhältst du nicht. Niemals !" Belite fluchte
verwünschend immer lauter vor sich hin. " Jetzt weiss ich, warum die Götter bei Mitra so still und
zurückgezogen sind. Sie haben nichts vergessen, sondern sehen mich in der Pflicht. Wenn ich aber vergesse, nicht einlöse, was ich vermag,
so ist es wahrlich kein Wunder. Da kann man ewig beten und flehen. Doch sagt mir, was hat Turiya euch getan ? Sie wusste nicht von alledem ? Bei Mitra, welch verfluchte Welt habt ihr geschaffen !" Nawatu kam von den Flüchen und dem hektischen Verhalten Belites aufgeschreckt zu ihr gerannt. Was war auf einmal mit ihr los ? Sie schaute auf das
angerichtete Chaos, viele Sachen waren weit verstreut, Säcke und Beutel aufgerissen. "Was machst du da ? Bist du des Wahnsinns, drehst du jetzt durch ?" "Sei still sag ich !" zischte Belite sie wütend an. "Bei Mitra, halt einfach mal die Fresse." Schon schien sie wieder besserer Laune, dann hielt Belite das grosse Gebinde mit beiden Armen
hoch. Nawatu guckte sie zerknirscht, beleidgt und widerwillig an. "Bei Mitra, Turiya wird leben!" Belite strahlte plötzlich über beide Wangen hocherfreut wie eine Sonne und stellte das Gebinde vor Nawatus Füsse und legte beide Hände mit ausgestreckten Armen auf Nawatus Schultern. Die ungläubigen Blicke Nawatus besänftigend fuhr sie fort: "Verzeih mir. Los komm." Sie liefen beide zum Lagerfeuer. Belite las aus den beigefügten
Tontäfelchen vor und Nawatu nahm die Schalen und füllte diese mit den
verschiedenen Pulvern und Ölen, verrührte alles mit Öl, Essig und Wasser je nach Anweisung. In der grössten Schale war ein Brei entstanden, in der anderen glich die Masse einem Gelee und die Mischung der dritten Schale blieb ölig klar. "Was ist das für ein Zeug ? Wo kommt es auf einmal her ?" Belite stand unter Anspannung, wendete sich aber Nawatu zu: "Ich habe es vergessen und habe es von einem aquilonischen Arzt der es aus dem fernen Osten erhielt. Es war das Letzte was er gab." Nawatu konnte an der Meine Belites genau ablesen was geschehen war. "Du hast einen Arzt getötet ?" Belite konzentrierte sich wieder auf die Heilmittelzubreitung. "Leben nehmen, heisst Leben geben." Nawatu spürte, das da jetzt nicht mehr kommen würde und fuhr fort: "Und du meinst, es rettet sie ? Wirklich?" Belite
blickte nun in das traurige Gesicht Nawatus. Nawatu war so tapfer und treuherzig, wie kaum jemand, den sie zuvor getroffen hatte, obwohl die Hoffnung ihren Geist verlassen hatte, hielt ihre Seele an der Hoffnung felsenfest. Belite richtete sich auf. "Wir werden sehen. Es ist klar, eine weitere Chance sehe ich nicht, aber wir werden sie nutzen. Warum ich erst durch bittere Träume darauf kam und diese Möglichkeit die ganze Zeit der Wachheit vor meinen Füssen wie verschüttet lag, das wissen nur die Geister und Götter. Sie stellen uns immer wieder auf die Probe, ja sie spielen mit uns, doch ich sage ihnen, ich bin es langsam leid, dann machen wir es eben umgekehrt." Belite grinste verschmitzt und verwegen. Nawatu blickte glasig, wirkte verloren und ihr Mund war völlig offen. "Hab keine Angst, sie sind wieder nah. Ich spüre es. Die Götter kommen wieder und es ist nicht unser Ende. Und Turiya ist auch nicht am Ende. Und wir auch nicht oder sind wir bereits tot ?" Nawatu schaute sie zweifelnd an. "Na, komm schon, du lebst und wie du lebst, viel stärker als je zuvor, ich habe es mir nie träumen lassen. Denn jede Tat war Liebe und gab Leben, auch vom Tod begleitet. Wie geht es Turiya jetzt ?" "Sie war die ganze Nacht wie sonst auch. Mal liegt
sie rühig und leblos als wäre sie tot, dann stöhnt sie wühlend vom Fieber geplagt wie vom Wahnsinn ergriffen. Ich halte sie dann fest. Dann singe ich und sie beruhigt sich wieder. Es ist alles wie unverändert." "Sie hört dich. Und sie liebt dich, denn dein Summen und dein Gesang erreicht sie, ja erlöst sie von der Pein. Trotz ihrer Krämpfe und des Fiebers. Sie wird gepeinigt von ihren Träumen. Ich kenne
das von meinen schweren Verwundungen. Vieles aus dem tiefsten Inneren bricht
dann auf. Überlebt man es, stellt sich das neue Leben anders dar. Manchmal denke ich, man muß fast tot sein, ja bereits gestorben sein, um das Leben wirklich zu begreifen. Und je häufiger das passiert, desto mehr versteht man davon. Aber desto weniger wird man von den anderen verstanden. Ist das nicht wahnsinnig? Welcher wahre Gott denkt sich sowas aus ? Wir holen Turiya ins Leben zurück und sie wird mächtiger sein - um eine Todeserfahrung reicher. Aber dann ist sie ein Teil von uns. vielmehr noch als vorher, denn den Tod haben wir dann alle in unserem Leben gegrüsst, tragen ihn in unserem Herzen. Sie schlagen im Todestakt, pumpen Blut um es zu geben, halten still um es zu nehmen. Das verbindet uns. Wir müssen gleich beginnen, denn ihre Kraft lässt nach. Aber sie ist wirklich stark, verdammt stark. Sie hat mit keinem Wort gelogen. Deshalb gehört sie auch zu uns. Und die Götter sehen sie und auf uns. Sie werden uns nicht trennen. Sie können uns sie nicht entreissen, denn sie gehört uns." Dann schlug sie mit der Faust auf eine Schale, das sie zersprang. Nawatu betrachtete das ausgeprägte Muskelspiel in Belites Armen. Es war als würde sie ein Schwert im Kampfe halten. Sie hielt es für besser den Mund zu halten und blieb stumm. Nach einer kurzen Pause und einem kräftigen Durchatmen fuhr Belite fort: "Den Brei müssen wir etwas ruhen lassen wie einen Teig. Die Masse werden wir verstreichen, sie wird dann fest und trocken. Dann müssen wir sie beträufeln mit dem Öl. Das Gelee tragen wir vorher auf. Es reinigt ihre Wunde. Die Masse haftet auch sonst nicht. Lass uns alles vorbereiten und zu ihr stellen. Ich werde alles in Licht tauchen wie in einer heiligen Zeremonie. Dann werden wir sehen. Die Wirkung
sollte rasch einsetzen. Halte sie besser fest, denn ich weiss nicht, was passiert." Sie schob die Täfelchen beiseite, bereitete in einem kleinen Gefäss noch eine Tinktur zu, dann verrührte sie mit ihren Fingern den Inhalt in der grossen Schale, sodass sich die Klumpen im Brei auflösten und die Masse weich und träge wurde. Ihre Finger wurden darin heiss, aber ihre Haut war wie von Eis benetzt. Und es
roch nach Minze, so wie in den Todeszelten des Clementius. Ein frostiger
Schauer lief über Belites Rücken. "Oh Wehe ! Bei Mitra! Ich warne dich, fordere mich nicht heraus. Oder ich rufe ich dich aus dem Jenseits zurück, dann folter ich dich ein neues ganzes Leben lang." Sie atmete noch einmal tief durch, doch es war noch
ein anderer seltsamer Duft darin, der anschwellend dann alles überlagerte,
den anfänglichen Minzduft verdrängte, sie beide fast betäubte. "Los, bevor wir beide umfallen." Nawatu rannte nun mit den Schalen mehrmals zum Lager, dort wo Turiya lag und zurück während Belite die bengalischen Fackeln hervorholte und entzündete. Nawatu stellte sie dann an geeigneten Orten in der Höhle auf. Die Höhle war nun in ein magisches Lichtspiel versetzt, blau, rot und grün und gelbes Licht bewegte sich in einem ringenden Farbenmeer und jede Farbe kämpfte um die Übermacht.
Belite richtete sich vor dem Feuer mit der Schale in den Händen auf, streckte sie in die Luft und rief. "Bei Mitra, wenn dies ein Fluch ist, dann verfluche mich, töte mich mit deiner heiligen Flamme! Nimm mich an ihrer Stelle, wenn es dir beliebt ins Reich der Toten. Wenn es aber kein Fluch ist, dann schenke Turiya das Leben. Zu deiner Erbauung, denn eine heilige Kriegerin, die für dich streitet und ihr Mana sovielen Kriegern gab, sag, wo findest du sie jemals wieder ? Bei Mitra, geb sie uns zurück!"
Sie begannen nun Turiyas Körper zu übergiessen, um alte Wundreste und Verschmutzungen zu lösen und wegzuspülen. Turiya wirkte leblos, reagierte nicht. Dann richtete Belite den Oberkörper Turiyas auf. Nawatu spülte ihren schlimmen Rücken, verteilte überall das Gelee und begann auch die übel zugerichteten Brüste
vorsichtig zu besteichen. Sie schauten sich sprachlos an. Doch sie liessen sich nicht beirren. Nawatu rannen bereits wieder die Tränen herunter. Turiya kippte manchmal hin und her, mal senkte sich der Kopf, mal fiel er zur Seite oder leicht in den Nacken. Sie schien völlig weggetreten. Der teigige Brei, den sie schliesslich auch verteilt hatten, klebte wie eine
zähe Masse und verfärbte sich grau und Belite wiederholte den Vorgang, dann
nach einigen Malen der Wiederholung und den Pausen wurde er weiss und gipsig hart. Es war viel Zeit vergangen. Beide schauten sich wortlos an. Sie waren fertig. Und selbst ein wenig verschmiert. Die
Masse legte sich wie ein gipsartiger Mantel um Turiyas geschundene Brüste, den Armen und ihren Oberkörper. Keine Wunde riss auf oder blutete. die letzten Reste verteilten sie, wo sie es konnten. Jetzt benetzte Belite die Lippen Turiyas mit wenigen Tropfen der separaten
Tinktur. Schliesslich auch die Schläfe und den Puls an den Handgelenken. Turiya zuckte, doch bei Bewusstsein schien sie nicht zu sein. Sie legten ihren Oberkörper erst nieder, als die Masse wie ein weisser Mantel verfestigt und wie ein Korsett ausgehärtet war. Das dauerte eine ganze Weile. Dann beträufelte Belite den Oberkörper Turiyas mit der Tinktur. Dampf stieg von diesen Stellen kreisend auf. Mit dem darauffolgenden Ölgemisch wurde dieser abgelöscht. "Dieser Brei wird später hart, wir müssen ihn täglich befeuchten mit reinem Wasser vom Gletschersee am besten," liess Belite noch wissen. Belite richtete Turiyas Kopf nach oben und träufelte erneut einige Tropfen in ihren Mund hinein. Turiya hustete, ihr Kopf fiel leicht zur Seite. Dann begann die weisse Hülle wie schwelend von überall her zu dampfen und diese Dämpfe breiteten sich immer weiter aus, umhüllte sie nun alle wie neblige und schwere Schwaden mit einem beissenden unbeschreiblichen Geruch. Beide wurden träge und ihre Sinne trübten sich. Während Nawatu zunächst im Schneidersitz aushielt und langsam in sich zusammensackte, lehnte Belite sich zurück an einem Stein, doch auch sie wurde wie ohnmächtig von Müdigkeit überwältigt und dämmerte in Träumen versunken dahin.
“Geb sie uns zurück!” Belite riss aus ihren Träumen auf, hörte sich selbst rufen. “Geb sie uns zurück!”
Sie blickte in die glänzenden Augen Nawatus. "Sie schnarcht." "Was?" "Sie schnarcht",Nawatu kicherte und hopste von einem Bein auf das andere, zeigte zu ihr. Dann machte sie sie nach. "Sie schnarcht ?" erwiderte Belite und richtete sich auf. "Ja, sie schläft, wie seit Tagen nicht so ruhig." "Seit wann schläft man ruhig, wenn man schnarcht ? Aber gut, lassen wir das. Das überfordert deinen Verstand." Nun schauten beide gemeinsam zu Turiya hinüber, begutachteten ihr Werk. Turiyas Gesicht war völlig entspannt und sanft, mal abgesehen von den verfärbten dicken Schwellungen. Keine Schweissperlen mehr, keine nervösen Zuckungen. Sie schnarchte laut. Dann strichen beide über den weissen Mantel, der den Oberkörper umschloss und bereits ganz fest war. "Ich glaube, dieser Mantel saugt alles aus ihr heraus - die ganze Entzündung, das ganze Gift und führt dem Körper die Heilstoffe zu, die in seinem Gips enthalten sind. Sieh, hier hat er eklige Flecken, dort wo die schwersten Stellen waren. Und wie er deshalb riecht und das Unheil aus ihrem Körper entweicht." "Sie hat auch kein Fieber, kein Schüttelfrost mehr," fügte Nawatu wie übereifrig hinzu, küsste Belite auf die Schläfe. "Es hat wirkt. Du hast sie gerettet." "Aber, Nawatu, das wissen wir doch noch gar nicht." "Doch, ich weiss es." "Und wie sie schnarcht, wie ein Krokodil." Belite hielt es nun auch nicht mehr, mochte nicht drüber nachdenken, ob Krokodile schnarchen konnten. "Nawatu, sie lebt, weil du nicht aufgegeben hast. Was ich tat, war erst durch dich möglich, sonst hätte ich gar keine Zeit gehabt darauf noch zu kommen." Sie freute sich jetzt auch, schob ihren Verstand beiseite und beide lachten ausgelassen wie erlöst, erst leicht, dann sich steigernd, so als würde ein schwerer Kampf beendet sein, fielen sich schliesslich überglücklich in die Arme.
"Am Ziele deiner Wünsche wirst du jedenfalls eines vermissen: dein Wandern zum Ziel."
"Am Ziele deiner Wünsche wirst du jedenfalls eines vermissen: dein Wandern zum Ziel." - Marie von Ebner-Eschenbach
Molon Labe versteht sich als privates Story- und Fansite-Projekt des von dem fantastischen Erzählwerk Robert E. Howards inspirierten Massive Multiplayer Onlinegame Age of Conan.
Vor allem ist es ein Schreibprojekt von Geschichten rund um die gespielten Charaktere, angeregt durch das Spielgeschehen Hyborias in Age of Conan wirkt es schliesslich in einer eigenen fantastischen Welt vorantiker archaischer Zeit - ganz im Stile von Sword, Sex and Sorcery.
Sämtliche Veröffentlichungen sind Entwürfe oder Manuskripte, also unfertig. Es geht dabei nicht um literarische Meisterschaft, sondern um das einfache Erzählen mithilfe des Schreibens.
"Aus den Trümmern unserer Verzweiflung bauen wir unseren Charakter." - Ralph Waldo Emerson
Seiten
Belite, die Eroberin - Hohe Dienerin Mitras
Hier entstehen die Geschichten um Belite, eine sagenhafte Gestalt uralter Legenden grauer Vorzeit.
Eine Kriegsamazone, selbstsicher und unabhängig, die einzige weibliche Primus Centurio des Blutordens der Mitraner in einer brutalen männlichen Welt der Gier nach Macht durch Unterdrückung und Unterwerfung.
Belite ist gütig und liebevoll, tugendhaft und aufrichtig. Freiheit und Gerechtigkeit gehen ihr über alles.
Belite betet Mitra an, die ihr schliesslich auf fernen Reisen in einer Vollmondnacht erscheint, ihr das wahre weibliche Anlitz der Naturgöttin zeigt und sie zu ihrer Erleuchteten im ewigen Krieg gegen die dunklen Mächte der Unterwerfung und Zerstörung macht.
Einsam, aber nicht allein tritt sie für die Schwachen, Armen und Wehrlosen ein, wird aber von diesen als unheimliche Bedrohung angesehen, denn dort, wo sie Magie und Schwert hinführen, gerät die alte Ordnung aus Betrug und Falschheit aus den Fugen.
So wird aus ihr eine einsame Abenteurerin im Zwiespalt mit der Welt und im Ringen mit den beherrschenden Mächten. Deshalb erscheint sie verflucht, verfolgt, ist ihrer Bestimmung und ihrem Schicksal ergeben.
Belite ist die Keimzelle für eine kleine eingeschworene Gemeinschaft voller Sehnsucht und Hingabe, junge und eigensinnige Gefährtinnen, die ihr in freiem Willen ergeben sind und gemeinsam mit ihr traumhafte Momente der Glückseeligkeit und tiefgrausamen Qual erleben sowie in wundersamer Weise todesmutig für das Gute eintreten - bis zum Untergang.
Es gibt kein Entrinnen oder Erbarmen. Unerbittlich gibt es nur eine Entscheidung: Gut oder Böse - Leben oder Tod !
Posts mit dem Label Belite werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Belite werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Freitag, 4. Januar 2013
Freitag, 16. März 2012
Belite VII: "Ringen um Leben "
Es waren seit Turiyas Befreiung mehr als eine Woche vergangen und ihr Zustand hatte sich entgegen aller Bemühungen und Behandlungserfolge zunehmend verschlechtert. Nawatu war allmählich am Rande ihrer Kräfte angelangt, hatte sich sehr verausgabt. Nicht nur mit der Pfege Turiyas, sondern auch die intensive Heilbehandlung Belites Wochen zuvor steckte ihr noch in den Knochen. Nawatu fieberte mit jedem Heilbehandlungsschritt regelrecht mit, was sie seelisch sehr belastete. Belite stand ihr sehr nah, so nah wie eine Mutter, aber bei Turiya kam die Liebe ins Spiel, sodass ihr jede Kleinigkeit sehr zusetzte.
Belite selbst machte allerdings grosse Fortschritte. Sie konnte gehen, wenn auch nur humpeln, aber sie zwang sich, jeden Tag etwas mehr zu laufen. Auch ihre tiefe Fleischverletzung hinter der rechten Brustseite war auf einem guten Weg. Die Wunde zog zwar unheimlich bei jeder Dehnung und der stechende Schmerz verkrampfte bei bestimmten Bewegungen die Muskeln um den Lungenflügel. Ihr blieb dann regelrecht die Luft weg, dann wurde ihr schwindelig und es blieb ihr nichts anderes übrig, als sich zu setzen. Aber sie arbeitete dagegen an, konnte den Arm bereits kreisend bewegen, nur schwer heben durfte sie auf keinen Fall. Erleichtert stellte sie fest, dass ihre Muskeln aktiv waren, zwar schwach, dennoch, sie war sich nun gewiss, ihre alte Stärke zurückzugewinnen. Jede Überreizung war Gift und konnte sie um Tage zurückwerfen. Das mußte sie auf jeden Fall vermeiden, denn sie wollte Nawatu unbedingt zur Seite stehen. Nawatu hatte soviel geleistet. Auch in ihrem Fall, dafür war sie dankbar. Sie gab Nawatu wichtige Vorgaben für die richtigen Rezepturen und Heilmethoden und half Nawatu bei leichten Tätigkeiten, vor allem beim Zubereiten der Medizin und dem gemeinsamen Essen. Aber ohne Nawatu ging bei ihr noch gar nichts richtig, dafür war sie einfach noch zu schwach. Und Kochen war nicht gerade ihre Leidenschaft. So fühlte sie sich eher wie eine erbärmliche Küchenhilfe und das gefiel ihr gar nicht, auch wenn sie die Rezeptur für die Heilmedizin vorgab. Nawatu hingegen war im Kochen eine kleine Zauberfee. Sie brauchte nicht viele Zutaten. Selbst aus einfachen Wurzeln konnte sie ein leckeres Mahl bereiten. Dies kam ihnen allen zugute, allerdings nahm Turiya immer weniger feste Nahrung an.
Belite hatte schon mehrmals versucht auf sie einzuwirken, endlich einmal auszuruhen, wenn sie auch noch umfiele, seien sie alle ernsthaft in Gefahr. Und in ihrer jetzigen Verfassung könne leicht ein Fehler unterlaufen. Dann sei es mit Turiya unter Umständen geschehen. Doch Nawatu blieb unermüdlich, liess sich nicht davon abbringen, sich weiter zu verausgaben. Sie konnte Nawatu nur zu gut verstehen. Es war nicht an der Zeit ihre Autorität auszuspielen. Die Angst um ihre so geliebte Turiya trieb Nawatu ohne Unterlass an. Turiyas Zustand schien sich im Laufe der Zeit immer ungünstiger zu entwickeln, obwohl es grosse Heilerfolge gab. Sie hatte Fieber, hechelte unter Anfällen von Atemnot, schrie häufig im Wahn und konnte wegen der schlimmen Rückenverletzungen sehr schlecht, fast gar nicht schlafen - selbst unter Betäubung. Die Rückenprügel hatten alle alten Verletzungen vom Sturz wieder aufgerissen. Nawatu hatte ein weiches Blätterbett für die Rückenlage geflochten, denn auf der Brust konnte sie nicht liegen. Es half wenig, nur gelegentlich fand Turiya auf der Seite liegend Ruhe. Ansprechbar war sie jedoch kaum. Sie lächelte dann, wie aus einer anderen Welt Nawatu zu, ergriff immer ihre kleine Hand, streichelte sie in der Handfläche. Sie sah dann aberwitzig aus mit ihrem von den brutalen Schlägen in vielen Farben verquollenen Gesicht. Das linke Auge war noch immer dicht, doch aus Blautönen wurden bräunliche Gelbtöne, die Schwellung nahm leicht ab. Ihr Gesicht war nicht schief heruntergefallen, sodass sie einen Bruch ausschliessen konnten. Sie fragte dann nuschelnd mit ihren verquellten sprödwunden Lippen, die sich blau verfärbt hatten, ob sie alle fort seien, dann ob sie wieder aufgetaucht seien, ob sie wiederkommen könnten ? Verneinten sie dies, versank sie wieder in taumelnden fiebrigen Schlaf. Sie litt sehr unter der albtraumhaften Schändung, mehr als sie es von einer Kriegsamme angenommen hatten. Vermutlich war es die andauernde Todesangst um noch schlimmere Höllenqualen, die ihre Nerven derart einbrechen liessen. Aber die Herzenswärme und das sternengleiche Funkeln ihres glasigen Blickes liess sowohl Nawatu und Belite Tränen in die Augen schiessen. Belite wendete sich dann immer verzweifelt ab. Es war unerträglich, wenn Nawatu danach laut zu heulen begann, mitunter auch fluchte, weil Turiya meist in Dämmerung zurückfiel. Nawatu konnte dann in dieser vom Leid gereizten Fassung völlig ausrasten und mit ihren Verwünschungen in Raserei geraten.
Belite machte sich allmählich ernste Sorgen, was mit Nawatu passieren würde, wenn Turiya sterben oder eine Besserung einer lebenslangen Behinderung glich. Vor allem, wie würde Nintu, ihr zweites Ich reagieren ? Würde sie sich einen neuen Wirt suchen? Nicht auszudenken, was alles geschehen konnte. Und vor allem, warum unternahm Nintu nichts, wo doch Nawatu, wenn auch nur als Medium, ihr doch sicherlich von allen Menschen am nächsten war ? Sie hatte doch Nawatu ausgewählt oder war es eine der vielen rätselhaften göttlichen Prüfungen, die so häufig mit dem blossen und sinnlosen Tod endeten. Oder war Nintu bereits hinfort und auf der Suche nach neuen Geistern ? Das waren die Momente, wo es auch in Belite aufschäumte, wo sie sonst ihren Hengst herbeirief und in die Weite ziellos hinausritt, häufig bis zum Sonnenaufgang, wo die Welt in ein anderes Licht eintauchte und ein neues Anlitz bekam. Jetzt aber frass sie alles in sich hinein.
Die offenen und entzündeten Wunden Turiyas waren eigentlich sehr gut versorgt und die bösartige Eiterung an ihrem Ellenbogen noch von ihrem alten Sturz war mithilfe einer Madenbehandlung gestoppt. Die Maden leisteten ganze Arbeit, fühlten sich in der Wunde wohl. Nawatu und Belite hatten sich darüber riesig gefreut, doch die erhoffte Verbesserung der Gesamtsituation trat nicht ein. Der Rücken mit seinen Abschabungen und tiefen Schrammen und Schlagriefen schien durch die Kräuterbehandlung auch allmählich abzuheilen. Sie legten Turiya dann gemeinsam ganz vorsichtig auf die Seite oder richteten sie behutsam auf. Dann verteilten sie die Würmer auf ihrem Rücken. Schon nach kurzer Zeit hinterliessen sie überall ihr Sekret, weshalb der wunde Rücken dann immer glasig wie in einem Gelee glänzte. Wie das mit den Würmern und Maden funktionierte, hatte Belite Nawatu gezeigt, auch wo sie sie finden würde. “Bei dir gings auch ohne,” sagte Nawatu, zwinkerte ihr zu und umarmte sie.“Nun, ich war auch nicht am verfaulen,” erwiderte Belite darauf. Das war ihr bloss gedankenlos ausgerutscht, doch Nawatu wich erschrocken und erbost zurück. Ihre Augen waren voll strafenden Entsetzens. Belite fügte schnell hinzu: “Ich mein das nicht so, wirklich. Komm, verzeih mir bitte." Nawatu schaute noch immer grimmig, renkte sich dann wieder ein. Und Belite atmete auf, machte sich an die Anmischung der Medizin. Die aufgeplatzten Kneifstellen an den Schenkeln und Armen sowie die Fesselquetschungen waren ebenfalls rückläufig, auch die vielen bunten Blutergüsse am ganzen Körper. Und die Ohrstümpfe nahmen auch einen guten Verlauf. Selbst die Unterleibsverletzung infolge der Überdehnung stellte sich als nicht so gefährlich heraus. Belite hatte sie mehrmals innen an den Scheidenwänden vorsichtig abgetastet. Sie spülten ihre Geschlechtsteil mit einer besonders zubereiteten Heillösung. Die inneren Widerstandskräfte Turiyas waren stark. Ihr Körper schien alle Kräfte zu mobilisieren und über grosse Reserven zu verfügen, gab sich nicht geschlagen, setzte sich mithilfe der heilenden Kräfte aus der Natur in fast allen Bereichen durch.
Hingegen ihre Brüste heilten gar nicht. Es war, als würde Stillstand herrschen. Schlimmer noch. Als würden sich alle Entzündungsherde in den Brüsten aufstauen und versammeln. Sie waren die Ursache für den sich immer mehr zuspitzenden Zustand. Ihr ganzer Oberkörper schien unter Druck und Schauplatz eines unsäglichen Abwehrkampfes zu sein. Die Menschenfresser hatten sie zulange beim brutalen Spritzmelken stranguliert. Sie hatten sie, nachdem der Häuptling aufgebrochen war, noch einmal brutal gemolken. Und da Turiyas Ammenbrüste ziemlich entleert waren und kaum noch Milch gaben, pressten sie sie, quetschten sie mit ihren Händen aus. Vermutlich war den Menschenfressern die Kontrolle vor überschäumender Geilheit entglitten, denn wer sollte eine Amme mit geschundenen Brüsten noch kaufen ? Die ermahnenden Worte ihres Häuptlings hatten sie in ihrer überbordenen Erregung völlig verdrängt. Auch lag es an der für sie exotischen Erscheinung Turiyas, ihre weisse goldene Haut, ihre Blondheit, ihr überragender athletischer Körper, ihre ausgedehnten vollen Brüste und an den Blättern, die sie gekaut hatten und sie in einen Rauschzustand versetzten. Dann nahmen sie sie einer nach dem anderen noch einmal, aber nur von vorne. Als Turiya schliesslich würgen und erbrechen mußte, störte es sie wenig. Sie lachten amüsiert. Sie flössten ihr, als nur noch Schleim kam, einen Trunk ein und machten dann belustigt weiter. Turiya brauchte nichts tun, befand sich in einer verstörenden Bewusstseinstrübung. Sie schaukelten sie in den Seilen vor und zurück, hielten ihren Kopf an den Haaren fest dabei. Als sie fertig waren, stopften sie ihr den alten sandigen Knebel vom Boden in den Mund. Einer gab ihr noch einen Stoss, so dass sie sich am Seil hängend um die eigene Achse drehte und dann wieder zurück. So liessen sie sie in den Seilen hilflos hin und her baumeln. Ihre Lippen waren dick angeschwollen, auch von Schlägen zwischendurch. Turiya war verstummt, war gebrochen und schwindelig weggetreten bis die Schmerzen am ganzen Körper sie überwältigten, ihr Wimmern erstickte in der Knebelung. Dann wurde es in der Höhle ruhig. Sie waren erschöpft, berauscht und mit sich zufrieden. Sie ahnten nichts davon, dass Nawatu bereits in der Röhre durch eine Mischung aus Staub und Kot kroch. Bald sollte diese Ruhe in eine endgültige Stille umschlagen und ihrem schrecklichen Dasein ein stummes Ende bereiten.
Turiyas Brüste waren infolge der Marter steif aufgebläht und blauviolett verfärbt. Die Adern, die ihre Busen einmal fein marmoriert zierten, waren schwülstig und hart verkrampft. Ihre Brüste waren durchzogen von rötlichen Blutgerinseln, sodass an einigen Stellen die Haut platzte und Risse zog. Jede noch so kleine Berührung löste bei Turiya zittrige wälzende Krämpfe aus. Ihre Brustwarzen waren blutig verkrustet, angeschwollen und brannten rot. Die blutigen Striemen und Schürfungen an ihrem Busen durch die scheuernden Stricke blieben offen. Ihr Zustand war einfach schrecklich, schien aussichtslos. Nawatu und Belite taten zwar alles, was ihnen an Heilkünsten bekannt und möglich war. Doch ihre Reserven für die Behandlung der blutigen Quetschungen und schweren Blutergüsse ihrer grossen Brüste waren langsam aufgebraucht. Stundenlang war Nawatu täglich unterwegs um frische Heilkräuter und Wurzeln zu finden, die nur noch immer weiter entfernt aufzuspüren waren. Wenn überhaupt. Auch schien es, dass die Heilmittel nicht richtig anschlugen, egal welche sie wählten.
Belite befürchete eine sich anbahnende Blutvergiftung, dachte bereits über eine Brustentfernung nach. Doch dieser Gedanke war einfach schrecklich, denn Turiya würde daran seelisch zugrundegehen, eben weil sie nicht irgendeine Amme war, sondern eine Kriegsamme. Eine Brustentfernung war deshalb wie ein Todesurteil. Selbst Nawatu würde beim tatsächlichen Erwägen dieser Möglichkeit zur Rettung Turiyas den Verstand verlieren, auch wenn es das Leben Turiyas retten sollte. Belite fragte sich, wie lange der Körper Turiyas dies noch durchmachen könnte. Das Einzige, was sie wirklich von dieser Möglichkeit abhielt war, dass Stillstand herrschte. Ein gefährlicher Stillstand zwar, aber es war ein Stillstand. Kein Untergang. Denn wie Brüste oder überhaupt Fleisch aussah, das nicht mehr zu retten war, also unterging, wusste sie nur zu gut. Normalerweise starb Fleisch dann ab, man konnte es sehen, fing an zu faulen, schwemmte aus und begann zu stinken. Um eine Blutvergiftung zu vermeiden, entfernte man die eingefallenen Stellen oder brannte sie aus, möglichst bei ersten Anzeichen, was hier eher letztes Mittel war. Es war eine fiebrige Entzündung im Innern in Gange und das Gewebe ihrer Brüste war trotz aller schlimmen Entzündungsherde noch sehr lebendig. Man konnte sie nicht einfach entfernen. Dies war zum jetzigen Zeitpunkt noch verfrüht. Turiya stand genau auf der Kippe. Und genau das war schlimm, denn in solchen Fällen konnte eine Entzündung in wenigen Stunden sich völlig ausbreiten und über den Körper herfallen. Dann wäre es das Aus. So schien denn alles ausweglos und es blieb ihnen nur übrig abzuwarten ?
Belite versuchte mit Nawatu darüber zu reden, obwohl es klar war, dass sie nicht mehr viel Zeit hatten. Es war unmöglich. “Ja ?” stiess es angewidert aus Nawatu heraus, "die letzte Möglichkeit?" Belite senkte resignierend den Kopf, wusste was nun folgen würde. Ein hysterischer Ausbruch. Nawatu zog die Worte mit ihrer in ungeahnte Höhen verzerrte Stimme kreischend in die Länge: ”Ja, genau, welch grandiose Idee !” Dann ging es weiter."Schneiden wir ihr doch einfach die Brüste ab !" Polterte nun dumpf, "Sie sind doch viel zu gross und werden faulig!” Jetzt fing Nawatu an zu zischen, war nicht mehr zu halten. “Zerstückeln wir sie!” Belite liess sie schreien. Es war die reine Verzweiflung, die aus Nawatu herausbrach. “Ja genau, ich wollte doch deinen Fuss auch noch abhacken !” ging es munter weiter. “Ich bin vom Wahnsinn getrieben, warum hab ich das nicht getan ? Oh, nein, das habe ich ja ganz vergessen !” “Hör auf, Nawatu!” rief Belite. “Zack, zack, zack !” ereiferte sich Nawatu, dann lief sie zur Stelle, wo die ganzen Waffen lagerten, suchte nach einer Axt und riss sie mit einem Sprung in die Höhe. Sie sah dabeivöllig irrwitzig aus, da die Axt grösser war als sie selbst und man sich fragen mußte, wie sie überhaupt mit ihrem schmächtigen Körper so in die Höhe schleudern konnte. “Arme, Beine, einfach alles, wir müssen sie zerfetzen !” Das folgende sirenenartig jaulende "Ja genau !" hatte fast ihr Trommelfell zerschnitten und Belite schrie jetzt auch alle aufgestaute Wut aus sich heraus, tief und grell und entsetzlich, sodass es bis in die letzten Winkel der Höhle hallte und sich in einem Echo fortpflanzte bis in die dunkelsten Gänge der Tiefe. “Hör endlich damit auf!” Beide waren starr und stumm. Belite stand da, hielt sich am Speer fest, hustete, spuckte und fühlte sich verloren. Dann schaute sie zu Nawatu rüber. Sie hatte Angst. "Ja, ich kann auch schreien. Guck nur, wenn die Bestien kommen, muß du allein mit deiner Nintu mit ihnen fertig werden. Ich bin noch zu schwach. Aber wenn sie Nintu sehen, werden sie die Bullrogs rufen, dann bricht hier ein Inferno los. Das wird den ganzen Berg dann sprengen. Flehe um Gnade, dass das nicht passiert." Belite zeigte in den Höhlengang, der hinunter in die Dunkelheit führte. "Das haben wir nun davon. Von deinen Wutanfällen. glaubst du denn etwa, dass ich nie die Beherrschung verlier?" Beide blickten immer wieder zum dunklen Gang, standen eine ganze schier unendlich wirkende Weile still und lauschten, aber es rührte sich nichts. Sie waren mit den Nerven am Ende. Sie redeten nach diesem Vorfall eine ganze Zeit nicht mehr miteinander.
Nawatus Kräfte liessen seit diesem Vorfall rapide nach, sie fing immer häufiger voller Trostlosigkeit um Turiyas Zustand an zu weinen. Belite behielt jedoch ihren klaren Verstand und sie hatte sogar den Eindruck, je stärker Turiya von den Qualen der tiefen Verwundung und Schändung, den Geistern des Bösen heimgesucht und geplagt wurde, desto stärker wurden sie beide es auch selbst. Nawatu wurde immer schwächer. Ihre seelische Verbundenheit zu Turiya drückte sie nieder. Schmerz und Elend teilten sie. Sie war mit Turiya eins. Das schwächte sie nun, wo sie doch die Einzige war, die trotz ihrer Kämpfe weitgehend bis auf wenige harmlose Schrammen und Schürfwunden unversehrt geblieben war. Die aufgebrochenen Stellen der Verwandlung waren wie durch Zauberhand völlig abgeheilt. Belite hingegen spürte wie ihre alte mentale Stärke und ihre Reflexe wiederkehrten. Körper und Fleisch ? Was waren sie ohne Seele und ohne Verstand ?
Nawatu wich, wenn sie nicht mit Besorgungen und anderen Arbeiten beschäftigt war, nicht von Turiyas Seite. Belite trat häufig dazu. Nawatu hatte schliesslich aus Ästen, Zweigen und Blättern ein besonders weiches und federndes Lager gebettet und dies mit mühsam aufgelesenen Blüten durchstäubt. Schliesslich stellte Belite rund um das Lager Fackeln auf. Sie wollte alle bösen Einflüsse mit Rauch und Feuer von ihr fern halten. Belite beschwor Mitra und die Geister mit schamanischen Gesängen, umgab Turiya mit geheimnisvollen Dämpfen aus alter Überlieferung. Doch es rührte sich nichts. Die Götter gaben keine Zeichen. Es bewegte sich nichts. Nintu schien verschwunden und auch von Mitra war nichts zu spüren. Die Götter wollten, dass sie allein das Ringen um Leben entschieden. Doch Turiya wurde immer schwächer. Turiya verweigerte schliesslich die Nahrung ganz und nur manchmal liess sie sich von Nawatu noch etwas Heiltrank und Betäubungsmittel einflössen. Manchmal mußte Belite Nawatus immerwährende Eifrigkeit bremsen. Nawatu konnte irgendwie nicht verstehen, dass Turiyas Brüste auch abrupt auskühlen konnten. Sie verstand nicht, dass darunter Herz und Lunge lagen. Sie wusste nicht einmal wirklich, was das ist. Dauerhafte Kühlung zum Abschwellen mit dem von ihr immer wieder strapaziös herbeigeschafften Eiswasser konnte ihren Tod herbeiführen und vor allem das Gewebe absterben lassen. Belites kurze Jahre in den Kriegslazaretten der Grenzgebiete Aquiloniens hatten ihr so vieles gelehrt. Das hatte sie den eher mystischen Schamanen voraus, die stets ihre Vorbilder der Heilkunst blieben, aber solange sie noch nie in blutigen Fleischbergen gestanden hatten, konnte sie über sie andererseits nur müde lächeln. Sie hatte hunderte Verwundete versorgt, sogar selbst Operationen und Amputationen durchgeführt. Gut ausgebildete aquilonische Ärzte zeugten damals ihrer Arbeit unter den erbärmlichen Lazarettbedingungen tiefsten Respekt. Doch am höchsten war die Freude der Krieger ihren Stolz, ihre Ehre und ihre Lebenskraft zurückgewonnen zu haben. Manche von ihnen hatten Familie, sahen sie dennoch nie wieder und andere kehrten zu ihnen zurück.
Plötzlich, wie ein Schatten, riss Nawatu sie aus ihren verzerrenden Gedanken, baute sich vor ihr auf, hielt einen Dolch vor ihre eigene Kehle, den Griff zu Belite gerichtet. "Los, töte mich." Sie zitterte am ganzen Leib. Ihr Blick war verstört. Belite wandte sich in einer wie vor einem Sprung verlangsamte Bewegung eines Panthers Nawatu zu, dann schoss ihre Hand hoch, stob den Dolch vom Hals weg bis er im Flug klirrend an die Höhlenwand prallte. "Bist du des Wahnsinns? Verflucht ! Wozu habe ich dein verfluchtes Leben gerettet ? Turiya lebt, du dumme Kuh !" Dann klatsche sie Nawatu mit der flachen Hand auf die Backe und Nawatu fiel seitlich zu Boden. "Wach endlich auf! Verdammt!" sie beugte sich über Nawatu hob sie hoch, den Schulterschmerz ignorierte sie, schaltete ihn ab. Ihre Kraft war wieder da und ihre Reflexe auch. Dann schüttelte sie Nawatu wie ein kleines Kind. Sie schrie sie an. "Wach endlich auf ! Komm endlich wieder zu dir. Ohne dich ist Turiya verloren." Nawatu war nur noch Elend, stand am Rande des Zusammenbruchs. Belite umarmte, drückte sie nun fest während beiden die Tränen liefen. "Du hast keine Schuld. Turiya wird es schaffen. Ich finde einen Weg. Ihr werdet euch lieben, mehr als je zuvor." Dann stellte Belite sie wieder vor sich hin. "Sag mal, wo ist Nintu ? Die lässt uns hier im Stich. In deinen Augen ist von ihr jedenfalls nichts mehr zu sehen. Oder hast du sie etwa schon aufgefressen ?" Nawatu lächelte nun doch ein bisschen. "Nein !" raunte sie trotzig. Dann rannte sie zum Lager zu den Kisten und Säcken, nahm das kleine Körbchen, kam zurück und öffnete es, hielt die kleine Schlange stolz in die Höhe. "Sie ist nur müde. Es liegt an der Jahreszeit." Nawatu streichelte sie ganz stolz. Die Schlange selbst bewegte sich nur müde und träge, als wollte sie weiterschlafen. "Hm, Schlafende soll man nicht wecken. Aber dann sag ihr mal, das die faule Zeit bald vorüber ist. Die Zeit ist reif zum Häuten." Nawatu war von diesem Augenblick an wieder bei der Sache. Sie wusste nur allzugut, ohne Belite wäre sie schon lange tot und nicht das, was sie jetzt war. Ohne ihren Rat, ihre Erfahrung, ihr Wissen und ihre magischen Künste war alles verloren. Sie alle drei gehörten zusammen.
In dieser Nacht zog sich Belite heimlich aus der Höhle zurück. Sie konnte nicht schlafen. Der Vorfall war auch für sie zuviel. Sie war zwar froh, dass Nawatu sich wieder eingerenkt hatte, aber dass sie keine Lösung für Turiya fand, zermarterte sie, raubte ihr den Schlaf. Denn eines war sicher. Viel Zeit hatten sie nicht. Morgen schon würde sich alles entscheiden. Dieser Gedanke lähmte sie und sie spürte wie sehr Turiya auch in ihrem Herzen einen unumstösslichen Platz gefunden hatte. Doch wer war Turiya, dass sie in ihnen diesen Platz eingenommen hatte, dass sie sich für sie so aufopferten, um sie zu heilen ? Sie nahm aufstützend ihren heiligen Speer, setzte sich vor dem Eingang der Höhle mit dem grandiosen Blick in die Weite. Die Nacht war schwarz, der Mond war noch nicht aufgegangen und so schaute sie in den Sternenhimmel, genoss die frische Luft, atmete tief ein und spürte den Wind in ihrem Haar. Es war ihr einerlei, ob der Häuptling der Menschenfresser, der wahnsinnigerweise daran glaubte, dass allein rohe Stärke und gnadenlose Brutalität ihn zum unumschränkten Führer machten, hier irgendwo draussen lauerte. Die Spuren zur Höhle hatte er sicher zurückverfolgt, doch sein Aberglaube erlaubte es ihm nicht, die verwunschene Höhle zu betreten. Er würde sicher Soldaten seiner miesen Herren rufen, doch auch die müßte man mit der Peitsche hineintreiben. Sie amüsierte sich zynischerweise. Ja, er brauchte eine willenlose Sklavenarmee, dieser erbärmliche Hund, die er antreiben konnte mit miesen Hexengeschrei. Und da er dank Nawatu völlig abgebrannt war, würde das wohl noch eine Zeitlang dauern. Nawatu hatte ihm alles weggenommen, ausser sein mieses Gefolge als Leichen zurückzulassen in seiner Höhle. Sie lachte laut auf bei dem Gedanken. Dieses kleine verrückte Dorfkind. Hielt sich den Kopf, sie fand das zu lustig. Oh ja, er würde toben und fluchen. Sie rechnete fest mit ihm. Aber nicht heute und auch nicht morgen. Sie taxierte, dass er nach einigen Raubüberfällen und Dorfplünderungen in den nächsten Wochen hier mit seinem Gesindel, seiner neuen Truppe aufschlagen würde. Sollte er meinen, sie mit Gewalt zu brechen, so würde er erleben, wie er dabei unterging. Mit ihrem Speer würde sie ihn die Eingeweiden entlang zum Himmel darbieten. Ja, sie würde ihn lebendig häuten. Er hatte es nicht anders verdient. "Gut," und nun stiess sie ihre Verwünschungen laut in die Ferne hinaus, "dann werde ich dich begrüssen und du wirst für alles büssen, was du Turiya, Nawatu und mir, Turiyas Familie und allen anderen an Leid angetan hast. Du bist schon jetzt seelenlos und ich erwarte dich. Dann bist du tot und kannst deine Schmerzen aus deinem Körper schreien. Und zwischen dir und der Sonne liegen Welten und deine eigene Haut versperrt dir die Sicht bis du vertrocknet bist."
Ihre eigenen Wunden beachtete sie kaum noch, da sie nun immer schneller heilten und das ständige Kribbeln und die Wärme an diesen Stellen empfand sie als angenehm, kratzte sich nicht andauernd. Sie löste ihren letzten Verband, auch den Lendenschurz, war nun ganz nackt und kam auf dem Rücken zum Liegen. Sie atmete tief und erleichtert durch, genoss die kühlende Frische der Nacht. Dann tastete sie hinter ihrer Brust leicht an der wunden verkrusteten und geschwollenen Stelle herum. Es sickerte noch etwas, juckte und kribbelte, dann zog es zunehmend tief stechend. Sie mußte sich vorsehen. Sie schaute auf ihren Klumpfuss mit dem festen Wickel und unterdrückte ihren Ärger noch so unbeweglich zu sein. “Na, jedenfalls besser als abgehackt, Nawatu!” Sie verdrehte ihre Augen, schüttelte den Kopf. Bei Mitra, das war nicht geschehen. Dann streckte sie ihre Arme weit aus, sog in sich die klare Mitternachtsluft ein, vernahm die Stille der Berge und versuchte neue Gedanken zu fassen. Sie tauchte ab in Regionen dieser Welt, die für niemanden erreichbar waren. Ihr mitranisches Mal auf ihrer Brust schimmerte im kalten Mondlicht wie ein mächtiges Siegel rabenschwarz. Es war wie die Dunkelheit der Nacht und öffnete ein Portal zum Innern ihrer Seele. Der Mond war aufgegangen und sein blauweisses Licht durchflutete erst ihren Körper, dann erfüllte es ihr Herz und schliesslich erreichte es ihren Geist. Ihr war, als würde sie alles Lebende in sich aufnehmen, das Flüstern der Blättern im Wald, das Zischen der Schlange auf einem Ast, ja selbst das Stimmgewirr einer weit entfernten Stadt drang zu ihr herüber, als ob sie sich schwebend näherte. Dann hob sie ab, es umgab sie das wälzende Wehen der Wolken und sie tauchte schwerelos in die Sternenwelt ein. Sie verschwand in einem Sog, einem mächtigen Strudel, ging unter im Nichts.
Belite selbst machte allerdings grosse Fortschritte. Sie konnte gehen, wenn auch nur humpeln, aber sie zwang sich, jeden Tag etwas mehr zu laufen. Auch ihre tiefe Fleischverletzung hinter der rechten Brustseite war auf einem guten Weg. Die Wunde zog zwar unheimlich bei jeder Dehnung und der stechende Schmerz verkrampfte bei bestimmten Bewegungen die Muskeln um den Lungenflügel. Ihr blieb dann regelrecht die Luft weg, dann wurde ihr schwindelig und es blieb ihr nichts anderes übrig, als sich zu setzen. Aber sie arbeitete dagegen an, konnte den Arm bereits kreisend bewegen, nur schwer heben durfte sie auf keinen Fall. Erleichtert stellte sie fest, dass ihre Muskeln aktiv waren, zwar schwach, dennoch, sie war sich nun gewiss, ihre alte Stärke zurückzugewinnen. Jede Überreizung war Gift und konnte sie um Tage zurückwerfen. Das mußte sie auf jeden Fall vermeiden, denn sie wollte Nawatu unbedingt zur Seite stehen. Nawatu hatte soviel geleistet. Auch in ihrem Fall, dafür war sie dankbar. Sie gab Nawatu wichtige Vorgaben für die richtigen Rezepturen und Heilmethoden und half Nawatu bei leichten Tätigkeiten, vor allem beim Zubereiten der Medizin und dem gemeinsamen Essen. Aber ohne Nawatu ging bei ihr noch gar nichts richtig, dafür war sie einfach noch zu schwach. Und Kochen war nicht gerade ihre Leidenschaft. So fühlte sie sich eher wie eine erbärmliche Küchenhilfe und das gefiel ihr gar nicht, auch wenn sie die Rezeptur für die Heilmedizin vorgab. Nawatu hingegen war im Kochen eine kleine Zauberfee. Sie brauchte nicht viele Zutaten. Selbst aus einfachen Wurzeln konnte sie ein leckeres Mahl bereiten. Dies kam ihnen allen zugute, allerdings nahm Turiya immer weniger feste Nahrung an.
Belite hatte schon mehrmals versucht auf sie einzuwirken, endlich einmal auszuruhen, wenn sie auch noch umfiele, seien sie alle ernsthaft in Gefahr. Und in ihrer jetzigen Verfassung könne leicht ein Fehler unterlaufen. Dann sei es mit Turiya unter Umständen geschehen. Doch Nawatu blieb unermüdlich, liess sich nicht davon abbringen, sich weiter zu verausgaben. Sie konnte Nawatu nur zu gut verstehen. Es war nicht an der Zeit ihre Autorität auszuspielen. Die Angst um ihre so geliebte Turiya trieb Nawatu ohne Unterlass an. Turiyas Zustand schien sich im Laufe der Zeit immer ungünstiger zu entwickeln, obwohl es grosse Heilerfolge gab. Sie hatte Fieber, hechelte unter Anfällen von Atemnot, schrie häufig im Wahn und konnte wegen der schlimmen Rückenverletzungen sehr schlecht, fast gar nicht schlafen - selbst unter Betäubung. Die Rückenprügel hatten alle alten Verletzungen vom Sturz wieder aufgerissen. Nawatu hatte ein weiches Blätterbett für die Rückenlage geflochten, denn auf der Brust konnte sie nicht liegen. Es half wenig, nur gelegentlich fand Turiya auf der Seite liegend Ruhe. Ansprechbar war sie jedoch kaum. Sie lächelte dann, wie aus einer anderen Welt Nawatu zu, ergriff immer ihre kleine Hand, streichelte sie in der Handfläche. Sie sah dann aberwitzig aus mit ihrem von den brutalen Schlägen in vielen Farben verquollenen Gesicht. Das linke Auge war noch immer dicht, doch aus Blautönen wurden bräunliche Gelbtöne, die Schwellung nahm leicht ab. Ihr Gesicht war nicht schief heruntergefallen, sodass sie einen Bruch ausschliessen konnten. Sie fragte dann nuschelnd mit ihren verquellten sprödwunden Lippen, die sich blau verfärbt hatten, ob sie alle fort seien, dann ob sie wieder aufgetaucht seien, ob sie wiederkommen könnten ? Verneinten sie dies, versank sie wieder in taumelnden fiebrigen Schlaf. Sie litt sehr unter der albtraumhaften Schändung, mehr als sie es von einer Kriegsamme angenommen hatten. Vermutlich war es die andauernde Todesangst um noch schlimmere Höllenqualen, die ihre Nerven derart einbrechen liessen. Aber die Herzenswärme und das sternengleiche Funkeln ihres glasigen Blickes liess sowohl Nawatu und Belite Tränen in die Augen schiessen. Belite wendete sich dann immer verzweifelt ab. Es war unerträglich, wenn Nawatu danach laut zu heulen begann, mitunter auch fluchte, weil Turiya meist in Dämmerung zurückfiel. Nawatu konnte dann in dieser vom Leid gereizten Fassung völlig ausrasten und mit ihren Verwünschungen in Raserei geraten.
Belite machte sich allmählich ernste Sorgen, was mit Nawatu passieren würde, wenn Turiya sterben oder eine Besserung einer lebenslangen Behinderung glich. Vor allem, wie würde Nintu, ihr zweites Ich reagieren ? Würde sie sich einen neuen Wirt suchen? Nicht auszudenken, was alles geschehen konnte. Und vor allem, warum unternahm Nintu nichts, wo doch Nawatu, wenn auch nur als Medium, ihr doch sicherlich von allen Menschen am nächsten war ? Sie hatte doch Nawatu ausgewählt oder war es eine der vielen rätselhaften göttlichen Prüfungen, die so häufig mit dem blossen und sinnlosen Tod endeten. Oder war Nintu bereits hinfort und auf der Suche nach neuen Geistern ? Das waren die Momente, wo es auch in Belite aufschäumte, wo sie sonst ihren Hengst herbeirief und in die Weite ziellos hinausritt, häufig bis zum Sonnenaufgang, wo die Welt in ein anderes Licht eintauchte und ein neues Anlitz bekam. Jetzt aber frass sie alles in sich hinein.
Die offenen und entzündeten Wunden Turiyas waren eigentlich sehr gut versorgt und die bösartige Eiterung an ihrem Ellenbogen noch von ihrem alten Sturz war mithilfe einer Madenbehandlung gestoppt. Die Maden leisteten ganze Arbeit, fühlten sich in der Wunde wohl. Nawatu und Belite hatten sich darüber riesig gefreut, doch die erhoffte Verbesserung der Gesamtsituation trat nicht ein. Der Rücken mit seinen Abschabungen und tiefen Schrammen und Schlagriefen schien durch die Kräuterbehandlung auch allmählich abzuheilen. Sie legten Turiya dann gemeinsam ganz vorsichtig auf die Seite oder richteten sie behutsam auf. Dann verteilten sie die Würmer auf ihrem Rücken. Schon nach kurzer Zeit hinterliessen sie überall ihr Sekret, weshalb der wunde Rücken dann immer glasig wie in einem Gelee glänzte. Wie das mit den Würmern und Maden funktionierte, hatte Belite Nawatu gezeigt, auch wo sie sie finden würde. “Bei dir gings auch ohne,” sagte Nawatu, zwinkerte ihr zu und umarmte sie.“Nun, ich war auch nicht am verfaulen,” erwiderte Belite darauf. Das war ihr bloss gedankenlos ausgerutscht, doch Nawatu wich erschrocken und erbost zurück. Ihre Augen waren voll strafenden Entsetzens. Belite fügte schnell hinzu: “Ich mein das nicht so, wirklich. Komm, verzeih mir bitte." Nawatu schaute noch immer grimmig, renkte sich dann wieder ein. Und Belite atmete auf, machte sich an die Anmischung der Medizin. Die aufgeplatzten Kneifstellen an den Schenkeln und Armen sowie die Fesselquetschungen waren ebenfalls rückläufig, auch die vielen bunten Blutergüsse am ganzen Körper. Und die Ohrstümpfe nahmen auch einen guten Verlauf. Selbst die Unterleibsverletzung infolge der Überdehnung stellte sich als nicht so gefährlich heraus. Belite hatte sie mehrmals innen an den Scheidenwänden vorsichtig abgetastet. Sie spülten ihre Geschlechtsteil mit einer besonders zubereiteten Heillösung. Die inneren Widerstandskräfte Turiyas waren stark. Ihr Körper schien alle Kräfte zu mobilisieren und über grosse Reserven zu verfügen, gab sich nicht geschlagen, setzte sich mithilfe der heilenden Kräfte aus der Natur in fast allen Bereichen durch.
Hingegen ihre Brüste heilten gar nicht. Es war, als würde Stillstand herrschen. Schlimmer noch. Als würden sich alle Entzündungsherde in den Brüsten aufstauen und versammeln. Sie waren die Ursache für den sich immer mehr zuspitzenden Zustand. Ihr ganzer Oberkörper schien unter Druck und Schauplatz eines unsäglichen Abwehrkampfes zu sein. Die Menschenfresser hatten sie zulange beim brutalen Spritzmelken stranguliert. Sie hatten sie, nachdem der Häuptling aufgebrochen war, noch einmal brutal gemolken. Und da Turiyas Ammenbrüste ziemlich entleert waren und kaum noch Milch gaben, pressten sie sie, quetschten sie mit ihren Händen aus. Vermutlich war den Menschenfressern die Kontrolle vor überschäumender Geilheit entglitten, denn wer sollte eine Amme mit geschundenen Brüsten noch kaufen ? Die ermahnenden Worte ihres Häuptlings hatten sie in ihrer überbordenen Erregung völlig verdrängt. Auch lag es an der für sie exotischen Erscheinung Turiyas, ihre weisse goldene Haut, ihre Blondheit, ihr überragender athletischer Körper, ihre ausgedehnten vollen Brüste und an den Blättern, die sie gekaut hatten und sie in einen Rauschzustand versetzten. Dann nahmen sie sie einer nach dem anderen noch einmal, aber nur von vorne. Als Turiya schliesslich würgen und erbrechen mußte, störte es sie wenig. Sie lachten amüsiert. Sie flössten ihr, als nur noch Schleim kam, einen Trunk ein und machten dann belustigt weiter. Turiya brauchte nichts tun, befand sich in einer verstörenden Bewusstseinstrübung. Sie schaukelten sie in den Seilen vor und zurück, hielten ihren Kopf an den Haaren fest dabei. Als sie fertig waren, stopften sie ihr den alten sandigen Knebel vom Boden in den Mund. Einer gab ihr noch einen Stoss, so dass sie sich am Seil hängend um die eigene Achse drehte und dann wieder zurück. So liessen sie sie in den Seilen hilflos hin und her baumeln. Ihre Lippen waren dick angeschwollen, auch von Schlägen zwischendurch. Turiya war verstummt, war gebrochen und schwindelig weggetreten bis die Schmerzen am ganzen Körper sie überwältigten, ihr Wimmern erstickte in der Knebelung. Dann wurde es in der Höhle ruhig. Sie waren erschöpft, berauscht und mit sich zufrieden. Sie ahnten nichts davon, dass Nawatu bereits in der Röhre durch eine Mischung aus Staub und Kot kroch. Bald sollte diese Ruhe in eine endgültige Stille umschlagen und ihrem schrecklichen Dasein ein stummes Ende bereiten.
Turiyas Brüste waren infolge der Marter steif aufgebläht und blauviolett verfärbt. Die Adern, die ihre Busen einmal fein marmoriert zierten, waren schwülstig und hart verkrampft. Ihre Brüste waren durchzogen von rötlichen Blutgerinseln, sodass an einigen Stellen die Haut platzte und Risse zog. Jede noch so kleine Berührung löste bei Turiya zittrige wälzende Krämpfe aus. Ihre Brustwarzen waren blutig verkrustet, angeschwollen und brannten rot. Die blutigen Striemen und Schürfungen an ihrem Busen durch die scheuernden Stricke blieben offen. Ihr Zustand war einfach schrecklich, schien aussichtslos. Nawatu und Belite taten zwar alles, was ihnen an Heilkünsten bekannt und möglich war. Doch ihre Reserven für die Behandlung der blutigen Quetschungen und schweren Blutergüsse ihrer grossen Brüste waren langsam aufgebraucht. Stundenlang war Nawatu täglich unterwegs um frische Heilkräuter und Wurzeln zu finden, die nur noch immer weiter entfernt aufzuspüren waren. Wenn überhaupt. Auch schien es, dass die Heilmittel nicht richtig anschlugen, egal welche sie wählten.
Belite befürchete eine sich anbahnende Blutvergiftung, dachte bereits über eine Brustentfernung nach. Doch dieser Gedanke war einfach schrecklich, denn Turiya würde daran seelisch zugrundegehen, eben weil sie nicht irgendeine Amme war, sondern eine Kriegsamme. Eine Brustentfernung war deshalb wie ein Todesurteil. Selbst Nawatu würde beim tatsächlichen Erwägen dieser Möglichkeit zur Rettung Turiyas den Verstand verlieren, auch wenn es das Leben Turiyas retten sollte. Belite fragte sich, wie lange der Körper Turiyas dies noch durchmachen könnte. Das Einzige, was sie wirklich von dieser Möglichkeit abhielt war, dass Stillstand herrschte. Ein gefährlicher Stillstand zwar, aber es war ein Stillstand. Kein Untergang. Denn wie Brüste oder überhaupt Fleisch aussah, das nicht mehr zu retten war, also unterging, wusste sie nur zu gut. Normalerweise starb Fleisch dann ab, man konnte es sehen, fing an zu faulen, schwemmte aus und begann zu stinken. Um eine Blutvergiftung zu vermeiden, entfernte man die eingefallenen Stellen oder brannte sie aus, möglichst bei ersten Anzeichen, was hier eher letztes Mittel war. Es war eine fiebrige Entzündung im Innern in Gange und das Gewebe ihrer Brüste war trotz aller schlimmen Entzündungsherde noch sehr lebendig. Man konnte sie nicht einfach entfernen. Dies war zum jetzigen Zeitpunkt noch verfrüht. Turiya stand genau auf der Kippe. Und genau das war schlimm, denn in solchen Fällen konnte eine Entzündung in wenigen Stunden sich völlig ausbreiten und über den Körper herfallen. Dann wäre es das Aus. So schien denn alles ausweglos und es blieb ihnen nur übrig abzuwarten ?
Belite versuchte mit Nawatu darüber zu reden, obwohl es klar war, dass sie nicht mehr viel Zeit hatten. Es war unmöglich. “Ja ?” stiess es angewidert aus Nawatu heraus, "die letzte Möglichkeit?" Belite senkte resignierend den Kopf, wusste was nun folgen würde. Ein hysterischer Ausbruch. Nawatu zog die Worte mit ihrer in ungeahnte Höhen verzerrte Stimme kreischend in die Länge: ”Ja, genau, welch grandiose Idee !” Dann ging es weiter."Schneiden wir ihr doch einfach die Brüste ab !" Polterte nun dumpf, "Sie sind doch viel zu gross und werden faulig!” Jetzt fing Nawatu an zu zischen, war nicht mehr zu halten. “Zerstückeln wir sie!” Belite liess sie schreien. Es war die reine Verzweiflung, die aus Nawatu herausbrach. “Ja genau, ich wollte doch deinen Fuss auch noch abhacken !” ging es munter weiter. “Ich bin vom Wahnsinn getrieben, warum hab ich das nicht getan ? Oh, nein, das habe ich ja ganz vergessen !” “Hör auf, Nawatu!” rief Belite. “Zack, zack, zack !” ereiferte sich Nawatu, dann lief sie zur Stelle, wo die ganzen Waffen lagerten, suchte nach einer Axt und riss sie mit einem Sprung in die Höhe. Sie sah dabeivöllig irrwitzig aus, da die Axt grösser war als sie selbst und man sich fragen mußte, wie sie überhaupt mit ihrem schmächtigen Körper so in die Höhe schleudern konnte. “Arme, Beine, einfach alles, wir müssen sie zerfetzen !” Das folgende sirenenartig jaulende "Ja genau !" hatte fast ihr Trommelfell zerschnitten und Belite schrie jetzt auch alle aufgestaute Wut aus sich heraus, tief und grell und entsetzlich, sodass es bis in die letzten Winkel der Höhle hallte und sich in einem Echo fortpflanzte bis in die dunkelsten Gänge der Tiefe. “Hör endlich damit auf!” Beide waren starr und stumm. Belite stand da, hielt sich am Speer fest, hustete, spuckte und fühlte sich verloren. Dann schaute sie zu Nawatu rüber. Sie hatte Angst. "Ja, ich kann auch schreien. Guck nur, wenn die Bestien kommen, muß du allein mit deiner Nintu mit ihnen fertig werden. Ich bin noch zu schwach. Aber wenn sie Nintu sehen, werden sie die Bullrogs rufen, dann bricht hier ein Inferno los. Das wird den ganzen Berg dann sprengen. Flehe um Gnade, dass das nicht passiert." Belite zeigte in den Höhlengang, der hinunter in die Dunkelheit führte. "Das haben wir nun davon. Von deinen Wutanfällen. glaubst du denn etwa, dass ich nie die Beherrschung verlier?" Beide blickten immer wieder zum dunklen Gang, standen eine ganze schier unendlich wirkende Weile still und lauschten, aber es rührte sich nichts. Sie waren mit den Nerven am Ende. Sie redeten nach diesem Vorfall eine ganze Zeit nicht mehr miteinander.
Nawatus Kräfte liessen seit diesem Vorfall rapide nach, sie fing immer häufiger voller Trostlosigkeit um Turiyas Zustand an zu weinen. Belite behielt jedoch ihren klaren Verstand und sie hatte sogar den Eindruck, je stärker Turiya von den Qualen der tiefen Verwundung und Schändung, den Geistern des Bösen heimgesucht und geplagt wurde, desto stärker wurden sie beide es auch selbst. Nawatu wurde immer schwächer. Ihre seelische Verbundenheit zu Turiya drückte sie nieder. Schmerz und Elend teilten sie. Sie war mit Turiya eins. Das schwächte sie nun, wo sie doch die Einzige war, die trotz ihrer Kämpfe weitgehend bis auf wenige harmlose Schrammen und Schürfwunden unversehrt geblieben war. Die aufgebrochenen Stellen der Verwandlung waren wie durch Zauberhand völlig abgeheilt. Belite hingegen spürte wie ihre alte mentale Stärke und ihre Reflexe wiederkehrten. Körper und Fleisch ? Was waren sie ohne Seele und ohne Verstand ?
Nawatu wich, wenn sie nicht mit Besorgungen und anderen Arbeiten beschäftigt war, nicht von Turiyas Seite. Belite trat häufig dazu. Nawatu hatte schliesslich aus Ästen, Zweigen und Blättern ein besonders weiches und federndes Lager gebettet und dies mit mühsam aufgelesenen Blüten durchstäubt. Schliesslich stellte Belite rund um das Lager Fackeln auf. Sie wollte alle bösen Einflüsse mit Rauch und Feuer von ihr fern halten. Belite beschwor Mitra und die Geister mit schamanischen Gesängen, umgab Turiya mit geheimnisvollen Dämpfen aus alter Überlieferung. Doch es rührte sich nichts. Die Götter gaben keine Zeichen. Es bewegte sich nichts. Nintu schien verschwunden und auch von Mitra war nichts zu spüren. Die Götter wollten, dass sie allein das Ringen um Leben entschieden. Doch Turiya wurde immer schwächer. Turiya verweigerte schliesslich die Nahrung ganz und nur manchmal liess sie sich von Nawatu noch etwas Heiltrank und Betäubungsmittel einflössen. Manchmal mußte Belite Nawatus immerwährende Eifrigkeit bremsen. Nawatu konnte irgendwie nicht verstehen, dass Turiyas Brüste auch abrupt auskühlen konnten. Sie verstand nicht, dass darunter Herz und Lunge lagen. Sie wusste nicht einmal wirklich, was das ist. Dauerhafte Kühlung zum Abschwellen mit dem von ihr immer wieder strapaziös herbeigeschafften Eiswasser konnte ihren Tod herbeiführen und vor allem das Gewebe absterben lassen. Belites kurze Jahre in den Kriegslazaretten der Grenzgebiete Aquiloniens hatten ihr so vieles gelehrt. Das hatte sie den eher mystischen Schamanen voraus, die stets ihre Vorbilder der Heilkunst blieben, aber solange sie noch nie in blutigen Fleischbergen gestanden hatten, konnte sie über sie andererseits nur müde lächeln. Sie hatte hunderte Verwundete versorgt, sogar selbst Operationen und Amputationen durchgeführt. Gut ausgebildete aquilonische Ärzte zeugten damals ihrer Arbeit unter den erbärmlichen Lazarettbedingungen tiefsten Respekt. Doch am höchsten war die Freude der Krieger ihren Stolz, ihre Ehre und ihre Lebenskraft zurückgewonnen zu haben. Manche von ihnen hatten Familie, sahen sie dennoch nie wieder und andere kehrten zu ihnen zurück.
Plötzlich, wie ein Schatten, riss Nawatu sie aus ihren verzerrenden Gedanken, baute sich vor ihr auf, hielt einen Dolch vor ihre eigene Kehle, den Griff zu Belite gerichtet. "Los, töte mich." Sie zitterte am ganzen Leib. Ihr Blick war verstört. Belite wandte sich in einer wie vor einem Sprung verlangsamte Bewegung eines Panthers Nawatu zu, dann schoss ihre Hand hoch, stob den Dolch vom Hals weg bis er im Flug klirrend an die Höhlenwand prallte. "Bist du des Wahnsinns? Verflucht ! Wozu habe ich dein verfluchtes Leben gerettet ? Turiya lebt, du dumme Kuh !" Dann klatsche sie Nawatu mit der flachen Hand auf die Backe und Nawatu fiel seitlich zu Boden. "Wach endlich auf! Verdammt!" sie beugte sich über Nawatu hob sie hoch, den Schulterschmerz ignorierte sie, schaltete ihn ab. Ihre Kraft war wieder da und ihre Reflexe auch. Dann schüttelte sie Nawatu wie ein kleines Kind. Sie schrie sie an. "Wach endlich auf ! Komm endlich wieder zu dir. Ohne dich ist Turiya verloren." Nawatu war nur noch Elend, stand am Rande des Zusammenbruchs. Belite umarmte, drückte sie nun fest während beiden die Tränen liefen. "Du hast keine Schuld. Turiya wird es schaffen. Ich finde einen Weg. Ihr werdet euch lieben, mehr als je zuvor." Dann stellte Belite sie wieder vor sich hin. "Sag mal, wo ist Nintu ? Die lässt uns hier im Stich. In deinen Augen ist von ihr jedenfalls nichts mehr zu sehen. Oder hast du sie etwa schon aufgefressen ?" Nawatu lächelte nun doch ein bisschen. "Nein !" raunte sie trotzig. Dann rannte sie zum Lager zu den Kisten und Säcken, nahm das kleine Körbchen, kam zurück und öffnete es, hielt die kleine Schlange stolz in die Höhe. "Sie ist nur müde. Es liegt an der Jahreszeit." Nawatu streichelte sie ganz stolz. Die Schlange selbst bewegte sich nur müde und träge, als wollte sie weiterschlafen. "Hm, Schlafende soll man nicht wecken. Aber dann sag ihr mal, das die faule Zeit bald vorüber ist. Die Zeit ist reif zum Häuten." Nawatu war von diesem Augenblick an wieder bei der Sache. Sie wusste nur allzugut, ohne Belite wäre sie schon lange tot und nicht das, was sie jetzt war. Ohne ihren Rat, ihre Erfahrung, ihr Wissen und ihre magischen Künste war alles verloren. Sie alle drei gehörten zusammen.
In dieser Nacht zog sich Belite heimlich aus der Höhle zurück. Sie konnte nicht schlafen. Der Vorfall war auch für sie zuviel. Sie war zwar froh, dass Nawatu sich wieder eingerenkt hatte, aber dass sie keine Lösung für Turiya fand, zermarterte sie, raubte ihr den Schlaf. Denn eines war sicher. Viel Zeit hatten sie nicht. Morgen schon würde sich alles entscheiden. Dieser Gedanke lähmte sie und sie spürte wie sehr Turiya auch in ihrem Herzen einen unumstösslichen Platz gefunden hatte. Doch wer war Turiya, dass sie in ihnen diesen Platz eingenommen hatte, dass sie sich für sie so aufopferten, um sie zu heilen ? Sie nahm aufstützend ihren heiligen Speer, setzte sich vor dem Eingang der Höhle mit dem grandiosen Blick in die Weite. Die Nacht war schwarz, der Mond war noch nicht aufgegangen und so schaute sie in den Sternenhimmel, genoss die frische Luft, atmete tief ein und spürte den Wind in ihrem Haar. Es war ihr einerlei, ob der Häuptling der Menschenfresser, der wahnsinnigerweise daran glaubte, dass allein rohe Stärke und gnadenlose Brutalität ihn zum unumschränkten Führer machten, hier irgendwo draussen lauerte. Die Spuren zur Höhle hatte er sicher zurückverfolgt, doch sein Aberglaube erlaubte es ihm nicht, die verwunschene Höhle zu betreten. Er würde sicher Soldaten seiner miesen Herren rufen, doch auch die müßte man mit der Peitsche hineintreiben. Sie amüsierte sich zynischerweise. Ja, er brauchte eine willenlose Sklavenarmee, dieser erbärmliche Hund, die er antreiben konnte mit miesen Hexengeschrei. Und da er dank Nawatu völlig abgebrannt war, würde das wohl noch eine Zeitlang dauern. Nawatu hatte ihm alles weggenommen, ausser sein mieses Gefolge als Leichen zurückzulassen in seiner Höhle. Sie lachte laut auf bei dem Gedanken. Dieses kleine verrückte Dorfkind. Hielt sich den Kopf, sie fand das zu lustig. Oh ja, er würde toben und fluchen. Sie rechnete fest mit ihm. Aber nicht heute und auch nicht morgen. Sie taxierte, dass er nach einigen Raubüberfällen und Dorfplünderungen in den nächsten Wochen hier mit seinem Gesindel, seiner neuen Truppe aufschlagen würde. Sollte er meinen, sie mit Gewalt zu brechen, so würde er erleben, wie er dabei unterging. Mit ihrem Speer würde sie ihn die Eingeweiden entlang zum Himmel darbieten. Ja, sie würde ihn lebendig häuten. Er hatte es nicht anders verdient. "Gut," und nun stiess sie ihre Verwünschungen laut in die Ferne hinaus, "dann werde ich dich begrüssen und du wirst für alles büssen, was du Turiya, Nawatu und mir, Turiyas Familie und allen anderen an Leid angetan hast. Du bist schon jetzt seelenlos und ich erwarte dich. Dann bist du tot und kannst deine Schmerzen aus deinem Körper schreien. Und zwischen dir und der Sonne liegen Welten und deine eigene Haut versperrt dir die Sicht bis du vertrocknet bist."
Ihre eigenen Wunden beachtete sie kaum noch, da sie nun immer schneller heilten und das ständige Kribbeln und die Wärme an diesen Stellen empfand sie als angenehm, kratzte sich nicht andauernd. Sie löste ihren letzten Verband, auch den Lendenschurz, war nun ganz nackt und kam auf dem Rücken zum Liegen. Sie atmete tief und erleichtert durch, genoss die kühlende Frische der Nacht. Dann tastete sie hinter ihrer Brust leicht an der wunden verkrusteten und geschwollenen Stelle herum. Es sickerte noch etwas, juckte und kribbelte, dann zog es zunehmend tief stechend. Sie mußte sich vorsehen. Sie schaute auf ihren Klumpfuss mit dem festen Wickel und unterdrückte ihren Ärger noch so unbeweglich zu sein. “Na, jedenfalls besser als abgehackt, Nawatu!” Sie verdrehte ihre Augen, schüttelte den Kopf. Bei Mitra, das war nicht geschehen. Dann streckte sie ihre Arme weit aus, sog in sich die klare Mitternachtsluft ein, vernahm die Stille der Berge und versuchte neue Gedanken zu fassen. Sie tauchte ab in Regionen dieser Welt, die für niemanden erreichbar waren. Ihr mitranisches Mal auf ihrer Brust schimmerte im kalten Mondlicht wie ein mächtiges Siegel rabenschwarz. Es war wie die Dunkelheit der Nacht und öffnete ein Portal zum Innern ihrer Seele. Der Mond war aufgegangen und sein blauweisses Licht durchflutete erst ihren Körper, dann erfüllte es ihr Herz und schliesslich erreichte es ihren Geist. Ihr war, als würde sie alles Lebende in sich aufnehmen, das Flüstern der Blättern im Wald, das Zischen der Schlange auf einem Ast, ja selbst das Stimmgewirr einer weit entfernten Stadt drang zu ihr herüber, als ob sie sich schwebend näherte. Dann hob sie ab, es umgab sie das wälzende Wehen der Wolken und sie tauchte schwerelos in die Sternenwelt ein. Sie verschwand in einem Sog, einem mächtigen Strudel, ging unter im Nichts.
Labels:
Belite,
Menschenfresser,
Nawatu,
Ringen um Leben,
Turiya
Sonntag, 16. Oktober 2011
Belite VI: "Schändung und Vergeltung"
Turiya drehte sich um, die Luft war rein. Sie rannte los. Da waren ihre Sachen auch schon. Sie beugte sich vor und packte alles zusammen. Der Boden war übersät mit den Pfeilen der Menschenfresser. Manche schienen noch nutzbar zu sein. Sie wählte einige Brauchbare aus, aber sie waren fast alle von miserabler Verarbeitung im Vergleich zu ihren aquilonischen und die Bogenschützen des Shamar-Clans waren über die Landesgrenzen hinweg für ihre Bogenschiesskunst und hervorragenden Bögen und Pfeile bekannt. Dann erhob sie sich aus der Hocke und schaute sich erneut um. Der Dolch und das Seidentuch da hinten, sie schüttelte über sich selbst den Kopf, so spät daran gedacht zu haben. Sie beugte sich vor und griff weitgestreckt danach. In ihr blitzte ein allumfassender dumpfer Knall und sie versank in bewusstlose Dunkelheit.
Als Turiya ihre Augen wieder öffnete, lag sie nackt auf dem hartsandigen Boden einer Höhle und blickte auf die vielen Wölbungen und Vertiefungen einer bizarren Felsdecke, die sie fratzengleich anstarrte. Diese Muster schienen sie wie böse Dämonen schrecklich und verhöhnend anzulachen, bewegten sich im entfernt flackernden Feuerlicht. Sie war benommen, ihre alten Rückenprellungen taten weh und auch die alte Wunde an ihrem Ellenbogen klopfte schmerzhaft. Ein dumpfer Druck schob sich gegen ihre Schädeldeckel und sie spürte das Ziehen einer Beule am Hinterkopf. Die Fesselung ihrer Handgelenke presste ihre Knöchel. Sie begann daran zu zerren, gab es aber gleich wieder auf. Es war sinnlos. Hände und Füsse waren an den Gelenken nach hinten zusammengebunden. Auch ihr Hals war mit einem Strick damit verknüpft.
Kalter Schweiss lief an ihrem nackten Körper herunter. Es gelang ihr nach einigen Mühen, sich aufzurichten und in die Kniehocke zu kommen. Die Leinen zogen dabei nur wenig an ihrem Hals, scheuerten auch nicht. Aber das würden sie tun, wenn sie sich häufig bewegen oder sogar daran ziehen würde. Sie sah entfernt weiter vorne das Lagerfeuer an dem zwei der Menschenfresser saßen. Sie drehten sich zu ihr um, starrten sie an, dann palaverten sie aufgeregt weiter, ohne sie weiter zu beachten. Ein Dritter setzte sich dazu. Auch er blickte zu ihr rüber und sie fühlte, wie er nach ihr gierte. Dann konzentrierte auch er sich auf das Palaver mit den anderen.
Sie schaute langsam an sich hinab, auf ihre Schenkel und von dort auf ihre Scham. Ein unheimliches Ziehen durchströmte ihren Unterleib. Sie würden sie vergewaltigen. Ein Schaudern überzog ihre Gedanken und eisige Furcht vor einem qualvollen Tod stieg in ihr auf. Sie senkte tief gedemütigt ihren Kopf, ihr Körper neigte sich ausgeliefert vor und ihre Mundwinkel zuckten fortwährend, Tränen rannen an ihren Wangen herab. Ihr wurde schlecht bei dem Gedanken an die, die sie geraubt und gefangen hatten. Sie schluckte würgend, hielt es zurück, atmete heftig. Es waren die gleichen, die ihre Familie geschändet, teils zerstückelt und stückweise auch gefressen hatten. Sie schüttelte sich, um sich von der erstickenden Apathie zu befreien, stemmte sich dagegen, riss sich energisch mit aller psychischer Kraft zusammen. Ihr Wille und ihre Wut waren stärker als ihre Verlorenheit. Sie mußte das durchstehen. Nur wenn sie sich unterwerfen würde, ihre Erniedrigung nicht erleiden, sondern erdulden würde, hatte sie eine geringe Chance ihren Tod hinauszuschieben. So meinte sie beurteilen zu können und so hatte sie es damals beobachtet. Alle leisteten Widerstand, ergaben sich nicht ihrem Los und starben allein deshalb vorzeitig einen langsamen Tod. Aber sie wollte überleben, fasste den Plan sich hinzugeben, Zeit zu schinden und keinen sichtbaren Widerstand zu zeigen, sondern bereitwillig ihre Demütigung mit schmachvoll erzwungener Lust zu erfüllen. Sie wollte nicht hilflos schreien oder widerspenstig zerren. Sie würde es ihnen geben, um am Ende frei zu sein.
Sie verstand was davon, von lustvoller Hingabe, mehr als alle ihre Geschwister, denn als Amme des Clanfürsten stand sie auch für die Dinge der Lust zur Verfügung. Der Clanfürst selbst hatte eher selten davon Gebrauch gemacht, sie war nur für die Vorbereitung, für das Vorspiel zuständig, dann widmete er sich seinen Frauen. Seine Söhne waren da eifriger, liessen sich schnell mal verwöhnen, aber es war nie Liebe und sie trieben es nur um Spass zu haben. Es stand ihnen zu und sie machte es gern, empfand grosse Lust vor allem mit beiden zusammen zur gleichen Zeit. Niemand hatte öffentlich davon erfahren, aber jeder im Dorf wusste es, denn die Aufgaben einer Amme waren bekanntlich weit gefasst. Es kam darauf an, eine Schwangerschaft unbedingt zu vermeiden, da der Amme dann der Tod als Strafe drohte. Die Ammen rieben deshalb ihre Scheide und den Gebärmuttermund mit saurer Milch und einer Honigsalzölmischung ein, kauten getränkte Weidenblätter oder sie trieben rechtzeitig ab, verschwanden bis zur Hochschwangerschaft an einen geheimen Ort, wobei sie nach der Geburt das Kind sofort töteten und verscharrten.
Sie hoffte, sie würde als Lustsklavin wertvolle Zeit gewinnen bis Nawatu sie hier finden würde. Nawatu würde kommen und sie befreien. Da war sie sich sicher. Was sie mit ihr erlebt und gesehen hatte, war unfassbare Magie und deshalb wusste sie, dass Nawatu es schaffen würde. Doch wieviele waren es? Drei sassen noch am Lagerfeuer, einen sah sie weiter entfernt am Eingang. Sie erkannte gleich, dass er eine Falle legte. Wie sollte Nawatu dann in die Höhle gelangen? Turiya war klar, da half nur eine List, denn solche Eingangsfallen waren allgemein verbreitet. Wenn Nawatu soetwas nicht wissen sollte, weil sie doch ein naturverbundenes Dorfkind ohne kriegerische Ausbildung war, so hatte sie doch Belite als Ratgeber, so hoffte sie. Belite würde um solche Dinge wissen. Dann entdeckte sie noch einen weiter hinten Sachen packen. Es waren also noch fünf. Wie sollte Nawatu das schaffen ? Es waren wilde, wenn auch primitive Krieger. Mit ihrem Zauber wäre es ein Leichtes, aber was, wenn dieser versagte ? Sie wusste darum, dass Rituale und Magie oft eine Ruhezeit benötigten, um erneut ihre Macht entfalten zu können. So hatten die Magier der Shamar es ihr anvertraut, aber die hatten nicht im geringsten solche Kräfte, wie sie sie an Nawatu erlebt hatte. Turiyas Gedanken kreisten wie verrückt um diese Fragen, die immerzu neu aufbrachen wie widerliche Geister, sie von ihrem trostlosen Zustand ablenkten, denn immer, wenn sie zu ihrem Verstand zurückfand, setzte Furcht und Verzweiflung ein.
Auf einmal erhob sich einer, blickte zu ihr rüber und kam schnell näher. Allein. Er baute sich vor ihr auf. Sie kniete etwas gebeugt in der Hocke vor ihm, senkte ihren Kopf gedemütigt. Er fasste ihre Haare und zog sie hoch. Liess sie dann nach einem kurzen Moment los und sie bewahrte ihre Haltung. Ihre Blicke verhakten sich. Seine Augen bohrten tief in ihr Inneres hinein. Ihr war, als wollten sie es verbrennen. Sie wandte sich aber nicht angstvoll ab, schaute ihn nur leeren Blickes an. Sie überragte ihn, schaute auf ihn herab. Sein Kopf reichte gerade bis zu ihren grossen Brüsten. In ihm steckte soviel animalische Stärke und Gewalt, wie sie es noch nie an jemanden gesehen hatte. Er spannte seine Muskeln wie eine Drohgebärde seiner körperlichen Überlegenheit. Er war kleinwüchsig, aber sehr stämmig gebaut und an allen Stellen seines Körpers voller Muskelpakete. Mächtige Bizeps und Oberschenkel, starke gewölbte Bauchmuskulatur, kurzer breiter Stiernackenhals, der in die mächtigen Schultern überging mit überbordener Bärenkraft. Viele Narben zeugten von schweren Kämpfen. Tätowierungen erzählten die Geschichten dazu. Er war mit enganliegenden vergoldeten Knochenschmuck behangen, als Insignien seiner Führerschaft. Wo er war, herrschte Einschüchterung, Tod und Verderben. Wer ihm diente, gehörte ihm, unterstand seinem unbedingten Willen, wurde versklavt oder fand einen grausamen Tod.
Er grinste sie an, schnalzte mit der Zunge. Dann hob er seinen rechten Arm, winkte die anderen heran, deutete auf ihre Fesseln und seine Hand bewegte sich dabei kreisend schnell hin und her, so als würde er einen Flaschenzug Befehle erteilen. Ehe Turiya klar war, was mit ihr geschah, hatten sie einen starken Stab durch die Ösen ihrer Fesseln getrieben, sie aufgezogen und hievten sie in die Höhe. Sie baumelte nun in Brustlage leicht aufgerichtet mit dem Oberkörper nach vorn und durchgestreckten Rücken vor ihm hin und her. Er packte ihre Schulter und gab ihr einen Stoss, sodass sie sich um die eigene Achse drehte. Dann stoppte er sie, hielt sie an ihrem rechten Busen fest, der sich mit ausbremsenden Schwung in die Länge dehnte. Er grinste sie breit an während sie ihr Gesicht vom reissend schmerzenden Ziehen ihrer Brust verzog. Ihre grossen Brüste waren nun dicht vor ihm in Augenhöhe, baumelten wie lang und voll gefüllte Beutel hin und her. Seine rauhen und starken Hände grub er wie Pranken darin hinein, knetete, wühlte und presste. “Seht euch das an. Die hat Zitzen !” sagte er in einer fremden Sprache zu den anderen, die sie nicht verstand und hielt sie auf seinen Händen hoch. Dann klemmte er mit seinen Fingern ihren Brustvorhof zusammen und zog ihre Brüste lang. Ein stechender und brennender Dehnungschmerz durchfuhr Turiyas Körper bis ins Rückgrat, aber sie schrie nicht, zwang sich nicht zu schreien. Sie war eine Kriegerin, beherrschte ihren Schmerz. Dann liess er sie los und zurückspringen. “Sind das Rieseneuter. Boah, die sind voll. Genug für uns alle.” Wiederholte dies ein paarmal mit beiden Busen gleichzeitig. “Seht ! Da kommt was raus.” Er presste und drückte Milch heraus. Er wiederholte dies während er mit der anderen Hand ihren Brustansatz zusammendrückte und ihren Busen wie eine grosse Pampelmuse aufpumpte. Turiya wand sich vor Schmerzen, drückte mit ihren starken Muskeln, zerrte an ihren Fesseln, die sich blutig verfärbten, war aber in ihrer ausgelieferten Lage ohne Bewegungsspielraum. “Hey! Seht sie euch an. Nicht nur dicke Euter wie eine Amme, sondern auch Muskeln wie ein Leopard. Das gibt es nicht. Sowas hab ich noch nicht gesehen. Ist die heiss Mann !” Er lachte wiehernd, schlug sich krümmend auf die mächtigen Schenkel und die anderen stimmten laut in ein schallendes Gelächter mit ihm ein. Er bückte sich, um ihre Milch zu schlecken, spritzte noch ein paarmal und tat es mit ihren anderen Busen auch. Dann zog er beide Busen an den Brustwarzen wie Tüten in die Länge, dass sie regelrecht zurückklatschten, als er sie losliess. Turiya schrie das erste Mal. Mit dem Handrücken schlug er ihr daraufhin ins Gesicht sodass ihre Lippen aufplatzten, versetzte ihr einen weiteren Hieb auf das linke Auge. “Halts Maul Schlampe! Halt die Fresse sag ich dir!” Dann hob er ihre prallen Brüste hoch und begann damit, sie wie Pudding laut platschend hüpfen zu lassen. Der Schwung wurde immer kraftvoller und ihre Brüste schnellten in die Höhe und dehnten sich weit. Seine rauhen harten Hände versetzen dabei ihren weichen Brüsten massive Schläge und die Schmerzen zogen bis in die ihre Magengrube.
Dann hörte er auf, wandte sich zu den anderen. “Einfach riesengrosse Titten. Die halten was aus. Hier seht die Dehnungstreifen, die war schon übervoll. Sie ist eine Amme. Dann soll sie uns auch bedienen." Er zog nun zwei Stricke hervor. "Kommt! Bevor wir unseren Samen geben, spendet sie uns Milch. " Er lachte und die anderen auch, die sich nun auch vor ihr stellten. Sie wickelten die Stricke fest um ihre Brüste, zogen diese weitestmöglichst in einer beweglichen Schlaufe zu einem pressenden Ring zusammen. Wie gewaltig gespannte Blasen richteten ihre Busen nun auf. Mit ihren Fingern puhlten sie an ihren Nippeln, die wie dicke Propfen steif und lang hervorstachen und sich öffneten. Milch trat aus und tropfte immer schneller herunter. Dann zogen sie die Schlaufe langsam quetschend fester, die Milch sprühte unablässlich in feinen Strahlen, die sie mit einem gespannten Ledertuch auffingen. Das Gestöhne und Gewimmer von Turiya ignorierten sie völlig. Im Gegenteil, es machte sie an. In langsam rutschenden Bewegungen, die die Haut blutig scheuerten, pullten sie die Schnüre noch fester, sodass sich ihre nun dunkelrot angelaufenen Busen schliesslich restlos leerten. Das mit Turiyas Milch gefüllte Ledertuch reichten sie nun reihum, sodass jeder einen kräftigen Schluck nahm. Die quetschenden Stricke, die sich langsam blutig verfärbten und ihre blank aufgeblähten Busen, die im weiteren Verlauf der Torturen langsam vom dunkelrot ins rotbraunbläulichschimmernde steif und fest verharrten, lösten sie nicht.
"Guckt sie euch an." Er zwackte ihr an verschieden Stellen ins Fleisch. Zog und drehte schmerzhaft daran. “Mann was für Muskeln. Und ein Frau, nicht fett und waberig wie die anderen." Er boxte ihr in die Schenkel. “Mann, ihre Schenkel. Ihr habt gesehen, wie sie geschossen hat. Sie ist eine weisse Kriegsamme und eine Hure dazu. Eine Milchamme für ihre Sippschaft und eine Nutte für den ganzen Clan !” Sie lachten abermals. Dann schaute er sie stechend an: “Aber jetzt tust du das für uns !” Sie johlten allesamt. Dann nahm er seinen Dolch, hob seinen rechten Arm über ihren Kopf, der linke fasste an den langen blonden Haarschopf und er schnitt ihr die überstehenden langen Haare mit einem Ruck ab. “Blond. Wie das glänzt!.” Er zog ihre abgetrennten Haare straff, es war fast ein Meter, liess sie kreisen und wickelte sie um seinen Hals und verknotete sie als Zeichen für seinen Besitzanspruch. Dann griff er ihr in den Schritt und zog an ihren buschig dichten, blonden Schamhaaren, sodass ihr Körper sich langsam in die Höhe aufbäumte. Turiya presste schmerzverzerrt Augen und Mund aus Angst vor weiteren Schlägen ganz fest zusammen. Ihr linkes Auge wurde dick. Sie war jetzt völlig starr vor Schmerz und Anspannung und zitterte am ganzen Körper. “Na ?” sagte er zu ihr. "Du wirst doch gehorchen ?" Ihre Augen hatte sie voller Angst weit aufgerissen. Dann zu den anderen. “Wie sie guckt. Die hat Feuer. Ein weisses blondes feuriges Rasseweib. Welch ein Geschenk!” Er hielt sie nun mit ihrem ganzen Gewicht in der geraden Stellung an ihren Schamhaaren fest. Dann drang sein Mittelfinger wie ein dicker Knauf tief in sie ein. So hielt er sie jetzt fest. “Du bist jetzt mein, mach was ich will und du lebst oder du bist tot. Und denk daran: Beim ersten Mal tuts immer weh.” Dann zog er mit einem kräftigen Ruck die Brustschlaufe. Ihre Busen richteten sich wie aufgebläht noch steiler auf. Die Brüste hatten sich dunkelrot bis violett verfärbt und ihre starken Äderchen, die auch sonst ihre Busen wie ein fein schimmerndes und zierendes Geflecht durchzogen, waren krampfadrig angeschwollen. Turiya riss alle Nerven zusammen, fühlte eine Starre, die sie lähmte, dann atmete sie heftig, vermischte sich mit verzweifelten Entsetzen und blinder Wut. Ihr Körper war sehnig angespannt, zitterte heftig. Sie begann zu sabbern und zu schnauben, ihre Augen fielen in den Tränenfluss. "Spüre ich da noch etwas Widerstand ?" Turiya versuchte ihre Atmung zu beherrschen. "Gut, wer nicht hören will, muß fühlen." Es war auf einmal schrecklich still. "Du willst also nicht hören ?", dann zu den anderen gewandt. "Wozu braucht sie ihre Ohren noch ?" Voll gespannter Erwartung nickten sie zustimmend, grinsten dabei schrecklich. Turiya, wie zu einer Säule erstarrt, wimmerte nun. "So ist richtig, aber Strafe muß sein." Noch immer hielt er sie an ihren Schamhaaren fest. Mit der anderen freien Hand nahm er seinen Dolch und trennte die Ohrmuscheln ab, sodass sie am Läppchen herunterhingen. Turiya blutete stark aus den Ohrstümpfen war aber jetzt völlig verstummt. Dann riss er erst das Linke ab, das andere dann auch und saugte daran. "Hmmm, wie das schmeckt." Während er sie weiter festhielt, ging er ein wenig um sie rum zu den anderen gewandt und drückte einem die abgeschnitteten Ohren in die Hand. "Tu sie ins Feuer. Ich liebe geröstete Weibsohren, meine Leckerei für unterwegs." Dann zu Turiya: "Ich lass dich am Leben, aber wenn du rumzickst, verschone ich dich nicht. Es geht dann ganz schnell, schneller als du hören kannst." Er lachte auf und liess sie los. Sie fiel voller Schwung in die alte angewinkelte Schräglage zurück. Mit seiner linken Hand deutete er, sie etwas tiefer abzusenken, was auch sofort geschah. Dann befahl er mit einer flüchtigen Handbewegung, sie sollten sich hinter ihr stellen. “Sie wird mir jetzt einen blasen und ihr könnt sie ficken. Weitet sie dann. Wir werden es viele Tage tun bis sie reif für den Zirkus ist. Fickt sie, aber ich will sie lebendig. Setzt ihr so zu, dass sie nicht mehr flüchten kann. Sie muß aber heil bleiben, sonst verliert sie an Wert und Abdul Khan macht uns einen schlechten Preis. Aber an Schmerzen muß sie sich gewöhnen. Sie darf nicht zu schlimm aussehen. Habt ihr verstanden ! Ich breche noch heute Nacht auf. Schon morgen abend bin ich zurück. Abdul Khan wird sie mir aus den Händen reissen. Sie hat uns grossen Schaden zugefügt. Sie ersetzt uns unseren Verlust, den sie uns mit ihrer Hexenschlampe zugefügt hat. Die Tierarena wird ihre Belohnung sein. Sie werden alle johlen, nur um sie zu sehen. Sie wird die weisse Königin der Tiere sein. Wie lange ist es her, dass eine blonde Weisse mit Tieren gebumst hat ? Einen Hengst wird sie reiten. Ach, alle Tiere werden sie lieben und vor allem auch das Publikum !” Sie lachten erneut wiehernd auf. Dann liess er seinen Lendenschurz fallen, hielt seinen noch schlaffen beschnittenen Schwanz direkt vor ihr Gesicht. “Los, zeig was du kannst.” Sie, mehr von Schmerzen betäubt als bei klaren Verstand, glaubte nicht, was sie sah, er war sehr massig und groß. Sie öffnete ihren blutverschmierten Mund und er drückte ihn hinein. Allein schon mit seiner Eichel hatte sie den Mund voll. Doch zunächst entleerte er seine Blase. Sein Urin durchströmte ihren Mund, ihren Rachen und spülte die ausgetrocknete Speiseröhre hinab. “Oh Mann, hat sie Durst – schaut wie sie trinkt! Oh, wie das schmeckt!” Sie begann nun zu lutschen und seine starken Hände hielten ihren Kopf an den Haaren. Er half mit hastigen ruckvollen Bewegungen nach. “Seht, sie weiss wie es geht. Und wie sie es weiss. Sie ist eine elende Hure. Hab ich es nicht gesagt ? Ihr macht es nichts aus. Sie ist genau richtig für den Zirkus. Los, macht schon!” Sie spürte wie sie ihre Schenkel auseinanderbogen und sich der erste Ständer in sie hineinbohrte. Sie hatten sich bereits einen gewichst. Sie war noch trocken und es tat weh. Die beiden hinteren wechselten sich ab. Brutal hämmerten sie ihre Steifen in sie hinein. Beide hatten eine Rute aus Zweigen mit der sie dabei im Takt ihrer Stösse auf ihren Rücken schlugen. So machten sie weiter. Sie bestiegen sie wie Tiere. Hart mit roher Kraft und völlig triebversessen, doch zusätzlich mit menschlicher Geilheit und peitschender Gewalt.
In ihrem Mund wuchs sein Schwanz schnell zu einem harten Steifen heran, sie mußte immer schneller schlucken, hatte Angst zu ersticken, so riesig schien er tief in ihrem Rachen bis zur Kehle anzuschwellen. Mit jedem Stoss atmete sie schwerer, ihre Mundatmung versagte und sie schnaubte immer hastiger durch die Nase um Luft zu bekommen. Ihr war als müßte sie jeden Moment ersticken und die schnellen Schläge ihres Herzens klopften in ihrer Brust, schliesslich wie Paukenschläge ihre Rippen entlang. Sie wollte überleben, war voller panischer Angst. Die anderen klatschen häufig auf ihren Hintern wie bei einem Maulesel, um sie anzutreiben und geisselten sie weiter während sie fickten. Turiya fiel in einen entrückten tranceartigen Zustand indem Schmerzen und Orgasmen ineinander übergingen bis sie begann heftig zu ventilieren. Dann kam er, sein Samen ergoss sich in ihren Schlund. Er stemmte seinen Ständer noch einmal tief in ihren Rachen hinein, liess sie unentwegt schlucken, würgen, sie war völlig rot angelaufen und der salzige Schweiss brannte in ihren Augen. Er weidete sich daran. Dann liess er von ihr ab. Turiya prustete, rang wild nach Luft während die anderen ihr immer heftigere Stösse versetzten, die Körper aneinander klatschten. Es waren sehr brutale Stösse und Turiya war, als würden sie ihren Bauch sprengen. Dann kamen auch sie, der eine spritze alles auf ihren blutüberströmten Rücken, der einem lichterloh brennenden Flammenmeer des Schmerzes glich, der andere schoss seinen Samen tief in sie hinein. Als sie fertig waren, urinierten sie auf ihre offenen Wunden und ihren Nacken bis zu ihrem Kopf hinauf. Dann schlugen sie lachend noch mehrmals auf ihre Schenkel und Hintern. Es brannte alles fürchterlich und Turiya schrie laut auf. “Fresse, du Mistschlampe!” Einer schob nun beide Hände in sie hinein, dann ballte er eine zur Faust während er die andere rauszog. Drehte sie mehrmals in ihr herum und steckte bis zur Elle in ihr drin. Dann zog er sie heraus und beide schoben etwas Kaltes und Halbrundes in sie hinein. Drehten es und danach drückten sie ihre Schamlippen fest zusammen, verknoteten ihre Schamhaare mit einem Stöckchen um sie zu schliessen. Dann liessen sie von ihr ab und zogen sich zurück.
Sie baumelte noch eine Weile hin und her, unfähig klare Gedanken zu fassen, zerschmettert vom Sturm der mehrfachen Vergewaltigung. Je mehr sie wieder zu sich kam, desto mehr meldeten sich zuerst die Schmerzen zurück. Ihr geschwollenes Auge, ihre abgetrennten Ohren, ihr Hinterkopf, ihr aufgeschürfter Rücken, ihre strangulierten Brüste und ihre vom Ziehen blutunterlaufenden geschwollenen Brustspitzen brannten so stark, als würde ihre ganze Brust zerreissen. Ihr Unterleib stand unter Druck, dehnte sich immer stärker, das kalte Ding in ihrem Leib schien langsam und bedrohlich hart aufzuquellen. Vermutlich ein Pilz oder eine Frucht. Allumfassende Angst breitete sich wieder unheimlich in ihr aus, blockierte ihr Denken. Ihr schwante Fürchterliches, aber sie verdrängte den Gedanken daran, denn das wäre weit schrecklicher, als was sie sich vorstellen konnte. Sie ahnte, wenn Nawatu sie nicht befreien würde, stand ihr Schlimmeres bevor, als ihren Geschwistern. Sie hatte nichts von dem verstanden, was der Häuptling gesagt hatte, aber offenbar hatten sie sie aus ihrer Sicht noch verschont, waren es gewohnt zu schänden, lebendig zu zerstückeln. Sie war sich im Klaren, noch mit dem Leben davon gekommen zu sein, fragte sich, ob sie darüber froh sein sollte, fühlte sich ausgelaugt und niedergeschmettert.
Einer kam nach einer Weile zurück, reichte ihr eine hölzerne Schüssel hin. Er nahm ihren Kopf und tauchte ihn hinein. Sie sollte schlürfen und schlecken wie ein Tier. Turiya war durstig, ihre Kehle wie ausgebrannt, schleckte und schlürfte, leerte die Schüssel, auch aus purer Angst vor weiteren Schlägen. “So, brav,” raunzte er. Es war irgendein dickflüssiges Gebräu, das sie nicht kannte. Sie hatte endlich wieder Geschmack im Mund. Er befahl ihr die Schüssel sauber zu lecken, indem er ihr Gesicht nochmal kurz und schmerzhaft drauf drückte. Sie tat dies, dann drehte er sich um und verschwand. Wenn sie sie fütterten, würden sie sie noch am Leben halten, kam ihr sofort der Gedanke. Töten würden sie sie nicht, höchstens im Rausch. Sie war jetzt ihre Sklavin, weniger wert als ein Tier. Trotzdem schöpfte sie Überlebenskraft, Lebensmut wollte sie es nicht nennen. Würde alles über sich ergehen lassen. Sie wusste jetzt, gefügig sein, reichte ihnen nicht. Sie mußte sich ganz und gar ergeben. Nawatu würde sie finden und befreien. Das war ihre letzte doch schon jetzt weitentrückte Hoffnung. Wenn nicht hier, dann auf dem Weg dorthin, wo man sie hinschaffen würde. Nawatu würde ihren Spuren folgen. Der Druck in ihrem Unterleib nahm zu, drückte und dehnte nach allen Seiten, nahm immer mehr ihre Gedanken in Besitz. Ihr Körper ruckte von Nervenzuckungen geplagt immer wieder beissend zusammen. Ihr schien, als kämen die Schmerzen jetzt von überall. Alles in ihrem Unterleib schien auseinanderzuplatzen. Sie konnte nicht mehr, der Damm war gebrochen. Sie fing an zu wimmern und zu jaulen, nicht dass sie es wollte, es brach körperlich aus ihr heraus. Es war der völlige seelische Zusammenbruch. So sah sich einer genötigt, sich vom Lager aufzuraffen und sie erneut aufzusuchen. Er schlug ihr kräftig ins Gesicht. Dann trieb er ihr einen Ballen in den Mund. Er knebelte sie regelrecht. Ihr Wehklagen wollten sie am Lagerfeuer nicht hören. Es störte ihre angeregte Unterhaltung beim Spielen. Es war ein beliebtes und fesselndes Steinchenspiel, wo es darum ging, dem anderen geschickt die Steine abzuluchsen. In der Höhle hatte ihr Wimmern einen schauderhaften Klang, schien gespenstisch aus allen Ritzen der Höhlenwände zu kommen. Es war einfach unerträglich. Deshalb verlangten sie Ruhe und knebelten sie.
Nawatu kroch ächzend eine kleine leicht ansteigende natürliche Röhre im Fels hinauf. Sie mußte sich hindurchzwängen, aber Belite hatte es auch schon einmal geschafft und sie selbst war kleiner und schlanker. Ihre Ellenbogen scheuerten sich wund und sie spuckte häufig vor sich zur Seite aus. Sie durfte nur nicht zuviel Geräusche machen. Ansonsten war die Steinröhre ziemlich glatt, sandig und staubig. Heftige Regenfälle spülten sie aus und auch die Abfälle aus Kot. Sie konnte nach einer kleinen Kurve das Ende erkennen. Es war das Kotloch, da wo die Höhlenbewohner ihre Notdurft verrichteten. So gelangte sie unbemerkt in die Höhle, wo die Menschenfresser Turiya quälten und schändeten. Ihre Turiya. “Die Schweine!” ächzte sie. Hier würde sie ihren ersten Schlag ausführen. Ein stinkender und schmutziger Schlag, aber lautlos und tödlich. Sie war mit zwei giftigen Dolchen bewaffnet, einem Wurfbeil und einem Speer. Belite hatte ein ganzes Arsenal im Lager, eine richtige Waffenkammer, für jeden Zweck genau das Richtige. Nawatu grinste über beide Backen. Sie freute sich auf das was kommen würde. Egal wie es endete, es war das, was sie wollte. Turiya befreien oder sterben.
Am Ende angekommen zwängte sie sich heraus, sie war dabei lautlos wie eine Echse. Sie stand mit den Füssen inmitten von Knochen- und verdörrten Fleischresten und Kot. Ob sie schon gefressen hatten? Menschenfleisch. Allein der Gedanke daran schäumte in Nawatu unheimliche Wut herauf. Aber dann grinste sie wieder. Sehr gut, dachte sie sich, alles verlief nach Plan, genau wie es Belite gesagt hatte. Vermutlich sassen sie noch am Feuer und palaverten. Vielleicht schliefen sie schon. Ein unerklärliches Überlegenheitsgefühl stieg in ihr auf. Sie war sich sicher, erfolgreich zu sein. Es war alles wie ein schwindelerregender Traum. Ihre Zauber hatten momentan keine Kraft, hatte Belite gesagt und trotzdem würde sie es schaffen. Sie mußte nur seelisch ruhig und geistig kühl sein und warten. “Überwinde deine Gefühle, schalte sie einmal in deinem Leben ab. Ich weiss, dass es dir schwer fällt, Nawatu, da du ein Gefühlswesen bist. Aber tue es. Für Turiya. Für dich. Und für mich. Für uns alle. Oder du bist tot.” Das waren Belites Worte. Die Wache würde sicher noch weiter was essen und trinken zwischendurch, allein aus Langeweile und um wach zu bleiben. Dann würde alles blitzschnell gehen. Nur ein Stoss. Ganz gezielt. Er würde nichtmal schreien, hatte sie gesagt, wenn der Stoss blitzschnell nach der Ausatmung tief genug eindringen würde. Ihm würde einfach die Luft weggesaugt durch einen tiefen Schmerz im Magen. Er würde lautlos und verkrampft würgen und sich übergeben. Darauf käme es an. So hockte Nawatu völlig unbemerkt und nicht sichtbar eine ganze Zeit in Lauerstellung in der dunklen Kotgrube. Dann kamen Schritte näher. Jetzt ging es sehr schnell. Alles lief bei ihr auf Hochtouren und sie hielt den Speer in Schrägstellung, ging in die Hocke. Sie spannte ihre kleinen Muskeln an, nahm ihre ganze Kraft zusammen. Nun kam der schlimme Augenblick, der sie nicht durcheinanderbringen durfte. Sein nackter Hintern ragte genau über ihren Kopf über den Grubenrand. Erst piehte er, sein Urin spritzte an die Grubenwand, dann begann er zu pressen. Sie mußte dies noch abwarten. “Warte ab, bis er ausatmet, dann stoss so tief wie möglich zu mit deiner ganzen Kraft. Halte ihn fest, treib nachschiebend den Speer immer tiefer in ihn hinein, so als wolltest du ihn eiligst stopfen. Seine Organe sind weich. Sein eigenes Gewicht wird das übrige tun. Du wirst sehen, es geht ganz leicht. Bleib fest stehen. Ändere deine Stellung nicht. Spiess ihn von unten regelrecht auf. Er wird mehrere Male zucken. Dann ist es vorbei. Setzte ihn rechtzeitig mit dem Speerende ab. Der Speer ist lang und steif genug. Du kannst ihn regelrecht festklemmen. Er wird seine Stellung nicht verändern. Aus der Entfernung wird es aussehen, als würde er dort noch sitzen.” Das waren ihre Worte. Jetzt kam ihr alles entgegen direkt in ihr Gesicht und auf ihren Schultern lief es ihren Oberkörper herab. Sie konnte sein stöhnendes Ausatmen hören. Jetzt. Ihr Speer durchbohrte seinen Darmausgang drang steil und glatt mit der scharfen Spitze in sein Inneres ein. Mit einer Riesenkraftanstrengung schob sie nach. Immer wieder. Es ging leichter als sie gedacht hatte. Und tatsächlich, sie hörte nichts. Kein grelles Schreien. Nur blubbern vom Blut und Gebrochenen, das aus seinem Mund die Brust herunter nach unten tropfte. Das Rucken seines Körpers bewirkte nicht einmal ein Ändern seiner Position und war weniger stark als Belite es beschrieben hatte. Selbst seine Beine blieben in der angewinkelten Hockstellung während der Speer nun durch seine Organe im Brustkorb drang. Nawatu stellte ihn ab. Sie war über den ganzen nackten Körper von Blut, Schleim und Kot besudelt. Sie mußte es sich schnell abwischen. “Dann säubere dich mit Salzwasser, so gut du kannst. Der Gestank würde dich sonst verraten. Nimm einen grossen Beutel mit. Reib deinen ganzen Körper damit ein, es laugt die Haut aus und entzieht ihm den Geruch. Deshalb lass auch den Lederharnisch hier, den kriegt man nach so einer Sauerei nicht sauber. Nawatu, wie ich dich kenne, nackt und unbekleidet kämpfst du sowieso am besten. Trage nur deinen Lederrock, den Brustschutz, deine Bundschuhe und die Gürtel für deine Waffen und die Rückenschlaufe für den Speer. Den Brustschutz lege in der Grube ab, damit er nicht beschmutzt. Aber du brauchst ihn unbedingt, um durch die Röhre zu krabbeln. Die Geräusche der Waschung können dich nicht verraten, da es sich wie Durchfall anhört. Sein organischer Durchfall.” Sie erinnerte sich an Belites vielsagenes kurzes Grinsen dabei. Ihr trockener schwarzer Humor verhöhnte schon jetzt die Menschenfresser und das gab Nawatu unheimlichen Mut.
In der Grube stehend konnte sie noch nicht drüber schauen. Man konnte sie nicht sehen, zumal von oben die Grube völlig dunkel war. Sie wusch alles soweit es ging ab. Dann kletterte sie vorsichtig aus der Grube heraus. Der Leichnam neben ihr hockte da, als wäre er nicht tot, selbst der Kopf starrte aufrecht. Nawatu staunte über sich selbst. Sie hatte die Wache lautlos beim Verrichten der Notdurft ausgeschaltet. Die Speerspitze hatte sich irgendwo in seiner Wirbelsäule am Halsansatz verhakt. “Drück seinen Kopf vorsichtig in eine natürliche Haltung.” Sie wandte sich ab und blickte zum Lagerfeuer, dass schon ziemlich abgebrannt war. Sie schliefen. Es waren zwei. Der Dritte lag in der Nähe von Turiya. Sie konnte Turiya schemenhaft erkennen. Sie hing geknebelt und an einem Stab gefesselt in der Luft. Wie ein geschundenes Tier, die steif aufgeblähten und strangulierten Busen nach unten hängend. Drehte sich langsam im leichten Windsog der Höhle um die eigene Achse. Vor und zurück. Da jemand in ihrer Nähe lag, wusste sie, dass Turiya noch leben würde. Nawatu freute sich. “Dann schleich dich heran, wie das geht, weisst du selbst am besten.” Gleich ist alles vorbei, dachte sie.
Die Höhle war so dunkel, sodass sie sich an deren Rändern unbemerkt im Schatten bewegen konnte. Nawatu sah zum Eingang, sah die Leine, die zur Falle führte. Ja, das hatte ihnen nichts genutzt. Sie wusste schon jetzt, dass es höchstens einen Kampf mit Nummer drei geben würde, wenn überhaupt. Aber nur, wenn er etwas merken würde. Sie nahm nun ihre venoyhanischen Dolche und wie ein Schatten schlich sie zu ihnen zum Lagerfeuer. Die Schnitte durch die Halskehlen bis zur Wirbelsäule führte sie so aus, wie Belite es ihr erklärt hatte, denn auch sowas hatte sie noch nie zuvor getan. “Du wirst dich wundern, es geht unheimlich weich und rasch. Der Anschnitt muß von deiner Seite zu dir hin erfolgen, dann spritzt das Blut nur in deine Richtung. So tötest du richtig.” Die Körper der Schlafenden ruckten nur mit vom Tode erschrockenen Augen und aufgerissenen stimmlos röchelnden Mündern. Es gab keinen Impuls mehr vom Gehirn, der Glieder hätte wecken können. Der Kopf war bis zum Knochen abgetrennt.
Schleichend bewegte sich Nawatu blutüberströmt zur Stelle, wo Turiya hing. Sie dämmerte vor sich hin, stöhnte hin und wieder, hatte offensichtlich starke Schmerzen, bemerkte Nawatu aber nicht, war wohl weggetreten. Der Menschenfresser wälzte sich auf einmal herum. Die hasserfüllten Blicke kreuzten sich. Er versuchte mit seinem Körper zu entfliehen und auszuweichen, stob heftig Sand auf und eine Machete blitzte in seiner Hand, doch das Wurfbeil Nawatus traf ihn bereits mitten im Bauch. Es gab keinen Kampf mehr. Er ächzte, ihm blieb einfach die Luft weg, lag auf dem Rücken und fasste den Stiel des Beils mit beiden Armen, wollte ihn herausziehen, schaffte es doch nicht aus Angst zu verbluten, hielt das Beil daraufhin krampfhaft fest. Dann starrte er schwer atmend zur Decke. Seine Augen waren voller Anstrengung und Überlebensangst. So blieb er liegen, völlig entrückt, starrte er seinen eigenen Leib und das Ding darin an. Dann begann er zu kriechen, versuchte zur Höhlenwand zu gelangen. Schliesslich lehnte er sich und mit beiden Händen das in seinem Bauch steckende Beil festhaltend dort völlig erschöpft an.
Belite hatte in allem recht behalten. Nawatu sah zu Turiya. Ihren geschundenen Zustand. Ihr Körper übersät mit Prellungen und Blutergüssen. Sie war geknebelt und gefesselt wie ein elendes Tier. Ihre wunderschönen Haare waren runtergestutzt und struppig. Ihre Ohrstümpfe waren verkrustet. Sie zerrte jetzt ungehalten und verzweifelt an den Stricken, ihre Gelenke aufgerissen, ihr Rücken von den Rutenschlägen in Striemen blutig aufgeschlagen. Ihr Überlebensdrang war ungebrochen. Überall war der Körper mit aufgeplatzten Kneifstellen übersät. Es mußte alles fürchterlich brennen. Ihre grossen schweren Brüste waren dunkelbläulich verfärbt und steif angeschwollen von rötlichen geplatzten Äderchen durchzogen, traten einige davon bedrohlich wie dicke Krampfadern hervor. Ihre Brustspitzen vom Pressen und Kneifen dick und blutig. Ihre Lippen aufgeplatzt und ein zugequollenes Auge blinzelte Nawatu blutunterlaufen und glasig an. Ihr heiles Auge hatte sie flehend aufgerissen. Pure Angst der Unentrinnbarkeit und der Schrecken der Unterwerfung sprachen aus ihnen. Sie stöhnte nun immer lauter unter dem Knebel, so laut und mächtig sie konnte. Sie rang um Hilfe und Befreiung.
Nawatu konnte es sich nicht erklären, war wie festgefahren. Sie war nicht imstande auf Turiya zuzugehen, sie zu entknebeln und ihre Fesseln zu lösen. Sie spürte wie etwas stärker war, sie lähmte und grollender Zorn in ihr aufstieg. Es schien aus ihrem Unterleib, ihrem Rückrat emporzukriechen. Es brodelte in ihr so, als wollte sie auf einmal schäumend überlaufen. Sie hatte die ganze Zeit eiskalt wie ein gedungener Mörder alle dahingemetzelt. Ihre Gefühle waren wie ausgeschaltet gewesen, so wie es Belite ihr zum Überleben im Kampf dringend angeraten hatte. Über die Perfektion wie sie es tat, war sie überrascht, aber jede Bewegung folgte den Worten Belites wie im Gebet. “Sei immer ruhig, gleichgültig und ohne Aufregung. Verliere niemals die Beherrschung. Dann tötest du sicher und schneller, als du denken kannst.” Nun brach es rasend, wild und befreiend aus ihr heraus. Sie schrie entsetzlich, streckte sich, riss ihre Arme auseinander und drehte sich wie eine fauchende in Blut getränkte Furie zu dem Schwerverletzten um, der sich gegen die Höhlenwand lehnend etwas aufgerichtet hatte. Dann ging sie langsam zu ihm, jeder knirschende Schritt war in ihrem Innern wie ein malmendes Stampfen. Sie blieb vor ihm stehen und musterte ihn kühl, blickte lauchernd auf ihn herab. Er war noch bei Bewusstsein, nahm ihre nackte und dunkle Erscheinung noch wahr, litt aber bereits an dem starken Blutverlust und innerer Blutung. “Na, hast du Spass mit ihr gehabt ?” Sie beherrschte seine Sprache und er blickte sie darüber verstörrt an, hielt verkrampft den Stiel der kleinen Wurfaxt, aber ohne wirkliche Kraft. Dann nickte er. Schwerverwundete lügen nicht, suchen nach Zustimmung und Gemeinsamkeit. Er war bereits zu schwach um noch inneren Widerstand zu leisten und es war unklar, ob er Nawatu überhaupt erkannte. "Das hast du gut gemacht, ich helfe dir,” fuhr Nawatu fort, grinste ihn unterwürfig und einfühlend wie eine mildtätige Schwester an und ging dabei in die Hocke. Den Schnitt, der sein Glied entfernte, spürte er offenbar nicht, da sein Unterleib unterhalb der Hüfte bereits taub war. Sein Blutverlust beschleunigte sich jetzt rapide. “Schau, was ich dir mitgebracht habe.” Sie hielt ihm sein abgetrenntes Glied hin. Sein Blick wurde trüber. Es war unklar, ob er es noch als solches erkannte. “Komm, das wird dir gut tun. Dieser Wurm ist süsse Medizin.” Er öffnete tatsächlich, hilflos, fügsam nach seinen entschwindenen Leben ringend seinen Mund. “Brav, so ist es fein.” Sie steckte es nun mit dem blutigen Stumpf zuvorderst hinein, sodass nur noch die Eichel herausragte. Dann stand sie auf und schüttelte sich lachend, verhöhnend und grimassenschneidend, wie in einem bösartigen Schauspiel mit vielen Verrenkungen, wohlwissend, dass es das Letzte war, was er von einem rangniederen weiblichen, dazu noch schwarzen Menschen wahrnehmen konnte. Das gab ihm dann den Rest, er sackte zusammen. Sie rückte seinen leblosen Körper noch etwas gerade zurecht. “So sitzt du richtig. Das wird deinem Häuptling sehr gefallen!” Der ungeheure Triumpf alle besiegt zu haben, entfesselte sie. Völlig enthemmt und fröhlich gackernd, warf sie ihren Kopf schelmisch vergnügt in den Nacken, hopste dabei im Kreis und das Echo der Höhle trug ihr Gelächter gespenstisch und unendlich wiederholend in alle Abgründe der verwinkelten Tiefen hinab. Dann beruhigte sie sich vornübergebeugt mit ihren Armen auf ihre Knie stützend wandte sie sich von ihm ab.
Turiya war verstummt, war wie weggetreten und spürte ihren schmerzenden Körper nicht. Es war für sie als stünde die Zeit still. Sie hatte alles mitangesehen und auch die bösartig närrische Wandlung Nawatus mitbekommen. Als Nawatu sie wieder anschaute, war es der gleissende ockerfarbene Schlangenblick, der Turiya zu blenden schien. Es war der gleiche Anblick wie beim Angriff in der Grotte. Das grausame Wesen, dass im Innern von Nawatu schlummerte, war auferstanden. Die Augen brannten wie feurige Lava aus den Untiefen der Finsternis ihrer Seele. Turiya schloss ihre Augen, wollte nicht glauben, was sie sah, vermochte weder gut und böse zu unterscheiden und war in diesem Lodern verfangen.
Nawatu lächelte sie sanft an und zog Turiya den Knebel aus dem Mund. Das unheimliche Wesen schien mit einem Mal entschwunden. Turiya keuchte und hustete. Sie würgte, übergab sich. Mit einem Mal waren alle Schmerzen wieder allgegenwärtig, lämten sie, vor allem die in ihrem Unterleib. Turiya schrie nur noch: “Zieh es raus, zieh es raus, bitte Nawatu ! Hinten.” Flehend wimmerte Turiya Nawatu zu. “Unten! Bitte ! Schnell ! Nawatu !" rief Turiya, nun hemmungslos kreischend und heulend und sich in den Fesseln windend. Nawatu sprang auf, traute ihren Augen nicht, befühlte vorsichtig den buckelig aufgewühlten Unterleib Turiyas, berührte die harte Erhebung. Die Haut war straff gespannt. “Nawatu, los, mach schon, ich halt es nicht mehr aus !” Nawatu löste mit dem Messer das Stöckchen aus der Verknotung ihrer Schamhaare, die an ihren Wurzeln bluteten und das runde Ding kam hervor, blieb aber stecken. Sie steckte ihren Finger hinein und begann vorsichtig zu schaben. Es war wie steifer Püree was da rausbröckelte. Dann fiel immer mehr heraus, wurde weicher und sie zog vorsichtig, zog es wie einen zerknitterten festen dickschaligen Lappen heraus. Es war eine matschige, aber hartgeformte Fruchtschale. Turiya entleerte sich in einer Mischung aus Schleim, Fruchtresten und Blut. Turiya war der Druck genommen, doch ihr Wimmern verstärkte sich, hörte nicht mehr auf. Nawatu liess sie schnell herunter, löste hektisch ihre Fesseln. Bestürzt sah sie die vielen Wundmale auf ihrem Körper und löste erst dann ganz vorstichtig die Stricke um die blau und steif angeschwollen Brüste, die aus vielen feinen Poren und Rissen bluteten. Turiya stöhnte. Die Stricke waren in die Haut geschliffen. Welch eine brennende Tortur. Sie sackten nun zusammen, blieben jedoch angeschwollen, wie aufgebläht und bluteten umso mehr. Turiya war nur noch Elend, wimmerte schrecklich, zitterte am ganzen Leib, zog Nawatu krampfartig an sich ran. Dann streckten sie ihre Arme Nawatu hilferingend und erleichtert entgegen. Die einst stolze Kriegsamme der Shamar war in der Tiefe ihres Herzens gepeinigt, seelisch erniedrigt, nur noch ein verstörtes und verletztes Wesen. Die Grösse und Schwere Turiyas erdrückte Nawatu fast, war Nawatu doch um vieles kleiner und schmächtiger. Beide umklammerten, umarmten sich, verharrten engumschlungen in der Hocke. Turiya heulte auf, es brach alles aus ihr heraus und auch Nawatu weinte ein wenig, aber vor Trauer eher still in sich hinein. Das Grauen und der Schmerz hatten sie zusammengeführt. In diesem erlösenden Moment verschmolzen sie, waren untrennbar eins.
Nawatu atmete tief durch, die Anstrengung fiel von ihr ab. Sie war überglücklich, wenn auch über den Zustand Turiyas hilflos bestürzt und stellte erleichtert fest, dass Turiya plötzlich eingeschlafen schien. Turiya war völlig ermattet und am Ende. Nawatu schaute besorgt auf ihren übel zugerichteten Körper, streichelte ihr die Schläfe und fuhr ihr durch das zerzauste kurze Haar, umkreiste die Ohrreste, fühlte ihre grosse Beule, die nur leicht aufgeplatzt und verkrustet war. Ihre Blicke wanderten zu dem Blut zwischen ihren Beinen, ihre Erinnerungen überkamen sie, als sie selbst geschändet wurde. wohl stundenlang hatte Turiya unter der Höhlendecke festgezurrt gebaumelt und alles über sich ergehen lassen müssen, was den klaren Verstand eines jeden übersteigt. Aber sie war am Leben. Nawatu hielt sie noch eine Zeit, dann legte sie Turiya vorsichtig zur Seite ab und deckte sie sorgsam mit einem Fell zu. Ihre Verwundungen würde ihre ganze Heilkunst erfordern. Aber es waren keine tiefen Fleischwunden oder Brüche. Die Ohrstümpfe würden sicher abheilen. Am Schlimmsten schienen ihr die Quetschungen, Scheuerwunden und schlimmen Blutergüsse der Brüste, der gemarterte aufgerissene Rücken und die Verletzungen des Unterleibs. Turiya würde natürlich nicht gehen können, sie mußte sie mit dem Pferd wegschaffen. Solange müßte sie sie zurücklassen. Sie löste die Falle am Eingang aus und lief los. Als Nawatu mit den Pferden zurückkam, war alles noch so, wie sie die Höhle vorher verlassen hatte. Turiya wälzte sich unruhig auf dem Boden, stöhnte häufig, schien aber, wenn auch sehr unruhig, zu schlafen. Nawatu suchte alles nach verwertbaren ab. Sie endeckte auch Turiyas wertvollen aquilonischen Bogen und ihre Pfeile. Sie atmete auf und packte auch alles übrige, was ihr brauchbar und nützlich schien auf das Pferd. Sie hatte keine Zeit alles auszusortieren, das würde sie zurück in ihrer Höhle tun. Die Köpfe der Menschenfresser, ausser dem, den sie entmannt hatte, sammelte sie ein, zog sie an einem Strick auf, den sie über den Höhleneingang hängend spannte, nachdem sie die Falle ausgelöst hatte. “Jetzt wisst ihr Bescheid”, sagte sie, freute sich mit den Worten, die nicht dem menschlichen Wesen Nawatus entsprachen, sondern vielmehr ihres leibhaftigen Überichs: “Nintu grüsset euch in ihrer unendlichen Weisheit und Göttlichkeit. Ihr seid stets willkommen und jede Begegnung wird die vorherige übertreffen in ihrer Gnade und Herrlichkeit !" dann lachte sie zynisch, spuckte speiend zu den Köpfen hinauf. Als dann fertigte sie mit Stricken eine Aufhängung, sodass sie Turiya, die schmerzbeladen zwischen Schlaf- und Wachzuständen stöhnend wechselte, zwischen beiden Pferden auf einem gespannten Fell lagern konnte. Dann ging es im Schritttempo los.
Die Nacht war still und klar, von Sternenlicht erhellt. Nichts mehr war von den Wölfen zu hören. Aber Nawatu spürte, sie waren da. Geräusche hörte sie nur vom langsamen Hufgetrampel der Pferde. Es war so, als würde die Wildnis tief durchatmen und dem kleinen Tross freies Geleit gewähren, aber auch spüren, dass sich da mehr bewegte als nur verlorene menschliche Gestalten. Nawatu genoss die Kühle der Nacht und die Ruhe der Natur. Es war ihre Welt. Als sie sich dann der grossen Höhle näherten, stand da bereits Belite etwas gekrümmt auf einem Speer abgestützt vor dem Eingang in aufgeregter Erwartung. Im Gegensatz zu sonst verbarg sie ihre Gefühle nicht. Wie lange hatte sie dort wohl schon gestanden ? Nawatu hatte es geschafft und die Blicke von Belite belohnten sie – sie waren voller Stolz. Dann sagte sie: “Du hast sie besiegt. Bei Mitra, du kommst mit in die Hölle. Dort feiern wir ein Fest!” Sie freute sich riesig, zeigte es ganz offen und hob zunächst ihre Faust, dann warfen beide ihre Arme in die Höhe mit einem gleichzeitig einsetzenden vibrierenden Freudenjubel. Das schwebende Vibrato der Amazonen strömte den Hang hinab bis hinein zu den Wäldern, durchflutete die endlose Weite der Nacht und das dichte Sternenmeer schien zu den bebenden Schwingungen der Schreie zu springen und zu tanzen.
Als Turiya ihre Augen wieder öffnete, lag sie nackt auf dem hartsandigen Boden einer Höhle und blickte auf die vielen Wölbungen und Vertiefungen einer bizarren Felsdecke, die sie fratzengleich anstarrte. Diese Muster schienen sie wie böse Dämonen schrecklich und verhöhnend anzulachen, bewegten sich im entfernt flackernden Feuerlicht. Sie war benommen, ihre alten Rückenprellungen taten weh und auch die alte Wunde an ihrem Ellenbogen klopfte schmerzhaft. Ein dumpfer Druck schob sich gegen ihre Schädeldeckel und sie spürte das Ziehen einer Beule am Hinterkopf. Die Fesselung ihrer Handgelenke presste ihre Knöchel. Sie begann daran zu zerren, gab es aber gleich wieder auf. Es war sinnlos. Hände und Füsse waren an den Gelenken nach hinten zusammengebunden. Auch ihr Hals war mit einem Strick damit verknüpft.
Kalter Schweiss lief an ihrem nackten Körper herunter. Es gelang ihr nach einigen Mühen, sich aufzurichten und in die Kniehocke zu kommen. Die Leinen zogen dabei nur wenig an ihrem Hals, scheuerten auch nicht. Aber das würden sie tun, wenn sie sich häufig bewegen oder sogar daran ziehen würde. Sie sah entfernt weiter vorne das Lagerfeuer an dem zwei der Menschenfresser saßen. Sie drehten sich zu ihr um, starrten sie an, dann palaverten sie aufgeregt weiter, ohne sie weiter zu beachten. Ein Dritter setzte sich dazu. Auch er blickte zu ihr rüber und sie fühlte, wie er nach ihr gierte. Dann konzentrierte auch er sich auf das Palaver mit den anderen.
Sie schaute langsam an sich hinab, auf ihre Schenkel und von dort auf ihre Scham. Ein unheimliches Ziehen durchströmte ihren Unterleib. Sie würden sie vergewaltigen. Ein Schaudern überzog ihre Gedanken und eisige Furcht vor einem qualvollen Tod stieg in ihr auf. Sie senkte tief gedemütigt ihren Kopf, ihr Körper neigte sich ausgeliefert vor und ihre Mundwinkel zuckten fortwährend, Tränen rannen an ihren Wangen herab. Ihr wurde schlecht bei dem Gedanken an die, die sie geraubt und gefangen hatten. Sie schluckte würgend, hielt es zurück, atmete heftig. Es waren die gleichen, die ihre Familie geschändet, teils zerstückelt und stückweise auch gefressen hatten. Sie schüttelte sich, um sich von der erstickenden Apathie zu befreien, stemmte sich dagegen, riss sich energisch mit aller psychischer Kraft zusammen. Ihr Wille und ihre Wut waren stärker als ihre Verlorenheit. Sie mußte das durchstehen. Nur wenn sie sich unterwerfen würde, ihre Erniedrigung nicht erleiden, sondern erdulden würde, hatte sie eine geringe Chance ihren Tod hinauszuschieben. So meinte sie beurteilen zu können und so hatte sie es damals beobachtet. Alle leisteten Widerstand, ergaben sich nicht ihrem Los und starben allein deshalb vorzeitig einen langsamen Tod. Aber sie wollte überleben, fasste den Plan sich hinzugeben, Zeit zu schinden und keinen sichtbaren Widerstand zu zeigen, sondern bereitwillig ihre Demütigung mit schmachvoll erzwungener Lust zu erfüllen. Sie wollte nicht hilflos schreien oder widerspenstig zerren. Sie würde es ihnen geben, um am Ende frei zu sein.
Sie verstand was davon, von lustvoller Hingabe, mehr als alle ihre Geschwister, denn als Amme des Clanfürsten stand sie auch für die Dinge der Lust zur Verfügung. Der Clanfürst selbst hatte eher selten davon Gebrauch gemacht, sie war nur für die Vorbereitung, für das Vorspiel zuständig, dann widmete er sich seinen Frauen. Seine Söhne waren da eifriger, liessen sich schnell mal verwöhnen, aber es war nie Liebe und sie trieben es nur um Spass zu haben. Es stand ihnen zu und sie machte es gern, empfand grosse Lust vor allem mit beiden zusammen zur gleichen Zeit. Niemand hatte öffentlich davon erfahren, aber jeder im Dorf wusste es, denn die Aufgaben einer Amme waren bekanntlich weit gefasst. Es kam darauf an, eine Schwangerschaft unbedingt zu vermeiden, da der Amme dann der Tod als Strafe drohte. Die Ammen rieben deshalb ihre Scheide und den Gebärmuttermund mit saurer Milch und einer Honigsalzölmischung ein, kauten getränkte Weidenblätter oder sie trieben rechtzeitig ab, verschwanden bis zur Hochschwangerschaft an einen geheimen Ort, wobei sie nach der Geburt das Kind sofort töteten und verscharrten.
Sie hoffte, sie würde als Lustsklavin wertvolle Zeit gewinnen bis Nawatu sie hier finden würde. Nawatu würde kommen und sie befreien. Da war sie sich sicher. Was sie mit ihr erlebt und gesehen hatte, war unfassbare Magie und deshalb wusste sie, dass Nawatu es schaffen würde. Doch wieviele waren es? Drei sassen noch am Lagerfeuer, einen sah sie weiter entfernt am Eingang. Sie erkannte gleich, dass er eine Falle legte. Wie sollte Nawatu dann in die Höhle gelangen? Turiya war klar, da half nur eine List, denn solche Eingangsfallen waren allgemein verbreitet. Wenn Nawatu soetwas nicht wissen sollte, weil sie doch ein naturverbundenes Dorfkind ohne kriegerische Ausbildung war, so hatte sie doch Belite als Ratgeber, so hoffte sie. Belite würde um solche Dinge wissen. Dann entdeckte sie noch einen weiter hinten Sachen packen. Es waren also noch fünf. Wie sollte Nawatu das schaffen ? Es waren wilde, wenn auch primitive Krieger. Mit ihrem Zauber wäre es ein Leichtes, aber was, wenn dieser versagte ? Sie wusste darum, dass Rituale und Magie oft eine Ruhezeit benötigten, um erneut ihre Macht entfalten zu können. So hatten die Magier der Shamar es ihr anvertraut, aber die hatten nicht im geringsten solche Kräfte, wie sie sie an Nawatu erlebt hatte. Turiyas Gedanken kreisten wie verrückt um diese Fragen, die immerzu neu aufbrachen wie widerliche Geister, sie von ihrem trostlosen Zustand ablenkten, denn immer, wenn sie zu ihrem Verstand zurückfand, setzte Furcht und Verzweiflung ein.
Auf einmal erhob sich einer, blickte zu ihr rüber und kam schnell näher. Allein. Er baute sich vor ihr auf. Sie kniete etwas gebeugt in der Hocke vor ihm, senkte ihren Kopf gedemütigt. Er fasste ihre Haare und zog sie hoch. Liess sie dann nach einem kurzen Moment los und sie bewahrte ihre Haltung. Ihre Blicke verhakten sich. Seine Augen bohrten tief in ihr Inneres hinein. Ihr war, als wollten sie es verbrennen. Sie wandte sich aber nicht angstvoll ab, schaute ihn nur leeren Blickes an. Sie überragte ihn, schaute auf ihn herab. Sein Kopf reichte gerade bis zu ihren grossen Brüsten. In ihm steckte soviel animalische Stärke und Gewalt, wie sie es noch nie an jemanden gesehen hatte. Er spannte seine Muskeln wie eine Drohgebärde seiner körperlichen Überlegenheit. Er war kleinwüchsig, aber sehr stämmig gebaut und an allen Stellen seines Körpers voller Muskelpakete. Mächtige Bizeps und Oberschenkel, starke gewölbte Bauchmuskulatur, kurzer breiter Stiernackenhals, der in die mächtigen Schultern überging mit überbordener Bärenkraft. Viele Narben zeugten von schweren Kämpfen. Tätowierungen erzählten die Geschichten dazu. Er war mit enganliegenden vergoldeten Knochenschmuck behangen, als Insignien seiner Führerschaft. Wo er war, herrschte Einschüchterung, Tod und Verderben. Wer ihm diente, gehörte ihm, unterstand seinem unbedingten Willen, wurde versklavt oder fand einen grausamen Tod.
Er grinste sie an, schnalzte mit der Zunge. Dann hob er seinen rechten Arm, winkte die anderen heran, deutete auf ihre Fesseln und seine Hand bewegte sich dabei kreisend schnell hin und her, so als würde er einen Flaschenzug Befehle erteilen. Ehe Turiya klar war, was mit ihr geschah, hatten sie einen starken Stab durch die Ösen ihrer Fesseln getrieben, sie aufgezogen und hievten sie in die Höhe. Sie baumelte nun in Brustlage leicht aufgerichtet mit dem Oberkörper nach vorn und durchgestreckten Rücken vor ihm hin und her. Er packte ihre Schulter und gab ihr einen Stoss, sodass sie sich um die eigene Achse drehte. Dann stoppte er sie, hielt sie an ihrem rechten Busen fest, der sich mit ausbremsenden Schwung in die Länge dehnte. Er grinste sie breit an während sie ihr Gesicht vom reissend schmerzenden Ziehen ihrer Brust verzog. Ihre grossen Brüste waren nun dicht vor ihm in Augenhöhe, baumelten wie lang und voll gefüllte Beutel hin und her. Seine rauhen und starken Hände grub er wie Pranken darin hinein, knetete, wühlte und presste. “Seht euch das an. Die hat Zitzen !” sagte er in einer fremden Sprache zu den anderen, die sie nicht verstand und hielt sie auf seinen Händen hoch. Dann klemmte er mit seinen Fingern ihren Brustvorhof zusammen und zog ihre Brüste lang. Ein stechender und brennender Dehnungschmerz durchfuhr Turiyas Körper bis ins Rückgrat, aber sie schrie nicht, zwang sich nicht zu schreien. Sie war eine Kriegerin, beherrschte ihren Schmerz. Dann liess er sie los und zurückspringen. “Sind das Rieseneuter. Boah, die sind voll. Genug für uns alle.” Wiederholte dies ein paarmal mit beiden Busen gleichzeitig. “Seht ! Da kommt was raus.” Er presste und drückte Milch heraus. Er wiederholte dies während er mit der anderen Hand ihren Brustansatz zusammendrückte und ihren Busen wie eine grosse Pampelmuse aufpumpte. Turiya wand sich vor Schmerzen, drückte mit ihren starken Muskeln, zerrte an ihren Fesseln, die sich blutig verfärbten, war aber in ihrer ausgelieferten Lage ohne Bewegungsspielraum. “Hey! Seht sie euch an. Nicht nur dicke Euter wie eine Amme, sondern auch Muskeln wie ein Leopard. Das gibt es nicht. Sowas hab ich noch nicht gesehen. Ist die heiss Mann !” Er lachte wiehernd, schlug sich krümmend auf die mächtigen Schenkel und die anderen stimmten laut in ein schallendes Gelächter mit ihm ein. Er bückte sich, um ihre Milch zu schlecken, spritzte noch ein paarmal und tat es mit ihren anderen Busen auch. Dann zog er beide Busen an den Brustwarzen wie Tüten in die Länge, dass sie regelrecht zurückklatschten, als er sie losliess. Turiya schrie das erste Mal. Mit dem Handrücken schlug er ihr daraufhin ins Gesicht sodass ihre Lippen aufplatzten, versetzte ihr einen weiteren Hieb auf das linke Auge. “Halts Maul Schlampe! Halt die Fresse sag ich dir!” Dann hob er ihre prallen Brüste hoch und begann damit, sie wie Pudding laut platschend hüpfen zu lassen. Der Schwung wurde immer kraftvoller und ihre Brüste schnellten in die Höhe und dehnten sich weit. Seine rauhen harten Hände versetzen dabei ihren weichen Brüsten massive Schläge und die Schmerzen zogen bis in die ihre Magengrube.
Dann hörte er auf, wandte sich zu den anderen. “Einfach riesengrosse Titten. Die halten was aus. Hier seht die Dehnungstreifen, die war schon übervoll. Sie ist eine Amme. Dann soll sie uns auch bedienen." Er zog nun zwei Stricke hervor. "Kommt! Bevor wir unseren Samen geben, spendet sie uns Milch. " Er lachte und die anderen auch, die sich nun auch vor ihr stellten. Sie wickelten die Stricke fest um ihre Brüste, zogen diese weitestmöglichst in einer beweglichen Schlaufe zu einem pressenden Ring zusammen. Wie gewaltig gespannte Blasen richteten ihre Busen nun auf. Mit ihren Fingern puhlten sie an ihren Nippeln, die wie dicke Propfen steif und lang hervorstachen und sich öffneten. Milch trat aus und tropfte immer schneller herunter. Dann zogen sie die Schlaufe langsam quetschend fester, die Milch sprühte unablässlich in feinen Strahlen, die sie mit einem gespannten Ledertuch auffingen. Das Gestöhne und Gewimmer von Turiya ignorierten sie völlig. Im Gegenteil, es machte sie an. In langsam rutschenden Bewegungen, die die Haut blutig scheuerten, pullten sie die Schnüre noch fester, sodass sich ihre nun dunkelrot angelaufenen Busen schliesslich restlos leerten. Das mit Turiyas Milch gefüllte Ledertuch reichten sie nun reihum, sodass jeder einen kräftigen Schluck nahm. Die quetschenden Stricke, die sich langsam blutig verfärbten und ihre blank aufgeblähten Busen, die im weiteren Verlauf der Torturen langsam vom dunkelrot ins rotbraunbläulichschimmernde steif und fest verharrten, lösten sie nicht.
"Guckt sie euch an." Er zwackte ihr an verschieden Stellen ins Fleisch. Zog und drehte schmerzhaft daran. “Mann was für Muskeln. Und ein Frau, nicht fett und waberig wie die anderen." Er boxte ihr in die Schenkel. “Mann, ihre Schenkel. Ihr habt gesehen, wie sie geschossen hat. Sie ist eine weisse Kriegsamme und eine Hure dazu. Eine Milchamme für ihre Sippschaft und eine Nutte für den ganzen Clan !” Sie lachten abermals. Dann schaute er sie stechend an: “Aber jetzt tust du das für uns !” Sie johlten allesamt. Dann nahm er seinen Dolch, hob seinen rechten Arm über ihren Kopf, der linke fasste an den langen blonden Haarschopf und er schnitt ihr die überstehenden langen Haare mit einem Ruck ab. “Blond. Wie das glänzt!.” Er zog ihre abgetrennten Haare straff, es war fast ein Meter, liess sie kreisen und wickelte sie um seinen Hals und verknotete sie als Zeichen für seinen Besitzanspruch. Dann griff er ihr in den Schritt und zog an ihren buschig dichten, blonden Schamhaaren, sodass ihr Körper sich langsam in die Höhe aufbäumte. Turiya presste schmerzverzerrt Augen und Mund aus Angst vor weiteren Schlägen ganz fest zusammen. Ihr linkes Auge wurde dick. Sie war jetzt völlig starr vor Schmerz und Anspannung und zitterte am ganzen Körper. “Na ?” sagte er zu ihr. "Du wirst doch gehorchen ?" Ihre Augen hatte sie voller Angst weit aufgerissen. Dann zu den anderen. “Wie sie guckt. Die hat Feuer. Ein weisses blondes feuriges Rasseweib. Welch ein Geschenk!” Er hielt sie nun mit ihrem ganzen Gewicht in der geraden Stellung an ihren Schamhaaren fest. Dann drang sein Mittelfinger wie ein dicker Knauf tief in sie ein. So hielt er sie jetzt fest. “Du bist jetzt mein, mach was ich will und du lebst oder du bist tot. Und denk daran: Beim ersten Mal tuts immer weh.” Dann zog er mit einem kräftigen Ruck die Brustschlaufe. Ihre Busen richteten sich wie aufgebläht noch steiler auf. Die Brüste hatten sich dunkelrot bis violett verfärbt und ihre starken Äderchen, die auch sonst ihre Busen wie ein fein schimmerndes und zierendes Geflecht durchzogen, waren krampfadrig angeschwollen. Turiya riss alle Nerven zusammen, fühlte eine Starre, die sie lähmte, dann atmete sie heftig, vermischte sich mit verzweifelten Entsetzen und blinder Wut. Ihr Körper war sehnig angespannt, zitterte heftig. Sie begann zu sabbern und zu schnauben, ihre Augen fielen in den Tränenfluss. "Spüre ich da noch etwas Widerstand ?" Turiya versuchte ihre Atmung zu beherrschen. "Gut, wer nicht hören will, muß fühlen." Es war auf einmal schrecklich still. "Du willst also nicht hören ?", dann zu den anderen gewandt. "Wozu braucht sie ihre Ohren noch ?" Voll gespannter Erwartung nickten sie zustimmend, grinsten dabei schrecklich. Turiya, wie zu einer Säule erstarrt, wimmerte nun. "So ist richtig, aber Strafe muß sein." Noch immer hielt er sie an ihren Schamhaaren fest. Mit der anderen freien Hand nahm er seinen Dolch und trennte die Ohrmuscheln ab, sodass sie am Läppchen herunterhingen. Turiya blutete stark aus den Ohrstümpfen war aber jetzt völlig verstummt. Dann riss er erst das Linke ab, das andere dann auch und saugte daran. "Hmmm, wie das schmeckt." Während er sie weiter festhielt, ging er ein wenig um sie rum zu den anderen gewandt und drückte einem die abgeschnitteten Ohren in die Hand. "Tu sie ins Feuer. Ich liebe geröstete Weibsohren, meine Leckerei für unterwegs." Dann zu Turiya: "Ich lass dich am Leben, aber wenn du rumzickst, verschone ich dich nicht. Es geht dann ganz schnell, schneller als du hören kannst." Er lachte auf und liess sie los. Sie fiel voller Schwung in die alte angewinkelte Schräglage zurück. Mit seiner linken Hand deutete er, sie etwas tiefer abzusenken, was auch sofort geschah. Dann befahl er mit einer flüchtigen Handbewegung, sie sollten sich hinter ihr stellen. “Sie wird mir jetzt einen blasen und ihr könnt sie ficken. Weitet sie dann. Wir werden es viele Tage tun bis sie reif für den Zirkus ist. Fickt sie, aber ich will sie lebendig. Setzt ihr so zu, dass sie nicht mehr flüchten kann. Sie muß aber heil bleiben, sonst verliert sie an Wert und Abdul Khan macht uns einen schlechten Preis. Aber an Schmerzen muß sie sich gewöhnen. Sie darf nicht zu schlimm aussehen. Habt ihr verstanden ! Ich breche noch heute Nacht auf. Schon morgen abend bin ich zurück. Abdul Khan wird sie mir aus den Händen reissen. Sie hat uns grossen Schaden zugefügt. Sie ersetzt uns unseren Verlust, den sie uns mit ihrer Hexenschlampe zugefügt hat. Die Tierarena wird ihre Belohnung sein. Sie werden alle johlen, nur um sie zu sehen. Sie wird die weisse Königin der Tiere sein. Wie lange ist es her, dass eine blonde Weisse mit Tieren gebumst hat ? Einen Hengst wird sie reiten. Ach, alle Tiere werden sie lieben und vor allem auch das Publikum !” Sie lachten erneut wiehernd auf. Dann liess er seinen Lendenschurz fallen, hielt seinen noch schlaffen beschnittenen Schwanz direkt vor ihr Gesicht. “Los, zeig was du kannst.” Sie, mehr von Schmerzen betäubt als bei klaren Verstand, glaubte nicht, was sie sah, er war sehr massig und groß. Sie öffnete ihren blutverschmierten Mund und er drückte ihn hinein. Allein schon mit seiner Eichel hatte sie den Mund voll. Doch zunächst entleerte er seine Blase. Sein Urin durchströmte ihren Mund, ihren Rachen und spülte die ausgetrocknete Speiseröhre hinab. “Oh Mann, hat sie Durst – schaut wie sie trinkt! Oh, wie das schmeckt!” Sie begann nun zu lutschen und seine starken Hände hielten ihren Kopf an den Haaren. Er half mit hastigen ruckvollen Bewegungen nach. “Seht, sie weiss wie es geht. Und wie sie es weiss. Sie ist eine elende Hure. Hab ich es nicht gesagt ? Ihr macht es nichts aus. Sie ist genau richtig für den Zirkus. Los, macht schon!” Sie spürte wie sie ihre Schenkel auseinanderbogen und sich der erste Ständer in sie hineinbohrte. Sie hatten sich bereits einen gewichst. Sie war noch trocken und es tat weh. Die beiden hinteren wechselten sich ab. Brutal hämmerten sie ihre Steifen in sie hinein. Beide hatten eine Rute aus Zweigen mit der sie dabei im Takt ihrer Stösse auf ihren Rücken schlugen. So machten sie weiter. Sie bestiegen sie wie Tiere. Hart mit roher Kraft und völlig triebversessen, doch zusätzlich mit menschlicher Geilheit und peitschender Gewalt.
In ihrem Mund wuchs sein Schwanz schnell zu einem harten Steifen heran, sie mußte immer schneller schlucken, hatte Angst zu ersticken, so riesig schien er tief in ihrem Rachen bis zur Kehle anzuschwellen. Mit jedem Stoss atmete sie schwerer, ihre Mundatmung versagte und sie schnaubte immer hastiger durch die Nase um Luft zu bekommen. Ihr war als müßte sie jeden Moment ersticken und die schnellen Schläge ihres Herzens klopften in ihrer Brust, schliesslich wie Paukenschläge ihre Rippen entlang. Sie wollte überleben, war voller panischer Angst. Die anderen klatschen häufig auf ihren Hintern wie bei einem Maulesel, um sie anzutreiben und geisselten sie weiter während sie fickten. Turiya fiel in einen entrückten tranceartigen Zustand indem Schmerzen und Orgasmen ineinander übergingen bis sie begann heftig zu ventilieren. Dann kam er, sein Samen ergoss sich in ihren Schlund. Er stemmte seinen Ständer noch einmal tief in ihren Rachen hinein, liess sie unentwegt schlucken, würgen, sie war völlig rot angelaufen und der salzige Schweiss brannte in ihren Augen. Er weidete sich daran. Dann liess er von ihr ab. Turiya prustete, rang wild nach Luft während die anderen ihr immer heftigere Stösse versetzten, die Körper aneinander klatschten. Es waren sehr brutale Stösse und Turiya war, als würden sie ihren Bauch sprengen. Dann kamen auch sie, der eine spritze alles auf ihren blutüberströmten Rücken, der einem lichterloh brennenden Flammenmeer des Schmerzes glich, der andere schoss seinen Samen tief in sie hinein. Als sie fertig waren, urinierten sie auf ihre offenen Wunden und ihren Nacken bis zu ihrem Kopf hinauf. Dann schlugen sie lachend noch mehrmals auf ihre Schenkel und Hintern. Es brannte alles fürchterlich und Turiya schrie laut auf. “Fresse, du Mistschlampe!” Einer schob nun beide Hände in sie hinein, dann ballte er eine zur Faust während er die andere rauszog. Drehte sie mehrmals in ihr herum und steckte bis zur Elle in ihr drin. Dann zog er sie heraus und beide schoben etwas Kaltes und Halbrundes in sie hinein. Drehten es und danach drückten sie ihre Schamlippen fest zusammen, verknoteten ihre Schamhaare mit einem Stöckchen um sie zu schliessen. Dann liessen sie von ihr ab und zogen sich zurück.
Sie baumelte noch eine Weile hin und her, unfähig klare Gedanken zu fassen, zerschmettert vom Sturm der mehrfachen Vergewaltigung. Je mehr sie wieder zu sich kam, desto mehr meldeten sich zuerst die Schmerzen zurück. Ihr geschwollenes Auge, ihre abgetrennten Ohren, ihr Hinterkopf, ihr aufgeschürfter Rücken, ihre strangulierten Brüste und ihre vom Ziehen blutunterlaufenden geschwollenen Brustspitzen brannten so stark, als würde ihre ganze Brust zerreissen. Ihr Unterleib stand unter Druck, dehnte sich immer stärker, das kalte Ding in ihrem Leib schien langsam und bedrohlich hart aufzuquellen. Vermutlich ein Pilz oder eine Frucht. Allumfassende Angst breitete sich wieder unheimlich in ihr aus, blockierte ihr Denken. Ihr schwante Fürchterliches, aber sie verdrängte den Gedanken daran, denn das wäre weit schrecklicher, als was sie sich vorstellen konnte. Sie ahnte, wenn Nawatu sie nicht befreien würde, stand ihr Schlimmeres bevor, als ihren Geschwistern. Sie hatte nichts von dem verstanden, was der Häuptling gesagt hatte, aber offenbar hatten sie sie aus ihrer Sicht noch verschont, waren es gewohnt zu schänden, lebendig zu zerstückeln. Sie war sich im Klaren, noch mit dem Leben davon gekommen zu sein, fragte sich, ob sie darüber froh sein sollte, fühlte sich ausgelaugt und niedergeschmettert.
Einer kam nach einer Weile zurück, reichte ihr eine hölzerne Schüssel hin. Er nahm ihren Kopf und tauchte ihn hinein. Sie sollte schlürfen und schlecken wie ein Tier. Turiya war durstig, ihre Kehle wie ausgebrannt, schleckte und schlürfte, leerte die Schüssel, auch aus purer Angst vor weiteren Schlägen. “So, brav,” raunzte er. Es war irgendein dickflüssiges Gebräu, das sie nicht kannte. Sie hatte endlich wieder Geschmack im Mund. Er befahl ihr die Schüssel sauber zu lecken, indem er ihr Gesicht nochmal kurz und schmerzhaft drauf drückte. Sie tat dies, dann drehte er sich um und verschwand. Wenn sie sie fütterten, würden sie sie noch am Leben halten, kam ihr sofort der Gedanke. Töten würden sie sie nicht, höchstens im Rausch. Sie war jetzt ihre Sklavin, weniger wert als ein Tier. Trotzdem schöpfte sie Überlebenskraft, Lebensmut wollte sie es nicht nennen. Würde alles über sich ergehen lassen. Sie wusste jetzt, gefügig sein, reichte ihnen nicht. Sie mußte sich ganz und gar ergeben. Nawatu würde sie finden und befreien. Das war ihre letzte doch schon jetzt weitentrückte Hoffnung. Wenn nicht hier, dann auf dem Weg dorthin, wo man sie hinschaffen würde. Nawatu würde ihren Spuren folgen. Der Druck in ihrem Unterleib nahm zu, drückte und dehnte nach allen Seiten, nahm immer mehr ihre Gedanken in Besitz. Ihr Körper ruckte von Nervenzuckungen geplagt immer wieder beissend zusammen. Ihr schien, als kämen die Schmerzen jetzt von überall. Alles in ihrem Unterleib schien auseinanderzuplatzen. Sie konnte nicht mehr, der Damm war gebrochen. Sie fing an zu wimmern und zu jaulen, nicht dass sie es wollte, es brach körperlich aus ihr heraus. Es war der völlige seelische Zusammenbruch. So sah sich einer genötigt, sich vom Lager aufzuraffen und sie erneut aufzusuchen. Er schlug ihr kräftig ins Gesicht. Dann trieb er ihr einen Ballen in den Mund. Er knebelte sie regelrecht. Ihr Wehklagen wollten sie am Lagerfeuer nicht hören. Es störte ihre angeregte Unterhaltung beim Spielen. Es war ein beliebtes und fesselndes Steinchenspiel, wo es darum ging, dem anderen geschickt die Steine abzuluchsen. In der Höhle hatte ihr Wimmern einen schauderhaften Klang, schien gespenstisch aus allen Ritzen der Höhlenwände zu kommen. Es war einfach unerträglich. Deshalb verlangten sie Ruhe und knebelten sie.
Nawatu kroch ächzend eine kleine leicht ansteigende natürliche Röhre im Fels hinauf. Sie mußte sich hindurchzwängen, aber Belite hatte es auch schon einmal geschafft und sie selbst war kleiner und schlanker. Ihre Ellenbogen scheuerten sich wund und sie spuckte häufig vor sich zur Seite aus. Sie durfte nur nicht zuviel Geräusche machen. Ansonsten war die Steinröhre ziemlich glatt, sandig und staubig. Heftige Regenfälle spülten sie aus und auch die Abfälle aus Kot. Sie konnte nach einer kleinen Kurve das Ende erkennen. Es war das Kotloch, da wo die Höhlenbewohner ihre Notdurft verrichteten. So gelangte sie unbemerkt in die Höhle, wo die Menschenfresser Turiya quälten und schändeten. Ihre Turiya. “Die Schweine!” ächzte sie. Hier würde sie ihren ersten Schlag ausführen. Ein stinkender und schmutziger Schlag, aber lautlos und tödlich. Sie war mit zwei giftigen Dolchen bewaffnet, einem Wurfbeil und einem Speer. Belite hatte ein ganzes Arsenal im Lager, eine richtige Waffenkammer, für jeden Zweck genau das Richtige. Nawatu grinste über beide Backen. Sie freute sich auf das was kommen würde. Egal wie es endete, es war das, was sie wollte. Turiya befreien oder sterben.
Am Ende angekommen zwängte sie sich heraus, sie war dabei lautlos wie eine Echse. Sie stand mit den Füssen inmitten von Knochen- und verdörrten Fleischresten und Kot. Ob sie schon gefressen hatten? Menschenfleisch. Allein der Gedanke daran schäumte in Nawatu unheimliche Wut herauf. Aber dann grinste sie wieder. Sehr gut, dachte sie sich, alles verlief nach Plan, genau wie es Belite gesagt hatte. Vermutlich sassen sie noch am Feuer und palaverten. Vielleicht schliefen sie schon. Ein unerklärliches Überlegenheitsgefühl stieg in ihr auf. Sie war sich sicher, erfolgreich zu sein. Es war alles wie ein schwindelerregender Traum. Ihre Zauber hatten momentan keine Kraft, hatte Belite gesagt und trotzdem würde sie es schaffen. Sie mußte nur seelisch ruhig und geistig kühl sein und warten. “Überwinde deine Gefühle, schalte sie einmal in deinem Leben ab. Ich weiss, dass es dir schwer fällt, Nawatu, da du ein Gefühlswesen bist. Aber tue es. Für Turiya. Für dich. Und für mich. Für uns alle. Oder du bist tot.” Das waren Belites Worte. Die Wache würde sicher noch weiter was essen und trinken zwischendurch, allein aus Langeweile und um wach zu bleiben. Dann würde alles blitzschnell gehen. Nur ein Stoss. Ganz gezielt. Er würde nichtmal schreien, hatte sie gesagt, wenn der Stoss blitzschnell nach der Ausatmung tief genug eindringen würde. Ihm würde einfach die Luft weggesaugt durch einen tiefen Schmerz im Magen. Er würde lautlos und verkrampft würgen und sich übergeben. Darauf käme es an. So hockte Nawatu völlig unbemerkt und nicht sichtbar eine ganze Zeit in Lauerstellung in der dunklen Kotgrube. Dann kamen Schritte näher. Jetzt ging es sehr schnell. Alles lief bei ihr auf Hochtouren und sie hielt den Speer in Schrägstellung, ging in die Hocke. Sie spannte ihre kleinen Muskeln an, nahm ihre ganze Kraft zusammen. Nun kam der schlimme Augenblick, der sie nicht durcheinanderbringen durfte. Sein nackter Hintern ragte genau über ihren Kopf über den Grubenrand. Erst piehte er, sein Urin spritzte an die Grubenwand, dann begann er zu pressen. Sie mußte dies noch abwarten. “Warte ab, bis er ausatmet, dann stoss so tief wie möglich zu mit deiner ganzen Kraft. Halte ihn fest, treib nachschiebend den Speer immer tiefer in ihn hinein, so als wolltest du ihn eiligst stopfen. Seine Organe sind weich. Sein eigenes Gewicht wird das übrige tun. Du wirst sehen, es geht ganz leicht. Bleib fest stehen. Ändere deine Stellung nicht. Spiess ihn von unten regelrecht auf. Er wird mehrere Male zucken. Dann ist es vorbei. Setzte ihn rechtzeitig mit dem Speerende ab. Der Speer ist lang und steif genug. Du kannst ihn regelrecht festklemmen. Er wird seine Stellung nicht verändern. Aus der Entfernung wird es aussehen, als würde er dort noch sitzen.” Das waren ihre Worte. Jetzt kam ihr alles entgegen direkt in ihr Gesicht und auf ihren Schultern lief es ihren Oberkörper herab. Sie konnte sein stöhnendes Ausatmen hören. Jetzt. Ihr Speer durchbohrte seinen Darmausgang drang steil und glatt mit der scharfen Spitze in sein Inneres ein. Mit einer Riesenkraftanstrengung schob sie nach. Immer wieder. Es ging leichter als sie gedacht hatte. Und tatsächlich, sie hörte nichts. Kein grelles Schreien. Nur blubbern vom Blut und Gebrochenen, das aus seinem Mund die Brust herunter nach unten tropfte. Das Rucken seines Körpers bewirkte nicht einmal ein Ändern seiner Position und war weniger stark als Belite es beschrieben hatte. Selbst seine Beine blieben in der angewinkelten Hockstellung während der Speer nun durch seine Organe im Brustkorb drang. Nawatu stellte ihn ab. Sie war über den ganzen nackten Körper von Blut, Schleim und Kot besudelt. Sie mußte es sich schnell abwischen. “Dann säubere dich mit Salzwasser, so gut du kannst. Der Gestank würde dich sonst verraten. Nimm einen grossen Beutel mit. Reib deinen ganzen Körper damit ein, es laugt die Haut aus und entzieht ihm den Geruch. Deshalb lass auch den Lederharnisch hier, den kriegt man nach so einer Sauerei nicht sauber. Nawatu, wie ich dich kenne, nackt und unbekleidet kämpfst du sowieso am besten. Trage nur deinen Lederrock, den Brustschutz, deine Bundschuhe und die Gürtel für deine Waffen und die Rückenschlaufe für den Speer. Den Brustschutz lege in der Grube ab, damit er nicht beschmutzt. Aber du brauchst ihn unbedingt, um durch die Röhre zu krabbeln. Die Geräusche der Waschung können dich nicht verraten, da es sich wie Durchfall anhört. Sein organischer Durchfall.” Sie erinnerte sich an Belites vielsagenes kurzes Grinsen dabei. Ihr trockener schwarzer Humor verhöhnte schon jetzt die Menschenfresser und das gab Nawatu unheimlichen Mut.
In der Grube stehend konnte sie noch nicht drüber schauen. Man konnte sie nicht sehen, zumal von oben die Grube völlig dunkel war. Sie wusch alles soweit es ging ab. Dann kletterte sie vorsichtig aus der Grube heraus. Der Leichnam neben ihr hockte da, als wäre er nicht tot, selbst der Kopf starrte aufrecht. Nawatu staunte über sich selbst. Sie hatte die Wache lautlos beim Verrichten der Notdurft ausgeschaltet. Die Speerspitze hatte sich irgendwo in seiner Wirbelsäule am Halsansatz verhakt. “Drück seinen Kopf vorsichtig in eine natürliche Haltung.” Sie wandte sich ab und blickte zum Lagerfeuer, dass schon ziemlich abgebrannt war. Sie schliefen. Es waren zwei. Der Dritte lag in der Nähe von Turiya. Sie konnte Turiya schemenhaft erkennen. Sie hing geknebelt und an einem Stab gefesselt in der Luft. Wie ein geschundenes Tier, die steif aufgeblähten und strangulierten Busen nach unten hängend. Drehte sich langsam im leichten Windsog der Höhle um die eigene Achse. Vor und zurück. Da jemand in ihrer Nähe lag, wusste sie, dass Turiya noch leben würde. Nawatu freute sich. “Dann schleich dich heran, wie das geht, weisst du selbst am besten.” Gleich ist alles vorbei, dachte sie.
Die Höhle war so dunkel, sodass sie sich an deren Rändern unbemerkt im Schatten bewegen konnte. Nawatu sah zum Eingang, sah die Leine, die zur Falle führte. Ja, das hatte ihnen nichts genutzt. Sie wusste schon jetzt, dass es höchstens einen Kampf mit Nummer drei geben würde, wenn überhaupt. Aber nur, wenn er etwas merken würde. Sie nahm nun ihre venoyhanischen Dolche und wie ein Schatten schlich sie zu ihnen zum Lagerfeuer. Die Schnitte durch die Halskehlen bis zur Wirbelsäule führte sie so aus, wie Belite es ihr erklärt hatte, denn auch sowas hatte sie noch nie zuvor getan. “Du wirst dich wundern, es geht unheimlich weich und rasch. Der Anschnitt muß von deiner Seite zu dir hin erfolgen, dann spritzt das Blut nur in deine Richtung. So tötest du richtig.” Die Körper der Schlafenden ruckten nur mit vom Tode erschrockenen Augen und aufgerissenen stimmlos röchelnden Mündern. Es gab keinen Impuls mehr vom Gehirn, der Glieder hätte wecken können. Der Kopf war bis zum Knochen abgetrennt.
Schleichend bewegte sich Nawatu blutüberströmt zur Stelle, wo Turiya hing. Sie dämmerte vor sich hin, stöhnte hin und wieder, hatte offensichtlich starke Schmerzen, bemerkte Nawatu aber nicht, war wohl weggetreten. Der Menschenfresser wälzte sich auf einmal herum. Die hasserfüllten Blicke kreuzten sich. Er versuchte mit seinem Körper zu entfliehen und auszuweichen, stob heftig Sand auf und eine Machete blitzte in seiner Hand, doch das Wurfbeil Nawatus traf ihn bereits mitten im Bauch. Es gab keinen Kampf mehr. Er ächzte, ihm blieb einfach die Luft weg, lag auf dem Rücken und fasste den Stiel des Beils mit beiden Armen, wollte ihn herausziehen, schaffte es doch nicht aus Angst zu verbluten, hielt das Beil daraufhin krampfhaft fest. Dann starrte er schwer atmend zur Decke. Seine Augen waren voller Anstrengung und Überlebensangst. So blieb er liegen, völlig entrückt, starrte er seinen eigenen Leib und das Ding darin an. Dann begann er zu kriechen, versuchte zur Höhlenwand zu gelangen. Schliesslich lehnte er sich und mit beiden Händen das in seinem Bauch steckende Beil festhaltend dort völlig erschöpft an.
Belite hatte in allem recht behalten. Nawatu sah zu Turiya. Ihren geschundenen Zustand. Ihr Körper übersät mit Prellungen und Blutergüssen. Sie war geknebelt und gefesselt wie ein elendes Tier. Ihre wunderschönen Haare waren runtergestutzt und struppig. Ihre Ohrstümpfe waren verkrustet. Sie zerrte jetzt ungehalten und verzweifelt an den Stricken, ihre Gelenke aufgerissen, ihr Rücken von den Rutenschlägen in Striemen blutig aufgeschlagen. Ihr Überlebensdrang war ungebrochen. Überall war der Körper mit aufgeplatzten Kneifstellen übersät. Es mußte alles fürchterlich brennen. Ihre grossen schweren Brüste waren dunkelbläulich verfärbt und steif angeschwollen von rötlichen geplatzten Äderchen durchzogen, traten einige davon bedrohlich wie dicke Krampfadern hervor. Ihre Brustspitzen vom Pressen und Kneifen dick und blutig. Ihre Lippen aufgeplatzt und ein zugequollenes Auge blinzelte Nawatu blutunterlaufen und glasig an. Ihr heiles Auge hatte sie flehend aufgerissen. Pure Angst der Unentrinnbarkeit und der Schrecken der Unterwerfung sprachen aus ihnen. Sie stöhnte nun immer lauter unter dem Knebel, so laut und mächtig sie konnte. Sie rang um Hilfe und Befreiung.
Nawatu konnte es sich nicht erklären, war wie festgefahren. Sie war nicht imstande auf Turiya zuzugehen, sie zu entknebeln und ihre Fesseln zu lösen. Sie spürte wie etwas stärker war, sie lähmte und grollender Zorn in ihr aufstieg. Es schien aus ihrem Unterleib, ihrem Rückrat emporzukriechen. Es brodelte in ihr so, als wollte sie auf einmal schäumend überlaufen. Sie hatte die ganze Zeit eiskalt wie ein gedungener Mörder alle dahingemetzelt. Ihre Gefühle waren wie ausgeschaltet gewesen, so wie es Belite ihr zum Überleben im Kampf dringend angeraten hatte. Über die Perfektion wie sie es tat, war sie überrascht, aber jede Bewegung folgte den Worten Belites wie im Gebet. “Sei immer ruhig, gleichgültig und ohne Aufregung. Verliere niemals die Beherrschung. Dann tötest du sicher und schneller, als du denken kannst.” Nun brach es rasend, wild und befreiend aus ihr heraus. Sie schrie entsetzlich, streckte sich, riss ihre Arme auseinander und drehte sich wie eine fauchende in Blut getränkte Furie zu dem Schwerverletzten um, der sich gegen die Höhlenwand lehnend etwas aufgerichtet hatte. Dann ging sie langsam zu ihm, jeder knirschende Schritt war in ihrem Innern wie ein malmendes Stampfen. Sie blieb vor ihm stehen und musterte ihn kühl, blickte lauchernd auf ihn herab. Er war noch bei Bewusstsein, nahm ihre nackte und dunkle Erscheinung noch wahr, litt aber bereits an dem starken Blutverlust und innerer Blutung. “Na, hast du Spass mit ihr gehabt ?” Sie beherrschte seine Sprache und er blickte sie darüber verstörrt an, hielt verkrampft den Stiel der kleinen Wurfaxt, aber ohne wirkliche Kraft. Dann nickte er. Schwerverwundete lügen nicht, suchen nach Zustimmung und Gemeinsamkeit. Er war bereits zu schwach um noch inneren Widerstand zu leisten und es war unklar, ob er Nawatu überhaupt erkannte. "Das hast du gut gemacht, ich helfe dir,” fuhr Nawatu fort, grinste ihn unterwürfig und einfühlend wie eine mildtätige Schwester an und ging dabei in die Hocke. Den Schnitt, der sein Glied entfernte, spürte er offenbar nicht, da sein Unterleib unterhalb der Hüfte bereits taub war. Sein Blutverlust beschleunigte sich jetzt rapide. “Schau, was ich dir mitgebracht habe.” Sie hielt ihm sein abgetrenntes Glied hin. Sein Blick wurde trüber. Es war unklar, ob er es noch als solches erkannte. “Komm, das wird dir gut tun. Dieser Wurm ist süsse Medizin.” Er öffnete tatsächlich, hilflos, fügsam nach seinen entschwindenen Leben ringend seinen Mund. “Brav, so ist es fein.” Sie steckte es nun mit dem blutigen Stumpf zuvorderst hinein, sodass nur noch die Eichel herausragte. Dann stand sie auf und schüttelte sich lachend, verhöhnend und grimassenschneidend, wie in einem bösartigen Schauspiel mit vielen Verrenkungen, wohlwissend, dass es das Letzte war, was er von einem rangniederen weiblichen, dazu noch schwarzen Menschen wahrnehmen konnte. Das gab ihm dann den Rest, er sackte zusammen. Sie rückte seinen leblosen Körper noch etwas gerade zurecht. “So sitzt du richtig. Das wird deinem Häuptling sehr gefallen!” Der ungeheure Triumpf alle besiegt zu haben, entfesselte sie. Völlig enthemmt und fröhlich gackernd, warf sie ihren Kopf schelmisch vergnügt in den Nacken, hopste dabei im Kreis und das Echo der Höhle trug ihr Gelächter gespenstisch und unendlich wiederholend in alle Abgründe der verwinkelten Tiefen hinab. Dann beruhigte sie sich vornübergebeugt mit ihren Armen auf ihre Knie stützend wandte sie sich von ihm ab.
Turiya war verstummt, war wie weggetreten und spürte ihren schmerzenden Körper nicht. Es war für sie als stünde die Zeit still. Sie hatte alles mitangesehen und auch die bösartig närrische Wandlung Nawatus mitbekommen. Als Nawatu sie wieder anschaute, war es der gleissende ockerfarbene Schlangenblick, der Turiya zu blenden schien. Es war der gleiche Anblick wie beim Angriff in der Grotte. Das grausame Wesen, dass im Innern von Nawatu schlummerte, war auferstanden. Die Augen brannten wie feurige Lava aus den Untiefen der Finsternis ihrer Seele. Turiya schloss ihre Augen, wollte nicht glauben, was sie sah, vermochte weder gut und böse zu unterscheiden und war in diesem Lodern verfangen.
Nawatu lächelte sie sanft an und zog Turiya den Knebel aus dem Mund. Das unheimliche Wesen schien mit einem Mal entschwunden. Turiya keuchte und hustete. Sie würgte, übergab sich. Mit einem Mal waren alle Schmerzen wieder allgegenwärtig, lämten sie, vor allem die in ihrem Unterleib. Turiya schrie nur noch: “Zieh es raus, zieh es raus, bitte Nawatu ! Hinten.” Flehend wimmerte Turiya Nawatu zu. “Unten! Bitte ! Schnell ! Nawatu !" rief Turiya, nun hemmungslos kreischend und heulend und sich in den Fesseln windend. Nawatu sprang auf, traute ihren Augen nicht, befühlte vorsichtig den buckelig aufgewühlten Unterleib Turiyas, berührte die harte Erhebung. Die Haut war straff gespannt. “Nawatu, los, mach schon, ich halt es nicht mehr aus !” Nawatu löste mit dem Messer das Stöckchen aus der Verknotung ihrer Schamhaare, die an ihren Wurzeln bluteten und das runde Ding kam hervor, blieb aber stecken. Sie steckte ihren Finger hinein und begann vorsichtig zu schaben. Es war wie steifer Püree was da rausbröckelte. Dann fiel immer mehr heraus, wurde weicher und sie zog vorsichtig, zog es wie einen zerknitterten festen dickschaligen Lappen heraus. Es war eine matschige, aber hartgeformte Fruchtschale. Turiya entleerte sich in einer Mischung aus Schleim, Fruchtresten und Blut. Turiya war der Druck genommen, doch ihr Wimmern verstärkte sich, hörte nicht mehr auf. Nawatu liess sie schnell herunter, löste hektisch ihre Fesseln. Bestürzt sah sie die vielen Wundmale auf ihrem Körper und löste erst dann ganz vorstichtig die Stricke um die blau und steif angeschwollen Brüste, die aus vielen feinen Poren und Rissen bluteten. Turiya stöhnte. Die Stricke waren in die Haut geschliffen. Welch eine brennende Tortur. Sie sackten nun zusammen, blieben jedoch angeschwollen, wie aufgebläht und bluteten umso mehr. Turiya war nur noch Elend, wimmerte schrecklich, zitterte am ganzen Leib, zog Nawatu krampfartig an sich ran. Dann streckten sie ihre Arme Nawatu hilferingend und erleichtert entgegen. Die einst stolze Kriegsamme der Shamar war in der Tiefe ihres Herzens gepeinigt, seelisch erniedrigt, nur noch ein verstörtes und verletztes Wesen. Die Grösse und Schwere Turiyas erdrückte Nawatu fast, war Nawatu doch um vieles kleiner und schmächtiger. Beide umklammerten, umarmten sich, verharrten engumschlungen in der Hocke. Turiya heulte auf, es brach alles aus ihr heraus und auch Nawatu weinte ein wenig, aber vor Trauer eher still in sich hinein. Das Grauen und der Schmerz hatten sie zusammengeführt. In diesem erlösenden Moment verschmolzen sie, waren untrennbar eins.
Nawatu atmete tief durch, die Anstrengung fiel von ihr ab. Sie war überglücklich, wenn auch über den Zustand Turiyas hilflos bestürzt und stellte erleichtert fest, dass Turiya plötzlich eingeschlafen schien. Turiya war völlig ermattet und am Ende. Nawatu schaute besorgt auf ihren übel zugerichteten Körper, streichelte ihr die Schläfe und fuhr ihr durch das zerzauste kurze Haar, umkreiste die Ohrreste, fühlte ihre grosse Beule, die nur leicht aufgeplatzt und verkrustet war. Ihre Blicke wanderten zu dem Blut zwischen ihren Beinen, ihre Erinnerungen überkamen sie, als sie selbst geschändet wurde. wohl stundenlang hatte Turiya unter der Höhlendecke festgezurrt gebaumelt und alles über sich ergehen lassen müssen, was den klaren Verstand eines jeden übersteigt. Aber sie war am Leben. Nawatu hielt sie noch eine Zeit, dann legte sie Turiya vorsichtig zur Seite ab und deckte sie sorgsam mit einem Fell zu. Ihre Verwundungen würde ihre ganze Heilkunst erfordern. Aber es waren keine tiefen Fleischwunden oder Brüche. Die Ohrstümpfe würden sicher abheilen. Am Schlimmsten schienen ihr die Quetschungen, Scheuerwunden und schlimmen Blutergüsse der Brüste, der gemarterte aufgerissene Rücken und die Verletzungen des Unterleibs. Turiya würde natürlich nicht gehen können, sie mußte sie mit dem Pferd wegschaffen. Solange müßte sie sie zurücklassen. Sie löste die Falle am Eingang aus und lief los. Als Nawatu mit den Pferden zurückkam, war alles noch so, wie sie die Höhle vorher verlassen hatte. Turiya wälzte sich unruhig auf dem Boden, stöhnte häufig, schien aber, wenn auch sehr unruhig, zu schlafen. Nawatu suchte alles nach verwertbaren ab. Sie endeckte auch Turiyas wertvollen aquilonischen Bogen und ihre Pfeile. Sie atmete auf und packte auch alles übrige, was ihr brauchbar und nützlich schien auf das Pferd. Sie hatte keine Zeit alles auszusortieren, das würde sie zurück in ihrer Höhle tun. Die Köpfe der Menschenfresser, ausser dem, den sie entmannt hatte, sammelte sie ein, zog sie an einem Strick auf, den sie über den Höhleneingang hängend spannte, nachdem sie die Falle ausgelöst hatte. “Jetzt wisst ihr Bescheid”, sagte sie, freute sich mit den Worten, die nicht dem menschlichen Wesen Nawatus entsprachen, sondern vielmehr ihres leibhaftigen Überichs: “Nintu grüsset euch in ihrer unendlichen Weisheit und Göttlichkeit. Ihr seid stets willkommen und jede Begegnung wird die vorherige übertreffen in ihrer Gnade und Herrlichkeit !" dann lachte sie zynisch, spuckte speiend zu den Köpfen hinauf. Als dann fertigte sie mit Stricken eine Aufhängung, sodass sie Turiya, die schmerzbeladen zwischen Schlaf- und Wachzuständen stöhnend wechselte, zwischen beiden Pferden auf einem gespannten Fell lagern konnte. Dann ging es im Schritttempo los.
Die Nacht war still und klar, von Sternenlicht erhellt. Nichts mehr war von den Wölfen zu hören. Aber Nawatu spürte, sie waren da. Geräusche hörte sie nur vom langsamen Hufgetrampel der Pferde. Es war so, als würde die Wildnis tief durchatmen und dem kleinen Tross freies Geleit gewähren, aber auch spüren, dass sich da mehr bewegte als nur verlorene menschliche Gestalten. Nawatu genoss die Kühle der Nacht und die Ruhe der Natur. Es war ihre Welt. Als sie sich dann der grossen Höhle näherten, stand da bereits Belite etwas gekrümmt auf einem Speer abgestützt vor dem Eingang in aufgeregter Erwartung. Im Gegensatz zu sonst verbarg sie ihre Gefühle nicht. Wie lange hatte sie dort wohl schon gestanden ? Nawatu hatte es geschafft und die Blicke von Belite belohnten sie – sie waren voller Stolz. Dann sagte sie: “Du hast sie besiegt. Bei Mitra, du kommst mit in die Hölle. Dort feiern wir ein Fest!” Sie freute sich riesig, zeigte es ganz offen und hob zunächst ihre Faust, dann warfen beide ihre Arme in die Höhe mit einem gleichzeitig einsetzenden vibrierenden Freudenjubel. Das schwebende Vibrato der Amazonen strömte den Hang hinab bis hinein zu den Wäldern, durchflutete die endlose Weite der Nacht und das dichte Sternenmeer schien zu den bebenden Schwingungen der Schreie zu springen und zu tanzen.
Labels:
Belite,
Menschenfresser,
Nawatu,
Schändung und Vergeltung,
Turiya
Sonntag, 17. April 2011
Aufbruch nach Tyrannia
Abschrift der verlorenen Lederschriftrollen des Mitra-Kultes aus dem hyborianischen Zeitalter - Tontafelfund Shapur (n. heutigem Baku-Aserbaidschan) ca. 4500 v.C - neu restaurierte und vervollständigte Fassung des Archäologenteams um Keanie Desertstone (New Zealand) 11/2010
Die Herrführerin warf Belite mit einem Mal entäuschte und herabwürdigende Blicke zu. Ihre inszenierte Mimik und Gestik war für alle klar und unmissverständlich. Die Bande zwischen ihr und Belite war gebrochen und die höfischen Berater machten ihrer hämischen Freude jauchzend Luft. Sie waren ihrem selbstsüchtigen Ziel nun endlich sehr viel näher gekommen.
Unvermittelt kniete Belite vor der Heerführerin nieder und senkte den Kopf mit verbitterten Blick. Dann zog sie sich mit ausdruckloser Miene rückwärtsschreitend in verneigter Haltung zurück. An der großen Eingangstür zwischen den zahlreichen Eliteschildwachen hielt sie noch einmal inne, richtete sich ehrhaft salutierend auf und verliess dann vorwärtsschreitend die Versammlung. Die schwere und mehrwandige eisenbeschlagene Tür schloss sich mit einem dumpfen Ton und die Stille eines unausgesprochenen Gedankens ergriff wie ein Nebel den Raum. Plötzlich einsetzend, kehrte verdrängend und ablenkend umtriebige Geschäftigkeit in den Saal zurück. Am hochgezogenen Gittertor der mächtigen Burgfriedmauer angekommen, nach einer Drehung kurz zurückschauend und die lauten Stimmen nun aus den Fensteröffnungen schallend vernehmend, erhob Belite - mit schweren Tränenrändern in den übernächtigten Augen - noch einmal dramatisch bebend am ganzen Leib ihre mit einer traurigen Bitterkeit erfüllte Stimme.
"Ich habe nichts zurückzunehmen. Es lag mir nicht am rhetorischen Disput. Ich bin keine Sophistin, keine Demagogin und Verrat könnt ihr mir nicht vorwerfen. Es war nur ein wahres aufrechtes Wort und eine Warnung vor eurer eigenen von Selbstsucht durchtriebenen Unglückseeligkeit. Wenn dies Frevel sein soll, so wird mich Mitra denn wohl richten. Niemand sonst hat dieses Recht dazu !"
Belite warf schnippend den linken Arm hoch mit einem leichten zischenden Pfiff ihrer Zunge zwischen den Lippen währenddessen das unverwechselbare Wiehern ihres schwarzen Sommerrappen fast zeitgleich zurückzuschallen schien. Als dieser in Windeseile direkt neben ihr, bereits mit grossen Satteltaschen bepackt, in einer Staubwolke zum Stehen kam, kloppfte sie diesem auf seine seidig glänzende linke Schulterseite.
"Und du kommst mit, ohne dich wäre ich ja aufgeschmissen, wenn nicht sogar zu einem Dasein als Muli verdammt." Beide schnauften nickend. Auf dem prächtigen und starken Pferd aufgesessen, fügte Belite, gerade sitzend mit der geballten rechten Faust dicht über dem hammergleich schlagenden Herzen ihrer unter dem bronzenen Harnisch angespannt bebenden Brust und die flauschige Mähne ihres treuen Rappens streichelnd in Richtung der aufgebrachten und erregten Gemüter hinzu während sich alle durch hektische Betriebsamkeit sicher wähnten, geschützt hinter den steinernden Fenstersimsen des großen Saales im großen Rondeel vor dem massiven Burgfried, wohlwissend, dass der dunkle Feind in weiter Ferne fremde Völker unterjochend schlug : "Euer Hochmut ist eures Volkes qualvoller Untergang. Aus den geschändeten Leibern und brandgeschatzten Trümmern wird eine schwarz verkohlte Wüste geboren sein, sobald sich der Feind euch zuwendet."
Nachdem Belite an dem völlig empörten Ausdruck der Gesichter hinter den dicken Fenstersimsen, die sich nun aufsteigender Verachtung bemächtigten, und anhand einer Reflexion der Spiegeldecke des Saales, das hastige Verstauen ihrer Schriftrolle in eine dunkle staubige Archivkiste durch die schemenhaft wie ein Schatten vorgebeugte Heerführerin und die dadurch aufbrechende Gefahr erkannte, wendete sie ihr Pferd herum, noch ehe der abgesenkte Fingerzeig der Heerführerin ihre Ergreifung befahl. Belite ritt schnell galoppierend zum Tor, dessen Gitter hinter ihr mit einem ätzenden Gemisch aus Pech und Schwefel krachend niederstürzte, und wie beschwörerisch ins Ohr ihres vierbeinigen treuen Gefährten flüsterte während sie ihren Oberkörper nach vorn beugend an seinem starken Hals drückte: "Komm mach schnell mein Schatz, hier haben wir nichts mehr verloren. Bevor sie uns noch schmächlich anprangern, qualvoll schänden und zu Tode schleifen, ist es besser wir reiten dorthin, wo die Not am größten und Hilfe Freundschaft ist. Sie werden mit ihrem überhöhten Anspruch und auf den eigenen Vorteil bedacht gar sich selbst bei ihren alten Freunden Feinde machen."
Ein breites zufriedenes Grinsen erfüllte ihr Gesicht mit einem Mal. "Nun mach schnell, sonst bist du Pferdewurst." Ihr schwarzer Rappen bäumte sich muskelstrotzend auf den Hinterbeinen auf, als hätte er den Satz genau verstanden und nichts weiter hiess, als um sein Leben zu laufen und setzte an zu einem rasant fliegenden Galopp den Hang hinunter, die auslaufenden breiter werdenden Gassen des Burghofes hindurch. Noch ehe die Tore der äusseren Ringmauer sich schliessen konnten, entwischte Belite einer herannahenden Wache mit einem reissenden Ausfallsatz ihres Pferdes. Der gleichzeitige lanzenartige Schildstoss ihres heiligen Mitra-Speeres wirbelte den Angreifer mit einem Ruck aus dem Sattel in den Staub vor einer ihm nacheilenden Kolonne Fussoldaten, die entsetzt aufblickten, dann sich aber helfend über ihren nur leicht ramponierten Centurio beugten, ihn schnell hochziehen wollten, jedoch nur seine wild gestikulierenden Flüche und wütenden Hiebe und Fusstritte über sich ergehen lassen mußten. Doch das war ihnen lieber, als sich wirklich Belite ohne ohnmächtig erdrückende Übermacht im Kampfe zu stellen. Sie warteten sodann lieber auf die ausrückene Hundertschaft. Die heftig erregten Schreie des Centurio drangen weit und grell zum Tor hinaus.
Im windesgleichen Fluge des heftigen Ritts ihres Pferdes, spritzte Belite sich gischend erfrischendes Wasser in das für einen Moment erneut versteinerte Gesicht mit einem diamantgleichem Blitzen in den tief eingegrabenen jadegrünen Augen, wie in einem unglückseeligen Meer von Traurigkeit gebadet und die finsteren verbitterten Gedanken wegspülend. Ihre von der Heerführerin verliehene Rüstung warf sie Teil für Teil wie in einer erlösenden Entfesselung ab, auch den Helm schleuderte sie in weitem Bogen ins Weite hinaus. Fast völlig nackt genoss sie den kühlenden Wind um ihre freien Brüste ihres vom Schweiss nassen Körpers und liess sich im temporeichen Ritt lang ausgestreckt auf den Rücken des Rappen nach hinten fallen. Dann beugte sie sich vor, schmiegte sich wie eine wilde Steppenkriegerin tief um den Hals ihres Pferdes, mal wiegend zur einen und zur anderen Seite, genoss die Wärme und das samtene Streicheln seines Felles auf ihrer nackten Haut, jauchzte immer wieder laut auf. Ihr schwarzer Kriegeshengst war von Natur voll strotzender Kraft, aber ihre liebevolle Art des steichelnden Anschmiegens, Schaukelns und ihre Heiterkeit spornten ihn in den Tiefen seines hellwachen Instinktes an und hoben seine Stimmung zu einem feurigen Teufelsritt - Pferd und Reiterin waren eins !
Die Burg und die ausrückende schwere Hundertschaft und deren vorauseilende Späher weit hinter sich gelassen, sah man aus der Ferne nur den wolkigen Schweif des aufwirbelnden Staubes, der sich mit den Nebelschwaden der Dämmerung vermischte und in der untergehenden Sonne rotschimmernd mit einem magischen Jadestrich verfärbte. Sie ritt dem Nachtwind entgegen mit einem neuen weit entfernten Ziel. Doch zuerst mußte sie schleunigst nach Yanaidar zu Nawatu, dann würden sie gemeinsam aufbrechen, den Styx überqueren und den Jeluba entlang fernab in die darfarischen Rotlotusmarschen aufbrechen. Dort, im Norden umgeben von der Armee der stygischen Hexerbrut um Toth-Amun und im Süden angrenzend zu den dunklen Urwäldern der Schwarzen Königreiche, gab es eine geheimnisvolle und legendenumwobene Burgfeste namens Tyrania, die ihr letzte in dieser Region bekannte, den dämonisch despotischen Mächten standhaltende Bastion !
Die Herrführerin warf Belite mit einem Mal entäuschte und herabwürdigende Blicke zu. Ihre inszenierte Mimik und Gestik war für alle klar und unmissverständlich. Die Bande zwischen ihr und Belite war gebrochen und die höfischen Berater machten ihrer hämischen Freude jauchzend Luft. Sie waren ihrem selbstsüchtigen Ziel nun endlich sehr viel näher gekommen.
Unvermittelt kniete Belite vor der Heerführerin nieder und senkte den Kopf mit verbitterten Blick. Dann zog sie sich mit ausdruckloser Miene rückwärtsschreitend in verneigter Haltung zurück. An der großen Eingangstür zwischen den zahlreichen Eliteschildwachen hielt sie noch einmal inne, richtete sich ehrhaft salutierend auf und verliess dann vorwärtsschreitend die Versammlung. Die schwere und mehrwandige eisenbeschlagene Tür schloss sich mit einem dumpfen Ton und die Stille eines unausgesprochenen Gedankens ergriff wie ein Nebel den Raum. Plötzlich einsetzend, kehrte verdrängend und ablenkend umtriebige Geschäftigkeit in den Saal zurück. Am hochgezogenen Gittertor der mächtigen Burgfriedmauer angekommen, nach einer Drehung kurz zurückschauend und die lauten Stimmen nun aus den Fensteröffnungen schallend vernehmend, erhob Belite - mit schweren Tränenrändern in den übernächtigten Augen - noch einmal dramatisch bebend am ganzen Leib ihre mit einer traurigen Bitterkeit erfüllte Stimme.
"Ich habe nichts zurückzunehmen. Es lag mir nicht am rhetorischen Disput. Ich bin keine Sophistin, keine Demagogin und Verrat könnt ihr mir nicht vorwerfen. Es war nur ein wahres aufrechtes Wort und eine Warnung vor eurer eigenen von Selbstsucht durchtriebenen Unglückseeligkeit. Wenn dies Frevel sein soll, so wird mich Mitra denn wohl richten. Niemand sonst hat dieses Recht dazu !"
Belite warf schnippend den linken Arm hoch mit einem leichten zischenden Pfiff ihrer Zunge zwischen den Lippen währenddessen das unverwechselbare Wiehern ihres schwarzen Sommerrappen fast zeitgleich zurückzuschallen schien. Als dieser in Windeseile direkt neben ihr, bereits mit grossen Satteltaschen bepackt, in einer Staubwolke zum Stehen kam, kloppfte sie diesem auf seine seidig glänzende linke Schulterseite.
"Und du kommst mit, ohne dich wäre ich ja aufgeschmissen, wenn nicht sogar zu einem Dasein als Muli verdammt." Beide schnauften nickend. Auf dem prächtigen und starken Pferd aufgesessen, fügte Belite, gerade sitzend mit der geballten rechten Faust dicht über dem hammergleich schlagenden Herzen ihrer unter dem bronzenen Harnisch angespannt bebenden Brust und die flauschige Mähne ihres treuen Rappens streichelnd in Richtung der aufgebrachten und erregten Gemüter hinzu während sich alle durch hektische Betriebsamkeit sicher wähnten, geschützt hinter den steinernden Fenstersimsen des großen Saales im großen Rondeel vor dem massiven Burgfried, wohlwissend, dass der dunkle Feind in weiter Ferne fremde Völker unterjochend schlug : "Euer Hochmut ist eures Volkes qualvoller Untergang. Aus den geschändeten Leibern und brandgeschatzten Trümmern wird eine schwarz verkohlte Wüste geboren sein, sobald sich der Feind euch zuwendet."
Nachdem Belite an dem völlig empörten Ausdruck der Gesichter hinter den dicken Fenstersimsen, die sich nun aufsteigender Verachtung bemächtigten, und anhand einer Reflexion der Spiegeldecke des Saales, das hastige Verstauen ihrer Schriftrolle in eine dunkle staubige Archivkiste durch die schemenhaft wie ein Schatten vorgebeugte Heerführerin und die dadurch aufbrechende Gefahr erkannte, wendete sie ihr Pferd herum, noch ehe der abgesenkte Fingerzeig der Heerführerin ihre Ergreifung befahl. Belite ritt schnell galoppierend zum Tor, dessen Gitter hinter ihr mit einem ätzenden Gemisch aus Pech und Schwefel krachend niederstürzte, und wie beschwörerisch ins Ohr ihres vierbeinigen treuen Gefährten flüsterte während sie ihren Oberkörper nach vorn beugend an seinem starken Hals drückte: "Komm mach schnell mein Schatz, hier haben wir nichts mehr verloren. Bevor sie uns noch schmächlich anprangern, qualvoll schänden und zu Tode schleifen, ist es besser wir reiten dorthin, wo die Not am größten und Hilfe Freundschaft ist. Sie werden mit ihrem überhöhten Anspruch und auf den eigenen Vorteil bedacht gar sich selbst bei ihren alten Freunden Feinde machen."
Ein breites zufriedenes Grinsen erfüllte ihr Gesicht mit einem Mal. "Nun mach schnell, sonst bist du Pferdewurst." Ihr schwarzer Rappen bäumte sich muskelstrotzend auf den Hinterbeinen auf, als hätte er den Satz genau verstanden und nichts weiter hiess, als um sein Leben zu laufen und setzte an zu einem rasant fliegenden Galopp den Hang hinunter, die auslaufenden breiter werdenden Gassen des Burghofes hindurch. Noch ehe die Tore der äusseren Ringmauer sich schliessen konnten, entwischte Belite einer herannahenden Wache mit einem reissenden Ausfallsatz ihres Pferdes. Der gleichzeitige lanzenartige Schildstoss ihres heiligen Mitra-Speeres wirbelte den Angreifer mit einem Ruck aus dem Sattel in den Staub vor einer ihm nacheilenden Kolonne Fussoldaten, die entsetzt aufblickten, dann sich aber helfend über ihren nur leicht ramponierten Centurio beugten, ihn schnell hochziehen wollten, jedoch nur seine wild gestikulierenden Flüche und wütenden Hiebe und Fusstritte über sich ergehen lassen mußten. Doch das war ihnen lieber, als sich wirklich Belite ohne ohnmächtig erdrückende Übermacht im Kampfe zu stellen. Sie warteten sodann lieber auf die ausrückene Hundertschaft. Die heftig erregten Schreie des Centurio drangen weit und grell zum Tor hinaus.
Im windesgleichen Fluge des heftigen Ritts ihres Pferdes, spritzte Belite sich gischend erfrischendes Wasser in das für einen Moment erneut versteinerte Gesicht mit einem diamantgleichem Blitzen in den tief eingegrabenen jadegrünen Augen, wie in einem unglückseeligen Meer von Traurigkeit gebadet und die finsteren verbitterten Gedanken wegspülend. Ihre von der Heerführerin verliehene Rüstung warf sie Teil für Teil wie in einer erlösenden Entfesselung ab, auch den Helm schleuderte sie in weitem Bogen ins Weite hinaus. Fast völlig nackt genoss sie den kühlenden Wind um ihre freien Brüste ihres vom Schweiss nassen Körpers und liess sich im temporeichen Ritt lang ausgestreckt auf den Rücken des Rappen nach hinten fallen. Dann beugte sie sich vor, schmiegte sich wie eine wilde Steppenkriegerin tief um den Hals ihres Pferdes, mal wiegend zur einen und zur anderen Seite, genoss die Wärme und das samtene Streicheln seines Felles auf ihrer nackten Haut, jauchzte immer wieder laut auf. Ihr schwarzer Kriegeshengst war von Natur voll strotzender Kraft, aber ihre liebevolle Art des steichelnden Anschmiegens, Schaukelns und ihre Heiterkeit spornten ihn in den Tiefen seines hellwachen Instinktes an und hoben seine Stimmung zu einem feurigen Teufelsritt - Pferd und Reiterin waren eins !
Die Burg und die ausrückende schwere Hundertschaft und deren vorauseilende Späher weit hinter sich gelassen, sah man aus der Ferne nur den wolkigen Schweif des aufwirbelnden Staubes, der sich mit den Nebelschwaden der Dämmerung vermischte und in der untergehenden Sonne rotschimmernd mit einem magischen Jadestrich verfärbte. Sie ritt dem Nachtwind entgegen mit einem neuen weit entfernten Ziel. Doch zuerst mußte sie schleunigst nach Yanaidar zu Nawatu, dann würden sie gemeinsam aufbrechen, den Styx überqueren und den Jeluba entlang fernab in die darfarischen Rotlotusmarschen aufbrechen. Dort, im Norden umgeben von der Armee der stygischen Hexerbrut um Toth-Amun und im Süden angrenzend zu den dunklen Urwäldern der Schwarzen Königreiche, gab es eine geheimnisvolle und legendenumwobene Burgfeste namens Tyrania, die ihr letzte in dieser Region bekannte, den dämonisch despotischen Mächten standhaltende Bastion !
Labels:
Aufbruch nach Tyrannia,
Belite,
Die Eroberin
Montag, 29. November 2010
Grundrisse der Legende
Belite wuchs zunächst recht wohlbehütet auf dem väterlichen Fürstentum in Aquilonien auf. Ihr Vater schenkte ihr aber keine Liebe wohl wegen ihres Eigensinns und ihrer Herkunft, da sie die uneheliche Tochter aus einer Beziehung mit ihrer verstorbenen Mutter Belit, der Königin der schwarzen Küste, einer wilden Piratin mit vielen wechselnden Liebschaften war. Es hiess, Ihre Mutter stammte von einem shemitischen Königsgeschlecht aus Asgalum ab. Ihr Vater respektierte diese Besonderheit, weshalb er sie überhaupt aufgenommen hatte und ihr viele Freiheiten über die Standesregeln hinaus zugestand. So erlernte Belite die eigentlich nur Männern vorbehaltene Kampf- und Schwertkunst.
Als ihr Vater sie mit Erreichen des sechzehnten Lebensjahres als Maitresse weiterreichen wollte, wendete sich ihr Schicksal, da nun der König, der einst ihre verstorbene Mutter Belit geliebt hatte, von ihrer Existenz erfuhr. Er kaufte sie sofort frei und liess sie nach Cimmerien bringen, wo sie auf offene, aber auch sehr harte Menschen stiess. Sie liebte deren Naturverbundenheit und interessierte sich sofort für den Schamanismus, verbesserte ihre aquilonische Kampfkunst- und Schwertkunst mit der cimmerischen todbringenden Brutalität. Dies trug ihr grossen Respekt ein, vor allem auch bei den männlichen Kriegern. In Zweikämpfen galt sie als ebenbürtig, fair, aber unerbittlich. In Turnieren bot sie lange ausgiebige Kämpfe und trieb das Publikum durch ihre weibliche Eleganz zur Raserei. Kämpfe um Leben und Tod verliefen häufig kurz, äußerst brutal und unerwartet und von einem Schaudern begleitet. Und häufig wendete sie eine als hoffnungslos sich abzeichnende Niederlage in einen atemberaubenen Sieg.
Einmal hatte ein bulliger Hüne voller Urgewalt sie bereits bewusstlos am Boden, schleuderte ihr Schwert in weiten Bogen davon, zerschnitt ihre Rüstung, entkleidete sie auf diese Weise, ritzte dabei genüsslich ihre Haut auf, verspottete sie und johlte den Schaulustigen rund um den Kampfplatz zu. Ihr Kopf drehte sich benommen langsam hin und her, als sie zu sich kam und ihren trägen Körper krümmte und sich wälzte unter den teils tiefen Schnitten auf ihrem Leib. Ihr Blut tränkte dunkelfärbend den sandigen Boden, der grosse Blutverlust schien sie völlig zu erschöpfen. Er war gierig und voller sadistischer Geilheit und bereit, sie in diesem schlimmen Zustand zu nehmen, setzte sich auf ihr Becken, löste seinen Gürtel, aber viele schrien, er sollte endlich zustossen, ein Ende machen, das wollten sie nicht sehen, sie habe das nicht verdient. Was ihm nicht gefiel, aber die Daumen zeigten nach unten. Wetten wurden nicht mehr angenommen. Manche bemühten sich bereits lauthals, teils entnervt oder lachend um die Auszahlung, wendeten sich ab und den sich bereitmachenden nachfolgenden Kämpfern zu. Der Kampf schien zuende, ihr ein unwürdiger Tod gewiss. Der Kampfrichter gab ein ultimatives Zeichen. Aus der Hocke, er hatte ihre Schenkel bereits weit auseinandergeschoben und angehoben, um sie trotz einiger Proteste zu vergewaltigen, erhob sich der Hüne nun widerwillig und liess sie fallen.. Breitbeinig, noch immer lüstern und erregt, baute er sich nun mächtig auf, hob seine Arme mit dem Schwert weitsichtbar wie ein Sieger in die Höhe, holte mit beiden Armen zum tödlichen Stoss seines nach unten auf Belites Herzseite gerichteten barbarischen Krummschwertes aus. Plötzlich, der Aufprall hatte in ihr einen Ruck der inneren Wachheit ausgelöst, schnellte Belite wie eine blutverschmierte Echse mit einem rasanten Schwung beiseite. Sein kraftstrozender Stoss blieb mit aller Wucht im festen Sand stecken. Noch bevor er seine mächtigen Arme schützend hochziehen konnte, schoss Belite empor wie ein Vampir und ihr Biss durchtrennte weit und heftig blutspritzend seine Halsschlagader während sich ihr nackter Körper in einer Drehung um seinen Rücken schlang. Sie warf ihren Kopf wie ein Raubtier schlingend in den Nacken, spuckte angewidert das zähe Fleischstück aus, während er, sich um die eigene Achse drehend und sein Blut ringsum versprühend, wild schreiend versuchte sie abzuwerfen, aber sie hatte sich wie eine Bestie an ihn geklammert, riss beissend sein Ohr ab. Er blutete nun aus vielen Wunden und der Blutverlust seiner Halsschlagader, die er mit dem linken Arm pressend zu stillen suchte, zwang ihn ganz langsam in die Knie zu Boden. Die Zuschauer drängten sich voller Aufregung und viele ärgerten sich, diese Wendung verpasst zu haben. Sie stand nun, wie eine stolze Amazone dicht vor ihm, als er tief in die Knie ging, sein warmes Blut sprudelte auf ihren freien Oberkörper und sie hielt ihre Hände auf und schlürfte es, blickte ihm fremdartig jadefarbend in seine vom Schock weit geöffneten Augen, erniedrigte ihn auch seelisch, verrieb schliesslich sein Blut für einen Moment wie bei einer lustvollen Salbung zwischen ihren Schenkeln, über ihren Bauch und ihre Brüste. Das überwiegend männliche Publikum tobte. Soetwas hatten sie noch nie erlebt. Sie genoss seine Peinigung und sein Entsetzen, warf ihren Kopf in den Nacken und lachte dabei. Dann genauso überraschend trieb sie beide Hände in einer raschen Bewegung in die klaffende Wunde, das Blut spritzte erneut in einem heftigen Strahl in ihr Gesicht, zerriss bestialisch mit aller Kraft seinen muskelstrotzenden Hals. Knackend in einem kräftigen Ruck brach sie sein Genick und löste seinen Kopf mit einem Hieb seines eigenen Schwertes. Sie stellte sich breitbeinig auf und hielt seinen bluttriefenden Kopf über ihre Brüste ganz hoch, als wollte sie sich ölen, liess das Blut in ihren weit geöffneten Mund laufen, drehte sich so im Kreis zu allen Zuschauern dieses düsteren Todeskampfes. Vollends blutüberströmt wirkte sie wie ein grausamer weiblicher Blutvampir voll erotisierender Anziehungskraft und animalischer Stärke. Alle waren starr und fassungslos. Dann rief sie aus: "Das ist für euch - ihr Versager !" und schleuderte in hohem Bogen den Kopf des Hünen in die vom blutigen Ekzess und dessen unerwarteten Ausgang erstarrten Zuschauerreihen, also derer die gegen sie gesetzt hatten. Sie schrien auf, schon fast wie Weiber, deren Kleider schrecklich besudelt wurden. Die Wachen der Arena liefen nun auf, um sie zu schützen. Der Sandplatz galt als heilig und durfte nur von den Kämpfern und dem Kampfrichter betreten werden. Aufrecht verliess sie den Kampfplatz bis am Rande angekommen ein Heiler sie stützte, sie klammernd auffing und sich händeringend um ihre schweren Wunden kümmerte, als sie völlig entkräfted zusammenbrach. Die anschliessenden Tumulte beim Wettmacher, die schlimmsten sei langem, hörte sie nicht.
Schon ihre Mutter galt als Tigerin, war männlichen Kriegern ebenbürtig, doch als was galt dann Belite ? Ein diesem beklemmenden Schauspiel beiwohnender fremder Schamane sah in ihrer fürchterlichen Unerbittlichkeit bereits das Monster, dass sich durch spätere Inkarnation der Naturgöttin Nintu auf ihre Dienerin Nawatu übertrug. Nintu, die man in einem entfernten Dialekt auch Belet-ili nannte, weshalb man mutmaßte, dass diese Bedeutung als göttliche Ankündigung und Bestimmung ihrem Namen innewohnte, aber auch dem Namen ihrer Mutter Belit, die bekanntlich in der shemitischen Götterwelt Zuflucht gesucht hatte.
Auf die rauhe cimmerische Zeit folgte für Belite eine mehrjährige ruhige Zeit im Mitra-Tempel, da sie dort ihre Kinder gebar und wo sie zunächst als Mitra-Tänzerin Salii Palatini ausgebildet wurde. Ihre Tanzinterpretation war voller Energie und Radikalität. Manche meinten, ihr persönlicher Stil sei unvereinbar mit Mitra, andere hingegen sagten, aus ihr spreche die Seele des unvermeidlichen Krieges. Kam es zum Aufruf zur Schlacht wurde sie als Haupttänzerin gerufen, weil sie das wahre Töten beherrschte und das Wesen des Krieges von Schmerz, Not und Leid und zerschellender Liebe auch kunst- und gefühlvoll, erotisch und martialisch, also gegensätzlich in ein in sich geschlossenes Bild und dramatisch in Szene zu setzen verstand. Ihre Tanzdarbietung inspirierte die Soldaten zu Heldentaten. Sie überhöhte den Widerspruch zwischen Herz, Geist und Seele und fügte diesen voller Macht und Hingabe im Dienste Mitras wieder zu einer alles überragenden Einheit zusammen. So erhielt sie ihren Beinamen, da nach einer Vorstellung ein Mitraoberhaupt voller Begeisterung ausrief: "Seht, die Hohe Dienerin Mitras!" Es geschah vor einem Feldzug, den Aquilonien gegen eine anrückende feindliche Übermacht glorreich gewann.
Sie vertiefte sich in metaphysische Methoden der Kontemplation, erweiterte ihre Bewußtwerdung in Vollmondritualen, verinnerlichte den Pfad der Tugend, ihre Seeleneinheit mit Mitra und die Werte der Wahrheit, der Freiheit sowie Gerechtigkeit. Schliesslich verliess sie den Tempel, wollte nicht akzeptieren, als Frau niemals gleichberechtigt anerkannt zu werden und wichtige Weihen niemals erlangen zu dürfen, meldete sich zum Blutorden der Mitraner "Mitras Macht", der all jene Krieger beherbergte, die weder Löwen der Mitrapriesterschaft, noch Schwarze Drachen des Königs sein konnten oder durften, aber zu talentiert waren, als sie in den grossen Landtruppen aufreiben zu lassen. Belite wurde die einzige königliche Matrona Primus Principes Centurio des Blutordens der Mitraner "Mitras Macht", der einst von der hoheitlichen Kirche und dem König zum Schutze gegen Invasoren als Strafexpedition ins Leben gerufen, später als unabhängiger Kriegsorden sich besonders auf den südöstlichen Schlachtfeldern Ruhm erwarb und wegen unerbittlicher Operationen im Hinterland des Feindes gefürchtet wurde.
Dann wechselte sie während einer Expedition auf höfliche Bitte des dortigen Herrschers zum Hofe Vendyhas, da dieser sie auf der Jagd kennengelernt und schwer beeindruckt von ihr war. Als sie ihn einlud, einer heiligen Zeremonie beizuwohnen, war er sehr fasziniert vom Mitra-Kult, begehrte sie und gab vor, die Mitrareligion auch im Reich einführen zu wollen. Sie diente dem Herrscher, dessen Charme sie schliesslich verfallen war, als Seherin und anfangs auch als Geliebte. Auf ihren weiten Erkundungsreisen entdeckte sie das verschollen geglaubte vendyhanische Orakel, belebte im Sinne dieser göttlichen Offenbarung schicksalshaft nach ihrer nun auferlegten Bestimmung ein letztes Mal den uralten archaischen Matronenkult in der Gestalt der Naturgöttin Mitra. Sie wurde vom Hofe abgesetzt, auch weil sie es leid war, letztlich nur als Maitresse herhalten zu müssen, der Herrscher der Vielweiberei, auch mit einer Vielzahl von Konkubinen frönte. Als er zuliebe dieser Genusssucht und aus politischen Gründen zum Ischtarkult konvertierte, konnte sie knapp ihrer Ermordung zuvorkommen. Ihr Gefolge hingegen wurde grausam hingerichtet. Mit ihrer ergebenen Dienerin Nawatu, die ihr ihr Leben verdankte und Belite sie als Stieftochter aufnahm, war ihr jedoch die fast überstürzte Flucht gelungen.
Beide bildeten die Keimzelle für eine verschworene Gemeinschaft von Mitra-Amazonen. Sie begründeten eine eigene kämpferische Sekte in der die weibliche Wesenheit der Naturgottheit Mitra als Lichtgestalt der Freundschaft, des Bündnisses und des Rechtes verkündet wurde, begleitet von heiligen Beschwörungen, erotischen Tänzen und Ritualen. Die kultische Nacktheit diente als Symbol für Schutzlosigkeit, Demut und Unterwerfung vor der göttlichen Macht. Die völlige Entblössung vor der Gottheit sollte zudem innere Stärke, Reife und Fruchtbarkeit beweisen. Dies vor einem Gefecht mit dem Feinde zu tun, verhiess göttliches Schicksal und Macht als Vorbestimmung für den Ausgang der Schlacht. Der gleichrangig betriebene Kult um die Schlangengöttin Nintu liegt bis heute noch weitgehend im Dunkeln, ausser dass zwischen Nintu und Mitra eine sehr starke kultische Verbindung im Sinne der Mutter Gottheit bestanden haben muß. Fest steht, beiden wurde eine spirituelle und okkulte Mystik nachgesagt und dass sie in der Lage waren im Reich der Toten zu wandeln und das Böse in der Unterwelt heimzusuchen. Hieraus bezogen sie eine bis heute ungeklärte Magie, wodurch es ihnen gelang, auch übermächtige gegnerische Heere vernichtend zu schlagen. Viele hielten diese aber nur für Visionen und die hexerische Kunst diese massenhaft auszulösen. Überlebende waren jedoch fest überzeugt, dass es geschah während hingegen Beobachter nichts entdecken konnten, ausser das bei den gegnerischen Kriegern unerwartet Panik ausbrach, was dann zum Zusammenbruch führte.
So wirken bis heute noch zahlreiche Legenden um Belite und ihre Dienerin Nawatu. Eine der bekannten Legenden überliefert ihre Rückkehr zum Blutorden, der nach einer verheerenden Niederlage an einstiger Bedeutung und Grösse einbüßte, in Vergessenheit geriet und wo man sie inzwischen verschollen glaubte. Ihre Ankunft wurde von den Verbliebenen wie die Rückkehr einer Heldin aus dem Totenreich gefeiert. Ihr Mitra-Kult traf den Nerv des am bösartig Okkulten leidenen Orden. Sie vertrieb die bösen Geister. Der Orden gewann durch ihre Neubeseelung erneut an Kraft, gründete neue Siedlungen und meldete sich auf dem Schlachtfeld zurück. Schliesslich bestimmten sie Belite zu ihrer Führerin.
Sie begab sich mit dem von ihr praktizieren Mitra-Kult und dem durch ihre Dienerin Nawatu zelebrierten Messen um die Schlangengöttin Nintu in Widerspruch zum Patriarchat der Orthdoxie und wurden mit einem Schisma belegt, aber als Hohe Dienerin Mitras und einstige Salii Palatini solange geduldet, wie man auf die gefürchtete Schlagkraft des Blutordens, der ihr die Treue schwor, in dem andauernden Kultur- und Glaubenskrieg nicht verzichten wollte. Dort, wo die Streitmacht des Blutordens unter ihrer Führung zum Einsatz kam, wurde von wahren Gewaltorgien voller Magie berichtet. Es wehte der Fluch des Todes, der verbrannten Leiber und der Erde. Feindesmächte mieden die Gebiete auf Jahre hinaus. Nur Kinder und Frauen wurden entgegen uralter Bräuche verschont und auch nicht wie weit verbreitet üblich als Sklaven in die Barbarbei geführt. Meist liessen sich einige Söldner und Ritter des Ordens mit ihnen nieder und gründeten mit ihnen neue mitranische Dorfgemeinschaften in den befreiten Regionen. Diese lagen überwiegend in den Weiten Turans und Hyrkanias rund um die Vilayetsee.
Als schliesslich im Zuge der Befreiungsideologie Belites der gesamte Orden konvertierte, in dem von ihm eroberten Regionen den wahren Glauben Mitras verbreitete und Belite die aquilonische Mitra-Religion als obristisch, korrupt, dekadent und frauenfeindlich geisselte, setzte die unnachgiebige und unbarmherzige Verfolgung seitens der aquilonisch-mitranischen Orthodoxie ein. Das aquilonische Mitratum verhängte die Häresie mit dem Vorwurf der Blasphemie. In den Wirren der hyborianischen Kriege konnte der Orden unter der geschickten Führung von Belite sich jedoch behaupten, zumal er sich immer wieder in die Weiten Turans zurückziehen konnte. Sie sagte sich am Ende von Aquilonien los, stand diesem aber immer wieder, wenn auch anfangs ungebeten, in Kämpfen bei und gründete ein eigenes mitranisch-matriachalisches Amazonenreich. Der ursprünglich patriachale mitranische Blutorden ging endgültig in ein weiblich dominantes Amazonenreich auf. Unter ihrer Heerschaft unterlagen Männer und Frauen einer gleichberechtigten und geschlechtsspezifischen Aufgaben- und Rollenteilung, was zu jener Zeit einzigartig war und viele Flüchtlinge in ihr Reich lockte, wodurch Handel und Landwirtschaft blühten. Frauen konnten ihre Aufgaben frei wählen, sofern sie körperlich und geistig dazu fähig waren. Mit ihnen wurde kein Handel betrieben. Zwangsverheiratungen gab es nicht und gleichgeschlechtliche Beziehungen waren öffentlich erlaubt und stellten in der gesellschaftlichen Realität wegen des Fruchtbarkeitkultes auch nur eine Randerscheinung dar. Den Frauen wurden ihre Brüste nicht vor der Blüte ausgebrannt wie bei anderen matriarchaischen Amazonengesellschaften, sondern wurden zum Kampf bandagiert und auch mit Rüstungen geschützt. Nur die Kriegsammen entblössten sich kultisch zu Beginn einer Schlacht vor dem Feind. Ihre Streitmacht war gefürchtet mit schweren männlichen Hopliten und Axtkämpfern sowie agilen Amazonenschützinnen, die auch als Speer- und Schwertkämpferinnen unter Waffen waren.
Eine andere Legende besagt, dass Belite und ihre Dienerin kein eigenes Reich gründeten, sondern mit wenigen Glaubensgetreuen wie Rebellen durch fremde Länder zogen und immer wieder Überfälle auf Sklavenwirtschaften ausübten. Sie deshalb fast überall gesucht und verfolgt wurden, da sie den Hauptpfeiler damaliger Herrschaftssysteme, die Sklaverei und die Knechtung der Frau in Frage stellten. Sie wurden aber nie gefasst und auch nach dieser Legende soll sie es geschafft haben, ein eigenes Amazonenheer aufzustellen, um als Söldnertruppe an Entscheidungsschlachten und nachfolgenden Plünderungen teilzunehmen. Ihre Treue zu Aquilonien behielt sie im Herzen, da sie in den anderen ihr bekannten Herrschaftssystemen eine viel größere Gefahr für Freiheit und Gerechtigkeit erkannte, auch wenn die heilige oberste Priesterschaft in Aquilonien ihr den Tod herbeisehnte. So schützte sie der König vor allzu hinterhältiger Ächtung und heimtückischer Verfolgung durch die Priesterschaft, sodass sie zwar des Irrglaubens bezichtigt, aber nicht als Ketzerin gebannt wurde. Die Schwächung des schwunghaften Sklavenhandels im Feindesland war in beider Interesse, sodass sie zu seinen engen Getreuen und Söldnern in den fernen und entlegenen Winkeln des Südostens wurde. Sie war für ihn ein wahrer Schwarzer Drache ganz mit dem feurigen Temperament ihrer von ihm so sehr geliebten zu früh verstorbenen Mutter Belit, der Königin der Schwarzen Küste, aber sie mußte öffentlich Non Grata sein, ein Schwert, das hochoffiziell nicht in seinen Diensten stand. Bei ihren jährlichen Besuchen Alt-Tarantias und der kleinen Mitra-Kapelle zu Ehren der Toten Seelen empfing er sie stets allein in einem geheimen Gemach des Palastes. Es waren angeregte Abende mit aquilonische Delikatessen und Rotwein aus den besten Lagen und ausschweifenden Unterhaltungen über Gott und die Welt. Sie war nicht seine leibhaftige Tochter, aber er liebte sie in dieser Weise. Und sie verstanden sich, denn sie war so, wie er und ihre Mutter in jungen Jahren, nur eben im Unterschied dazu von ihrem Glauben sowie tiefer Sehnsucht nach Liebe und Menschlichkeit beseelt und voller tatkräftiger Entschlossenheit diese Werte auch mit dem Schwert zu verteidigen. Für den König Aquiloniens blieb sie Kundschafterin fremder Welten, Botschafterin zur Toten- und Unterwelt und der tödliche Stachel im Nacken Stygiens und verbündeter Feindesmächte.
Manche meinen, beide Legenden seien wahr, sie hätten sich nur zu unterschiedlichen Zeitpunkten zugetragen. Um ihre innere Wandlung und ihre Haltung zum aquilonischen Mitratum zu verstehen, die auf viele wie ein Schock gewirkt haben muß, verweist eine weitere Geschichte.
So zog sie, bereits mit Schisma belegt, mit einer Kohorte des Blutordens durch das Reichenviertel Alt-Tarantias, allerdings im Auftrag des Königs, und schlug einen wüsten Aufstand, der von Fremdmächten angezettelt worden war und die Hauptstadt drohte ins Chaos zu stürzen, mit äusserster Brutalität blutig nieder. Die fremden Anführer und aquilonischen Unterstützer, darunter auch ein verräterischer ranghoher Priester, wurden vor den Stadtmauern gepfählt. Zwar war die Oberschicht hocherfreut, wenn auch mit zwiespältigen Gefühlen, beim Klerus des Mitratums weckte die Tat furchtbare Erinnerungen. Es waren die schmerzhaften Geschehnisse um Krystlelina und Cyantia und einer betrogenen Mutterschaft.
Die Liebschaft mit einem Bärenschamanen, als Belite noch sehr jung nach Cimmerien gekommen war, hatte eine Schwangerschaft zur Folge. Auf einer Reise nach Aquilonien, verblieb sie dort und gebar in einem abgelegenen Kloster einige Meilen vor der Hauptstadt ihre Kinder. Ihre vermeintliche Tochter Krystlelina brachte sie später zu ihrem Vater, der in Wahrheit nur ihr Stiefvater war, nach Cimmerien, obwohl sie sie liebte, sich aber nach der Geburt in einer tiefen seelischen Krisen befand. Für das andere Kind hielt man ihr einen toten Leichnam hin, hatte ihr aber beide leibhaftigen Kinder weggenommen, was zum betrügerischen Brauchtum der dortigen Priesterschaft gehörte.
Das dem so war, erfuhr sie erst viele Jahre später, als die Kinder schon zu jungen Frauen ausgewachsen waren durch eine Barbarin, die Cyantias Mutter war und in Cimmerien auf Krystlelina traf, und viele meinten, erst dies habe den Ausschlag gegeben für den späteren völligen Bruch mit dem aquilonischen Mitra-Priestertum. Krystlelina war also nicht ihr echtes Kind. Bei der stattfindenen Gegenüberstellung in Cimmerien stellte sich heraus, dass sowohl Cyantia und Krystlelina die leibhaftigen Töchter der Barbarin waren, beide waren sich wie Zwillinge sehr ähnlich, wenn auch sehr unterschiedlich in der Statur, wiesen auch äußerliche und charakteristische Verhaltensähnlichkeiten zur Mutter auf. Im Unterschied zur Mutter waren sie jedoch sehr introvertiert. Sie hatten jedoch das gleiche Muttermal und den schielenden Blick - dies war am Ende der endgültige Beweis. Die Barbarin war überglücklich ihre beiden Töchter vereint zu haben, war sich aber auch bewusst, was es für Belite bedeutete und alle versuchten ihr Trost zu geben. Belite gab sich dem äusseren Anschein nach zufrieden, aber im Innern kochte es und sie wollte unbedingt die ganze Wahrheit wissen. Nawatu, ihre vendhyanische Dienerin hatte dies vorhergesehen.
Was folgte, war ein entsetzlich grausames Blutbad im Kloster und die Niederschlagung eines ranghohen Priesters namens Innocenti in der Tempelanlage von Alt-Tarantia, den Belite, noch lebendig, an seinen eigenen Gedärmen vor den Götterstatuen aufhängte. Als erste Kohorten eintrafen und das Tempelgelände in der Stadt umstellten, war sie bereits geflohen. Er war das Oberhaupt eines Kinderhändler- und Ritualringes. Dies hatte sie den Beteiligten teils unter Anwendung von Folter herausgequetscht. Man hatte der Barbarin bei der Geburt Krystlelina weggenommen und ihr ebenfalls ein totes Kind gezeigt und Krystlelina an Belite weitergegeben. Cyantia verblieb also bei der Barbarin. Die Kinder Belites - es waren auch zwei - hatten sie entwendet und in einem geheimen Ritual getötet. Je nach Bedarf entschied man sich für Ritualmord, Verkauf oder Erziehung im Kloster. Im Falle von Belite entschloss man sich jedoch zur rituellen Tötung, da man nicht wollte, dass sich ihre Linie fortsetzte, weil man wußte, wessen Tochter sie war. Das Mitratum schweigte zu den Vorgängen, da der Gewinn in die Kasse des Tempels floss und Kinder, die nicht verkauft wurden später in Mitratempeln Frondienste leisteten und einige von ihnen auch eine Ausbildung als Mitrapriester begannen. Von den geheimen Ritualmorden wusste das Mitratum nichts. In den Augen Belites war es einfach Kindesdiebstahl, Mutterschaftsbetrug und die Ritualmorde ein Verbrechen, weshalb sie ausser sich vor Zorn und angesichts ihrer Demütigung in völlige Raserei geriet. Niemand war in der Lage sie in Begleitung ihrer Dienerin Nawatu zu stoppen. Ihre brachialen Schwerthiebe enthaupteten jeden auf der Stelle, der sich ihr in den Weg zu stellen wagte. Einen Priester spaltete sie mit einem Hieb den Leib. Und im Kloster entfesselte Nawatu die fürchterlichen Kräfte der Schlangengöttin Nintu, sodass alle Gefangenen alles verrieten bevor sie grausam starben. Dennoch fand man später in einer Kammer zusammengepfercht, aneinandergefesselt und geknebelt sowie in einem fast wahnsinnigen und zerrütteten Zustand eine Reihe von Klosterangehörigen, darunter viele Kinder, die offensichtlich als unschuldig befunden, verschont geblieben waren, aber offenbar alles hatten mitansehen müssen. Das abgelegene Kloster vor der Stadt bot im Innern ein unsägliches Bild des Grauens. Das Kloster wurde für immer geschlossen - niemand betrat es mehr, hielt es für entweiht und jeder Mitragläubige meinte dort im Stillen das fürchterliche Schreien der Opfer von Nawatus ritueller Folterung und der Rache Belites aus den Wänden zu hören. Gebete waren dort unmöglich geworden. Das Kloster verfiel. Es wurde zur wilden Unterkunft der Landstreicher, Bettler und anderer von der Gesellschaft ausgeschlossener randständiger Existenzen. Später hielten sich dort nur noch unheilbare Kranke auf, die dort Zuflucht suchten und ein schützendes Dach über den Kopf fanden. Viele meinten, der Ort habe seine wahre und gütige Bestimmung erlangt.
Cyantia hatte höchste Weihen letzter Mysterien Mitras erreicht, konvertierte jedoch nach den schrecklichen Ereignissen zur Urreligion von Belite und unterstützte sie bei der Missionarsarbeit, vor allem dort wo die Not am größten war. Cyantia, klein, zierlich, hübsch mit kurzen weissblonden Haaren und leuchtend blauen leicht schielenden Augen, wurde, weil es in ihr schon früh danach verlangte, als Mitrapriesterin im Mitratempel in Alt-Tarantia in die grundlegenden Mysterien eingeführt. Nachfolgend schickte man sie nach Tortage zu einem dem Wein verfallenen, aber menschlich warmherzigen Priester namens Ninus. Der Priester Ninus lebte in ihrer bezaubenden Gegenwart wieder auf und fand zu neuer Lebenskraft. So wuchs er über sich hinaus und führte Cyantia in die letzten Mysterien der Mitrareligion ein. So erlangte sie wider Erwarten der Mitra Oberen tieferen Einblick in die Mitrareligion und die Mysterien. Krystlelina hingegen blieb in Cimmerien bei ihrem Stiefvater im Dorf und ihre leibhaftige Mutter zog in ihr gemeinsames Haus. Es heisst, sie standen näher zu Crom oder verehrten gar keinen Gott. Auch hier gibt es viele voneinander abweichende Versionen, wonach sie Belite schlagkräftig unterstützten.
Cyantia schloss sich der verschworenen Gemeinschaft um Belite an. Sie verspürte nie den Drang nach Kampf und Gewalt, aber ihre Fähigkeiten waren dennoch in vielen Schlachten übermaßen hilfreich. Sie war die Seele der Heilung und Botschafterin des Lichtes, auch in tiefster Dunkelheit und Verzeiflung. Es soll jedoch seltene Momente gegeben haben, wo sie ihre Künste kriegerisch zum Einsatz brachte, aber dies wohl im Konflikt mit gegnerischen Priestern vor allem des Set.
An der Seite von Belite wurde sie ihre höchste Diplomatin, da bei längeren Begegnungen selbst starke Männer wankelmütig und durch ihre wundersame Ausstrahlung und ihre sanftmütige Natürlichkeit bezaubert wurden. Vielen Schwerverletzten, auch Feinden gab sie die letzte Salbung und einige riefen gar ganz laut nach ihr, wollten einfach nur in ihre Augen sehen und ihr Lächeln bevor sie starben. Sie erfüllte vielen Sterbenden ihren letzten Wunsch nach Liebe. Dafür wurde sie sogar von vielen Feinden respektiert. Als sie einmal in Gefangenschaft geriet, wurde sie zwar zunächst mehrmals vergewaltigt, als man sie jedoch erkannte, stiess man die Peiniger beiseite, durchtrennte ihre Fesseln und ihr Leben wurde verschont. Man bot ihr an, die Peiniger zu bestrafen, sie waren bereits zum Schleifen an Pferden festgebunden, doch sie lehnte dies ab. Die Peiniger wurden dennoch vor ihren Augen zu Tode geschliffen. Dann wurde sie freigelassen. Alle anderen Gefangenen hingegen wurden nach uraltem Brauch und Ritus getötet.
Im Unterschied zu ihrem kriegerischen Oberhaupt Belite wurde sie vom Mitratum nie als Ketzerin angeklagt, noch als solche jemals angesehen. Es kam zwar zur Sprache, da auch sie den Mitrakult nach den Regeln der Naturgöttin verkündete, verbreitete und praktizierte, aber niemand wollte etwas davon wissen, da jeder wusste, wo sie war, regierte ihr magisches Licht und häufig endete das Töten ohne Widerhall. Es wurde von einer Schlacht berichtet, wo selbst Einheiten der mitranisch aquilonischen Löwen hoffnungslos miteingeschlossen waren. Die feindliche Übermacht von etwa zwanzigtausend war erdrückend. Es war ein scheussliches Gemetzel in Gange. Viele Soldaten waren vom Töten erschöpft, da niemand der Eingekesselten die Waffen niederstreckte und den Kampf aufgab. Jeden Tod mußten sie schwer erkämpfen. Und das dauerte. Manche sagten später, das war für alle am Ende das grosse Glück.
Als Cyantia, eingehüllt von einem blauem Licht, das prismengleich vom Berge funkelte, am Horizont erschien, kam das Töten allmählich, je mehr Krieger es erblickten, zum Erliegen. Völlig nackt von dem ozeanblauen Licht umgeben, bahnte sich Cyantia voll strahlender Anmut und bezaubender Schönheit eine breit öffnende Gasse durch die feindlichen Reihen dem Anführer zu. Ihr von Natur aus kleine zierliche Statur überhöhte die Wirkung ihrer Erscheinung. Rythmisch hebend und kreiselnd weitete sie beide Arme mit ausgestreckten Handflächen in den Himmel. Auf dem Berg stand drohend Belite mit genauso zum Himmel ausgestreckten Armen. In den Händen hielt sie jedoch ihr gefürchtetes Langschwert, in der anderen eine Fackel und dunkle Rauchschwaden aus zwei grossen Feuern stiegen empor. Der Wind trieb die Rauchwolken zu dem Kriegerheer herüber und bildete eine finster bedrohliche Kulisse in dem der bläuliche Lichtschein Cyantias wie eine Erlösung heraufbeschworen wurde. Sie war spirituell bemalt, ihre Lippen und Augenlider verführerisch blau und die Strahlen der sich neigenden Sonne im vom dunklen Wolken verhangenen Himmel liessen ihre leicht gebräunte und frisch geölte Haut dazu noch goldfarbend schimmern. Cyantia wendete sich in ihrer magisch betörende Erscheinung und glänzenden Blickes nun direkt dem feindlichen Anführer zu. Er sah auf ihre silberblau schimmernde Brustbemalung der Heiligen Weisheit, konnte sich aber auch ihrer erotisch mystischen Anziehungskraft nur schwer entziehen und blickte hoch zu den schwarzen Rauchzeichen Belites am Horizont, aus denen sich der Feuer- und Aschegeruch zunehmend ausbreitete. Das Gespenst der vom Amazonenheer stets nach erfolgreicher Schlacht hinterlassenen verkohlten Einöden schien sich seiner Vorstellungswelt zu bemächtigen. Dann stehend auf ihren Fussspitzen umarmte und küsste sie ihn, streckte sich vor ihm nieder und bat ihn demütig um Vergebung. Entgegen aller Erwartung gewährte er nicht etwa freies Geleit, sondern zog mit seiner Übermacht ab. Bereits am Folgetag verliess er nachts die eigene Armee, wechselte zur Mitra-Religion der Naturgöttin über und trat ein in das Amazonenheer von Belite. Schon wenige Tage nach der Weihe verstarb er in seinem Zelt mit hohem Fieber an unbekannter Krankheit. Unter neuer Führung wurden seine alten Truppen Wochen später in einer Schlucht von einem zahlenmässig unterlegenen Amazonenheer gestellt und vernichtend geschlagen. Das Schlachtfeld und die Toten niedergebrannt, hinterliess das Amazonenheer eine Ödnis.
Es wurde nie geklärt, ob hinter dem Berg ein gewaltiges Amazonenheer wartete, um hinter einem zu entfesselnden Feuersturm anzugreifen oder ob es sich um eine raffiniert inszenierte Täuschung von Belite und Cyantia handelte. Allerdings hätte auch eine kleinere Streitmacht der Amazonen die Schlacht völlig wenden, zumindest durch einen Angriff den abschüssigen Berg hinab in die gegnerische Flanke dem Feind grosse Verluste zufügen und vielleicht sogar zum Kessel der eingeschlossenen aquilonischen Truppen durchbrechen können. Fest steht, dass Cyantia selbstlos, ganz allein und nackt durch die bis an die Zähne bewaffneten schwer gerüsteten Kriegerreihen geschritten war, wenngleich eingehüllt in einem bläulich flureszierenden Lichtschein ihrer Hautbemalung, bis zum völligen Erliegen der Kampfhandlung und bis zu deren Anführer, ohne das auch nur ein einziger ihr ein einziges Haar krümmte. Und der Anführer, vermutlich Opfer furchtbarer Erinnerungen, nach seiner wundersamen Begegnung mit Cyantia zum Abzug blies und Cyantia über fünftausend Eingeschlossenen, überwiegend aquilonisch-mitranischen Kämpfern, das Leben rettete. Sie verbrachte noch Tage dort, um die Verletzten, ob Freund oder Feind, zu versorgen oder zum Sterben zu geleiten. Eine entsetzliche Niederlage wendete Cyantia wie durch ein Wunder ohne jegliches Blutvergiessen doch noch zum Sieg !
In allen Überlieferungen des Legendenschatzes verlieren sich die Spuren von Belite, ihrer Getreuen und Gefährtinnen mit dem Untergang Aquilonies, das auch den Untergang des Mitra Kultes besiegelte. Man geht davon aus, das die feindlichen Mächte sich geschlossen gegen sie stellten und alles vernichteten. Letzte Anhänger wurden bis nach Vendyha verfolgt, in bestialischer Weise bei Volksfesten öffentlich geschändet, feierlich hingerichtet und zur Schau gestellt. Ihre Überreste wurden zur Abschreckung vor heiligen Stätten als Siegestropäen geschmückt und ausgestellt. Der Leichnam Belites wurde nie gefunden. Eine Legende besagt, sie würde eines Tages, wenn die Welt erneut dem Untergang zustrebe, bei Vollmond zur Schlacht der Schlachten in völliger Verschmelzung der Naturgöttin Mitra und der Schlangengöttin Nintu als erotisch berauschende "Mistress of the Gods" aus den Tiefen der dunklen Urwälder Vendyhas, Kambujas oder den längst vergessenen schwarzen Königreichen zurückkehren, nachdem sie im Jahrtausende währenden Kampf in der Unterwelt das Böse besiegt habe. Sie würde dann die von Leid geplagten, unglücklichen Seelen der Menschen in einer okkulten Orgie der Magie und des Schwerttanzes für alle Ewigkeit befreien, erleuchten und ihnen ewige Liebe schenken.
Als ihr Vater sie mit Erreichen des sechzehnten Lebensjahres als Maitresse weiterreichen wollte, wendete sich ihr Schicksal, da nun der König, der einst ihre verstorbene Mutter Belit geliebt hatte, von ihrer Existenz erfuhr. Er kaufte sie sofort frei und liess sie nach Cimmerien bringen, wo sie auf offene, aber auch sehr harte Menschen stiess. Sie liebte deren Naturverbundenheit und interessierte sich sofort für den Schamanismus, verbesserte ihre aquilonische Kampfkunst- und Schwertkunst mit der cimmerischen todbringenden Brutalität. Dies trug ihr grossen Respekt ein, vor allem auch bei den männlichen Kriegern. In Zweikämpfen galt sie als ebenbürtig, fair, aber unerbittlich. In Turnieren bot sie lange ausgiebige Kämpfe und trieb das Publikum durch ihre weibliche Eleganz zur Raserei. Kämpfe um Leben und Tod verliefen häufig kurz, äußerst brutal und unerwartet und von einem Schaudern begleitet. Und häufig wendete sie eine als hoffnungslos sich abzeichnende Niederlage in einen atemberaubenen Sieg.
Einmal hatte ein bulliger Hüne voller Urgewalt sie bereits bewusstlos am Boden, schleuderte ihr Schwert in weiten Bogen davon, zerschnitt ihre Rüstung, entkleidete sie auf diese Weise, ritzte dabei genüsslich ihre Haut auf, verspottete sie und johlte den Schaulustigen rund um den Kampfplatz zu. Ihr Kopf drehte sich benommen langsam hin und her, als sie zu sich kam und ihren trägen Körper krümmte und sich wälzte unter den teils tiefen Schnitten auf ihrem Leib. Ihr Blut tränkte dunkelfärbend den sandigen Boden, der grosse Blutverlust schien sie völlig zu erschöpfen. Er war gierig und voller sadistischer Geilheit und bereit, sie in diesem schlimmen Zustand zu nehmen, setzte sich auf ihr Becken, löste seinen Gürtel, aber viele schrien, er sollte endlich zustossen, ein Ende machen, das wollten sie nicht sehen, sie habe das nicht verdient. Was ihm nicht gefiel, aber die Daumen zeigten nach unten. Wetten wurden nicht mehr angenommen. Manche bemühten sich bereits lauthals, teils entnervt oder lachend um die Auszahlung, wendeten sich ab und den sich bereitmachenden nachfolgenden Kämpfern zu. Der Kampf schien zuende, ihr ein unwürdiger Tod gewiss. Der Kampfrichter gab ein ultimatives Zeichen. Aus der Hocke, er hatte ihre Schenkel bereits weit auseinandergeschoben und angehoben, um sie trotz einiger Proteste zu vergewaltigen, erhob sich der Hüne nun widerwillig und liess sie fallen.. Breitbeinig, noch immer lüstern und erregt, baute er sich nun mächtig auf, hob seine Arme mit dem Schwert weitsichtbar wie ein Sieger in die Höhe, holte mit beiden Armen zum tödlichen Stoss seines nach unten auf Belites Herzseite gerichteten barbarischen Krummschwertes aus. Plötzlich, der Aufprall hatte in ihr einen Ruck der inneren Wachheit ausgelöst, schnellte Belite wie eine blutverschmierte Echse mit einem rasanten Schwung beiseite. Sein kraftstrozender Stoss blieb mit aller Wucht im festen Sand stecken. Noch bevor er seine mächtigen Arme schützend hochziehen konnte, schoss Belite empor wie ein Vampir und ihr Biss durchtrennte weit und heftig blutspritzend seine Halsschlagader während sich ihr nackter Körper in einer Drehung um seinen Rücken schlang. Sie warf ihren Kopf wie ein Raubtier schlingend in den Nacken, spuckte angewidert das zähe Fleischstück aus, während er, sich um die eigene Achse drehend und sein Blut ringsum versprühend, wild schreiend versuchte sie abzuwerfen, aber sie hatte sich wie eine Bestie an ihn geklammert, riss beissend sein Ohr ab. Er blutete nun aus vielen Wunden und der Blutverlust seiner Halsschlagader, die er mit dem linken Arm pressend zu stillen suchte, zwang ihn ganz langsam in die Knie zu Boden. Die Zuschauer drängten sich voller Aufregung und viele ärgerten sich, diese Wendung verpasst zu haben. Sie stand nun, wie eine stolze Amazone dicht vor ihm, als er tief in die Knie ging, sein warmes Blut sprudelte auf ihren freien Oberkörper und sie hielt ihre Hände auf und schlürfte es, blickte ihm fremdartig jadefarbend in seine vom Schock weit geöffneten Augen, erniedrigte ihn auch seelisch, verrieb schliesslich sein Blut für einen Moment wie bei einer lustvollen Salbung zwischen ihren Schenkeln, über ihren Bauch und ihre Brüste. Das überwiegend männliche Publikum tobte. Soetwas hatten sie noch nie erlebt. Sie genoss seine Peinigung und sein Entsetzen, warf ihren Kopf in den Nacken und lachte dabei. Dann genauso überraschend trieb sie beide Hände in einer raschen Bewegung in die klaffende Wunde, das Blut spritzte erneut in einem heftigen Strahl in ihr Gesicht, zerriss bestialisch mit aller Kraft seinen muskelstrotzenden Hals. Knackend in einem kräftigen Ruck brach sie sein Genick und löste seinen Kopf mit einem Hieb seines eigenen Schwertes. Sie stellte sich breitbeinig auf und hielt seinen bluttriefenden Kopf über ihre Brüste ganz hoch, als wollte sie sich ölen, liess das Blut in ihren weit geöffneten Mund laufen, drehte sich so im Kreis zu allen Zuschauern dieses düsteren Todeskampfes. Vollends blutüberströmt wirkte sie wie ein grausamer weiblicher Blutvampir voll erotisierender Anziehungskraft und animalischer Stärke. Alle waren starr und fassungslos. Dann rief sie aus: "Das ist für euch - ihr Versager !" und schleuderte in hohem Bogen den Kopf des Hünen in die vom blutigen Ekzess und dessen unerwarteten Ausgang erstarrten Zuschauerreihen, also derer die gegen sie gesetzt hatten. Sie schrien auf, schon fast wie Weiber, deren Kleider schrecklich besudelt wurden. Die Wachen der Arena liefen nun auf, um sie zu schützen. Der Sandplatz galt als heilig und durfte nur von den Kämpfern und dem Kampfrichter betreten werden. Aufrecht verliess sie den Kampfplatz bis am Rande angekommen ein Heiler sie stützte, sie klammernd auffing und sich händeringend um ihre schweren Wunden kümmerte, als sie völlig entkräfted zusammenbrach. Die anschliessenden Tumulte beim Wettmacher, die schlimmsten sei langem, hörte sie nicht.
Schon ihre Mutter galt als Tigerin, war männlichen Kriegern ebenbürtig, doch als was galt dann Belite ? Ein diesem beklemmenden Schauspiel beiwohnender fremder Schamane sah in ihrer fürchterlichen Unerbittlichkeit bereits das Monster, dass sich durch spätere Inkarnation der Naturgöttin Nintu auf ihre Dienerin Nawatu übertrug. Nintu, die man in einem entfernten Dialekt auch Belet-ili nannte, weshalb man mutmaßte, dass diese Bedeutung als göttliche Ankündigung und Bestimmung ihrem Namen innewohnte, aber auch dem Namen ihrer Mutter Belit, die bekanntlich in der shemitischen Götterwelt Zuflucht gesucht hatte.
Auf die rauhe cimmerische Zeit folgte für Belite eine mehrjährige ruhige Zeit im Mitra-Tempel, da sie dort ihre Kinder gebar und wo sie zunächst als Mitra-Tänzerin Salii Palatini ausgebildet wurde. Ihre Tanzinterpretation war voller Energie und Radikalität. Manche meinten, ihr persönlicher Stil sei unvereinbar mit Mitra, andere hingegen sagten, aus ihr spreche die Seele des unvermeidlichen Krieges. Kam es zum Aufruf zur Schlacht wurde sie als Haupttänzerin gerufen, weil sie das wahre Töten beherrschte und das Wesen des Krieges von Schmerz, Not und Leid und zerschellender Liebe auch kunst- und gefühlvoll, erotisch und martialisch, also gegensätzlich in ein in sich geschlossenes Bild und dramatisch in Szene zu setzen verstand. Ihre Tanzdarbietung inspirierte die Soldaten zu Heldentaten. Sie überhöhte den Widerspruch zwischen Herz, Geist und Seele und fügte diesen voller Macht und Hingabe im Dienste Mitras wieder zu einer alles überragenden Einheit zusammen. So erhielt sie ihren Beinamen, da nach einer Vorstellung ein Mitraoberhaupt voller Begeisterung ausrief: "Seht, die Hohe Dienerin Mitras!" Es geschah vor einem Feldzug, den Aquilonien gegen eine anrückende feindliche Übermacht glorreich gewann.
Sie vertiefte sich in metaphysische Methoden der Kontemplation, erweiterte ihre Bewußtwerdung in Vollmondritualen, verinnerlichte den Pfad der Tugend, ihre Seeleneinheit mit Mitra und die Werte der Wahrheit, der Freiheit sowie Gerechtigkeit. Schliesslich verliess sie den Tempel, wollte nicht akzeptieren, als Frau niemals gleichberechtigt anerkannt zu werden und wichtige Weihen niemals erlangen zu dürfen, meldete sich zum Blutorden der Mitraner "Mitras Macht", der all jene Krieger beherbergte, die weder Löwen der Mitrapriesterschaft, noch Schwarze Drachen des Königs sein konnten oder durften, aber zu talentiert waren, als sie in den grossen Landtruppen aufreiben zu lassen. Belite wurde die einzige königliche Matrona Primus Principes Centurio des Blutordens der Mitraner "Mitras Macht", der einst von der hoheitlichen Kirche und dem König zum Schutze gegen Invasoren als Strafexpedition ins Leben gerufen, später als unabhängiger Kriegsorden sich besonders auf den südöstlichen Schlachtfeldern Ruhm erwarb und wegen unerbittlicher Operationen im Hinterland des Feindes gefürchtet wurde.
Dann wechselte sie während einer Expedition auf höfliche Bitte des dortigen Herrschers zum Hofe Vendyhas, da dieser sie auf der Jagd kennengelernt und schwer beeindruckt von ihr war. Als sie ihn einlud, einer heiligen Zeremonie beizuwohnen, war er sehr fasziniert vom Mitra-Kult, begehrte sie und gab vor, die Mitrareligion auch im Reich einführen zu wollen. Sie diente dem Herrscher, dessen Charme sie schliesslich verfallen war, als Seherin und anfangs auch als Geliebte. Auf ihren weiten Erkundungsreisen entdeckte sie das verschollen geglaubte vendyhanische Orakel, belebte im Sinne dieser göttlichen Offenbarung schicksalshaft nach ihrer nun auferlegten Bestimmung ein letztes Mal den uralten archaischen Matronenkult in der Gestalt der Naturgöttin Mitra. Sie wurde vom Hofe abgesetzt, auch weil sie es leid war, letztlich nur als Maitresse herhalten zu müssen, der Herrscher der Vielweiberei, auch mit einer Vielzahl von Konkubinen frönte. Als er zuliebe dieser Genusssucht und aus politischen Gründen zum Ischtarkult konvertierte, konnte sie knapp ihrer Ermordung zuvorkommen. Ihr Gefolge hingegen wurde grausam hingerichtet. Mit ihrer ergebenen Dienerin Nawatu, die ihr ihr Leben verdankte und Belite sie als Stieftochter aufnahm, war ihr jedoch die fast überstürzte Flucht gelungen.
Beide bildeten die Keimzelle für eine verschworene Gemeinschaft von Mitra-Amazonen. Sie begründeten eine eigene kämpferische Sekte in der die weibliche Wesenheit der Naturgottheit Mitra als Lichtgestalt der Freundschaft, des Bündnisses und des Rechtes verkündet wurde, begleitet von heiligen Beschwörungen, erotischen Tänzen und Ritualen. Die kultische Nacktheit diente als Symbol für Schutzlosigkeit, Demut und Unterwerfung vor der göttlichen Macht. Die völlige Entblössung vor der Gottheit sollte zudem innere Stärke, Reife und Fruchtbarkeit beweisen. Dies vor einem Gefecht mit dem Feinde zu tun, verhiess göttliches Schicksal und Macht als Vorbestimmung für den Ausgang der Schlacht. Der gleichrangig betriebene Kult um die Schlangengöttin Nintu liegt bis heute noch weitgehend im Dunkeln, ausser dass zwischen Nintu und Mitra eine sehr starke kultische Verbindung im Sinne der Mutter Gottheit bestanden haben muß. Fest steht, beiden wurde eine spirituelle und okkulte Mystik nachgesagt und dass sie in der Lage waren im Reich der Toten zu wandeln und das Böse in der Unterwelt heimzusuchen. Hieraus bezogen sie eine bis heute ungeklärte Magie, wodurch es ihnen gelang, auch übermächtige gegnerische Heere vernichtend zu schlagen. Viele hielten diese aber nur für Visionen und die hexerische Kunst diese massenhaft auszulösen. Überlebende waren jedoch fest überzeugt, dass es geschah während hingegen Beobachter nichts entdecken konnten, ausser das bei den gegnerischen Kriegern unerwartet Panik ausbrach, was dann zum Zusammenbruch führte.
So wirken bis heute noch zahlreiche Legenden um Belite und ihre Dienerin Nawatu. Eine der bekannten Legenden überliefert ihre Rückkehr zum Blutorden, der nach einer verheerenden Niederlage an einstiger Bedeutung und Grösse einbüßte, in Vergessenheit geriet und wo man sie inzwischen verschollen glaubte. Ihre Ankunft wurde von den Verbliebenen wie die Rückkehr einer Heldin aus dem Totenreich gefeiert. Ihr Mitra-Kult traf den Nerv des am bösartig Okkulten leidenen Orden. Sie vertrieb die bösen Geister. Der Orden gewann durch ihre Neubeseelung erneut an Kraft, gründete neue Siedlungen und meldete sich auf dem Schlachtfeld zurück. Schliesslich bestimmten sie Belite zu ihrer Führerin.
Sie begab sich mit dem von ihr praktizieren Mitra-Kult und dem durch ihre Dienerin Nawatu zelebrierten Messen um die Schlangengöttin Nintu in Widerspruch zum Patriarchat der Orthdoxie und wurden mit einem Schisma belegt, aber als Hohe Dienerin Mitras und einstige Salii Palatini solange geduldet, wie man auf die gefürchtete Schlagkraft des Blutordens, der ihr die Treue schwor, in dem andauernden Kultur- und Glaubenskrieg nicht verzichten wollte. Dort, wo die Streitmacht des Blutordens unter ihrer Führung zum Einsatz kam, wurde von wahren Gewaltorgien voller Magie berichtet. Es wehte der Fluch des Todes, der verbrannten Leiber und der Erde. Feindesmächte mieden die Gebiete auf Jahre hinaus. Nur Kinder und Frauen wurden entgegen uralter Bräuche verschont und auch nicht wie weit verbreitet üblich als Sklaven in die Barbarbei geführt. Meist liessen sich einige Söldner und Ritter des Ordens mit ihnen nieder und gründeten mit ihnen neue mitranische Dorfgemeinschaften in den befreiten Regionen. Diese lagen überwiegend in den Weiten Turans und Hyrkanias rund um die Vilayetsee.
Als schliesslich im Zuge der Befreiungsideologie Belites der gesamte Orden konvertierte, in dem von ihm eroberten Regionen den wahren Glauben Mitras verbreitete und Belite die aquilonische Mitra-Religion als obristisch, korrupt, dekadent und frauenfeindlich geisselte, setzte die unnachgiebige und unbarmherzige Verfolgung seitens der aquilonisch-mitranischen Orthodoxie ein. Das aquilonische Mitratum verhängte die Häresie mit dem Vorwurf der Blasphemie. In den Wirren der hyborianischen Kriege konnte der Orden unter der geschickten Führung von Belite sich jedoch behaupten, zumal er sich immer wieder in die Weiten Turans zurückziehen konnte. Sie sagte sich am Ende von Aquilonien los, stand diesem aber immer wieder, wenn auch anfangs ungebeten, in Kämpfen bei und gründete ein eigenes mitranisch-matriachalisches Amazonenreich. Der ursprünglich patriachale mitranische Blutorden ging endgültig in ein weiblich dominantes Amazonenreich auf. Unter ihrer Heerschaft unterlagen Männer und Frauen einer gleichberechtigten und geschlechtsspezifischen Aufgaben- und Rollenteilung, was zu jener Zeit einzigartig war und viele Flüchtlinge in ihr Reich lockte, wodurch Handel und Landwirtschaft blühten. Frauen konnten ihre Aufgaben frei wählen, sofern sie körperlich und geistig dazu fähig waren. Mit ihnen wurde kein Handel betrieben. Zwangsverheiratungen gab es nicht und gleichgeschlechtliche Beziehungen waren öffentlich erlaubt und stellten in der gesellschaftlichen Realität wegen des Fruchtbarkeitkultes auch nur eine Randerscheinung dar. Den Frauen wurden ihre Brüste nicht vor der Blüte ausgebrannt wie bei anderen matriarchaischen Amazonengesellschaften, sondern wurden zum Kampf bandagiert und auch mit Rüstungen geschützt. Nur die Kriegsammen entblössten sich kultisch zu Beginn einer Schlacht vor dem Feind. Ihre Streitmacht war gefürchtet mit schweren männlichen Hopliten und Axtkämpfern sowie agilen Amazonenschützinnen, die auch als Speer- und Schwertkämpferinnen unter Waffen waren.
Eine andere Legende besagt, dass Belite und ihre Dienerin kein eigenes Reich gründeten, sondern mit wenigen Glaubensgetreuen wie Rebellen durch fremde Länder zogen und immer wieder Überfälle auf Sklavenwirtschaften ausübten. Sie deshalb fast überall gesucht und verfolgt wurden, da sie den Hauptpfeiler damaliger Herrschaftssysteme, die Sklaverei und die Knechtung der Frau in Frage stellten. Sie wurden aber nie gefasst und auch nach dieser Legende soll sie es geschafft haben, ein eigenes Amazonenheer aufzustellen, um als Söldnertruppe an Entscheidungsschlachten und nachfolgenden Plünderungen teilzunehmen. Ihre Treue zu Aquilonien behielt sie im Herzen, da sie in den anderen ihr bekannten Herrschaftssystemen eine viel größere Gefahr für Freiheit und Gerechtigkeit erkannte, auch wenn die heilige oberste Priesterschaft in Aquilonien ihr den Tod herbeisehnte. So schützte sie der König vor allzu hinterhältiger Ächtung und heimtückischer Verfolgung durch die Priesterschaft, sodass sie zwar des Irrglaubens bezichtigt, aber nicht als Ketzerin gebannt wurde. Die Schwächung des schwunghaften Sklavenhandels im Feindesland war in beider Interesse, sodass sie zu seinen engen Getreuen und Söldnern in den fernen und entlegenen Winkeln des Südostens wurde. Sie war für ihn ein wahrer Schwarzer Drache ganz mit dem feurigen Temperament ihrer von ihm so sehr geliebten zu früh verstorbenen Mutter Belit, der Königin der Schwarzen Küste, aber sie mußte öffentlich Non Grata sein, ein Schwert, das hochoffiziell nicht in seinen Diensten stand. Bei ihren jährlichen Besuchen Alt-Tarantias und der kleinen Mitra-Kapelle zu Ehren der Toten Seelen empfing er sie stets allein in einem geheimen Gemach des Palastes. Es waren angeregte Abende mit aquilonische Delikatessen und Rotwein aus den besten Lagen und ausschweifenden Unterhaltungen über Gott und die Welt. Sie war nicht seine leibhaftige Tochter, aber er liebte sie in dieser Weise. Und sie verstanden sich, denn sie war so, wie er und ihre Mutter in jungen Jahren, nur eben im Unterschied dazu von ihrem Glauben sowie tiefer Sehnsucht nach Liebe und Menschlichkeit beseelt und voller tatkräftiger Entschlossenheit diese Werte auch mit dem Schwert zu verteidigen. Für den König Aquiloniens blieb sie Kundschafterin fremder Welten, Botschafterin zur Toten- und Unterwelt und der tödliche Stachel im Nacken Stygiens und verbündeter Feindesmächte.
Manche meinen, beide Legenden seien wahr, sie hätten sich nur zu unterschiedlichen Zeitpunkten zugetragen. Um ihre innere Wandlung und ihre Haltung zum aquilonischen Mitratum zu verstehen, die auf viele wie ein Schock gewirkt haben muß, verweist eine weitere Geschichte.
So zog sie, bereits mit Schisma belegt, mit einer Kohorte des Blutordens durch das Reichenviertel Alt-Tarantias, allerdings im Auftrag des Königs, und schlug einen wüsten Aufstand, der von Fremdmächten angezettelt worden war und die Hauptstadt drohte ins Chaos zu stürzen, mit äusserster Brutalität blutig nieder. Die fremden Anführer und aquilonischen Unterstützer, darunter auch ein verräterischer ranghoher Priester, wurden vor den Stadtmauern gepfählt. Zwar war die Oberschicht hocherfreut, wenn auch mit zwiespältigen Gefühlen, beim Klerus des Mitratums weckte die Tat furchtbare Erinnerungen. Es waren die schmerzhaften Geschehnisse um Krystlelina und Cyantia und einer betrogenen Mutterschaft.
Die Liebschaft mit einem Bärenschamanen, als Belite noch sehr jung nach Cimmerien gekommen war, hatte eine Schwangerschaft zur Folge. Auf einer Reise nach Aquilonien, verblieb sie dort und gebar in einem abgelegenen Kloster einige Meilen vor der Hauptstadt ihre Kinder. Ihre vermeintliche Tochter Krystlelina brachte sie später zu ihrem Vater, der in Wahrheit nur ihr Stiefvater war, nach Cimmerien, obwohl sie sie liebte, sich aber nach der Geburt in einer tiefen seelischen Krisen befand. Für das andere Kind hielt man ihr einen toten Leichnam hin, hatte ihr aber beide leibhaftigen Kinder weggenommen, was zum betrügerischen Brauchtum der dortigen Priesterschaft gehörte.
Das dem so war, erfuhr sie erst viele Jahre später, als die Kinder schon zu jungen Frauen ausgewachsen waren durch eine Barbarin, die Cyantias Mutter war und in Cimmerien auf Krystlelina traf, und viele meinten, erst dies habe den Ausschlag gegeben für den späteren völligen Bruch mit dem aquilonischen Mitra-Priestertum. Krystlelina war also nicht ihr echtes Kind. Bei der stattfindenen Gegenüberstellung in Cimmerien stellte sich heraus, dass sowohl Cyantia und Krystlelina die leibhaftigen Töchter der Barbarin waren, beide waren sich wie Zwillinge sehr ähnlich, wenn auch sehr unterschiedlich in der Statur, wiesen auch äußerliche und charakteristische Verhaltensähnlichkeiten zur Mutter auf. Im Unterschied zur Mutter waren sie jedoch sehr introvertiert. Sie hatten jedoch das gleiche Muttermal und den schielenden Blick - dies war am Ende der endgültige Beweis. Die Barbarin war überglücklich ihre beiden Töchter vereint zu haben, war sich aber auch bewusst, was es für Belite bedeutete und alle versuchten ihr Trost zu geben. Belite gab sich dem äusseren Anschein nach zufrieden, aber im Innern kochte es und sie wollte unbedingt die ganze Wahrheit wissen. Nawatu, ihre vendhyanische Dienerin hatte dies vorhergesehen.
Was folgte, war ein entsetzlich grausames Blutbad im Kloster und die Niederschlagung eines ranghohen Priesters namens Innocenti in der Tempelanlage von Alt-Tarantia, den Belite, noch lebendig, an seinen eigenen Gedärmen vor den Götterstatuen aufhängte. Als erste Kohorten eintrafen und das Tempelgelände in der Stadt umstellten, war sie bereits geflohen. Er war das Oberhaupt eines Kinderhändler- und Ritualringes. Dies hatte sie den Beteiligten teils unter Anwendung von Folter herausgequetscht. Man hatte der Barbarin bei der Geburt Krystlelina weggenommen und ihr ebenfalls ein totes Kind gezeigt und Krystlelina an Belite weitergegeben. Cyantia verblieb also bei der Barbarin. Die Kinder Belites - es waren auch zwei - hatten sie entwendet und in einem geheimen Ritual getötet. Je nach Bedarf entschied man sich für Ritualmord, Verkauf oder Erziehung im Kloster. Im Falle von Belite entschloss man sich jedoch zur rituellen Tötung, da man nicht wollte, dass sich ihre Linie fortsetzte, weil man wußte, wessen Tochter sie war. Das Mitratum schweigte zu den Vorgängen, da der Gewinn in die Kasse des Tempels floss und Kinder, die nicht verkauft wurden später in Mitratempeln Frondienste leisteten und einige von ihnen auch eine Ausbildung als Mitrapriester begannen. Von den geheimen Ritualmorden wusste das Mitratum nichts. In den Augen Belites war es einfach Kindesdiebstahl, Mutterschaftsbetrug und die Ritualmorde ein Verbrechen, weshalb sie ausser sich vor Zorn und angesichts ihrer Demütigung in völlige Raserei geriet. Niemand war in der Lage sie in Begleitung ihrer Dienerin Nawatu zu stoppen. Ihre brachialen Schwerthiebe enthaupteten jeden auf der Stelle, der sich ihr in den Weg zu stellen wagte. Einen Priester spaltete sie mit einem Hieb den Leib. Und im Kloster entfesselte Nawatu die fürchterlichen Kräfte der Schlangengöttin Nintu, sodass alle Gefangenen alles verrieten bevor sie grausam starben. Dennoch fand man später in einer Kammer zusammengepfercht, aneinandergefesselt und geknebelt sowie in einem fast wahnsinnigen und zerrütteten Zustand eine Reihe von Klosterangehörigen, darunter viele Kinder, die offensichtlich als unschuldig befunden, verschont geblieben waren, aber offenbar alles hatten mitansehen müssen. Das abgelegene Kloster vor der Stadt bot im Innern ein unsägliches Bild des Grauens. Das Kloster wurde für immer geschlossen - niemand betrat es mehr, hielt es für entweiht und jeder Mitragläubige meinte dort im Stillen das fürchterliche Schreien der Opfer von Nawatus ritueller Folterung und der Rache Belites aus den Wänden zu hören. Gebete waren dort unmöglich geworden. Das Kloster verfiel. Es wurde zur wilden Unterkunft der Landstreicher, Bettler und anderer von der Gesellschaft ausgeschlossener randständiger Existenzen. Später hielten sich dort nur noch unheilbare Kranke auf, die dort Zuflucht suchten und ein schützendes Dach über den Kopf fanden. Viele meinten, der Ort habe seine wahre und gütige Bestimmung erlangt.
Cyantia hatte höchste Weihen letzter Mysterien Mitras erreicht, konvertierte jedoch nach den schrecklichen Ereignissen zur Urreligion von Belite und unterstützte sie bei der Missionarsarbeit, vor allem dort wo die Not am größten war. Cyantia, klein, zierlich, hübsch mit kurzen weissblonden Haaren und leuchtend blauen leicht schielenden Augen, wurde, weil es in ihr schon früh danach verlangte, als Mitrapriesterin im Mitratempel in Alt-Tarantia in die grundlegenden Mysterien eingeführt. Nachfolgend schickte man sie nach Tortage zu einem dem Wein verfallenen, aber menschlich warmherzigen Priester namens Ninus. Der Priester Ninus lebte in ihrer bezaubenden Gegenwart wieder auf und fand zu neuer Lebenskraft. So wuchs er über sich hinaus und führte Cyantia in die letzten Mysterien der Mitrareligion ein. So erlangte sie wider Erwarten der Mitra Oberen tieferen Einblick in die Mitrareligion und die Mysterien. Krystlelina hingegen blieb in Cimmerien bei ihrem Stiefvater im Dorf und ihre leibhaftige Mutter zog in ihr gemeinsames Haus. Es heisst, sie standen näher zu Crom oder verehrten gar keinen Gott. Auch hier gibt es viele voneinander abweichende Versionen, wonach sie Belite schlagkräftig unterstützten.
Cyantia schloss sich der verschworenen Gemeinschaft um Belite an. Sie verspürte nie den Drang nach Kampf und Gewalt, aber ihre Fähigkeiten waren dennoch in vielen Schlachten übermaßen hilfreich. Sie war die Seele der Heilung und Botschafterin des Lichtes, auch in tiefster Dunkelheit und Verzeiflung. Es soll jedoch seltene Momente gegeben haben, wo sie ihre Künste kriegerisch zum Einsatz brachte, aber dies wohl im Konflikt mit gegnerischen Priestern vor allem des Set.
An der Seite von Belite wurde sie ihre höchste Diplomatin, da bei längeren Begegnungen selbst starke Männer wankelmütig und durch ihre wundersame Ausstrahlung und ihre sanftmütige Natürlichkeit bezaubert wurden. Vielen Schwerverletzten, auch Feinden gab sie die letzte Salbung und einige riefen gar ganz laut nach ihr, wollten einfach nur in ihre Augen sehen und ihr Lächeln bevor sie starben. Sie erfüllte vielen Sterbenden ihren letzten Wunsch nach Liebe. Dafür wurde sie sogar von vielen Feinden respektiert. Als sie einmal in Gefangenschaft geriet, wurde sie zwar zunächst mehrmals vergewaltigt, als man sie jedoch erkannte, stiess man die Peiniger beiseite, durchtrennte ihre Fesseln und ihr Leben wurde verschont. Man bot ihr an, die Peiniger zu bestrafen, sie waren bereits zum Schleifen an Pferden festgebunden, doch sie lehnte dies ab. Die Peiniger wurden dennoch vor ihren Augen zu Tode geschliffen. Dann wurde sie freigelassen. Alle anderen Gefangenen hingegen wurden nach uraltem Brauch und Ritus getötet.
Im Unterschied zu ihrem kriegerischen Oberhaupt Belite wurde sie vom Mitratum nie als Ketzerin angeklagt, noch als solche jemals angesehen. Es kam zwar zur Sprache, da auch sie den Mitrakult nach den Regeln der Naturgöttin verkündete, verbreitete und praktizierte, aber niemand wollte etwas davon wissen, da jeder wusste, wo sie war, regierte ihr magisches Licht und häufig endete das Töten ohne Widerhall. Es wurde von einer Schlacht berichtet, wo selbst Einheiten der mitranisch aquilonischen Löwen hoffnungslos miteingeschlossen waren. Die feindliche Übermacht von etwa zwanzigtausend war erdrückend. Es war ein scheussliches Gemetzel in Gange. Viele Soldaten waren vom Töten erschöpft, da niemand der Eingekesselten die Waffen niederstreckte und den Kampf aufgab. Jeden Tod mußten sie schwer erkämpfen. Und das dauerte. Manche sagten später, das war für alle am Ende das grosse Glück.
Als Cyantia, eingehüllt von einem blauem Licht, das prismengleich vom Berge funkelte, am Horizont erschien, kam das Töten allmählich, je mehr Krieger es erblickten, zum Erliegen. Völlig nackt von dem ozeanblauen Licht umgeben, bahnte sich Cyantia voll strahlender Anmut und bezaubender Schönheit eine breit öffnende Gasse durch die feindlichen Reihen dem Anführer zu. Ihr von Natur aus kleine zierliche Statur überhöhte die Wirkung ihrer Erscheinung. Rythmisch hebend und kreiselnd weitete sie beide Arme mit ausgestreckten Handflächen in den Himmel. Auf dem Berg stand drohend Belite mit genauso zum Himmel ausgestreckten Armen. In den Händen hielt sie jedoch ihr gefürchtetes Langschwert, in der anderen eine Fackel und dunkle Rauchschwaden aus zwei grossen Feuern stiegen empor. Der Wind trieb die Rauchwolken zu dem Kriegerheer herüber und bildete eine finster bedrohliche Kulisse in dem der bläuliche Lichtschein Cyantias wie eine Erlösung heraufbeschworen wurde. Sie war spirituell bemalt, ihre Lippen und Augenlider verführerisch blau und die Strahlen der sich neigenden Sonne im vom dunklen Wolken verhangenen Himmel liessen ihre leicht gebräunte und frisch geölte Haut dazu noch goldfarbend schimmern. Cyantia wendete sich in ihrer magisch betörende Erscheinung und glänzenden Blickes nun direkt dem feindlichen Anführer zu. Er sah auf ihre silberblau schimmernde Brustbemalung der Heiligen Weisheit, konnte sich aber auch ihrer erotisch mystischen Anziehungskraft nur schwer entziehen und blickte hoch zu den schwarzen Rauchzeichen Belites am Horizont, aus denen sich der Feuer- und Aschegeruch zunehmend ausbreitete. Das Gespenst der vom Amazonenheer stets nach erfolgreicher Schlacht hinterlassenen verkohlten Einöden schien sich seiner Vorstellungswelt zu bemächtigen. Dann stehend auf ihren Fussspitzen umarmte und küsste sie ihn, streckte sich vor ihm nieder und bat ihn demütig um Vergebung. Entgegen aller Erwartung gewährte er nicht etwa freies Geleit, sondern zog mit seiner Übermacht ab. Bereits am Folgetag verliess er nachts die eigene Armee, wechselte zur Mitra-Religion der Naturgöttin über und trat ein in das Amazonenheer von Belite. Schon wenige Tage nach der Weihe verstarb er in seinem Zelt mit hohem Fieber an unbekannter Krankheit. Unter neuer Führung wurden seine alten Truppen Wochen später in einer Schlucht von einem zahlenmässig unterlegenen Amazonenheer gestellt und vernichtend geschlagen. Das Schlachtfeld und die Toten niedergebrannt, hinterliess das Amazonenheer eine Ödnis.
Es wurde nie geklärt, ob hinter dem Berg ein gewaltiges Amazonenheer wartete, um hinter einem zu entfesselnden Feuersturm anzugreifen oder ob es sich um eine raffiniert inszenierte Täuschung von Belite und Cyantia handelte. Allerdings hätte auch eine kleinere Streitmacht der Amazonen die Schlacht völlig wenden, zumindest durch einen Angriff den abschüssigen Berg hinab in die gegnerische Flanke dem Feind grosse Verluste zufügen und vielleicht sogar zum Kessel der eingeschlossenen aquilonischen Truppen durchbrechen können. Fest steht, dass Cyantia selbstlos, ganz allein und nackt durch die bis an die Zähne bewaffneten schwer gerüsteten Kriegerreihen geschritten war, wenngleich eingehüllt in einem bläulich flureszierenden Lichtschein ihrer Hautbemalung, bis zum völligen Erliegen der Kampfhandlung und bis zu deren Anführer, ohne das auch nur ein einziger ihr ein einziges Haar krümmte. Und der Anführer, vermutlich Opfer furchtbarer Erinnerungen, nach seiner wundersamen Begegnung mit Cyantia zum Abzug blies und Cyantia über fünftausend Eingeschlossenen, überwiegend aquilonisch-mitranischen Kämpfern, das Leben rettete. Sie verbrachte noch Tage dort, um die Verletzten, ob Freund oder Feind, zu versorgen oder zum Sterben zu geleiten. Eine entsetzliche Niederlage wendete Cyantia wie durch ein Wunder ohne jegliches Blutvergiessen doch noch zum Sieg !
In allen Überlieferungen des Legendenschatzes verlieren sich die Spuren von Belite, ihrer Getreuen und Gefährtinnen mit dem Untergang Aquilonies, das auch den Untergang des Mitra Kultes besiegelte. Man geht davon aus, das die feindlichen Mächte sich geschlossen gegen sie stellten und alles vernichteten. Letzte Anhänger wurden bis nach Vendyha verfolgt, in bestialischer Weise bei Volksfesten öffentlich geschändet, feierlich hingerichtet und zur Schau gestellt. Ihre Überreste wurden zur Abschreckung vor heiligen Stätten als Siegestropäen geschmückt und ausgestellt. Der Leichnam Belites wurde nie gefunden. Eine Legende besagt, sie würde eines Tages, wenn die Welt erneut dem Untergang zustrebe, bei Vollmond zur Schlacht der Schlachten in völliger Verschmelzung der Naturgöttin Mitra und der Schlangengöttin Nintu als erotisch berauschende "Mistress of the Gods" aus den Tiefen der dunklen Urwälder Vendyhas, Kambujas oder den längst vergessenen schwarzen Königreichen zurückkehren, nachdem sie im Jahrtausende währenden Kampf in der Unterwelt das Böse besiegt habe. Sie würde dann die von Leid geplagten, unglücklichen Seelen der Menschen in einer okkulten Orgie der Magie und des Schwerttanzes für alle Ewigkeit befreien, erleuchten und ihnen ewige Liebe schenken.
Abonnieren
Posts (Atom)
Blog-Archiv
-
►
2013
(4)
- ► 11/17 - 11/24 (1)
- ► 06/23 - 06/30 (1)
- ► 05/26 - 06/02 (1)
- ► 01/13 - 01/20 (1)
-
►
2012
(3)
- ► 12/30 - 01/06 (2)
- ► 03/11 - 03/18 (1)
-
►
2011
(6)
- ► 12/18 - 12/25 (1)
- ► 11/06 - 11/13 (1)
- ► 10/16 - 10/23 (1)
- ► 05/08 - 05/15 (1)
- ► 05/01 - 05/08 (1)
- ► 04/17 - 04/24 (1)
-
►
2010
(3)
- ► 11/28 - 12/05 (1)
- ► 08/22 - 08/29 (1)
- ► 04/25 - 05/02 (1)
-
►
2009
(4)
- ► 12/27 - 01/03 (1)
- ► 09/27 - 10/04 (1)
- ► 09/06 - 09/13 (1)
- ► 08/23 - 08/30 (1)
Labels
- Adeva (2)
- Allgemein (1)
- Amazonen (1)
- Amme (1)
- Aquilonien (2)
- Atlantis (1)
- Aufbruch nach Tyrannia (1)
- Befreiung aus den Qualen (1)
- Begegnung (1)
- Belite (9)
- Besuch (1)
- Blutorden (1)
- Celestine (1)
- Cimmerien (7)
- Crom (2)
- Cyantia (2)
- Das Wiedererwachen (1)
- Der Fluch (1)
- Die Brosche (1)
- Die Eroberin (5)
- Die Fremde (1)
- Dreieinigkeit (1)
- Errettung (1)
- Fernost (1)
- Freuden (1)
- Grundrisse der Legende (1)
- Hohe Dienerin Mitras (6)
- Im Schutze der Schlangengöttin (1)
- In der Dämmerung (1)
- Ischthar (1)
- Jenessai (1)
- Krystlelina (1)
- Menschenfresser (4)
- Mitra Kult (2)
- Mitra Religion (1)
- Mitras Macht (1)
- Nawatu (8)
- Nintu (2)
- Nyx (1)
- Ringen um Leben (1)
- Salii Palatini (1)
- Schändung und Vergeltung (1)
- Set (2)
- Shamar (1)
- Skythen (2)
- Stygien (3)
- Tanit (1)
- Tanz (1)
- Turan (1)
- Turiya (6)
- Überfall (1)
- Untergebracht (1)
- Vajria (3)
- Venoyha (2)
- Xoxo (4)
- Zingara (1)