"Am Ziele deiner Wünsche wirst du jedenfalls eines vermissen: dein Wandern zum Ziel."


"Am Ziele deiner Wünsche wirst du jedenfalls eines vermissen: dein Wandern zum Ziel." - Marie von Ebner-Eschenbach

Molon Labe versteht sich als privates Story- und Fansite-Projekt des von dem fantastischen Erzählwerk Robert E. Howards inspirierten Massive Multiplayer Onlinegame Age of Conan.

Vor allem ist es ein Schreibprojekt von Geschichten rund um die gespielten Charaktere, angeregt durch das Spielgeschehen Hyborias in Age of Conan wirkt es schliesslich in einer eigenen fantastischen Welt vorantiker archaischer Zeit - ganz im Stile von Sword, Sex and Sorcery.


Sämtliche Veröffentlichungen sind Entwürfe oder Manuskripte, also unfertig. Es geht dabei nicht um literarische Meisterschaft, sondern um das einfache Erzählen mithilfe des Schreibens.

"Aus den Trümmern unserer Verzweiflung bauen wir unseren Charakter." - Ralph Waldo Emerson




Seiten

Belite, die Eroberin - Hohe Dienerin Mitras


Hier entstehen die Geschichten um Belite, eine sagenhafte Gestalt uralter Legenden grauer Vorzeit.

Eine Kriegsamazone, selbstsicher und unabhängig, die einzige weibliche Primus Centurio des Blutordens der Mitraner in einer brutalen männlichen Welt der Gier nach Macht durch Unterdrückung und Unterwerfung.

Belite ist gütig und liebevoll, tugendhaft und aufrichtig. Freiheit und Gerechtigkeit gehen ihr über alles.

Belite betet Mitra an, die ihr schliesslich auf fernen Reisen in einer Vollmondnacht erscheint, ihr das wahre weibliche Anlitz der Naturgöttin zeigt und sie zu ihrer Erleuchteten im ewigen Krieg gegen die dunklen Mächte der Unterwerfung und Zerstörung macht.

Einsam, aber nicht allein tritt sie für die Schwachen, Armen und Wehrlosen ein, wird aber von diesen als unheimliche Bedrohung angesehen, denn dort, wo sie Magie und Schwert hinführen, gerät die alte Ordnung aus Betrug und Falschheit aus den Fugen.

So wird aus ihr eine einsame Abenteurerin im Zwiespalt mit der Welt und im Ringen mit den beherrschenden Mächten. Deshalb erscheint sie verflucht, verfolgt, ist ihrer Bestimmung und ihrem Schicksal ergeben.

Belite ist die Keimzelle für eine kleine eingeschworene Gemeinschaft voller Sehnsucht und Hingabe, junge und eigensinnige Gefährtinnen, die ihr in freiem Willen ergeben sind und gemeinsam mit ihr traumhafte Momente der Glückseeligkeit und tiefgrausamen Qual erleben sowie in wundersamer Weise todesmutig für das Gute eintreten - bis zum Untergang.

Es gibt kein Entrinnen oder Erbarmen. Unerbittlich gibt es nur eine Entscheidung: Gut oder Böse - Leben oder Tod !

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Freitag, 16. März 2012

Belite VII: "Ringen um Leben "

Es waren seit Turiyas Befreiung mehr als eine Woche vergangen und ihr Zustand hatte sich entgegen aller Bemühungen und Behandlungserfolge zunehmend verschlechtert. Nawatu war allmählich am Rande ihrer Kräfte angelangt, hatte sich sehr verausgabt. Nicht nur mit der Pfege Turiyas, sondern auch die intensive Heilbehandlung Belites Wochen zuvor steckte ihr noch in den Knochen. Nawatu fieberte mit jedem Heilbehandlungsschritt regelrecht mit, was sie seelisch sehr belastete. Belite stand ihr sehr nah, so nah wie eine Mutter, aber bei Turiya kam die Liebe ins Spiel, sodass ihr jede Kleinigkeit sehr zusetzte.

Belite selbst machte allerdings grosse Fortschritte. Sie konnte gehen, wenn auch nur humpeln, aber sie zwang sich, jeden Tag etwas mehr zu laufen. Auch ihre tiefe Fleischverletzung hinter der rechten Brustseite war auf einem guten Weg. Die Wunde zog zwar unheimlich bei jeder Dehnung und der stechende Schmerz verkrampfte bei bestimmten Bewegungen die Muskeln um den Lungenflügel. Ihr blieb dann regelrecht die Luft weg, dann wurde ihr schwindelig und es blieb ihr nichts anderes übrig, als sich zu setzen. Aber sie arbeitete dagegen an, konnte den Arm bereits kreisend bewegen, nur schwer heben durfte sie auf keinen Fall. Erleichtert stellte sie fest, dass ihre Muskeln aktiv waren, zwar schwach, dennoch, sie war sich nun gewiss, ihre alte Stärke zurückzugewinnen. Jede Überreizung war Gift und konnte sie um Tage zurückwerfen. Das mußte sie auf jeden Fall vermeiden, denn sie wollte Nawatu unbedingt zur Seite stehen. Nawatu hatte soviel geleistet. Auch in ihrem Fall, dafür war sie dankbar. Sie gab Nawatu wichtige Vorgaben für die richtigen Rezepturen und Heilmethoden und half Nawatu bei leichten Tätigkeiten, vor allem beim Zubereiten der Medizin und dem gemeinsamen Essen. Aber ohne Nawatu ging bei ihr noch gar nichts richtig, dafür war sie einfach noch zu schwach. Und Kochen war nicht gerade ihre Leidenschaft. So fühlte sie sich eher wie eine erbärmliche Küchenhilfe und das gefiel ihr gar nicht, auch wenn sie die Rezeptur für die Heilmedizin vorgab. Nawatu hingegen war im Kochen eine kleine Zauberfee. Sie brauchte nicht viele Zutaten. Selbst aus einfachen Wurzeln konnte sie ein leckeres Mahl bereiten. Dies kam ihnen allen zugute, allerdings nahm Turiya immer weniger feste Nahrung an.

Belite hatte schon mehrmals versucht auf sie einzuwirken, endlich einmal auszuruhen, wenn sie auch noch umfiele, seien sie alle ernsthaft in Gefahr. Und in ihrer jetzigen Verfassung könne leicht ein Fehler unterlaufen. Dann sei es mit Turiya unter Umständen geschehen. Doch Nawatu blieb unermüdlich, liess sich nicht davon abbringen, sich weiter zu verausgaben. Sie konnte Nawatu nur zu gut verstehen. Es war nicht an der Zeit ihre Autorität auszuspielen. Die Angst um ihre so geliebte Turiya trieb Nawatu ohne Unterlass an. Turiyas Zustand schien sich im Laufe der Zeit immer ungünstiger zu entwickeln, obwohl es grosse Heilerfolge gab. Sie hatte Fieber, hechelte unter Anfällen von Atemnot, schrie häufig im Wahn und konnte wegen der schlimmen Rückenverletzungen sehr schlecht, fast gar nicht schlafen - selbst unter Betäubung. Die Rückenprügel hatten alle alten Verletzungen vom Sturz wieder aufgerissen. Nawatu hatte ein weiches Blätterbett für die Rückenlage geflochten, denn auf der Brust konnte sie nicht liegen. Es half wenig, nur gelegentlich fand  Turiya auf der Seite liegend Ruhe. Ansprechbar war sie jedoch kaum. Sie lächelte dann, wie aus einer anderen Welt Nawatu zu, ergriff immer ihre kleine Hand, streichelte sie in der Handfläche. Sie sah dann aberwitzig aus mit ihrem von den brutalen Schlägen in vielen Farben verquollenen Gesicht. Das linke Auge war noch immer dicht, doch aus Blautönen wurden bräunliche Gelbtöne, die Schwellung nahm leicht ab. Ihr Gesicht war nicht schief heruntergefallen, sodass sie einen Bruch ausschliessen konnten. Sie fragte dann nuschelnd mit ihren verquellten sprödwunden Lippen, die sich blau verfärbt hatten, ob sie alle fort seien, dann ob sie wieder aufgetaucht seien, ob sie wiederkommen könnten ? Verneinten sie dies, versank sie wieder in taumelnden fiebrigen Schlaf. Sie litt sehr unter der albtraumhaften Schändung, mehr als sie es von einer Kriegsamme angenommen hatten. Vermutlich war es die andauernde Todesangst um noch schlimmere Höllenqualen, die ihre Nerven derart einbrechen liessen. Aber die Herzenswärme und das sternengleiche Funkeln ihres glasigen Blickes liess sowohl Nawatu und Belite Tränen in die Augen schiessen. Belite wendete sich dann immer verzweifelt ab. Es war unerträglich, wenn Nawatu danach laut zu heulen begann, mitunter auch fluchte, weil Turiya meist in Dämmerung zurückfiel. Nawatu konnte dann in dieser vom Leid gereizten Fassung völlig ausrasten und mit ihren Verwünschungen in Raserei geraten.

Belite machte sich allmählich ernste Sorgen, was mit Nawatu passieren würde, wenn Turiya sterben oder eine Besserung einer lebenslangen Behinderung glich. Vor allem, wie würde Nintu, ihr zweites Ich reagieren ? Würde sie sich einen neuen Wirt suchen? Nicht auszudenken, was alles geschehen konnte. Und vor allem, warum unternahm Nintu nichts, wo doch Nawatu, wenn auch nur als Medium, ihr doch sicherlich von allen Menschen am nächsten war ? Sie hatte doch Nawatu ausgewählt oder war es eine der vielen rätselhaften göttlichen Prüfungen, die so häufig mit dem blossen und sinnlosen Tod endeten. Oder war Nintu bereits hinfort und auf der Suche nach neuen Geistern ? Das waren die Momente, wo es auch in Belite aufschäumte, wo sie sonst ihren Hengst herbeirief und in die Weite ziellos hinausritt, häufig bis zum Sonnenaufgang, wo die Welt in ein anderes Licht eintauchte und ein neues Anlitz bekam. Jetzt aber frass sie alles in sich hinein.

Die offenen und entzündeten Wunden Turiyas waren eigentlich sehr gut versorgt und die bösartige Eiterung an ihrem Ellenbogen noch von ihrem alten Sturz war mithilfe einer Madenbehandlung gestoppt. Die Maden leisteten ganze Arbeit, fühlten sich in der Wunde wohl. Nawatu und Belite hatten sich darüber riesig gefreut, doch die erhoffte Verbesserung der Gesamtsituation trat nicht ein. Der Rücken mit seinen Abschabungen und tiefen Schrammen und Schlagriefen schien durch die Kräuterbehandlung auch allmählich abzuheilen. Sie legten Turiya dann gemeinsam ganz vorsichtig auf die Seite oder richteten sie behutsam auf. Dann verteilten sie die Würmer auf ihrem Rücken. Schon nach kurzer Zeit hinterliessen sie überall ihr Sekret, weshalb der wunde Rücken dann immer glasig wie in einem Gelee glänzte. Wie das mit den Würmern und Maden funktionierte, hatte Belite Nawatu gezeigt, auch wo sie sie finden würde. “Bei dir gings auch ohne,” sagte Nawatu, zwinkerte ihr zu und umarmte sie.“Nun, ich war auch nicht am verfaulen,” erwiderte Belite darauf. Das war ihr bloss gedankenlos ausgerutscht, doch Nawatu wich erschrocken und erbost zurück. Ihre Augen waren voll strafenden Entsetzens. Belite fügte schnell hinzu: “Ich mein das nicht so, wirklich. Komm, verzeih mir bitte." Nawatu schaute noch immer grimmig, renkte sich dann wieder ein. Und Belite atmete auf, machte sich an die Anmischung der Medizin. Die aufgeplatzten Kneifstellen an den Schenkeln und Armen  sowie die Fesselquetschungen waren ebenfalls rückläufig, auch die vielen bunten Blutergüsse am ganzen Körper. Und die Ohrstümpfe nahmen auch einen guten Verlauf. Selbst die Unterleibsverletzung infolge der Überdehnung stellte sich als nicht so gefährlich heraus. Belite hatte sie mehrmals innen an den Scheidenwänden vorsichtig abgetastet. Sie spülten ihre Geschlechtsteil mit einer besonders zubereiteten Heillösung. Die inneren Widerstandskräfte Turiyas waren stark. Ihr Körper schien alle Kräfte zu mobilisieren und über grosse Reserven zu verfügen, gab sich nicht geschlagen, setzte sich mithilfe der heilenden Kräfte aus der Natur in fast allen Bereichen durch.

Hingegen ihre Brüste heilten gar nicht. Es war, als würde Stillstand herrschen. Schlimmer noch. Als würden sich alle Entzündungsherde in den Brüsten aufstauen und versammeln. Sie waren die Ursache für den sich immer mehr zuspitzenden Zustand. Ihr ganzer Oberkörper schien unter Druck und Schauplatz eines unsäglichen Abwehrkampfes zu sein. Die Menschenfresser hatten sie zulange beim brutalen Spritzmelken stranguliert. Sie hatten sie, nachdem der Häuptling aufgebrochen war, noch einmal brutal gemolken. Und da Turiyas Ammenbrüste ziemlich entleert waren und kaum noch Milch gaben, pressten sie sie, quetschten sie mit ihren Händen aus. Vermutlich war den Menschenfressern die Kontrolle vor überschäumender Geilheit entglitten, denn wer sollte eine Amme mit geschundenen Brüsten noch kaufen ? Die ermahnenden Worte ihres Häuptlings hatten sie in ihrer überbordenen Erregung völlig verdrängt. Auch lag es an der für sie exotischen Erscheinung Turiyas, ihre weisse goldene Haut, ihre Blondheit, ihr überragender athletischer Körper, ihre ausgedehnten vollen Brüste und an den Blättern, die sie gekaut hatten und sie in einen Rauschzustand versetzten. Dann nahmen sie sie einer nach dem anderen noch einmal, aber nur von vorne. Als Turiya schliesslich würgen und erbrechen mußte, störte es sie wenig. Sie lachten amüsiert. Sie flössten ihr, als nur noch Schleim kam, einen Trunk ein und machten dann belustigt weiter. Turiya brauchte nichts  tun, befand sich in einer verstörenden Bewusstseinstrübung. S
ie schaukelten sie in den Seilen vor und zurück, hielten ihren Kopf an den Haaren fest dabei. Als sie fertig waren, stopften sie ihr den alten sandigen Knebel vom Boden in den Mund. Einer gab ihr noch einen Stoss, so dass sie sich am Seil hängend um die eigene Achse drehte und dann wieder zurück. So liessen sie sie in den Seilen hilflos hin und her baumeln. Ihre Lippen waren dick angeschwollen, auch von Schlägen zwischendurch. Turiya war verstummt, war gebrochen und schwindelig weggetreten bis die Schmerzen am ganzen Körper sie überwältigten, ihr Wimmern erstickte in der Knebelung. Dann wurde es in der Höhle ruhig. Sie waren erschöpft, berauscht und mit sich zufrieden. Sie ahnten nichts davon, dass Nawatu bereits in der Röhre durch eine Mischung aus Staub und Kot kroch. Bald sollte diese Ruhe in eine endgültige Stille umschlagen und ihrem schrecklichen Dasein ein stummes Ende bereiten.

Turiyas Brüste waren infolge der Marter steif aufgebläht und blauviolett verfärbt. Die Adern, die ihre Busen einmal fein marmoriert zierten, waren schwülstig und hart verkrampft. Ihre Brüste waren durchzogen von rötlichen Blutgerinseln, sodass an einigen Stellen die Haut platzte und Risse zog. Jede noch so kleine Berührung löste bei Turiya zittrige wälzende Krämpfe aus. Ihre Brustwarzen waren blutig verkrustet, angeschwollen und brannten rot.  Die blutigen Striemen und Schürfungen an ihrem Busen durch die scheuernden Stricke blieben offen. Ihr Zustand war einfach schrecklich, schien aussichtslos. Nawatu und Belite taten zwar alles, was ihnen an Heilkünsten bekannt und möglich war. Doch ihre Reserven für die Behandlung der blutigen Quetschungen und schweren Blutergüsse ihrer grossen Brüste waren langsam aufgebraucht. Stundenlang war Nawatu täglich unterwegs um frische Heilkräuter und Wurzeln zu finden, die nur noch immer weiter entfernt aufzuspüren waren. Wenn überhaupt. Auch schien es, dass die Heilmittel nicht richtig anschlugen, egal welche sie wählten.

Belite befürchete eine sich anbahnende Blutvergiftung, dachte bereits über eine Brustentfernung nach. Doch dieser Gedanke war einfach schrecklich, denn Turiya würde daran seelisch zugrundegehen, eben weil sie nicht irgendeine Amme war, sondern eine Kriegsamme. Eine Brustentfernung war deshalb wie ein Todesurteil. Selbst Nawatu würde beim tatsächlichen Erwägen dieser Möglichkeit zur Rettung Turiyas den Verstand verlieren, auch wenn es das Leben Turiyas retten sollte. Belite fragte sich, wie lange der Körper Turiyas dies noch durchmachen könnte. Das Einzige, was sie wirklich von dieser Möglichkeit abhielt war, dass Stillstand herrschte. Ein gefährlicher Stillstand zwar, aber es war ein Stillstand. Kein Untergang. Denn wie Brüste oder überhaupt Fleisch aussah, das nicht mehr zu retten war, also unterging, wusste sie nur zu gut. Normalerweise starb Fleisch dann ab, man konnte es sehen, fing an zu faulen, schwemmte aus und begann zu stinken. Um eine Blutvergiftung zu vermeiden, entfernte man die eingefallenen Stellen oder brannte sie aus, möglichst bei ersten Anzeichen, was hier eher letztes Mittel war. Es war eine fiebrige Entzündung im Innern in Gange und das Gewebe ihrer Brüste war trotz aller schlimmen Entzündungsherde noch sehr lebendig. Man konnte sie nicht einfach entfernen. Dies war zum jetzigen Zeitpunkt noch verfrüht. Turiya stand genau auf der Kippe. Und genau das war schlimm, denn in solchen Fällen konnte eine Entzündung in wenigen Stunden sich völlig ausbreiten und über den Körper herfallen. Dann wäre es das Aus. So schien denn alles ausweglos und es blieb ihnen nur übrig abzuwarten ?

Belite versuchte mit Nawatu darüber zu reden, obwohl es klar war, dass sie nicht mehr viel Zeit hatten. Es war unmöglich. “Ja ?” stiess es angewidert aus Nawatu heraus, "die letzte Möglichkeit?" Belite senkte resignierend den Kopf, wusste was nun folgen würde. Ein hysterischer Ausbruch.  Nawatu zog die Worte mit ihrer in ungeahnte Höhen verzerrte Stimme kreischend in die Länge: 
”Ja, genau, welch grandiose Idee !” Dann ging es weiter."Schneiden wir ihr doch einfach die Brüste ab !" Polterte nun dumpf, "Sie sind doch viel zu gross und werden faulig!” Jetzt fing Nawatu an zu zischen, war nicht mehr zu halten. “Zerstückeln wir sie!” Belite liess sie schreien. Es war die reine Verzweiflung, die aus Nawatu herausbrach. “Ja genau, ich wollte doch deinen Fuss auch noch abhacken !” ging es munter weiter. “Ich bin vom Wahnsinn getrieben, warum hab ich das nicht getan ? Oh, nein,  das habe ich  ja ganz vergessen !” “Hör auf, Nawatu!” rief Belite. “Zack, zack, zack !” ereiferte sich Nawatu, dann lief sie zur Stelle, wo die ganzen Waffen lagerten, suchte nach einer Axt und riss sie mit einem Sprung in die Höhe. Sie sah dabeivöllig irrwitzig aus, da die Axt grösser war als sie selbst und man sich fragen mußte, wie sie überhaupt mit ihrem schmächtigen Körper so in die Höhe schleudern konnte. “Arme, Beine, einfach alles, wir müssen sie zerfetzen !” Das folgende sirenenartig jaulende "Ja genau !" hatte fast ihr Trommelfell zerschnitten und Belite schrie jetzt auch alle aufgestaute Wut aus sich heraus, tief und grell und entsetzlich, sodass es bis in die letzten Winkel der Höhle hallte und sich in einem Echo fortpflanzte bis in die dunkelsten Gänge der Tiefe. “Hör endlich damit auf!” Beide waren starr und stumm. Belite stand da, hielt sich am Speer fest, hustete, spuckte und fühlte sich verloren. Dann schaute sie zu Nawatu rüber. Sie hatte Angst. "Ja, ich kann auch schreien. Guck nur, wenn die Bestien kommen, muß du allein mit deiner Nintu mit ihnen fertig werden. Ich bin noch zu schwach. Aber wenn sie Nintu sehen, werden sie die Bullrogs rufen, dann bricht hier ein Inferno los. Das wird den ganzen Berg dann sprengen. Flehe um Gnade, dass das nicht passiert." Belite zeigte in den Höhlengang, der hinunter in die Dunkelheit führte. "Das haben wir nun davon. Von deinen Wutanfällen. glaubst du denn etwa, dass ich nie die Beherrschung verlier?" Beide blickten immer wieder zum dunklen Gang, standen eine ganze schier unendlich wirkende Weile still und lauschten, aber es rührte sich nichts. Sie waren mit den Nerven am Ende. Sie redeten nach diesem Vorfall eine ganze Zeit nicht mehr miteinander. 

Nawatus Kräfte liessen seit diesem Vorfall rapide nach, sie fing immer häufiger voller Trostlosigkeit um Turiyas Zustand an zu weinen. Belite behielt jedoch ihren klaren Verstand und sie hatte sogar den Eindruck, je stärker Turiya von den Qualen der tiefen Verwundung und Schändung, den Geistern des Bösen heimgesucht und geplagt wurde, desto stärker wurden sie beide es auch selbst. Nawatu wurde immer schwächer. Ihre seelische Verbundenheit zu Turiya drückte sie nieder. Schmerz und Elend teilten sie. Sie war mit Turiya eins. Das schwächte sie nun, wo sie doch die Einzige war, die trotz ihrer Kämpfe weitgehend bis auf wenige harmlose Schrammen und Schürfwunden unversehrt geblieben war. Die aufgebrochenen Stellen der Verwandlung waren wie durch Zauberhand völlig abgeheilt. Belite hingegen spürte wie ihre alte mentale Stärke und ihre Reflexe wiederkehrten. Körper und Fleisch ? Was waren sie ohne Seele und ohne Verstand ?

Nawatu wich, wenn sie nicht mit Besorgungen und anderen Arbeiten beschäftigt war, nicht von Turiyas Seite. Belite trat häufig dazu. Nawatu hatte schliesslich aus Ästen, Zweigen und Blättern ein besonders weiches und federndes Lager gebettet und dies mit mühsam aufgelesenen Blüten durchstäubt. Schliesslich stellte Belite rund um das Lager Fackeln auf. Sie wollte alle bösen Einflüsse mit Rauch und Feuer von ihr fern halten. Belite beschwor Mitra und die Geister mit schamanischen Gesängen, umgab Turiya mit geheimnisvollen Dämpfen aus alter Überlieferung. Doch es rührte sich nichts. Die Götter gaben keine Zeichen. Es bewegte sich nichts. Nintu schien verschwunden und auch von Mitra war nichts zu spüren. Die Götter wollten, dass sie allein das Ringen um Leben entschieden. Doch Turiya wurde immer schwächer. Turiya verweigerte schliesslich die Nahrung ganz und nur manchmal liess sie sich von Nawatu noch etwas Heiltrank und Betäubungsmittel einflössen. Manchmal mußte Belite Nawatus immerwährende Eifrigkeit bremsen. Nawatu konnte irgendwie nicht verstehen, dass Turiyas Brüste auch abrupt auskühlen konnten. Sie verstand nicht, dass darunter Herz und Lunge lagen. Sie wusste nicht einmal wirklich, was das ist. Dauerhafte Kühlung zum Abschwellen mit dem von ihr immer wieder strapaziös herbeigeschafften Eiswasser konnte ihren Tod herbeiführen und vor allem das Gewebe absterben lassen. Belites kurze Jahre in den Kriegslazaretten der Grenzgebiete Aquiloniens hatten ihr so vieles gelehrt. Das hatte sie den eher mystischen Schamanen voraus, die stets ihre Vorbilder der Heilkunst blieben, aber solange sie noch nie in blutigen Fleischbergen gestanden hatten, konnte sie über sie andererseits nur müde lächeln. Sie hatte hunderte Verwundete versorgt, sogar selbst Operationen und Amputationen durchgeführt. Gut ausgebildete aquilonische Ärzte zeugten damals ihrer Arbeit unter den erbärmlichen Lazarettbedingungen tiefsten Respekt. Doch am höchsten war die Freude der Krieger ihren Stolz, ihre Ehre und ihre Lebenskraft zurückgewonnen zu haben. Manche von ihnen hatten Familie, sahen sie dennoch nie wieder und andere kehrten zu ihnen zurück.  


Plötzlich, wie ein Schatten, riss Nawatu sie aus ihren verzerrenden Gedanken, baute sich vor ihr auf, hielt einen Dolch vor ihre eigene Kehle, den Griff zu Belite gerichtet. "Los, töte mich." Sie zitterte am ganzen Leib. Ihr Blick war verstört. Belite wandte sich in einer wie vor einem Sprung verlangsamte Bewegung eines Panthers Nawatu zu, dann schoss ihre Hand hoch, stob den Dolch vom Hals weg bis er im Flug klirrend an die Höhlenwand prallte. "Bist du des Wahnsinns? Verflucht ! Wozu habe ich dein verfluchtes Leben gerettet ? Turiya lebt, du dumme Kuh !" Dann klatsche sie Nawatu mit der flachen Hand auf die Backe und Nawatu fiel seitlich zu Boden. "Wach endlich auf! Verdammt!" sie beugte sich über Nawatu hob sie hoch, den Schulterschmerz ignorierte sie, schaltete ihn ab. Ihre Kraft war wieder da und ihre Reflexe auch. Dann schüttelte sie Nawatu wie ein kleines Kind. Sie schrie sie an. "Wach endlich auf ! Komm endlich wieder zu dir. Ohne dich ist Turiya verloren."  Nawatu war nur noch Elend, stand am Rande des Zusammenbruchs. Belite umarmte, drückte sie nun fest während beiden die Tränen liefen. "Du hast keine Schuld. Turiya wird es schaffen. Ich finde einen Weg. Ihr werdet euch lieben, mehr als je zuvor." Dann stellte Belite sie wieder vor sich hin. "Sag mal, wo ist Nintu ? Die lässt uns hier im Stich. In deinen Augen ist von ihr jedenfalls nichts mehr zu sehen. Oder hast du sie etwa schon aufgefressen ?" Nawatu lächelte nun doch ein bisschen. "Nein !" raunte sie trotzig. Dann rannte sie zum Lager zu den Kisten und Säcken, nahm das kleine Körbchen, kam zurück und öffnete es, hielt die kleine Schlange stolz in die Höhe. "Sie ist nur müde. Es liegt an der Jahreszeit." Nawatu streichelte sie ganz stolz. Die Schlange selbst bewegte sich nur müde und träge, als wollte sie weiterschlafen. "Hm, Schlafende soll man nicht wecken. Aber dann sag ihr mal, das die faule Zeit bald vorüber ist. Die Zeit ist reif zum Häuten." Nawatu war von diesem Augenblick an wieder bei der Sache. Sie wusste nur allzugut, ohne Belite wäre sie schon lange tot und nicht das, was sie jetzt war. Ohne ihren Rat, ihre Erfahrung, ihr Wissen und ihre magischen Künste war alles verloren. Sie alle drei gehörten zusammen.

In dieser Nacht zog sich Belite heimlich aus der Höhle zurück. Sie konnte nicht schlafen. Der Vorfall war auch für sie zuviel. Sie war zwar froh, dass Nawatu sich wieder eingerenkt hatte, aber dass sie keine Lösung für Turiya fand, zermarterte sie, raubte ihr den Schlaf. Denn eines war sicher. Viel Zeit hatten sie nicht. Morgen schon würde sich alles entscheiden. Dieser Gedanke lähmte sie und sie spürte wie sehr Turiya auch in ihrem Herzen einen unumstösslichen Platz gefunden hatte. Doch wer war Turiya, dass sie in ihnen diesen Platz eingenommen hatte, dass sie sich für sie so aufopferten, um sie zu heilen ?
Sie nahm aufstützend ihren heiligen Speer, setzte sich vor dem Eingang der Höhle mit dem grandiosen Blick in die Weite. Die Nacht war schwarz, der Mond war noch nicht aufgegangen und so schaute sie in den Sternenhimmel, genoss die frische Luft, atmete tief ein und spürte den Wind in ihrem Haar. Es war ihr einerlei, ob der Häuptling der Menschenfresser, der wahnsinnigerweise daran glaubte, dass allein rohe Stärke und gnadenlose Brutalität ihn zum unumschränkten Führer machten, hier irgendwo draussen lauerte. Die Spuren zur Höhle hatte er sicher zurückverfolgt, doch sein Aberglaube erlaubte es ihm nicht, die verwunschene Höhle zu betreten. Er würde sicher Soldaten seiner miesen Herren rufen, doch auch die müßte man mit der Peitsche hineintreiben. Sie amüsierte sich zynischerweise. Ja,  er brauchte eine willenlose Sklavenarmee, dieser erbärmliche Hund, die er antreiben konnte mit miesen Hexengeschrei. Und da er dank Nawatu völlig abgebrannt war, würde das wohl noch eine Zeitlang dauern. Nawatu hatte ihm alles weggenommen, ausser sein mieses Gefolge als Leichen zurückzulassen in seiner Höhle. Sie lachte laut auf bei dem Gedanken. Dieses kleine verrückte Dorfkind. Hielt sich den Kopf, sie fand das zu lustig. Oh ja, er würde toben und fluchen. Sie rechnete fest mit ihm. Aber nicht heute und auch nicht morgen. Sie taxierte, dass er nach einigen Raubüberfällen und Dorfplünderungen in den nächsten Wochen hier mit seinem Gesindel, seiner neuen Truppe aufschlagen würde. Sollte er meinen, sie mit Gewalt zu brechen, so würde er erleben, wie er dabei unterging. Mit ihrem Speer würde sie ihn die Eingeweiden entlang zum Himmel darbieten. Ja, sie würde ihn lebendig häuten. Er hatte es nicht anders verdient. "Gut," und nun stiess sie ihre Verwünschungen laut in die Ferne hinaus, "dann werde ich dich begrüssen und du wirst für alles büssen, was du Turiya, Nawatu und mir, Turiyas Familie und allen anderen an Leid angetan hast. Du bist schon jetzt seelenlos und ich erwarte dich. Dann bist du tot und kannst deine Schmerzen aus deinem Körper schreien. Und zwischen dir und der Sonne liegen Welten und deine eigene Haut versperrt dir die Sicht bis du vertrocknet bist."  

Ihre eigenen Wunden beachtete sie kaum noch, da sie nun immer schneller heilten und das ständige Kribbeln und die Wärme an diesen Stellen empfand sie als angenehm, kratzte sich nicht andauernd. Sie löste ihren letzten Verband, auch den Lendenschurz, war nun ganz nackt und kam auf dem Rücken zum Liegen. Sie atmete tief und erleichtert durch, genoss die kühlende Frische der Nacht. Dann tastete sie hinter ihrer Brust leicht an der wunden verkrusteten und geschwollenen Stelle herum. Es sickerte noch etwas, juckte und kribbelte, dann zog es zunehmend tief stechend. Sie mußte sich vorsehen. Sie schaute auf ihren Klumpfuss mit dem festen Wickel und unterdrückte ihren Ärger noch so unbeweglich zu sein. “Na, jedenfalls besser als abgehackt, Nawatu!” Sie verdrehte ihre Augen, schüttelte den Kopf. Bei Mitra, das war nicht geschehen. Dann streckte sie ihre Arme weit aus, sog in sich die klare Mitternachtsluft ein, vernahm die Stille der Berge und versuchte neue Gedanken zu fassen. Sie tauchte ab in Regionen dieser Welt, die für niemanden erreichbar waren. Ihr mitranisches Mal auf ihrer Brust schimmerte im kalten Mondlicht wie ein mächtiges Siegel rabenschwarz. Es war wie die Dunkelheit der Nacht und öffnete ein Portal zum Innern ihrer Seele. Der Mond war aufgegangen und sein blauweisses Licht durchflutete erst ihren Körper, dann erfüllte es ihr Herz und schliesslich erreichte es ihren Geist. Ihr war, als würde sie alles Lebende in sich aufnehmen, das Flüstern der Blättern im Wald, das Zischen der Schlange auf einem Ast, ja selbst das Stimmgewirr einer weit entfernten Stadt drang zu ihr herüber, als ob sie sich schwebend näherte. Dann hob sie ab, es umgab sie das wälzende Wehen der Wolken und sie tauchte schwerelos in die Sternenwelt ein. Sie verschwand in einem Sog, einem mächtigen Strudel, ging unter im Nichts.



Sonntag, 16. Oktober 2011

Belite VI: "Schändung und Vergeltung"

Turiya drehte sich um, die Luft war rein. Sie rannte los. Da waren ihre Sachen auch schon. Sie beugte sich vor und packte alles zusammen. Der Boden war übersät mit den Pfeilen der Menschenfresser. Manche schienen noch nutzbar zu sein. Sie wählte einige Brauchbare aus, aber sie waren fast alle von miserabler Verarbeitung im Vergleich zu ihren aquilonischen und die Bogenschützen des Shamar-Clans waren über die Landesgrenzen hinweg für ihre Bogenschiesskunst und hervorragenden Bögen und Pfeile bekannt. Dann erhob sie sich aus der Hocke und schaute sich erneut um. Der Dolch und das Seidentuch da hinten, sie schüttelte über sich selbst den Kopf, so spät daran gedacht zu haben. Sie beugte sich vor und griff weitgestreckt danach. In ihr blitzte ein allumfassender dumpfer Knall und sie versank in bewusstlose Dunkelheit.

Als Turiya ihre Augen wieder öffnete, lag sie nackt auf dem hartsandigen Boden einer Höhle und blickte auf die vielen Wölbungen und Vertiefungen einer bizarren Felsdecke, die sie fratzengleich anstarrte. Diese Muster schienen sie wie böse Dämonen schrecklich und verhöhnend anzulachen, bewegten sich im entfernt flackernden Feuerlicht. Sie war benommen, ihre alten Rückenprellungen taten weh und auch die alte Wunde an ihrem Ellenbogen klopfte schmerzhaft. Ein dumpfer Druck schob sich gegen ihre Schädeldeckel und sie spürte das Ziehen einer Beule am Hinterkopf. Die Fesselung ihrer Handgelenke presste ihre Knöchel. Sie begann daran zu zerren, gab es aber gleich wieder auf. Es war sinnlos. Hände und Füsse waren an den Gelenken nach hinten zusammengebunden. Auch ihr Hals war mit einem Strick damit verknüpft.

Kalter Schweiss lief an ihrem nackten Körper herunter. Es gelang ihr nach einigen Mühen, sich aufzurichten und in die Kniehocke zu kommen. Die Leinen zogen dabei nur wenig an ihrem Hals, scheuerten auch nicht. Aber das würden sie tun, wenn sie sich häufig bewegen oder sogar daran ziehen würde. Sie sah entfernt weiter vorne das Lagerfeuer an dem zwei der Menschenfresser saßen. Sie drehten sich zu ihr um, starrten sie an, dann palaverten sie aufgeregt weiter, ohne sie weiter zu beachten. Ein Dritter setzte sich dazu. Auch er blickte zu ihr rüber und sie fühlte, wie er nach ihr gierte. Dann konzentrierte auch er sich auf das Palaver mit den anderen.

Sie schaute langsam an sich hinab, auf ihre Schenkel und von dort auf ihre Scham. Ein unheimliches Ziehen durchströmte ihren Unterleib. Sie würden sie vergewaltigen. Ein Schaudern überzog ihre Gedanken und eisige Furcht vor einem qualvollen Tod stieg in ihr auf. Sie senkte tief gedemütigt ihren Kopf, ihr Körper neigte sich ausgeliefert vor und ihre Mundwinkel zuckten fortwährend, Tränen rannen an ihren Wangen herab. Ihr wurde schlecht bei dem Gedanken an die, die sie geraubt und gefangen hatten. Sie schluckte würgend, hielt es zurück, atmete heftig. Es waren die gleichen, die ihre Familie geschändet, teils zerstückelt und stückweise auch gefressen hatten. Sie schüttelte sich, um sich von der erstickenden Apathie zu befreien, stemmte sich dagegen, riss sich energisch mit aller psychischer Kraft zusammen. Ihr Wille und ihre Wut waren stärker als ihre Verlorenheit. Sie mußte das durchstehen. Nur wenn sie sich unterwerfen würde, ihre Erniedrigung nicht erleiden, sondern erdulden würde, hatte sie eine geringe Chance ihren Tod hinauszuschieben. So meinte sie beurteilen zu können und so hatte sie es damals beobachtet. Alle leisteten Widerstand, ergaben sich nicht ihrem Los und starben allein deshalb vorzeitig einen langsamen Tod. Aber sie wollte überleben, fasste den Plan sich hinzugeben, Zeit zu schinden und keinen sichtbaren Widerstand zu zeigen, sondern bereitwillig ihre Demütigung mit schmachvoll erzwungener Lust zu erfüllen. Sie wollte nicht hilflos schreien oder widerspenstig zerren. Sie würde es ihnen geben, um am Ende frei zu sein.

Sie verstand was davon, von lustvoller Hingabe, mehr als alle ihre Geschwister, denn als Amme des Clanfürsten stand sie auch für die Dinge der Lust zur Verfügung. Der Clanfürst selbst hatte eher selten davon Gebrauch gemacht, sie war nur für die Vorbereitung, für das Vorspiel zuständig, dann widmete er sich seinen Frauen. Seine Söhne waren da eifriger, liessen sich schnell mal verwöhnen, aber es war nie Liebe und sie trieben es nur um Spass zu haben. Es stand ihnen zu und sie machte es gern, empfand grosse Lust vor allem mit beiden zusammen zur gleichen Zeit. Niemand hatte öffentlich davon erfahren, aber jeder im Dorf wusste es, denn die Aufgaben einer Amme waren bekanntlich weit gefasst. Es kam darauf an, eine Schwangerschaft unbedingt zu vermeiden, da der Amme dann der Tod als Strafe drohte. Die Ammen rieben deshalb ihre Scheide und den Gebärmuttermund mit saurer Milch und einer Honigsalzölmischung ein, kauten getränkte Weidenblätter oder sie trieben rechtzeitig ab, verschwanden bis zur Hochschwangerschaft an einen geheimen Ort, wobei sie nach der Geburt das Kind sofort töteten und verscharrten.

Sie hoffte, sie würde als Lustsklavin wertvolle Zeit gewinnen bis Nawatu sie hier finden würde. Nawatu würde kommen und sie befreien. Da war sie sich sicher. Was sie mit ihr erlebt und gesehen hatte, war unfassbare Magie und deshalb wusste sie, dass Nawatu es schaffen würde. Doch wieviele waren es? Drei sassen noch am Lagerfeuer, einen sah sie weiter entfernt am Eingang. Sie erkannte gleich, dass er eine Falle legte. Wie sollte Nawatu dann in die Höhle gelangen? Turiya war klar, da half nur eine List, denn solche Eingangsfallen waren allgemein verbreitet. Wenn Nawatu soetwas nicht wissen sollte, weil sie doch ein naturverbundenes Dorfkind ohne kriegerische Ausbildung war, so hatte sie doch Belite als Ratgeber, so hoffte sie. Belite würde um solche Dinge wissen. Dann entdeckte sie noch einen weiter hinten Sachen packen. Es waren also noch fünf. Wie sollte Nawatu das schaffen ? Es waren wilde, wenn auch primitive Krieger. Mit ihrem Zauber wäre es ein Leichtes, aber was, wenn dieser versagte ? Sie wusste darum, dass Rituale und Magie oft eine Ruhezeit benötigten, um erneut ihre Macht entfalten zu können. So hatten die Magier der Shamar es ihr anvertraut, aber die hatten nicht im geringsten solche Kräfte, wie sie sie an Nawatu erlebt hatte. Turiyas Gedanken kreisten wie verrückt um diese Fragen, die immerzu neu aufbrachen wie widerliche Geister, sie von ihrem trostlosen Zustand ablenkten, denn immer, wenn sie zu ihrem Verstand zurückfand, setzte Furcht und Verzweiflung ein.

Auf einmal erhob sich einer, blickte zu ihr rüber und kam schnell näher. Allein. Er baute sich vor ihr auf. Sie kniete etwas gebeugt in der Hocke vor ihm, senkte ihren Kopf gedemütigt. Er fasste ihre Haare und zog sie hoch. Liess sie dann nach einem kurzen Moment los und sie bewahrte ihre Haltung. Ihre Blicke verhakten sich. Seine Augen bohrten tief in ihr Inneres hinein. Ihr war, als wollten sie es verbrennen. Sie wandte sich aber nicht angstvoll ab, schaute ihn nur leeren Blickes an. Sie überragte ihn, schaute auf ihn herab. Sein Kopf reichte gerade bis zu ihren grossen Brüsten. In ihm steckte soviel animalische Stärke und Gewalt, wie sie es noch nie an jemanden gesehen hatte. Er spannte seine Muskeln wie eine Drohgebärde seiner körperlichen Überlegenheit. Er war kleinwüchsig, aber sehr stämmig gebaut und an allen Stellen seines Körpers voller Muskelpakete. Mächtige Bizeps und Oberschenkel, starke gewölbte Bauchmuskulatur, kurzer breiter Stiernackenhals, der in die mächtigen Schultern überging mit überbordener Bärenkraft. Viele Narben zeugten von schweren Kämpfen. Tätowierungen erzählten die Geschichten dazu. Er war mit enganliegenden vergoldeten Knochenschmuck behangen, als Insignien seiner Führerschaft. Wo er war, herrschte Einschüchterung, Tod und Verderben. Wer ihm diente, gehörte ihm, unterstand seinem unbedingten Willen, wurde versklavt oder fand einen grausamen Tod.

Er grinste sie an, schnalzte mit der Zunge. Dann hob er seinen rechten Arm, winkte die anderen heran, deutete auf ihre Fesseln und seine Hand bewegte sich dabei kreisend schnell hin und her, so als würde er einen Flaschenzug Befehle erteilen. Ehe Turiya klar war, was mit ihr geschah, hatten sie einen starken Stab durch die Ösen ihrer Fesseln getrieben, sie aufgezogen und hievten sie in die Höhe. Sie baumelte nun in Brustlage leicht aufgerichtet mit dem Oberkörper nach vorn und durchgestreckten Rücken vor ihm hin und her. Er packte ihre Schulter und gab ihr einen Stoss, sodass sie sich um die eigene Achse drehte. Dann stoppte er sie, hielt sie an ihrem rechten Busen fest, der sich mit ausbremsenden Schwung in die Länge dehnte. Er grinste sie breit an während sie ihr Gesicht vom reissend schmerzenden Ziehen ihrer Brust verzog. Ihre grossen Brüste waren nun dicht vor ihm in Augenhöhe, baumelten wie lang und voll gefüllte Beutel hin und her. Seine rauhen und starken Hände grub er wie Pranken darin hinein, knetete, wühlte und presste. “Seht euch das an. Die hat Zitzen !” sagte er in einer fremden Sprache zu den anderen, die sie nicht verstand und hielt sie auf seinen Händen hoch. Dann klemmte er mit seinen Fingern ihren Brustvorhof zusammen und zog ihre Brüste lang. Ein stechender und brennender Dehnungschmerz durchfuhr Turiyas Körper bis ins Rückgrat, aber sie schrie nicht, zwang sich nicht zu schreien. Sie war eine Kriegerin, beherrschte ihren Schmerz. Dann liess er sie los und zurückspringen. “Sind das Rieseneuter. Boah, die sind voll. Genug für uns alle.” Wiederholte dies ein paarmal mit beiden Busen gleichzeitig. “Seht ! Da kommt was raus.” Er presste und drückte Milch heraus. Er wiederholte dies während er mit der anderen Hand ihren Brustansatz zusammendrückte und ihren Busen wie eine grosse Pampelmuse aufpumpte. Turiya wand sich vor Schmerzen, drückte mit ihren starken Muskeln, zerrte an ihren Fesseln, die sich blutig verfärbten, war aber in ihrer ausgelieferten Lage ohne Bewegungsspielraum. “Hey! Seht sie euch an. Nicht nur dicke Euter wie eine Amme, sondern auch Muskeln wie ein Leopard. Das gibt es nicht. Sowas hab ich noch nicht gesehen. Ist die heiss Mann !” Er lachte wiehernd, schlug sich krümmend auf die mächtigen Schenkel und die anderen stimmten laut in ein schallendes Gelächter mit ihm ein. Er bückte sich, um ihre Milch zu schlecken, spritzte noch ein paarmal und tat es mit ihren anderen Busen auch. Dann zog er beide Busen an den Brustwarzen wie Tüten in die Länge, dass sie regelrecht zurückklatschten, als er sie losliess. Turiya schrie das erste Mal. Mit dem Handrücken schlug er ihr daraufhin ins Gesicht sodass ihre Lippen aufplatzten, versetzte ihr einen weiteren Hieb auf das linke Auge. “Halts Maul Schlampe! Halt die Fresse sag ich dir!” Dann hob er ihre prallen Brüste hoch und begann damit, sie wie Pudding laut platschend hüpfen zu lassen. Der Schwung wurde immer kraftvoller und ihre Brüste schnellten in die Höhe und dehnten sich weit. Seine rauhen harten Hände versetzen dabei ihren weichen Brüsten massive Schläge und die Schmerzen zogen bis in die ihre Magengrube.

Dann hörte er auf, wandte sich zu den anderen. “Einfach riesengrosse Titten. Die halten was aus. Hier seht die Dehnungstreifen, die war schon übervoll. Sie ist eine Amme. Dann soll sie uns auch bedienen."  Er zog nun zwei Stricke hervor. "Kommt! Bevor wir unseren Samen geben, spendet sie uns Milch. " Er lachte und die anderen auch, die sich nun auch vor ihr stellten. Sie w
ickelten die Stricke fest um ihre Brüste, zogen diese weitestmöglichst in einer beweglichen Schlaufe zu einem pressenden Ring zusammen. Wie gewaltig gespannte Blasen richteten ihre Busen nun auf. Mit ihren Fingern puhlten sie an ihren Nippeln, die wie dicke Propfen steif und lang hervorstachen und sich öffneten. Milch trat aus und tropfte immer schneller herunter. Dann zogen sie die Schlaufe langsam quetschend fester, die Milch sprühte unablässlich in feinen Strahlen, die sie mit einem gespannten Ledertuch auffingen. Das Gestöhne und Gewimmer von Turiya ignorierten sie völlig. Im Gegenteil, es machte sie an. In langsam rutschenden Bewegungen, die die Haut blutig scheuerten, pullten sie die Schnüre noch fester, sodass sich ihre nun dunkelrot angelaufenen Busen schliesslich restlos leerten. Das mit Turiyas Milch gefüllte Ledertuch reichten sie nun reihum, sodass jeder einen kräftigen Schluck nahm. Die quetschenden Stricke, die sich langsam blutig verfärbten und ihre blank aufgeblähten Busen, die im weiteren Verlauf der Torturen langsam vom dunkelrot ins rotbraunbläulichschimmernde steif und fest verharrten, lösten sie nicht.  

"Guckt sie euch an." Er zwackte ihr an verschieden Stellen ins Fleisch. Zog und drehte schmerzhaft daran. “Mann was für Muskeln. Und ein Frau, nicht fett und waberig wie die anderen." Er boxte ihr in die Schenkel. “Mann, ihre Schenkel. Ihr habt gesehen, wie sie geschossen hat. Sie ist eine weisse Kriegsamme und eine Hure dazu. Eine Milchamme für ihre Sippschaft und eine Nutte für den ganzen Clan !” Sie lachten abermals. Dann schaute er sie stechend an: “Aber jetzt tust du das für uns !” Sie johlten allesamt. Dann nahm er seinen Dolch, hob seinen rechten Arm über ihren Kopf, der linke fasste an den langen blonden Haarschopf und er schnitt ihr die überstehenden langen Haare mit einem Ruck ab. “Blond. Wie das glänzt!.” Er zog ihre abgetrennten Haare straff, es war fast ein Meter, liess sie kreisen und wickelte sie um seinen Hals und verknotete sie als Zeichen für seinen Besitzanspruch. Dann griff er ihr in den Schritt und zog an ihren buschig dichten, blonden Schamhaaren, sodass ihr Körper sich langsam in die Höhe aufbäumte. Turiya presste schmerzverzerrt Augen und Mund aus Angst vor weiteren Schlägen ganz fest zusammen. Ihr linkes Auge wurde dick. Sie war jetzt völlig starr vor Schmerz und Anspannung und zitterte am ganzen Körper. “Na ?” sagte er zu ihr. "Du wirst doch gehorchen ?" Ihre Augen hatte sie voller Angst weit aufgerissen. Dann zu den anderen. “Wie sie guckt. Die hat Feuer. Ein weisses blondes feuriges Rasseweib. Welch ein Geschenk!” Er hielt sie nun mit ihrem ganzen Gewicht in der geraden Stellung an ihren Schamhaaren fest. Dann drang sein Mittelfinger wie ein dicker Knauf tief in sie ein. So hielt er sie jetzt fest. “Du bist jetzt mein, mach was ich will und du lebst oder du bist tot. Und denk daran: Beim ersten Mal tuts immer weh.” Dann zog er mit einem kräftigen Ruck die Brustschlaufe. Ihre Busen richteten sich wie aufgebläht noch steiler auf. Die Brüste hatten sich dunkelrot bis violett verfärbt und ihre starken Äderchen, die auch sonst ihre Busen wie ein fein schimmerndes und zierendes Geflecht durchzogen, waren krampfadrig angeschwollen. Turiya riss alle Nerven zusammen, fühlte eine Starre, die sie lähmte, dann atmete sie heftig, vermischte sich mit verzweifelten Entsetzen und blinder Wut. Ihr Körper war sehnig angespannt, zitterte heftig. Sie begann zu sabbern und zu schnauben, ihre Augen fielen in den Tränenfluss. "Spüre ich da noch etwas Widerstand ?" Turiya versuchte ihre Atmung zu beherrschen. "Gut, wer nicht hören will, muß fühlen." Es war auf einmal schrecklich still. "Du willst also nicht hören ?", dann zu den anderen gewandt. "Wozu braucht sie ihre Ohren noch ?"  Voll gespannter Erwartung nickten sie zustimmend, grinsten dabei schrecklich. Turiya, wie zu einer Säule erstarrt, wimmerte nun. "So ist richtig, aber Strafe muß sein." Noch immer hielt er sie an ihren Schamhaaren fest. Mit der anderen freien Hand nahm er seinen Dolch und trennte die Ohrmuscheln ab, sodass sie am Läppchen herunterhingen. Turiya blutete stark aus den Ohrstümpfen war aber jetzt völlig verstummt. Dann riss er erst das Linke ab, das andere dann auch und saugte daran. "Hmmm, wie das schmeckt." Während er sie weiter festhielt, ging er ein wenig um sie rum zu den anderen gewandt und drückte einem die abgeschnitteten Ohren in die Hand. "Tu sie ins Feuer. Ich liebe geröstete Weibsohren, meine Leckerei für unterwegs."  Dann zu Turiya: "Ich lass dich am Leben, aber wenn du rumzickst, verschone ich dich nicht. Es geht dann ganz schnell, schneller als du hören kannst." Er lachte auf und liess sie los. Sie fiel voller Schwung in die alte angewinkelte Schräglage zurück. Mit seiner linken Hand deutete er, sie etwas tiefer abzusenken, was auch sofort geschah. Dann befahl er mit einer flüchtigen Handbewegung, sie sollten sich hinter ihr stellen. “Sie wird mir jetzt einen blasen und ihr könnt sie ficken. Weitet sie dann. Wir werden es viele Tage tun bis sie reif für den Zirkus ist. Fickt sie, aber ich will sie lebendig. Setzt ihr so zu, dass sie nicht mehr flüchten kann. Sie muß aber heil bleiben, sonst verliert sie an Wert und Abdul Khan macht uns einen schlechten Preis. Aber an Schmerzen muß sie sich gewöhnen. Sie darf nicht zu schlimm aussehen. Habt ihr verstanden ! Ich breche noch heute Nacht auf. Schon morgen abend bin ich zurück. Abdul Khan wird sie mir aus den Händen reissen. Sie hat uns grossen Schaden zugefügt. Sie ersetzt uns unseren Verlust, den sie uns mit ihrer Hexenschlampe zugefügt hat. Die Tierarena wird ihre Belohnung sein. Sie werden alle johlen, nur um sie zu sehen. Sie wird die weisse Königin der Tiere sein. Wie lange ist es her, dass eine blonde Weisse mit Tieren gebumst hat ? Einen Hengst wird sie reiten. Ach, alle Tiere werden sie lieben und vor allem auch das Publikum !” Sie lachten erneut wiehernd auf. Dann liess er seinen Lendenschurz fallen, hielt seinen noch schlaffen beschnittenen Schwanz direkt vor ihr Gesicht. “Los, zeig was du kannst.” Sie, mehr von Schmerzen betäubt als bei klaren Verstand, glaubte nicht, was sie sah, er war sehr massig und groß. Sie öffnete ihren blutverschmierten Mund und er drückte ihn hinein. Allein schon mit seiner Eichel hatte sie den Mund voll. Doch zunächst entleerte er seine Blase. Sein Urin durchströmte ihren Mund, ihren Rachen und spülte die ausgetrocknete Speiseröhre hinab. “Oh Mann, hat sie Durst – schaut wie sie trinkt! Oh, wie das schmeckt!” Sie begann nun zu lutschen und seine starken Hände hielten ihren Kopf an den Haaren. Er half mit hastigen ruckvollen Bewegungen nach. “Seht, sie weiss wie es geht. Und wie sie es weiss. Sie ist eine elende Hure. Hab ich es nicht gesagt ? Ihr macht es nichts aus. Sie ist genau richtig für den Zirkus. Los, macht schon!” Sie spürte wie sie ihre Schenkel auseinanderbogen und sich der erste Ständer in sie hineinbohrte. Sie hatten sich bereits einen gewichst. Sie war noch trocken und es tat weh. Die beiden hinteren wechselten sich ab. Brutal hämmerten sie ihre Steifen in sie hinein. Beide hatten eine Rute aus Zweigen mit der sie dabei im Takt ihrer Stösse auf ihren Rücken schlugen. So machten sie weiter. Sie bestiegen sie wie Tiere. Hart mit roher Kraft und völlig triebversessen, doch zusätzlich mit menschlicher Geilheit und peitschender Gewalt.

In ihrem Mund wuchs sein Schwanz schnell zu einem harten Steifen heran, sie mußte immer schneller schlucken, hatte Angst zu ersticken, so riesig schien er tief in ihrem Rachen bis zur Kehle anzuschwellen. Mit jedem Stoss atmete sie schwerer, ihre Mundatmung versagte und sie schnaubte immer hastiger durch die Nase um Luft zu bekommen. Ihr war als müßte sie jeden Moment ersticken und die schnellen Schläge ihres Herzens klopften in ihrer Brust, schliesslich wie Paukenschläge ihre Rippen entlang. Sie wollte überleben, war voller panischer Angst. Die anderen klatschen häufig auf ihren Hintern wie bei einem Maulesel, um sie anzutreiben und geisselten sie weiter während sie fickten. Turiya fiel in einen entrückten tranceartigen Zustand indem Schmerzen und Orgasmen ineinander übergingen bis sie begann heftig zu ventilieren. Dann kam er, sein Samen ergoss sich in ihren Schlund. Er stemmte seinen Ständer noch einmal tief in ihren Rachen hinein, liess sie unentwegt schlucken, würgen, sie war völlig rot angelaufen und der salzige Schweiss brannte in ihren Augen. Er weidete sich daran. Dann liess er von ihr ab. Turiya prustete, rang wild nach Luft während die anderen ihr immer heftigere Stösse versetzten, die Körper aneinander klatschten. Es waren sehr brutale Stösse und Turiya war, als würden sie ihren Bauch sprengen. Dann kamen auch sie, der eine spritze alles auf ihren blutüberströmten Rücken, der einem lichterloh brennenden Flammenmeer des Schmerzes glich, der andere schoss seinen Samen tief in sie hinein. Als sie fertig waren, urinierten sie auf ihre offenen Wunden und ihren Nacken bis zu ihrem Kopf hinauf. Dann schlugen sie lachend noch mehrmals auf ihre Schenkel und Hintern. Es brannte alles fürchterlich und Turiya schrie laut auf. “Fresse, du Mistschlampe!” Einer schob nun beide Hände in sie hinein, dann ballte er eine zur Faust während er die andere rauszog. Drehte sie mehrmals in ihr herum und steckte bis zur Elle in ihr drin. Dann zog er sie heraus und beide schoben etwas Kaltes und Halbrundes in sie hinein. Drehten es und danach drückten sie ihre Schamlippen fest zusammen, verknoteten ihre Schamhaare mit einem Stöckchen um sie zu schliessen. Dann liessen sie von ihr ab und zogen sich zurück.

Sie baumelte noch eine Weile hin und her, unfähig klare Gedanken zu fassen, zerschmettert vom Sturm der mehrfachen Vergewaltigung. Je mehr sie wieder zu sich kam, desto mehr meldeten sich zuerst die Schmerzen zurück. Ihr geschwollenes Auge, ihre abgetrennten Ohren, ihr Hinterkopf, ihr aufgeschürfter Rücken, ihre strangulierten Brüste und ihre vom Ziehen blutunterlaufenden geschwollenen Brustspitzen brannten so stark, als würde ihre ganze Brust zerreissen. Ihr Unterleib stand unter Druck, dehnte sich immer stärker, das kalte Ding in ihrem Leib schien langsam und bedrohlich hart aufzuquellen. Vermutlich ein Pilz oder eine Frucht. Allumfassende Angst breitete sich wieder unheimlich in ihr aus, blockierte ihr Denken. Ihr schwante Fürchterliches, aber sie verdrängte den Gedanken daran, denn das wäre weit schrecklicher, als was sie sich vorstellen konnte. Sie ahnte, wenn Nawatu sie nicht befreien würde, stand ihr Schlimmeres bevor, als ihren Geschwistern. Sie hatte nichts von dem verstanden, was der Häuptling gesagt hatte, aber offenbar hatten sie sie aus ihrer Sicht noch verschont, waren es gewohnt zu schänden, lebendig zu zerstückeln. Sie war sich im Klaren, noch mit dem Leben davon gekommen zu sein, fragte sich, ob sie darüber froh sein sollte, fühlte sich ausgelaugt und niedergeschmettert.

Einer kam nach einer Weile zurück, reichte ihr eine hölzerne Schüssel hin. Er nahm ihren Kopf und tauchte ihn hinein. Sie sollte schlürfen und schlecken wie ein Tier. Turiya war durstig, ihre Kehle wie ausgebrannt, schleckte und schlürfte, leerte die Schüssel, auch aus purer Angst vor weiteren Schlägen. “So, brav,” raunzte er. Es war irgendein dickflüssiges Gebräu, das sie nicht kannte. Sie hatte endlich wieder Geschmack im Mund. Er befahl ihr die Schüssel sauber zu lecken, indem er ihr Gesicht nochmal kurz und schmerzhaft drauf drückte. Sie tat dies, dann drehte er sich um und verschwand. Wenn sie sie fütterten, würden sie sie noch am Leben halten, kam ihr sofort der Gedanke. Töten würden sie sie nicht, höchstens im Rausch. Sie war jetzt ihre Sklavin, weniger wert als ein Tier. Trotzdem schöpfte sie Überlebenskraft, Lebensmut wollte sie es nicht nennen. Würde alles über sich ergehen lassen. Sie wusste jetzt, gefügig sein, reichte ihnen nicht. Sie mußte sich ganz und gar ergeben. Nawatu würde sie finden und befreien. Das war ihre letzte doch schon jetzt weitentrückte Hoffnung. Wenn nicht hier, dann auf dem Weg dorthin, wo man sie hinschaffen würde. Nawatu würde ihren Spuren folgen. Der Druck in ihrem Unterleib nahm zu, drückte und dehnte nach allen Seiten, nahm immer mehr ihre Gedanken in Besitz. Ihr Körper ruckte von Nervenzuckungen geplagt immer wieder beissend zusammen. Ihr schien, als kämen die Schmerzen jetzt von überall. Alles in ihrem Unterleib schien auseinanderzuplatzen. Sie konnte nicht mehr, der Damm war gebrochen. Sie fing an zu wimmern und zu jaulen, nicht dass sie es wollte, es brach körperlich aus ihr heraus. Es war der völlige seelische Zusammenbruch. So sah sich einer genötigt, sich vom Lager aufzuraffen und sie erneut aufzusuchen. Er schlug ihr kräftig ins Gesicht. Dann trieb er ihr einen Ballen in den Mund. Er knebelte sie regelrecht. Ihr Wehklagen wollten sie am Lagerfeuer nicht hören. Es störte ihre angeregte Unterhaltung beim Spielen. Es war ein beliebtes und fesselndes Steinchenspiel, wo es darum ging, dem anderen geschickt die Steine abzuluchsen. In der Höhle hatte ihr Wimmern einen schauderhaften Klang, schien gespenstisch aus allen Ritzen der Höhlenwände zu kommen. Es war einfach unerträglich. Deshalb verlangten sie Ruhe und knebelten sie. 

Nawatu kroch ächzend eine kleine leicht ansteigende natürliche Röhre im Fels hinauf. Sie mußte sich hindurchzwängen, aber Belite hatte es auch schon einmal geschafft und sie selbst war kleiner und schlanker. Ihre Ellenbogen scheuerten sich wund und sie spuckte häufig vor sich zur Seite aus. Sie durfte nur nicht zuviel Geräusche machen. Ansonsten war die Steinröhre ziemlich glatt, sandig und staubig. Heftige Regenfälle spülten sie aus und auch die Abfälle aus Kot. Sie konnte nach einer kleinen Kurve das Ende erkennen. Es war das Kotloch, da wo die Höhlenbewohner ihre Notdurft verrichteten. So gelangte sie unbemerkt in die Höhle, wo die Menschenfresser Turiya quälten und schändeten. Ihre Turiya. “Die Schweine!” ächzte sie. Hier würde sie ihren ersten Schlag ausführen. Ein stinkender und schmutziger Schlag, aber lautlos und tödlich. Sie war mit zwei giftigen Dolchen bewaffnet, einem Wurfbeil und einem Speer. Belite hatte ein ganzes Arsenal im Lager, eine richtige Waffenkammer, für jeden Zweck genau das Richtige. Nawatu grinste über beide Backen. Sie freute sich auf das was kommen würde. Egal wie es endete, es war das, was sie wollte. Turiya befreien oder sterben.

Am Ende angekommen zwängte sie sich heraus, sie war dabei lautlos wie eine Echse. Sie stand mit den Füssen inmitten von Knochen- und verdörrten Fleischresten und Kot. Ob sie schon gefressen hatten? Menschenfleisch. Allein der Gedanke daran schäumte in Nawatu unheimliche Wut herauf. Aber dann grinste sie wieder. Sehr gut, dachte sie sich, alles verlief nach Plan, genau wie es Belite gesagt hatte. Vermutlich sassen sie noch am Feuer und palaverten. Vielleicht schliefen sie schon. Ein unerklärliches Überlegenheitsgefühl stieg in ihr auf. Sie war sich sicher, erfolgreich zu sein. Es war alles wie ein schwindelerregender Traum. Ihre Zauber hatten momentan keine Kraft, hatte Belite gesagt und trotzdem würde sie es schaffen. Sie mußte nur seelisch ruhig und geistig kühl sein und warten. “Überwinde deine Gefühle, schalte sie einmal in deinem Leben ab. Ich weiss, dass es dir schwer fällt, Nawatu, da du ein Gefühlswesen bist. Aber tue es. Für Turiya. Für dich. Und für mich. Für uns alle. Oder du bist tot.” Das waren Belites Worte. Die Wache würde sicher noch weiter was essen und trinken zwischendurch, allein aus Langeweile und um wach zu bleiben. Dann würde alles blitzschnell gehen. Nur ein Stoss. Ganz gezielt. Er würde nichtmal schreien, hatte sie gesagt, wenn der Stoss blitzschnell nach der Ausatmung tief genug eindringen würde. Ihm würde einfach die Luft weggesaugt durch einen tiefen Schmerz im Magen. Er würde lautlos und verkrampft würgen und sich übergeben. Darauf käme es an. So hockte Nawatu völlig unbemerkt und nicht sichtbar eine ganze Zeit in Lauerstellung in der dunklen Kotgrube. Dann kamen Schritte näher. Jetzt ging es sehr schnell. Alles lief bei ihr auf Hochtouren und sie hielt den Speer in Schrägstellung, ging in die Hocke. Sie spannte ihre kleinen Muskeln an, nahm ihre ganze Kraft zusammen. Nun kam der schlimme Augenblick, der sie nicht durcheinanderbringen durfte. Sein nackter Hintern ragte genau über ihren Kopf über den Grubenrand. Erst piehte er, sein Urin spritzte an die Grubenwand, dann begann er zu pressen. Sie mußte dies noch abwarten. “Warte ab, bis er ausatmet, dann stoss so tief wie möglich zu mit deiner ganzen Kraft. Halte ihn fest, treib nachschiebend den Speer immer tiefer in ihn hinein, so als wolltest du ihn eiligst stopfen. Seine Organe sind weich. Sein eigenes Gewicht wird das übrige tun. Du wirst sehen, es geht ganz leicht. Bleib fest stehen. Ändere deine Stellung nicht. Spiess ihn von unten regelrecht auf. Er wird mehrere Male zucken. Dann ist es vorbei. Setzte ihn rechtzeitig mit dem Speerende ab. Der Speer ist lang und steif genug. Du kannst ihn regelrecht festklemmen. Er wird seine Stellung nicht verändern. Aus der Entfernung wird es aussehen, als würde er dort noch sitzen.” Das waren ihre Worte. Jetzt kam ihr alles entgegen direkt in ihr Gesicht und auf ihren Schultern lief es ihren Oberkörper herab. Sie konnte sein stöhnendes Ausatmen hören. Jetzt. Ihr Speer durchbohrte seinen Darmausgang drang steil und glatt mit der scharfen Spitze in sein Inneres ein. Mit einer Riesenkraftanstrengung schob sie nach. Immer wieder. Es ging leichter als sie gedacht hatte. Und tatsächlich, sie hörte nichts. Kein grelles Schreien. Nur blubbern vom Blut und Gebrochenen, das aus seinem Mund die Brust herunter nach unten tropfte. Das Rucken seines Körpers bewirkte nicht einmal ein Ändern seiner Position und war weniger stark als Belite es beschrieben hatte. Selbst seine Beine blieben in der angewinkelten Hockstellung während der Speer nun durch seine Organe im Brustkorb drang. Nawatu stellte ihn ab. Sie war über den ganzen nackten Körper von Blut, Schleim und Kot besudelt. Sie mußte es sich schnell abwischen. “Dann säubere dich mit Salzwasser, so gut du kannst. Der Gestank würde dich sonst verraten. Nimm einen grossen Beutel mit. Reib deinen ganzen Körper damit ein, es laugt die Haut aus und entzieht ihm den Geruch. Deshalb lass auch den Lederharnisch hier, den kriegt man nach so einer Sauerei nicht sauber. Nawatu, wie ich dich kenne, nackt und unbekleidet kämpfst du sowieso am besten. Trage nur deinen Lederrock, den Brustschutz, deine Bundschuhe und die Gürtel für deine Waffen und die Rückenschlaufe für den Speer. Den Brustschutz lege in der Grube ab, damit er nicht beschmutzt. Aber du brauchst ihn unbedingt, um durch die Röhre zu krabbeln. Die Geräusche der Waschung können dich nicht verraten, da es sich wie Durchfall anhört. Sein organischer Durchfall.” Sie erinnerte sich an Belites vielsagenes kurzes Grinsen dabei. Ihr trockener schwarzer Humor verhöhnte schon jetzt die Menschenfresser und das gab Nawatu unheimlichen Mut.

In der Grube stehend konnte sie noch nicht drüber schauen. Man konnte sie nicht sehen, zumal von oben die Grube völlig dunkel war. Sie wusch alles soweit es ging ab. Dann kletterte sie vorsichtig aus der Grube heraus. Der Leichnam neben ihr hockte da, als wäre er nicht tot, selbst der Kopf starrte aufrecht. Nawatu staunte über sich selbst. Sie hatte die Wache lautlos beim Verrichten der Notdurft ausgeschaltet. Die Speerspitze hatte sich irgendwo in seiner Wirbelsäule am Halsansatz verhakt. “Drück seinen Kopf vorsichtig in eine natürliche Haltung.” Sie wandte sich ab und blickte zum Lagerfeuer, dass schon ziemlich abgebrannt war. Sie schliefen. Es waren zwei. Der Dritte lag in der Nähe von Turiya. Sie konnte Turiya schemenhaft erkennen. Sie hing geknebelt und an einem Stab gefesselt in der Luft. Wie ein geschundenes Tier,  die steif aufgeblähten und strangulierten Busen nach unten hängend. Drehte sich langsam im leichten Windsog der Höhle um die eigene Achse. Vor und zurück. Da jemand in ihrer Nähe lag, wusste sie, dass Turiya noch leben würde. Nawatu freute sich. “Dann schleich dich heran, wie das geht, weisst du selbst am besten.” Gleich ist alles vorbei, dachte sie.

Die Höhle war so dunkel, sodass sie sich an deren Rändern unbemerkt im Schatten bewegen konnte. Nawatu sah zum Eingang, sah die Leine, die zur Falle führte. Ja, das hatte ihnen nichts genutzt. Sie wusste schon jetzt, dass es höchstens einen Kampf mit Nummer drei geben würde, wenn überhaupt. Aber nur, wenn er etwas merken würde. Sie nahm nun ihre venoyhanischen Dolche und wie ein Schatten schlich sie zu ihnen zum Lagerfeuer. Die Schnitte durch die Halskehlen bis zur Wirbelsäule führte sie so aus, wie Belite es ihr erklärt hatte, denn auch sowas hatte sie noch nie zuvor getan. “Du wirst dich wundern, es geht unheimlich weich und rasch. Der Anschnitt muß von deiner Seite zu dir hin erfolgen, dann spritzt das Blut nur in deine Richtung. So tötest du richtig.” Die Körper der Schlafenden ruckten nur mit vom Tode erschrockenen Augen und aufgerissenen stimmlos röchelnden Mündern. Es gab keinen Impuls mehr vom Gehirn, der Glieder hätte wecken können. Der Kopf war bis zum Knochen abgetrennt.

Schleichend bewegte sich Nawatu blutüberströmt zur Stelle, wo Turiya hing. Sie dämmerte vor sich hin, stöhnte hin und wieder, hatte offensichtlich starke Schmerzen, bemerkte Nawatu aber nicht, war wohl weggetreten. Der Menschenfresser wälzte sich auf einmal herum. Die hasserfüllten Blicke kreuzten sich. Er versuchte mit seinem Körper zu entfliehen und auszuweichen, stob heftig Sand auf und eine Machete blitzte in seiner Hand, doch das Wurfbeil Nawatus traf ihn bereits mitten im Bauch. Es gab keinen Kampf mehr. Er ächzte, ihm blieb einfach die Luft weg, lag auf dem Rücken und fasste den Stiel des Beils mit beiden Armen, wollte ihn herausziehen, schaffte es doch nicht aus Angst zu verbluten, hielt das Beil daraufhin krampfhaft fest. Dann starrte er schwer atmend zur Decke. Seine Augen waren voller Anstrengung und Überlebensangst. So blieb er liegen, völlig entrückt, starrte er seinen eigenen Leib und das Ding darin an. Dann begann er zu kriechen, versuchte zur Höhlenwand zu gelangen. Schliesslich lehnte er sich und mit beiden Händen das in seinem Bauch steckende Beil festhaltend dort völlig erschöpft an.


Belite hatte in allem recht behalten. Nawatu sah zu Turiya. Ihren geschundenen Zustand. Ihr Körper übersät mit Prellungen und Blutergüssen. Sie war geknebelt und gefesselt wie ein elendes Tier. Ihre wunderschönen Haare waren runtergestutzt und struppig. Ihre Ohrstümpfe waren verkrustet. Sie zerrte jetzt ungehalten und verzweifelt an den Stricken, ihre Gelenke aufgerissen, ihr Rücken von den Rutenschlägen in Striemen blutig aufgeschlagen. Ihr Überlebensdrang war ungebrochen. Überall war der Körper mit aufgeplatzten Kneifstellen übersät. Es mußte alles fürchterlich brennen. Ihre grossen schweren Brüste waren dunkelbläulich verfärbt und steif angeschwollen von rötlichen geplatzten Äderchen durchzogen, traten einige davon bedrohlich wie dicke Krampfadern hervor. Ihre Brustspitzen vom Pressen und Kneifen dick und blutig. Ihre Lippen aufgeplatzt und ein zugequollenes Auge blinzelte Nawatu blutunterlaufen und glasig an. Ihr heiles Auge hatte sie flehend aufgerissen. Pure Angst der Unentrinnbarkeit und der Schrecken der Unterwerfung sprachen aus ihnen. Sie stöhnte nun immer lauter unter dem Knebel, so laut und mächtig sie konnte. Sie rang um Hilfe und Befreiung.

Nawatu konnte es sich nicht erklären, war wie festgefahren. Sie war nicht imstande auf Turiya zuzugehen, sie zu entknebeln und ihre Fesseln zu lösen. Sie spürte wie etwas stärker war, sie lähmte und grollender Zorn in ihr aufstieg. Es schien aus ihrem Unterleib, ihrem Rückrat emporzukriechen. Es brodelte in ihr so, als wollte sie auf einmal schäumend überlaufen. Sie hatte die ganze Zeit eiskalt wie ein gedungener Mörder alle dahingemetzelt. Ihre Gefühle waren wie ausgeschaltet gewesen, so wie es Belite ihr zum Überleben im Kampf dringend angeraten hatte. Über die Perfektion wie sie es tat, war sie überrascht, aber jede Bewegung folgte den Worten Belites wie im Gebet. “Sei immer ruhig, gleichgültig und ohne Aufregung. Verliere niemals die Beherrschung. Dann tötest du sicher und schneller, als du denken kannst.” Nun brach es rasend, wild und befreiend aus ihr heraus. Sie schrie entsetzlich, streckte sich, riss ihre Arme auseinander und drehte sich wie eine fauchende in Blut getränkte Furie zu dem Schwerverletzten um, der sich gegen die Höhlenwand lehnend etwas aufgerichtet hatte. Dann ging sie langsam zu ihm, jeder knirschende Schritt war in ihrem Innern wie ein malmendes Stampfen. Sie blieb vor ihm stehen und musterte ihn kühl, blickte lauchernd auf ihn herab. Er war noch bei Bewusstsein, nahm ihre nackte und dunkle Erscheinung noch wahr, litt aber bereits an dem starken Blutverlust und innerer Blutung. “Na, hast du Spass mit ihr gehabt ?” Sie beherrschte seine Sprache und er blickte sie darüber verstörrt an, hielt verkrampft den Stiel der kleinen Wurfaxt, aber ohne wirkliche Kraft. Dann nickte er. Schwerverwundete lügen nicht, suchen nach Zustimmung und Gemeinsamkeit. Er war bereits zu schwach um noch inneren Widerstand zu leisten und es war unklar, ob er Nawatu überhaupt erkannte. "Das hast du gut gemacht, ich helfe dir,” fuhr Nawatu fort, grinste ihn unterwürfig und einfühlend wie eine mildtätige Schwester an und ging dabei in die Hocke. Den Schnitt, der sein Glied entfernte, spürte er offenbar nicht, da sein Unterleib unterhalb der Hüfte bereits taub war. Sein Blutverlust beschleunigte sich jetzt rapide. “Schau, was ich dir mitgebracht habe.” Sie hielt ihm sein abgetrenntes Glied hin. Sein Blick wurde trüber. Es war unklar, ob er es noch als solches erkannte. “Komm, das wird dir gut tun. Dieser Wurm ist süsse Medizin.” Er öffnete tatsächlich, hilflos, fügsam nach seinen entschwindenen Leben ringend seinen Mund. “Brav, so ist es fein.” Sie steckte es nun mit dem blutigen Stumpf zuvorderst hinein, sodass nur noch die Eichel herausragte. Dann stand sie auf und schüttelte sich lachend, verhöhnend und grimassenschneidend, wie in einem bösartigen Schauspiel mit vielen Verrenkungen, wohlwissend, dass es das Letzte war, was er von einem rangniederen weiblichen, dazu noch schwarzen Menschen wahrnehmen konnte. Das gab ihm dann den Rest, er sackte zusammen. Sie rückte seinen leblosen Körper noch etwas gerade zurecht. “So sitzt du richtig. Das wird deinem Häuptling sehr gefallen!” Der ungeheure Triumpf alle besiegt zu haben, entfesselte sie.  Völlig enthemmt und fröhlich gackernd, warf sie ihren Kopf schelmisch vergnügt in den Nacken, hopste dabei im Kreis und das Echo der Höhle trug ihr Gelächter gespenstisch und unendlich wiederholend in alle Abgründe der verwinkelten Tiefen hinab. Dann beruhigte sie sich vornübergebeugt mit ihren Armen auf ihre Knie stützend wandte sie sich von ihm ab.

    
Turiya war verstummt, war wie weggetreten und spürte ihren schmerzenden Körper nicht. Es war für sie als stünde die Zeit still. Sie hatte alles mitangesehen und auch die bösartig närrische Wandlung Nawatus mitbekommen. Als Nawatu sie wieder anschaute, war es der gleissende ockerfarbene Schlangenblick, der Turiya zu blenden schien. Es war der gleiche Anblick wie beim Angriff in der Grotte. Das grausame Wesen, dass im Innern von Nawatu schlummerte, war auferstanden. Die Augen brannten wie feurige Lava aus den Untiefen der Finsternis ihrer Seele. Turiya schloss ihre Augen, wollte nicht glauben, was sie sah, vermochte weder gut und böse zu unterscheiden und war in diesem Lodern verfangen.

Nawatu lächelte sie sanft an und zog Turiya den Knebel aus dem Mund. Das unheimliche Wesen schien mit einem Mal entschwunden. Turiya keuchte und hustete. Sie würgte, übergab sich. Mit einem Mal waren alle Schmerzen wieder allgegenwärtig, lämten sie, vor allem die in ihrem Unterleib. Turiya schrie nur noch: “Zieh es raus, zieh es raus, bitte Nawatu ! Hinten.” Flehend wimmerte Turiya Nawatu zu. “Unten! Bitte ! Schnell ! Nawatu !"  rief Turiya, nun hemmungslos kreischend und heulend und sich in den Fesseln windend. Nawatu sprang auf, traute ihren Augen nicht, befühlte vorsichtig den buckelig aufgewühlten Unterleib Turiyas, berührte die harte Erhebung. Die Haut war straff gespannt. “Nawatu, los, mach schon, ich halt es nicht mehr aus !” Nawatu löste mit dem Messer das Stöckchen aus der Verknotung ihrer Schamhaare, die an ihren Wurzeln bluteten und das runde Ding kam hervor, blieb aber stecken. Sie steckte ihren Finger hinein und begann vorsichtig zu schaben. Es war wie steifer Püree was da rausbröckelte. Dann fiel immer mehr heraus, wurde weicher und sie zog vorsichtig, zog es wie einen zerknitterten festen dickschaligen Lappen heraus. Es war eine matschige, aber hartgeformte Fruchtschale. Turiya entleerte sich in einer Mischung aus Schleim, Fruchtresten und Blut. Turiya war der Druck genommen, doch ihr Wimmern verstärkte sich, hörte nicht mehr auf. Nawatu liess sie schnell herunter, löste hektisch ihre Fesseln. Bestürzt sah sie die vielen Wundmale auf ihrem Körper und löste erst dann ganz vorstichtig die Stricke um die blau und steif angeschwollen Brüste, die aus vielen feinen Poren und Rissen bluteten. Turiya stöhnte. Die Stricke waren in die Haut geschliffen. Welch eine brennende Tortur. Sie sackten nun zusammen, blieben jedoch angeschwollen, wie aufgebläht und bluteten umso mehr. Turiya war nur noch Elend, wimmerte schrecklich, zitterte am ganzen Leib, zog Nawatu krampfartig an sich ran. Dann streckten sie ihre Arme Nawatu hilferingend und erleichtert entgegen. Die einst stolze Kriegsamme der Shamar war in der Tiefe ihres Herzens gepeinigt, seelisch erniedrigt, nur noch ein verstörtes und verletztes Wesen. Die Grösse und Schwere Turiyas erdrückte Nawatu fast, war Nawatu doch um vieles kleiner und schmächtiger. Beide umklammerten, umarmten sich, verharrten engumschlungen in der Hocke. Turiya heulte auf, es brach alles aus ihr heraus und auch Nawatu weinte ein wenig, aber vor Trauer eher still in sich hinein. Das Grauen und der Schmerz hatten sie zusammengeführt.  In diesem erlösenden Moment verschmolzen sie, waren untrennbar eins.

Nawatu atmete tief durch, die Anstrengung fiel von ihr ab. Sie war überglücklich, wenn auch über den Zustand Turiyas hilflos bestürzt und stellte erleichtert fest, dass Turiya plötzlich eingeschlafen schien. Turiya war völlig ermattet und am Ende. Nawatu schaute besorgt auf ihren übel zugerichteten Körper, streichelte ihr die Schläfe und fuhr ihr durch das zerzauste kurze Haar, umkreiste die Ohrreste, fühlte ihre grosse Beule, die nur leicht aufgeplatzt und verkrustet war. Ihre Blicke wanderten zu dem Blut zwischen ihren Beinen, ihre Erinnerungen überkamen sie, als sie selbst geschändet wurde. wohl stundenlang hatte Turiya unter der Höhlendecke festgezurrt gebaumelt und alles über sich ergehen lassen müssen, was den klaren Verstand eines jeden übersteigt. Aber sie war am Leben. Nawatu hielt sie noch eine Zeit, dann legte sie Turiya vorsichtig zur Seite ab und deckte sie sorgsam mit einem Fell zu. Ihre Verwundungen würde ihre ganze Heilkunst erfordern. Aber es waren keine tiefen Fleischwunden oder Brüche. Die Ohrstümpfe würden sicher abheilen. Am Schlimmsten schienen ihr die Quetschungen, Scheuerwunden und schlimmen Blutergüsse der Brüste, der gemarterte aufgerissene Rücken und die Verletzungen des Unterleibs. Turiya würde natürlich nicht gehen können, sie mußte sie mit dem Pferd wegschaffen. Solange müßte sie sie zurücklassen. Sie löste die Falle am Eingang aus und lief los. Als Nawatu mit den Pferden zurückkam, war alles noch so, wie sie die Höhle vorher verlassen hatte. Turiya wälzte sich unruhig auf dem Boden, stöhnte häufig, schien aber, wenn auch sehr unruhig, zu schlafen. Nawatu suchte alles nach verwertbaren ab. Sie endeckte auch Turiyas wertvollen aquilonischen Bogen und ihre Pfeile. Sie atmete auf und packte auch alles übrige, was ihr brauchbar und nützlich schien auf das Pferd. Sie hatte keine Zeit alles auszusortieren, das würde sie zurück in ihrer Höhle tun. Die Köpfe der Menschenfresser, ausser dem, den sie entmannt hatte, sammelte sie ein, zog sie an einem Strick auf, den sie über den Höhleneingang hängend spannte, nachdem sie die Falle ausgelöst hatte. “Jetzt wisst ihr Bescheid”, sagte sie, freute sich mit den Worten, die nicht dem menschlichen Wesen Nawatus entsprachen, sondern vielmehr ihres leibhaftigen Überichs: “Nintu grüsset euch in ihrer unendlichen Weisheit und Göttlichkeit. Ihr seid stets willkommen und jede Begegnung wird die vorherige übertreffen in ihrer Gnade und Herrlichkeit !" dann lachte sie zynisch, spuckte speiend zu den Köpfen hinauf. Als dann 
fertigte sie mit Stricken eine Aufhängung, sodass sie Turiya, die schmerzbeladen zwischen Schlaf- und Wachzuständen stöhnend wechselte, zwischen beiden Pferden auf einem gespannten Fell lagern konnte. Dann ging es im Schritttempo los.

Die Nacht war still und klar, von Sternenlicht erhellt. Nichts mehr war von den Wölfen zu hören. Aber Nawatu spürte, sie waren da. Geräusche hörte sie nur vom langsamen Hufgetrampel der Pferde. Es war so, als würde die Wildnis tief durchatmen und dem kleinen Tross freies Geleit gewähren, aber auch spüren, dass sich da mehr bewegte als nur verlorene menschliche Gestalten. Nawatu genoss die Kühle der Nacht und die Ruhe der Natur. Es war ihre Welt. Als sie sich dann der grossen Höhle näherten, stand da bereits Belite etwas gekrümmt auf einem Speer abgestützt vor dem Eingang in aufgeregter Erwartung. Im Gegensatz zu sonst verbarg sie ihre Gefühle nicht. Wie lange hatte sie dort wohl schon gestanden ? Nawatu hatte es geschafft und die Blicke von Belite belohnten sie – sie waren voller Stolz. Dann sagte sie: “Du hast sie besiegt. Bei Mitra, du kommst mit in die Hölle. Dort feiern wir ein Fest!” Sie freute sich riesig, zeigte es ganz offen und hob zunächst ihre Faust, dann warfen beide ihre Arme in die Höhe mit einem gleichzeitig einsetzenden vibrierenden Freudenjubel. Das schwebende Vibrato der Amazonen strömte den Hang hinab bis hinein zu den Wäldern, durchflutete die endlose Weite der Nacht und das dichte Sternenmeer schien zu den bebenden Schwingungen der Schreie zu springen und zu tanzen.




Samstag, 1. Mai 2010

Belite IV: "Im Schutze der Schlangengöttin"

Am nächsten Morgen beeilten sie sich, ihre Sachen für die Tour zu packen. Endlich nach draussen. Ans Licht ! Sie freuten sich auf das Tageslicht, die Sonne und das Grün der Natur. Und auf das erfrischende Bad im See. Sie durften nicht trödeln, wenn sie rechtzeitig zum Abend zurück sein wollten. Nawatu schaute erst noch nach Belite, die gerade zu sich gekommen war.

„Ich muß los,“ sagte Nawatu. „Falls du etwas brauchst, es liegt alles neben dir. Wir sind zum Abend zurück. Ich liebe dich.“ Nawatu küsste Belite auf die Wange und auf die Stirn und beide drückten sich die Hände. Belite nickte und bemerkte, dass da jemand anderes noch war. Nawatu griff den Gedanken sofort auf.

„Das ist Turiya aus Aquilonien,“ und sagte dies mit ungewohnter Sachlichkeit. „Aus Aquilonien? Hier ? Ganz allein ?“ „Ja, alle anderen sind tod. Ihre Familie wurde von Menschenfressern ausgelöscht. Sie ist wirklich sehr nett. Sind alle Aquilonierinnen so ?“ „Nein, wieso sollten sie ?“ erwiderte Belite trocken. „Ich stelle sie dir heute Abend vor und erkläre dir alles,“ fügte Nawatu hinzu. Belite registrierte das veränderte etwas sonderbare Verhalten Nawatus und zog die Augenbrauen hoch. Ist das denn die Möglichkeit ? sagte sie zu sich. Ich denke lieber nicht weiter. Oder doch ? „Nawatu?“ „Ja ?“ Nawatu tat, als sei sie ganz normal. Wie sie guckte, natürlich nicht normal. Immer wenn sie besonders bemühte normal zu sein, war klar, das dem nicht so war. Nur völlig unnormal war sie normal. Eben Nawatu und nicht irgendjemand. Nach einer kurzen Pause dann. „Wir müssen los, sonst schaffen wir es nicht.“

Nawatu stand auf, küsste Belite noch einmal, winkte ihr lächelnd zu. Belite blickte etwas sprachlos und skeptisch drein, doch dann sandte sie mit einem kurzen Schliessen ihrer Augenlider Zustimmung aus, als sie die Fremde weiter hinten erkennen konnte, deren sehnsüchtig hoffender Blick Belite die Situation ausgiebig darlegte. Die beiden. Und welch ein Anblick und was für Kastanienaugen. Und dann noch blond. Ich fasse es nicht, sagte sie zu sich. Wehe uns, wenn Männer auftauchen sollten. Die reissen sich um sie. „Seht euch vor, bei Mitra, kommt heil zurück!“

Nawatu lief Turiya bereits strahlend und federnd entgegen. „Zuerst zu den Pferden und mit ihnen dann zum See, dann reibe ich dich neu ein. Auf dem Weg können wir viele Beeren pflücken und naschen. Zu zweit sammeln wir ja viel mehr. Danach können wir uns trennen, damit du schauen kannst, ob du eine frische Fährte findest. Ich sammle Kräuter und Wurzeln. „Hehe,“ Turiya nickte begeistert. „sobald ich ihn hab, komme ich zu dir, um alles zu besprechen und vorzubereiten, denn wenn wir ihn erlegen wollen, haben wir jede Menge vorher und danach zu tun.“ Wir müssen immer aufpassen, dass uns keine fremde Augen sehen,“ merkte Nawatu an. Turiya nickte erneut.

Beide gingen nun los und es verlief alles nach Plan. Sie waren beide mit freien Oberkörper unterwegs, nur sehr leicht mit einem wilden Lendenschurz aus Fell und Seide bekleidet und trugen geflochtene lederne Stiefel. Turiya trug ihre Bogenhandschuhe und ihren ledernden Unterarmschutz. Sie genossen vergnügt die Sonnenstrahlen, die ihre nackte Haut wärmte, die freie Natur und die Vögelstimmen, das Rauschen der Bäume und ihre Unterhaltungen. Sie waren zusammen und nicht mehr allein. Sie naschten unterwegs Beeren und einige Kräuter sowie Pilze. Hin und wieder fand Nawatu auch einige Yam-Wurzeln, grub sie aus und sammelte sie ein. Nawatu bewegte sich völlig im Einklang mit der Wildnis, so als wäre sie ein Teil von ihr.

Nawatu zeigte den Weg zu einer versteckten Felsgrotte, wo die Pferde warteten. Es waren vier. Turiya mußte staunen, es waren allerbeste und sehr edle Pferde, wie sie sie nur aus höchsten Häusern kannte. Selbst die kräftigen Tragtiere taugten als Galopper. Nawatu gab auch Turiya eine Bürste und beide bürsteten deren Fell. Die Tiere selbst waren aufgeregt, aber guter Stimmung. Sie kannten den Ablauf und waren sehr auf Nawatu eingestellt. Nur das edelste unter ihnen, ein starker schwarzer Hengst schien stur zu sein. „Ja, das ist der Wallach von Belite, er hält es ohne sie nicht aus, er muß bald zur Höhle, sonst wird er aggressiv." " Wallach? Du meinst wohl Rappe, er ist nicht kastriert," entgegnete Turiya. "Keine Ahnung, das wäre ja gemein, ich kenne mich mit Pferden nicht gut aus," fuhr Nawatu fort. "Mich akzeptiert er nur als Pflegerin, er wird niemals einem anderen Herrn gehorchen als Belite.“

Nawatu zeigte nun den einige hundert Meter höheren Bergkamm hinauf. „Zum kleinen See geht es hier weiter hinauf. Die Pferde lasse ich unterwegs etwas grasen. Wir gehen durch den Wald den gegenüberliegenden Hang hinauf, dort finden wir noch andere Pilze vor allem auch für die Heilpackungen. Dort ist auch ein sehr kleiner Bach, wo wir uns erfrischen und die Pferde trinken können. Unser Wasser schöpfen wir aber am See.“

So geschah es.

Als sie oben ankamen, war es fast Mittag. Sie streiften ihren Lendenschurz ab und die Stiefel und Nawatu sprang sofort auf das Wasser zu. Es war eisig kalt, aber es belebte riesig. Turiya war etwas zögerlich herangetreten und stand mit beiden Beinen bis zu den Kniekehlen im Wasser. Sie hatte Angst wegen ihrer Verletzungen und Wunden.

„Komm rein!“ rief Nawatu. „Ich mache dir alles neu, aber es ist gut, wenn die Wunde auspült, auch wenn es schmerzt. Das Wasser ist zu kalt, es kann sich nicht neu entzünden.“ Ausgelassen spritzte Nawatu nun viel Wasser in die Richtung von Turiya, sprang dabei hoch und lachte sie unentwegt vergnügt an. „ Komm endlich !“ Dann lief sie etwas vor und schob in einer Gisch Turiya das Wasser zu. Diesmal hatte sie Turiya klitschenass getroffen. Turiya wischte sich das Gesicht mit den Armen, dann mit einem Mal rannte Turiya in das aufwirbelnde Wasser und liess sich vornüber hinein fallen, sodass sie versank.

Im Unterschied zu Nawatu konnte Turiya schwimmen, sogar tauchen. Ihre Haut zog sich zusammen und ihre Wunden und Prellungen klopften und brannten. Aber die pochenden Schmerzen nahmen schon nach einem Augenblick ab, wurden schwächer. Der Ellbogen klopfte jedoch noch immer fürchterlich. Sie genoss diese Erfrischung so sehr nach so vielen Tagen. Sie befand sich mitten im See als sie wieder auftauchte und winkte Nawatu zu, die völlig überrascht und besorgt schien, als sie sie dort erblickte. Dann tauchte sie erneut. Sie empfand mittlerweile die eisige Kälte an den Prellungen als völlig angenehm. Sie sah nun Nawatus Beine unter Wasser, griff nach ihnen und tauchte wie eine Fontäne direkt vor Nawatu auf.

Sie waren sich jetzt ganz nah. Turiya hob ihre Arme nach hinten, um ihre blonden Haare zu öffnen und ihre blondwuscheligen Achseln schimmerten goldnass glänzend im Sonnenlicht hervor. Ihr breites Kreuz streckte sich und hob ihre üppigen Brüste in die Höhe, die Nawatu beinah ins Gesicht stupsten. Sie öffnete ihre Haare, die in nassen strähnigen Wellen sich an ihren Schultern teilten und ihre großen Brüste streiften. Dann liess sie sich zurückfallen und versank. Beide hatten es die ganze Zeit vermieden mit lauten Rufen und Geschrei Gefahren anzulocken.

Das Wasser war zu kalt, als dass man es sehr lange darin aushielt. Nawatu lief als erste raus und schüttelte sich gebeugt, sodass das Wasser zu allen Seiten spritzte und ihre Zöpfe durch die Luft wirbelten. Ihre nun kaltstraffe Haut glänzte wasserperlend und ölig in der Sonne. Nur wenig später folgte Turiya nachdem sie noch einmal tief und lange anhaltend ins eiskalte Wasser eingetaucht war und ihre Haare wusch.

Sie lächelte Nawatu an und Nawatu bot sich der ganze Anblick auf die natürlichen Rundungen ihrer hochgewachsenen Figur, die so langen schlanken Arme und Beine, ihr langes blondes Haar, das nun weit geöffnet war und ihre so üppigen Brüste in nassen Strähnen umgab, bis zum Bauchnabel und zu ihren Hüften reichte, ihre hellblonde nasse Scham, die wie hängendes Seegras tropfte.

Turiya bot wegen ihrer hellen Hautfarbe, ihrer völligen Blondheit und ihrer überragenden Größe eine für Nawatu so ungewöhnliche und ihre Sinne überfordernde erotisierende Anziehungskraft, wie sie Nawatu noch nie erlebt hatte. Hinzu kam ihre für eine Frau enorm athletisch durchtrainierte Ausstrahlung. Spannte sie ihre Muskeln schimmerten diese wie Eisen und ihr Bauch war dann hart und wellig. Entspannte sie sich, wirkte alles schlank und weiblich weich. Auch von diesem Muskelspiel war Nawatu völlig beeindruckt.

Sie fühlten beide den kühlen Wind auf ihrer feuchten Haut, die sich prickelnd zusammenzog. Dann berührten sie neugierig einander gleichzeitig an den Armen, dann den Bauch bis unter den Busen. Beide spürten die flimmernde Wärme, die sich durch die sanften Berührungen auf ihrer kalten Haut ausbreitete. Sie tasteten und erkundeten mit ihren Fingern und ihren nachfolgenden Blicken ihre Körper, die so unterschiedlich waren und beide waren erstaunt und fasziniert über ihre exotische Andersartigkeit.

Turiya war zwar leicht gebräunt, jedoch im Vergleich zur tief dunkelbraunen Erscheinung Nawatus völlig hellhäutig mit üppig grossen noch helleren Brüsten, deren ovalrunde Warzenhöfe, sich dunkelbraunrot wie magische Augen von der weissen Haut abhoben. Sie fühlten sich so sehr zueinander hingezogen und ihre entdeckenden Berührungen gingen in sanfte Liebkosungen über, versetzten sie beide in Erregung.

Nawatu fühlte mit ihren kleinen Fingerbeeren Turiyas volle schwere Brüste, entdeckte ihre Dehnungsstreifen an den Brustseiten und die vielen feinen Äderchen, die wie eine Maserung durchschimmerten und sich teilweise so sehr wölbten, dass man sie fühlen konnte. Ihr schien es, als würden Turiyas Brüste schon fast an ihren Schultern beginnen und es kam ihr so vor, wie die Besteigung einer großen lang ausgedehnten Wanderdüne, die sich auf Augenhöhe Nawatus mit zulaufenden Brustspitzen steil aufrichtete. Turiyas Brüste hingen nicht, sie ragten auf.

Dann streichelte sie diese rundherum und glitt besonders vorsichtig an zwei hervorstehenden blauen Seitenadern des linken Busens von Turiya entlang. Turiya durchfuhr ein prickelnder Schauer, sie zitterte ein wenig und spürte die innere Wallung als Nawatu mit langgestreckten Zungenschlägen die noch weiter anschwellenden Warzenvorhöfe streichelte.

Turiya ergab sich, schloss ihre Augen und spürte die Hitze, die ihre Brustspitzen durchflutete. Ihre Arme ruhten sanft auf Nawatus Schultern, die Hände streichelnd in den behaarten Nacken von Nawatu vertieft. Sie genoss sichtlich dieses wunderbare Zungenspiel und spürte dabei den kühlenden Luftzug auf ihren feuchten Brustwarzen, die sich immer steiler hochstreckten. Dann umschloß Nawatu mit ihren Fingerspitzen in drehender Bewegung ganz fein die wie dicke Propfen angeschwollenen Brustwarzen, aus denen jetzt Milch sickerte und die sich dabei so hart, stark und fest anfühlten und doch weich und elastisch nachgiebig waren. Wie alles an Turiya.

Nawatu setzte aus und schaute erstaunt und fragend auf, doch Turiya fasste mit beiden Händen in Nawatus Haare und dann sanft an beide Ohren. „Mach weiter, Nawatu, melk mich, ich bin eine Amme.“

Nawatu verstand nun, warum Turiya sich so verhielt, denn Ammen hatte es auch in ihrem Dorf gegeben und schleckte die Milchtropfen, die den Bauch und zwischen den Beinen die Oberschenkel entlang tröpfelten. Dann zwirbelte sie mit den kleinen Fingerspitzen an den Brustwarzen und zupfte spielerisch daran, sodass die prall mit Milch gefüllten schweren Busen Turiyas auf und ab wippten und die Milch wie ein kleines Rinnsal zu fliessen begann. Sie schleckte die milchigen Streifen am Busen. Die Milch trat nun selbsttätig aus.

Doch Turiya hielt es nicht mehr aus, nahm ihre Hände zu Hilfe, wie um es Nawatu zu zeigen, mit vier Fingern ihrer rechten Hand zog sie kräftig an ihrem Nippel des linken Busens, sodass dieser den Busen wie ein großes spitz zulaufendes Zelt nach vorne dehnte und mit der linken Hand umschloss sie ihren Busen fest und schob diesen ringförmig zur Brustspitze wie eine Blase nach vorn, sodass es regelrecht Nawatu in feinen Strahlen ins Gesicht spritzte. Ihre Milch floss nun in Strömen. Nawatu öffnete weit ihren Mund, presste mit ihren Lippen auf die Brustwarze und umschloss ihren dick und steif geschwollenen Nippel wie einen Saugpropfen. Ihr Mund füllte sich mit köstlich warmer Muttermilch. Sie konnte es kaum glauben. Sie schluckte als würde sie aus einem Beutel trinken. So viel Milch, mehr als alle Ammen, die sie aus ihren Dorf kannte. Dann irgendwann nach vielen langen Minuten verebbte der warme Strom.

Turiya streichelte zärtlich Nawatus Wangen, lutschte ihre mit Milch benetzten Finger und küsste ihr auf die Stirn. Nawatu hatte in ihr Muttergefühle geweckt. „Den anderen auch,“ sagte sie nur. Nawatu zögerte kurz und vorsichtig die teils von kleinen Strichnarben durchzogene rechte rauhe Seite abtastend, blickte sie Turiya an. "Ach, das kommt vom Bogenschiessen, na, mach schon," bemerkte Turiya lachend, hilet ihr den prallen Busen hin. Ihre Milch tropfte bereits und Nawatu walkte nun auch ihre rechte Brust, zog nun in der gleichen Weise und saugte erneut die Milch mal leicht spritzend oder träufelnd mit ihren Lippen und ihrer Zunge auf, was Turiya sichtlich sehr genoss.  Nawatu saugte wie ein Kind, schmiegte sich kuschelnd an Turiya, die sie sanft wie mütterlich am Kopf kraulte. Sie leerte melkend auf diese Weise auch diesen Busen und holte danach tief Luft als hätte sie einen Krug geleert. Beide lächelten sich wie nach einem gelungenen Streich an.

„ Du hast soviel Milch,“ bemerkte Nawatu respektvoll. „Sie schmeckt so süss und ich bin so satt davon. Viel viel mehr als unsere besten Dorfammen. Und sie schmeckt so gut. Und alles an deinen großen Brüsten ist so groß, fest und stark. Dein ganzer Körper ist so unheimlich stark und dennoch schlank, weich und anschmiegsam.“

Nawatu war wie ein Schleckermaul völlig verschmiert. Die Stupsnase, die Wangen, das Kinn von Milchschlieren bemalt und Turiya wischte es lutschend mit den Fingern zärtlich auf. Turiya blickte sie sichtlich stolz, aber auch erheitert und glücklich an. Sie fühlte sich erleichtert. Ihre Brüste zogen nicht mehr so straff gereizt, wogen nicht mehr so schwer. Turiya war nun völlig entspannt.



„ Ja, ich bin eine Amme. Wegen meiner Frühreife und meiner Üppigkeit wurde ich dazu bestimmt. Seitdem habe ich mich daran gewöhnt und meine Brüste auch und sie spenden wirklich immer.“

„ Hast du ein Kind, viele Kinder ?“ fragte Nawatu. Beide setzten sich auf eine von der Sonne erwärmten Felsplatte.

„Ja, eins, aber ich mußte es gleich abgeben. Als ich zur Amme bestimmt wurde, obwohl noch nicht voll weiblich ausgewachsen, wurde ich geschwängert. Es war eine Frühgeburt. Das ist normal. Mein Körper sollte damit nur vorbereitet werden. Wenig später wurde ich erneut geschwängert und brachte auch ein Kind zur Welt. Es wurde mir, wie es bei Ammen Brauch ist, nach der ersten Still- und Lehrzeit genommen und weitergereicht. Durch eine besondere Kunst des Pumpens werden die Brüste einer Amme während dieser Zeit gezielt angeregt. Mehr als alle anderen.

Meine Familie sagte, meine Brüste seien darum noch grösser und üppiger geworden, weil mein Wachstum zu Beginn noch nicht ganz abgeschlossen war.“ Turiya fasste unter ihre Busen und hob diese sich zu Nawatu hinwendend in die Höhe. „Wenn sie voll sind, sind sie viel größer, rundlicher und fester, so wie heute, denn ich hatte sie nicht bei euch gemolken, musste aber immer insgeheim daran fühlen. Ich hatte anfangs Angst es euch zu zeigen. Sind sie entleert, sind sie weicher und elastisch. Die Brüste einer starken Amme bekommen aber viel mehr starke blaue Äderchen und auch Dehnungsstreifen wie kleine feine Narben. Ich habe sehr viele davon.“ Turiya glitt an ihnen entlang wie auf Trophäyen. „Und meine Brustspitzen sind stark und fest. Darauf bin ich sehr stolz und meine schweren Brüste schmerzen auch meinen Rücken nicht, weil ich so schlank und durchtrainiert bin.“

„ Ja, und wie. Spannst du deine Muskeln wirken sie wie Eisen. Wie bei einem Mann,“ fügte Nawatu bewundernd hinzu. „Die Ammen, die ich kennenlernte sind ganz anders, so weibisch, häufig dicklich und rundlich.“

„ Unsere Familie hatte dadurch grosse Vorteile, da ich dies für die edlen Herrschaften tat. Deshalb wurde ich sehr geachtet, denn dort kommen nur die milchträchtigsten Ammen hin. Ich tat es gerne und man behandelte mich gut. Daher habe ich auch mein gutes Benehmen. Und als man mich sogar fragte, was man für mich tun könne, wählte ich die Ausbildung als Bogenschützin. Sie waren völlig überrascht, weil das nur Männern vorbehalten war und mussten es diskutieren. Doch sie stimmten zu, denn ein Ammenwunsch ist tatsächlich frei, weil ihr Dienst kostbar ist und wenn man sehr zufrieden mit ihr ist. Es war eine große Ehre für mich und auch für meine Familie, weil dies, wie gesagt, normalerweise nur ausgewählten Männern vorbehalten ist. Aber ich wollte genau das, denn ich hatte sie häufig beobachtet und im in die Ferne schauen hatte ich mich insgeheim mit einem mal gemessen. Ich konnte sogar besser sehen als er.“

Turiya lachte triumphierend auf.

„Der Stammesfürst, dem ich diente, sagte zu mir, überlege es dir gut. Wir werden dich nicht schonen, denn du mußt als Amme weiter tätig sein. Dafür werde ich Sorge tragen, dass es dir auch als Bogenschützin möglich ist. Versagst du, kann ich nichts mehr für dich tun. Du wirst dann ein Weib von vielen sein.“

Nawatu war völlig fasziniert und hörte staunend aufmerksam zu.

„ Aber es hat nie meine Tätigkeit als Amme behindert, denn das hatte meine Familie befürchtet und ich hätte dann wohl als bäuerliche Magd mein weiteres Dasein gefristet. Im Gegenteil. Ich glaube durch das eiserne Training, vor allem die blutige Muskelkraftnahrung der Krieger wurden meine Brüste stärker und fester als die der anderen Ammen und spendeten deshalb schliesslich die meiste Milch von allen. Sie waren überaus zufrieden. Ich spendete immer viel Milch. Sehr viel Milch für viele Kinder des Stammesfürsten und seinen Verwandten. Und natürlich, hätte ich mit dem Walken oder als Amme aufhören müssen, wenn ich nicht mehr gekonnt hätte. Dann hätten die Muskeln die Brüste zusammengezogen und verkleinert. Ich hatte gesonderte Schiesspausen im Training nur für das Walken meiner Brüste. Später machte ich es einfach etwas abseits nebenbei und niemand störte sich daran. Im Gegenteil. Sie machten anfangs nur ihre Witze darüber, später schauten sie auf mich auf. Mittags und Abends gab ich als Amme Milch. Die andere Zeit trainierte ich. Ich wurde die stärkste Amme, die die jungen Krieger der Erbfolge nährte. Die Eltern dieser Krieger wollten die Milch nur von mir, weil sie dachten in ihr das Kriegermana zu erhalten. Auch weil ich sehr gut zielen konnte, haben mich die Männer sehr bewundert, durften sich mir aber nicht zudringlich nähern. Viele meinten zuerst, mit so großer Oberweite könne man keinen Bogen richtig spannen, weil meine grosse Brust und die angespannte Sehne sich im Wege stehen würden. Wäre das passiert, hätte ich sicher als Amme nicht mehr dienen können, denn eine angespannte Sehne hinterlässt schwere Verwundungen im weichen Fleisch einer weiblichen Brust, selbst mit Lederschutz. Sie spöttelten über mich. Später johlten sie, Turiya gibt dem Feind ein letztes tödliches Mana mit ihrer Muttermilch. Das war ein mächtig grosses Lob. Und es stimmt. Alle meine Pfeile bestreiche ich mit meiner Milch. Es gibt mir Glück und den Pfeilen Mana. Und wenn ich erfolgreich schiesse, durchströmt mich ein seeliges Glücksgefühl, sodass die Milch wenn das Gefühl groß und lang genug anhält, wie von göttlicher Hand von alleine fliesst. Ich gerate regelrecht in Ekstase. Einmal nahmen sie mich mit in eine Schlacht. Wir Bogenschützen waren versteckt auf einer Anhöhe postiert. Wir zerschossen ihre Reiterei und schliesslich die Heranrückenden Mann für Mann. Es waren Hunderte. Ich riss mir den Brustschutz vom Leib und während ich schoss lief die Milch in Strömen an mir herunter. Jeder Pfeil von mir traf tödlich. Ich schoss wie in Trance, wenn ein Pfeil sein Ziel traf hatte ich drei weitere verschossen. Am Ende der Schlacht knieten die Bogenschützen im Kreis alle vor mir nieder – sogar unser Kolonnenführer. Das war eine riesige Ehre für mich und ich wusste von da ab, dass ich die Schusstechnik perfekt beherrschte. Ich habe Jahre dafür geübt. Jeder durfte von meiner Milch in einer Zeremonie kosten, denn zum richtigen trinken hätte es auch bei mir nicht für alle gereicht.“

Turiya lachte vergnügt.

„Von da an erhielten vor Beginn einer Schlacht in einer heiligen Zeremonie die Ausgewählten, starke und führende Krieger Milch aus meiner Brust. Sie verehrten mich wie eine heilige Schutzpatronin. Zur Ehrung erhielt ich vom Stammesfürsten eine Silbergliedrüstung, die immer grünlich schimmert. Eine solche wertvolle und starke Rüstung bekommen sonst nur die Oberen vom fürstlichen Geschlecht. Er war stolz auf mich, auch weil er es mir damals erlaubt hatte, allen Zweifler und Nörgler zum Trotz, und ich ihn nicht enttäuscht habe. Er hatte immer an mich geglaubt.

Nawatu, deshalb habe ich eine dringende Bitte. Als ich stürzte, habe ich mein Gepäck verloren, es muß vor dem Schacht liegen. Wenn es möglich ist, lass uns dorthin gehen, um die Rüstung zu bergen. Mit ihr kann ich euch treu zur Seite stehen und uns verteidigen.“

Nawatu nickte eifrig zustimmend.

„Wir holen sie morgen, denn du kamst von der anderen Seite. Wir müssen lange gehen. Heute schaffen wir es wohl nicht mehr. Wir hätten anders planen müssen. Du hättest es gleich sagen sollen.“

Beide lächelten zufrieden.

„Schliesslich wurde ich einem Krieger der Oberen versprochen. Es war gut zu mir, aber ich liebte ihn nicht. Er fiel aber schon kurz nach der Schliessung unseres Bundes und der ersten Liebesnacht in einer verlustreichen Schlacht am darauffolgenden Tag, wo ich nicht mit dabei war, weil ich Milch geben mußte. Sie hatten den Feind total unterschätzt. Er war viel stärker als angenommen. Alle Kunde über ihn war täuschend und vom Verrat begleitet. Deshalb mußte sich unser Stamm zunächst zurückziehen, um sich neu formiert zu sammeln.

Es kam aber noch schlimmer. Mitten in der Nacht musste mein Clan, also meine Familiensippe, Hals über Kopf aufbrechen, weil mein Vater sich mit einem Mitra-Priester vom Hofe der Hauptstadt überworfen hatte. Auch unser Stammesfürst konnte nichts mehr für uns tun. Ich hatte ihn angefleht. Aber aus religiöser Zwietracht hielt er sich raus. Religiöser Streit ist schlimmer wie Pest und Lepra, sagte er nur. Meine Familie wählten einen geheimen Weg, um aus Aquilonien zu entkommen. Bis zum schlimmen Überfall habe ich treu als Amme zuletzt auch meiner Sippe gedient. Deshalb sind meine Brüste auch heute so prall gefüllt. Manchmal spannten und schmerzten sie sehr und nässten mein Hemd. Ich hatte Angst und schliesslich träufelte es manchmal von alleine.“

Turiya stöhnte erschöpft auf.

„Ich könnte soviel darüber erzählen, aber du hast mir heute sehr geholfen, denn als Amme darf ich mich eigentlich nicht selbst einfach nur zum entleeren melken, denn meine Milch ist heilig und es tat schon sehr weh. Ich hatte gehofft, es würde nachlassen, aber es wurde immer mehr und meine Brüste wurden immer härter. Andererseits hatte ich Angst davor aufhören zu müssen und es zu unterlassen, denn echte Ammen wie ich, die damit aufhören, bekommen später sehr schlaffe hängende Brüste. Sie richten sich dann nicht mehr auf. Ich habe sie seit dem Überfall nur sehr vorsichtig massiert und nur soviel gemolken um den schmerzenden Druck zu nehmen. Bis ich zu euch fand.“

Sie küsste Nawatu liebevoll auf die Stirn und auf den Mund. „Du bist jetzt ein Teil von mir, denn die heilige Muttermilch hast du in dir aufgenommen.“



Nawatu war überwältigt und freute sich riesig, fühlte sich wertvoll und geehrt.

„ Weisst du, ich habe es von Anfang an geahnt, also nachdem ich dir das erste Mal die Brustspitzen gestreichelt hatte. Man kann die Milch an dir riechen. Und deine Brüste sind so prall und dennoch so aussergewöhnlich. So wunderschön. Deshalb fühlte ich mich wohl auch so sehr zu dir hingezogen.

Im Harem von Venoyha hab ich eine Amme kennengelernt, die war sehr liebevoll zu mir, wie sonst niemand. Ich war dort nur eine Botin und habe bei der Versorgung geholfen. Belite hätte nichts anderes zugelassen. Nach Belite war sie der erste Mensch, der zärtlich zu mir war. Doch ihre Milch durfte sie mir nicht geben. Sie tat es jedoch einmal heimlich. Aber wir waren nicht verliebt.“

Nawatu holte etwas Luft. „Sag einmal, kann ich das auch ?“

Die Frage platzte unwillkürlich aus Nawatu heraus. Nawatus Worte schmeichelten Turiya natürlich und sie mußte kichern, wurde dann aber ernst.

„ Ja, du könntest es auch, aber es braucht seine Zeit. Nicht alle Frauen eignen sich dafür, weil sie zuwenig oder nur unregelmässig Milch geben. Viele haben auch Schmerzen. Deshalb gibt es ja Ammen. Von Ammen erwartet man, dass sie mehr Milch geben als eine normale Frau. Ammen sollen mehrere Kinder säugen.“

Turiya fasste Nawatus etwas kleineren rundlich hängende Brüste mit ihren großen schlanken Händen, fühlte sie und massierte weich darin und liess sie wie Früchte schaukeln. Ihr ging auf, dass die Busen Nawatus einzige Körperstellen waren, die unversehrt, also narbenfrei waren. Sie strich über den überaus ausgedehnten rauhen Warzenhof, der ihre ganzen Handflächen ausfüllte, umfasste schliesslich ihre kräftig und langgewachsenen, aber viel empfindlicheren Nippel und mit dem Daumen stupste sie mehrmals daran. Nun zog sie an ihnen, sodass Nawatus Brüste sich wie weite Tüten streckten. Nawatu kniff mit den Augen. Dann senkte Turiya behutsam mit beiden Händen ihre Brüste.

„Nawatu, ich habe viele Brüste gesehen und sage dir, deine sind zwar nicht ganz so groß, aber durchaus trächtig. Du könntest ein Kind bestimmt satt machen. Deine Brustwarzen sind sehr gut dafür, sie sind lang, aber noch zart.“

Turiya bückte sich und nahm einen Busen, hob ihn an den Mund und saugte.

„Zum Saugen sind sie sogar viel besser als meine. Aber für eine echte Amme reichen deine Brüste wohl nicht. Ich fühle es. Du würdest deinen Körper auf Dauer überanstrengen und sehr schnell altern. Aber Milch spenden sie bestimmt genug. Wir können es üben. Ich zeige dir, wie man sie richtig massiert. Es dauert dann nur zwei Wochen bis du erste Milch gibst. Deine Brüste werden dann sogar fester und steiler sein. Aber du musst nicht. Bei mir ist es etwas anderes. Meine Brüste haben sich so sehr daran gewöhnt, sie sind regelrecht abhängig. Ich habe sogar mal ausgesetzt, aber sie füllten sich erneut bis ich es vor Schmerzen nicht mehr aushielt. Ich konnte manchmal drei bis vier Kinder säugen bis sie satt schliefen und war noch nicht ganz leer. Deshalb brauche ich das Melken unbedingt, kann nicht mehr ohne und es fühlt sich gut an. Aber es muß Sinn geben. Muttermilch ist zu kostbar, um sie zu verschwenden. Muttermilch schmeckt einfach gut und ist gesund. Sie ist auch gut zum Einreiben als Körpermilch zum Mischen mit Honig, Frucht und Öl. Auch in der Heilkunde können wir sie verwenden. Verwundete heilen schneller und ihre Widerstandskraft wächst. Und in meiner Milch ist Kriegerblut. Heiliges Mana.“

Nawatu nickte und erwiderte, „Weisst du, Belite hat mir auch Milch aus ihrer Brust gegeben als ich so sehr schwer verletzt war. Sie betet die Naturgöttin in Vollmondnächten an und gibt sich ihr hin und dann strömt auch viel Milch aus ihrer Brust. Sie bereitet sich dann Wochen vorher darauf vor und massiert ihre Brüste.“

Turiya machte darauf spontan ein Angebot. „Ich kann Belite meine Milch geben. Jeden Tag soviel sie möchte. Sie wird dann schneller gesunden. Ganz bestimmt. Mit meiner heiligen Milch habe ich viele verwundete Krieger versorgt, und auch die stärksten Krieger vor der Schlacht.“

Dann stand Turiya auf, stellte sich vor Nawatu in nach vorn gebeugter eindrucksvoll kämpferischer Pose. Mit einer Hand umfasste sie fest ihren herzseitigen Busen wie einen dicken Schlauch, mit der anderen streckte sie energisch die Faust. Milch trat heraus, tropfte zwischen ihre Finger. Die Muskeln und Sehnen ihres Körpers spannten sich heftig, schoben sich kraftvoll sichtbar durch die weiche Haut.

„Ich bin die Meister- und Kriegsamme des Shamar-Clans. Mein Mana ist heilig und spendet todbringende Kraft. Ich bin die Kriegsamme des Manas der tödlichen Transzendenz.“

Turiya wirkte wie ein mächtiger Titan und ihre muskelgedehnte weisse Haut schimmerte in der Sonne wie Gold. Nawatu fiel ehrfürchtig zurück. Dann setzte sich Turiya wieder ganz dicht zu Nawatu, entspannte und legte ihre Hand auf Nawatus Oberschenkel.

„Wenn sie darum weiß, und das wird sie, dann wird sie zustimmen. Sie wollte dich bestimmt nur schonen. Gib ihr einfach eine große Schale mit meiner warmen Milch. Sag ihr, wer ich wirklich bin. Ich bin sicher, sie wird sie dann begierig trinken.“

„Sie wird sich riesig freuen und dich bei uns aufnehmen, da bin ich mir sicher. Aber sie hat mir mal erzählt, dass Ammen eine lohnende Beute für Skavenjägern seien, weshalb du es wohl zuerst vor mir nicht zeigen wolltest. Sie erzielen höhere Preise und werden dann wie Ziegen gehalten. Die Milch wird ihnen dann erniedrigend auf einem Schemel vornübergebeugt, grob und schmerzhaft mit einem Melkband abgezapft, damit es schneller geht. Die Haut der Brüste wird wund und später hart und vernarbt. Liefern sie nicht die gewünschte Menge werden sie geschwängert. Liefern sie gar nicht mehr, müssen sie es zur Unterhaltung auf Festen mit abgerichteten Tieren treiben, verweigern sie sich, werden sie zerfetzt.“

„ Ja, das stimmt, vor allem in Stygien, aber auch in Aquilonien und vermutlich auch hier, überall auf dieser Welt machen es einige Fürsten so, selbst wenn es vom König geächtet ist. Sie scheren sich nicht darum. Kein König würde deswegen einen Streit riskieren.“

Turiyas Miene verfinsterte sich. „Fast alle dieser Ammensklavinnen nehmen irgendwann dieses grausame Ende. Unser Stammesfürst hatte welche von ihnen bei uns aufgenommen, sie freigekauft. Überlebene eines solchen Blutrituals, dem er als Gast beiwohnen mußte. Sie konnten kaum noch Milch geben so sehr sie sich bemühten. Sie waren stark gealtert und ausgelaugt. Sie vollrichteten bei uns dann Landarbeit, waren aber frei und dafür waren sie sehr dankbar. Man hatte ihre Brüste regelrecht mit der Zeit stranguliert. Man tut es mit Absicht, um diese schrecklichen Feste ausrichten zu können. Ich habe von einem Fürsten gehört bei dem allein an einem Abend zwanzig Ammen von seinen Bestien zerfleischt wurden. Die anderen Übriggebliebenen mussten es immer weiter mit anderen Tieren treiben bis sie erschöpft und ausgelaugt waren, diejenigen die bluteten, wurden genauso bestialisch zerfetzt. Es war wie eine animalische Blutorgie.

Wie können Menschen an solchen grausamen Ritualen Freude haben ? Für mich sind es dann keine Menschen mehr. Warum sind viele Männer so blutgierig und triebbesessen, so begierig darauf ? Sie meinen, Frauen sind nichts wert. Noch weniger als Hühner. Unendlich ihre Menge. Halten sie wie Tiere. Huren mit ihnen und schmeissen sie weg.“

Dann völlig unerwarted richtete sich Turiya erneut auf, nahm eine gerade und formale Haltung ein: „Ich muß euch fragen. Seht ihr in mich eine Bedrohung für euer Vorhaben. Für euer Leben eine Gefahr ?“

Sie schaute Nawatu tief bohrend auf eine klare Antwort wartend in die Augen. Beide schwammen in ihren Blicken und Gedanken wie in einem reissenden Fluss ihrer Seelen. Nawatu sprang auf, umschloss Turiya heftig mit ihren kurzen Armen und drückte sie mit einem Ruck ganz fest an sich heran.

„Wir halten zusammen, deine heilige Milch, du gehört jetzt zu uns,“ flüsterte Nawatu. „Bis in den Tod oder unseren Untergang.“

Turiya atmete tief durch, es war ausgesprochen. Sie kraulte kräftig Nawatus Haar und Ihr Blick schweifte wie verloren, aber voller neuer Hoffnung über die Zukunft auf das glitzernde Wasser des Sees. Nawatus Kopf lehnte an Turiyas Busen wie in einem großen weichen Kissen, genoss ihre Wärme und ihren Herzschlag. Sie waren beide vereint und Nawatu hielt ihr Glück so fest, als wolle sie es niemals hergeben.



Beide fühlten den gleichen Gedanken, den des eiligen Aufbruchs, wie aus den Träumen gerissen.

Nawatu rief "Oh, bei Mitra, die Zeit läuft uns davon!" Es drängte ihnen ins Bewußtsein, dass sie viel Zeit verloren hatten. Wollten sie noch rechtzeitig am Abend zurück sein, mußten sie diese aufholen und sich beeilen. Nawatu versorgte nun geschickt Turiyas Wunde und Prellungen, rieb den Rücken von Turiya dann sehr dick ein. Hastig assen sie noch schnell Hirsebrot und frische Beeren. Beide waren noch völlig nackt und hockten auf einer mit Moos bewachsenen Felsplatte.

„Ich habe schon jüngere Bärenspuren gesehen. Sie mögen doch auch so gerne Beeren.“ sagte Turiya. "Wo ? Ich wittere Tiere normalerweise Meilen gegen den Wind," erwiderte Nawatu verdutzt. "Sie waren alt, aber jüngere mischten sich dazu. Jetzt wo einige Fruchtarten neu spriessen, kommen sie heran, die alten Schleckermäuler. Was ist dann mit den Pferden ? Reissen sie dann nicht aus ?“ „Nein, sie kehren immer zu dem angestammten Platz zurück, zumindest bei Gefahr in dessen Nähe. Wölfe wären sicher gefährlicher für sie, aber ich habe noch keine gehört oder gesehen.“ „Ja, ich auch nicht“ erwiderte Turiya. „Aber der schwarze Hengst hat schon einmal einem Panther böse zugesetzt. Denk daran, es sind Kriegspferde, sie kennen keine Flucht,“ fügte Nawatu hinzu.

Ihre Mienen waren wieder völlig entspannt und sie freuten sich schon auf den Abend am Lagerfeuer. Sie würden ihn geniessen, waren voller Vorfreude. Dann zogen beide ihre Kleidung wieder an. Die Oberkörper liessen sie beide aber frei. Turiya wegen der frischen Einreibung und Nawatu, weil sie es in der Sonne so liebte.

„Lass uns schnell aufbrechen, desto schneller sind wir zurück. Wir treffen uns auf jeden Fall wieder hier oben. Wir warten bis kurz vor Einbrechen der Dämmerung. Sonst gehen wir allein zur Nebelhöhle zurück.“

Bei diesen Worten blickte Nawatu traurig. Turiya schaute wie immer etwas stoisch, doch ihre braunen Augen erwiderten sehnsüchtig Nawatus Blick. Dann packte Turiya Pfeile und Bogen, steckte den Dolch ein. „Wenn es mir gelingt die Bären aufzuspüren, vermutlich muß ich ihm nur lange genug auflauern, dann könnte ich ihn schon bald erlegen. Es wird eine Weile dauern bis wir sie zerlegt haben und in die Höhle geschafft haben. Aber ein Wildschwein oder einen Bock schnappe ich mir heute bestimmt.“

Sie lief dann los, drehte sich am Hang aber noch einmal um und beide winkten einander zu. Nawatu hatte Tränen in den Augen.

Nawatu beendete ihren ersten Sammelrundgang, war mit der Ernte recht zufrieden und machte eine kleine Pause bei den Pferden, sprach mit ihnen und streichelte sie. Sie kannte alle mit Namen. Sie überlegte, wie es Turiya wohl zwischenzeitlich ergangen sein mochte, machte sich ein wenig Sorgen. Für den Fall dass alles schief ging, hatte sie vorgesorgt und ein Rebhuhn erlegt. Sie hob es hoch und schaute es appetitlos an. Merkwürdig, sonst hatte sie sich darauf gefreut, wie auf ein Festessen. Jetzt fühlte sie sich nur einsam und konnte es kaum erwarten, Turiya um sich zu haben. Dabei war sie doch erst Stunden weg. Es war Nachmittag. Zu lange wollte sie Belite nicht allein lassen, weshalb sie rechtzeitig aufbrechen mussten. Sie aß ein wenig von den frischen Kräutern sowie einige Beeren.

Plötzlich vernahm sie hastige knirschende Schritte von unten hinter der Steingrotte auf sie zukommen und drehte sich um, griff zum Speer und geduckt schlich sie woher das Laufgeräusch kam. Nawatu blinzelte durch einen Spalt hinab. Es war Turiya. Sie rannte regelrecht, rutschte sogar in ihrem schnellen Tempo aus, fiel hin und berappelte sich wieder. Nawatu erhob sich aufgeregt und winkte ihr zu. Sie konnte aber schon Angst und Schrecken in der Miene Turiyas sehen. Turiya bog nun um die Ecke, rannte völlig aufgelöst vor Entsetzen mit erhobenen Armen auf Nawatu zu. In ihren großen tränenden Augen sprach panische Furcht. Turiya fiel ihr in die Arme, rutschte knieend auf den Boden und presste ihren Kopf auf den Bauch Nawatus.

„Sie kommen. Sie kommen direkt hierher. Es ist aus. Wir müssen grausam sterben. Sie werden uns lebendig schlachten. Nawatu, ich kann wirklich nichts dafür. Ich wußte nicht, dass sie hierher kommen. Wir haben keine Chance, sie werden uns jagen. Sie töten uns. Wir sind verloren. Sie kommen den Berg hinauf! Sie waren viel stärker als unsere Krieger vom Clan.“ Turiya war außer sich, zitterte am ganzen Leib und hielt fest umschlossen Nawatus Beine. Sie fing an zu heulen.

Nawatu stand fassungs- und regungslos da und ihre Hände hielten Turiyas Hinterkopf. Sie schaute gerade zu einer Felswand. Ihr war klar, dass es nur um genau die Menschenfresser handelte, die Turiyas Familie dahingemetzelt hatten und Turiya deshalb unter Panik stand, sagte dann: „Dann lass uns sehen, es gibt hier noch eine kleinere leichter erreichbare Höhle mit vielen Knochen, was ich dir wegen deiner Erlebnisse nicht sagen wollte. Sie schien lange nicht benutzt. Diese Menschenfresser sind offenbar Nomaden mit festen Rastplätzen. Dorthin gehen sie. Sie wären ohnehin hierher gekommen. Sie werden überall herumstreunen und wir können nichts mehr tun. Vor allem werden sie dann unsere Pferde finden. Auch unseren Hauptlagerplatz in der großen Höhle dürfen wir mit einer Flucht nicht verraten. Das darf nicht passieren. Deshalb bleibt uns keine Wahl, wir müssen sie stellen.“

Turiya erstarrte.

„Wir werden sie am am Eingang zur Höhle stellen. Die Enge des Eingangs müssen wir nutzen und zwar schnell bevor sie sich aufteilen und vor der Höhle Wachen postieren. Wir werden ein oder zwei töten und sie zur Hetzjagd locken. Ich kenne einen Pfad, der vielen von ihnen in ihrer Gier dann den Tod bringt.“

Turiya heulte nicht mehr, war ganz still, aber ihre Tränen liefen noch an ihrer Wange und auf Nawatus Bauch zwischen den Lenden hinab. Nawatu strich ihr durch das blonde Haar und kraulte sie scheinbar ungerührt von der nahenden Gefahr ganz ruhig im Nacken.

"Turiya, du hast den Schmerz noch nicht verwunden. Heute jedoch fällt er von dir ab. Du bist stark und tapfer und wirst von heute an unsere Kriegsamme sein. Dein Mana hat mich gestärkt. Du gibst mir Lebenskraft, Turiya. Wir sind dein neuer Clan. Wir brauchen dich. Mit deinem Mana werden wir sie bezwingen." Turiya blickte auf. Sie spürte, dass der vorherige Schock, die panische Angst und die seelische Zerrüttung vom Massaker an ihrer Familie herrührte. Nawatu wirkte völlig erhaben wie eine sanfte Göttin voll Edelmut auf sie und gab ihr mentale Kraft. Ihre unerträgliche Angst wich von Sekunde zu Sekunde und sie spürte die Wellen, die von Nawatus Herzschlag ausgingen. In den Augen Nawatus flackerte ein gleissend ockergoldfarbendes Licht. Ja, es schien regelrecht zu brennen.

„Wir werden gemeinsam kämpfen." Turiya fasste neuen Mut. Ihr war klar, es war immer besser, im Kampf zu sterben, denn qualvoll geschändet, lebendig geschlachtet oder versklavt zu werden. Ein unheilvolles Feuer schien auf ihre Seele überzuspringen. Sie zog jetzt in die Schlacht.

„Auf Leben und Tod“, sagte Nawatu. „Und nicht wie Vieh, dass man schächtet und die Haut abzieht und sich vorher noch triebhaft daran vergeht. Wir werden schnell und aufrecht sterben ohne Qualen. Und nicht alleine. Jeder von uns ist mindestens so gut wie ein blutrünstiges Schwein von ihnen. Wir sterben gemeinsam oder gar nicht."

Turiya riss sich los. „Wir haben keine Rüstung hier,“ wendete Turiya ernüchtert ein. Bitter und völlig bei Verstand. „Sie auch nicht wirklich, oder ?“ erwiderte Nawatu zynisch. „Nur unsere Waffen. Sie werden sich wundern und sich ärgern, wenn wir tot sind und sie unsere Schönheit sehen und sie uns nicht vergewaltigen oder teuer verkaufen konnten. Allein für diese sauren Gesichter lohnt es sich zu sterben. Wir werden ihnen ihren Tag heftig vermiesen. So sehr, dass sie sich hinterher blutig streiten und über sich gegenseitig herfallen.“ Voller Verachtung lachte Nawatu laut auf. „Trink!“ Nawatu reichte ihr einen Beutel mit Stärkungstrunk. „Wir werden soviele töten wie wir können und deine Familie rächen. Wir reissen soviele mit uns in den Tod.“

Nawatu als die viel Kleinere blickte ernst zu Turiya hoch, wunderte sich noch ein wenig über ihre eigenen Worte, wo sie nicht so recht wusste, woher sie kamen. „Und mit etwas Glück überleben wir sogar !“ Nawatu lachte erneut, diesmal sogar jubelnd, hob ihren Speer dabei.

Der ockerfarbene Schein in den Augen Nawatus brannte nun unentwegt wie ein lodernder Schacht in der Tiefe ihrer Seele. Turiya fragte sich, was hier vor sich ging, aber sie wußte, es gab keinen anderen Ausweg, als den Tod im Kampf. Auf ihn zu warten, hiesse gefangen zu werden, deshalb mußten sie angreifen. Auch ohne Chance auf einen Sieg. Es ging nur noch darum, wie sie sterben wollten. Im Kampf oder als gebrochene Opfer und gequälte Kreaturen.

„Wieviele sind es?“ „Es sind mehr als damals, ungefähr zwanzig. Sie sind stark. Niemand von meinen Brüdern hatte eine echte Chance.“ „ Stark? Sie wissen, wie man von Angst zerfressene Wehrlose tötet, an ihrem Widerstand weiden sie sich, wie auf einer ausgeklügelten Treibjagd und geniessen die anschliessende grausame Folter. Das können sie sehr gut. Aber ob sie wirklich kämpfen können, das wage ich zu bezweifeln. Wenn es keinen Plan gibt oder nur Chaos. Erst dann zeigt sich, wer ein wahrer Krieger ist. Wenn sie nicht wissen, wie man am eigenen Körper stirbt, dann werden sie überrascht sein, wenn es passiert, vor allem, wenn es schon länger nicht mehr mit ihnen geschehen ist“, erwiderte Nawatu nunmehr kalt und unbarmherzig. „Ans Sterben muß man gewöhnt sein, wie ans täglich Brot.“

Es schien immer mehr, als würde die Stimme, die sie erhob vom Geiste eines anderen sein. Tief und finster verborgen in ihrer unergründlichen Seele.

Sie griffen ihre Dolche und sicherten ihren festen Sitz und Turiya befestigte den Halter für Mehrfacheinspannung am Bogen, prüfte noch einmal ihre Pfeile, die nicht für die Tierjagd bestimmt waren, und legte zwei davon in den Doppelhalter ein. „Ich habe dreissig Pfeile nicht mehr. Und fünf Tierpfeile.  Ich kann mit meiner Hand drei Pfeile halten während ich schiesse.“

Dann machten sie sich auf den Weg. Sie rannten dem nahenden und zahlenmässig weit überlegenden Feind entgegen. Währenddessen rief Nawatu Turiya im Laufen zu: „Mit deinen Pfeilen schaffst du zwei bevor sie zurückschiessen können. Eventuell mehr. Meinen Speer verwende ich als Lanze. Den Rest werden wir sehen. Wenn wir also Glück haben, schaffen wir mehr als drei von ihnen. Sie werden stutzen, wenn sie so sind wie du sagst. Das ist dann unsere Chance mehr von ihnen töten zu können. Und da sie das nicht kennen, werden sie ganz anders sein als vorher. Während der anschliesssenden Hetzjagd verlieren sie vielleicht noch ein oder zwei. Diese werden einfach in die Tiefe stürzen. Schaffen wir also mehr als fünf bekommen auch sie Angst. Sie werden sich fragen, ob es so weitergeht. Das ist unsere Chance. Ihre Verwirrung wird unendlich sein.“

Nawatu drehte sich um, grinste gemein und niederträchtig voller Hass und blinzelte ihr zu. „Doch dann wird es gefährlich und keinen anderen Pfad als den des mörderischen Kampfes geben.“ Es schien Nawatu nichts aus zu machen, den sicheren Tod entgegenzustreben. Sie hatte ihn bereits zu sehr am eigenen Leib gespürt und in die Augen geschaut.

„Los, dort vorne.“ Sie konnten sie nun noch weit entfernt sehen und nahmen gemeinsam Deckung hinter einen Felsvorsprung. Nawatu hatte Recht behalten. Die Kannibalen strebten zu Fuß und mit ihren Pferden teils mit leblosen menschlichen Körpern beladen einer kleineren Höhle zu. Doch links und rechts waren jeweils zwei von ihnen ausgeschwärmt als Späher. Noch bevor der Trupp die Höhle erreicht hatte, blieb dieser jedoch stehen. Es hallte mehrmals ein johlender Ruf zu ihnen herüber. Es war einer ihrer Späher. Dann sank er pfeildurchbohrt zu Boden. Sie blickten alle auf, griffen fest zu den Waffen, nahmen noch welche vom Gepäck und liefen ständig Deckung suchend den Hang hinauf. Der andere Späher auf der Seite war bereits am Schiessen, sodass sie sehr genau die Richtung ausmachen konnten.

Es war so schnell gegangen. Einer der Späher hatte sie bemerkt, der zwei junge, schlanke und halbnackte Frauen hinter einem Felsvorsprung hocken sah. Eine dunkelhäutig und kleinwüchsig mit grün gefärbten Haarzöpfen und eine großgewachsene mit weisser, aber gold gebräunter Haut mit blonden kurzgebunden Haaren. Er schlich noch näher auf etwa zwanzig Meter heran. Sie lehnten gerade an einer Wand und tauschten sich aus und er konnte nun all ihre weiblichen Rundungen und Reize vor ihm ausgebreitet sehen.

Was ist das denn ? Er grinste breit. Weiber! Die weisse Frau liess ihn tief schlucken, das Wasser lief ihm im Mund zusammen.

Was ist das denn ? Welch eine Frau, Ihre vollbusigen Brüste und ihre langen Beine und Schenkel. Seine Augen waren wie festgeklebt und er konnte sich an Turiya nicht satt sehen. Er mußte sie haben. Weisse Frauen galten als etwas Besonderes. Diese schien eine Pracht zu sein. Ihre Brustwarzen waren sehr groß und hoben sich erregend von der so hellen Hautfarbe der Brüste ab. Er spürte die Wollust durch seinen Körper jagen bei ihrem Anblick und sein Glied richtete sich auf. Erst würde er sich an ihr austoben und - nach ihm - alle anderen später auch. Er betrachtete ihre Rundungen und Schenkel sehr genau. Sobald sie ausgelaugt sein würde, würde später ihr zartes festes Fleisch in ihn übergehen und ihm Fruchtbarkeit schenken. Es sei denn der Häuptling würde sie für sich beanspruchen oder verkaufen wollen.

Mist, sehr hübsche weisse Frauen wurden fast immer sündhaft teuer verkauft. Und sie war verdammt schön. Egal, ich habe sie entdeckt. Ich bin als erstes dran, dachte er voll triebhafter Inbrunst. Ihre Dolche, die sie krampfhaft umklammerten, würden ihnen nichts nützen. Sie würden wie alle anderen hilflos und zuckend ausgeliefert sein.

Er grinste breit, freute sich auf die triebhaften Vergewaltigungen die ganze Nacht hindurch, rief laut jauchzend seinen Jagdruf aus zu allen anderen. Dabei gab er für einen Augenblick seine Deckung auf, vermutlich weil er sich so weitaus männlich stark überlegen fand und sich schon jetzt übertrieben aufgegeilt hatte. Vor nackten Weibern brauchte niemand Angst zu haben. Er lachte laut. Turiya wendete sich ihm in ihrer erotisierenden Erscheinung genau in diesem Moment in einer blitzschnellen Bewegung mit ihrem aquilonischen Bogen zu. Ihr Gesichtsausdruck wirkte gleichgültig. Sie zwinkerte ihm zu.

Was ist das denn? Und ehe er völlig überrascht reagieren konnte, zischte ihm ein Pfeil entgegen, durchdrang mit einem zerschmetternden Ruck den linken Lungenflügel knapp am Herzen vorbei, ragte weit aus ihm heraus. Der Schlag haute ihn zur Seite und er spuckte keuchend Blut. Liess seinen Pfeil aus der rechten Hand fallen, den Bogen hielt er krampfhaft fest.

Was ist das denn ? war sein erster und letzter Gedanke beim erotischen Anblick Turiyas gewesen. Er kam aus der blockierenden Verwunderung nicht mehr heraus, spürte Krämpfe, befand sich nun im Todeskampf und brach endgültig zusammen.

Der andere Späher erwiderte das Feuer und die Frauen gingen in Deckung. Er traf sie nicht. Aber schoss immer wieder, sodass sie nicht hervorkommen konnten. Er rief erneut zur Gruppe weiter unten, die nun ausschwärmend in einem Halbkreis noch immer weit entfernt aber schon näher heranrückte. Er rief für die Frauen unverständliche Worte in einer fremden Sprache. Teilweise jubelte er.

Die anderen zogen den Halbkreis immer enger. Der rufende Späher wirbelte auf einmal herum und fiel mit einem Pfeil im Hals zu Boden und rollte den Hang hinab. Der Pfeil blieb im Boden stecken und der Körper drehte den Halswirbel aus. So blieb er hängend liegen und aus Mund und Nase quoll Blut, das über seinen bizar bemalten Körper und einer Knochenplatte auf seiner Brust strömte.

Voller Begeisterung sprang Nawatu Turiya um den Hals und küsste sie. „Hey ! Du hast sie beide erledigt, du bist wirklich verdammt gut ! Jedes Wort von dir ist wahr !“ „Die anderen sind nicht mehr weit“, entgegnete Turiya trocken mit ihrer so stoisch teilnahmslos wirkenden Miene, die sie immer in Kämpfen oder bei Gefahr aufsetzte. Nur so konnte sie sich konzentrieren und war in diesem Zustand stets vom Feind gefürchtet.

Sie konnte sich sowieso nicht so recht freuen. „Unser Plan geht nicht mehr auf,“ merkte sie an „Schiess, bevor die anderen es können und wir im Vorteil sind. Mehr brauchst du nicht zu tun, Turiya. Solange wie es irgendwie geht. Jeder Tod ist ein geschenktes Leben."

Turiya beobachtete genau die Bewegung der Herannahenden und suchte sich ihre Ziele bereits planend aus. Dabei war Turiya klar, dass ihr aquilonischer Bogen weiter reichte, als der Bogen eines jeden Bergvolkes hier. Sobald die aber nahe genug heran waren, würde sie nicht mehr zum Schuss kommen. Es waren immer noch zuviele, die sie mit Schüssen nur so eindecken würden. Sie hatten Pfeile ohne Ende. Währenddessen würden andere heranschleichen und den bestmöglichen Angriffspunkt abstimmen. Das Gemetzel würde beginnen. Wenn sie Glück hätten, würden sie die ersten zwei erwischen, dann wäre es um sie geschehen. Dann wären es insgesamt vier. Von über zwanzig !

Turiya blickte nachdenklich auf. Eigentlich keine schlechte Leistung für dumme nackte Weiber. Sie grinste höhnisch und gemein. Nawatu hatte recht, es kam nicht auf das Überleben an, sondern auf den Kampfgeist, um ihnen das tödliche überlegene Vergnügen zu verderben, vielleicht sogar etwas einzuschüchtern. Nur so hatten sie eine Chance. Jeder Gedanke an das Überleben, hinderte sie zu kämpfen. Dieser Gedanke gab ihr Mut und das Selbstvertrauen der Verzweifelten.

„Jetzt“, fauchte Turiya leise. Sie erhob sich aus der Deckung, sodass alle sie sehen konnten. Wie verwundert blieben alle stehen. „Eine Elfe!“ rief einer. "Papalapapp, ein nacktes vollbusiges Weib ! Ihr Waschlappen ! Fangt sie lebendig ! Vorwärts!" schrie ihr Anführer. Zu spät! Sie sahen nur noch, wie Turiya den Bogen in aquilonisch eleganter Weise vorschob während die Sehne den Bogen zusammenzog. Obwohl er flach in Deckung sprang, traf ihn der Pfeil in den Rücken, seine Rückenplatte war nutzlos, leicht schräg von oben knapp unter dem Nacken tief durch den Körper dringend, so als wäre dies auch die Absicht gewesen. Der Körper war steif gelähmt und der Oberkörper gestreckt bewegungsunfähig. Er ruderte noch wild zappelnd mit den Armen. Dann spürte der Menschenfresser noch den Sand und das Gras an seiner Zunge. Knirschend biss er in den Tod.

Die Gruppe kam jetzt zwar noch näher, aber weitaus vorsichtiger und langsamer, überall Deckung suchend.



Turiya wurde jetzt ernst genommen. Wie ein Krieger, wie ein Mann ! Turiya hatte zu ihrer alten tödlichen und gefürchteten Treffsicherheit zurückgefunden. Sie zielte nicht mehr auf die Beute, sondern auf das Opfer. Dann traf jeder Schuss, da sie dann im vorhinein aufgrund der Bewegungshaltung wusste, wohin das Ziel ausweichen würde um mit einem Mana-Pfeil zu sterben. - Turiya, vom Clan der Shamar, Kriegsamme des Manas der tödlichen Transzendenz war wiedererwacht !

„Drei. Das ist Wahnsinn ! Hehehe !" Nawatu jubelte. "Wir schaffen es." „Das wird schwierig. Fast unmöglich. Sie dürften gleich Schussweite haben und sie sind jetzt total vorsichtig. Nutzen jede erdenkliche Deckung aus. Sie werden Netze holen, um uns wie Wild einzufangen, aber bewußtlos und lebendig. Ich versuchs nochmal irgendwie. Ein letztes Mal.“ Wenig später erhob sich Turiya erneut und schoss zweimal kurz nacheinander. Der erste Schuss schien zu verfehlen, war aber ein bewusster Schuss, nur um einen Bewegungsreflex des Opfers auszulösen. Der zweite traf tödlich, schlug von hinten durch den Knochenhelm nachdem er sich zu Boden fallen liess. „Flapp, flapp, wie ein Gecko“, merkte Nawatu an. „Vier,“ ergänzte Turiya kühl.

Dann setzte der erwartete Pfeilhagel ein. Es waren viele, deren Einschläge immer härter wurden. Sie wurden gefährlich von den Einschlagstellen nach innen zurückgeworfen. Turiya versuchte krampfhaft aus der Deckung zu gelangen, um das einsetzende Feuer zu erwidern, aber es ging nicht mehr. „Sie schiessen solange bis sie das Netz spannen können,“ stellte Turiya trocken fest. „Es ist vorbei!“ Sie hockte in sich zusammen und ihre Hände klammerten an den Dolch, dann wendete sie sich um zu Nawatu. Doch Nawatu saß mit ausgestreckten Beinen und dem Rücken an die Felswand gelehnt. Turiyas Augen weiteten sich entsetzlich und ihr wurde unerträglich kalt. Nawatu war wie weggetreten. Tränen schossen hoch. Hatte sie ein Pfeil getroffen ? „Nawatu?“ rief sie. Nawatu blieb regungslos. Nawatus Augen blickten starr und feuergleissend ins Leere. Ihr Körper wie leblos, ledernd und fürchterlich. Ihre Narben platzten auf.

Es prasselten noch immer die Pfeile, die kreuz und quer zum Teil gefährlich splitternd von den Wänden nach innen schmetterten. Turiya wandte sich niedergeschlagen ab, die unentwegt prasselnden Pfeile hinderten sie daran, hörte die Schritte der Herannahenden und das Rasseln der Metallenden des Fangnetzes. Zweimal hatten sie Querschläger bereits getroffen. Aber nicht schlimm. Sie brachte sich rückwärts zur Wand in Verteidigungshaltung. Sie wollte nicht lebendig geschändet und geschlachtet werden, wie ihre Familie. Nein, sie wollte sich bis zuletzt wehren. Einer würde noch mit ihr in den Tod gerissen. Sie drehte sich noch einmal zur Seite zu Nawatu. Ihr stockte der Atem. Nawatu war weg.

Turiya überkam Panik. Wie vorhin bevor es losging. Ihr Hals würgte strangulierend und ihr wurde vor Schrecken und Furcht schwarz vor Augen.

Dann drang ein zunächst schummriger Schein eines schnell anwachsenden Lichtkegels von außerhalb des Felsvorsprunges zu ihr. Pfeile prasselten keine mehr. Keine wilden Schritte mehr zu hören. Es herrschte eine erdrückende Stille. Ihr schien, als wäre es Nacht und das Licht von diesem Kegel breitete sich aus wie ein betäubender Dunst, ein blutroter Nebel. Turiya fasste sich, drückte mit dem Faustrücken an ihre Stirn, murmelte soetwas wie ein Mantra und erhob sich in Richtung des Feuerscheins.

Was sie sah, war Nawatu, nur etwa zwanzig Meter weiter auf einem Felsen, von einer feurig blutroten Lichtsäule eingehüllt und von Dunkelheit umgeben. Es wehte ein staubiger fönartiger Wind. Nawatu hatte sich verändert. Sie wirkte halb menschlich und halb dämonisch. Zwar war sie eindeutig noch als Nawatu zu erkennen, aber das Gesicht hatte reptilisch verzerrte Züge voll aufsteigender Wut und seelischer Entrückung. Auch die Haut wirkte ledernd und glänzend wie die Haut einer Echse oder einer Schlange. Sie hielt mit ihren rechten Arm ihren langen Speer an dem eine zweite Klinge wie eine Sense herausklappte. Ihr Körper war von vielen kleinsten Einschussstellen übersäht. Aus ihnen sickerte Blut. Oder waren es die alten Narben ? Dieses geheimnisvolle Muster, diese seltsame Ornamentik von ihrem alten Narbengeflecht, war darin schemenhaft zu erkennen. Alles an ihr war muskulöser und kräftiger. Sie sah aus wie ein weiblicher Vampir, halb in Menschen- und halb in Echsengestalt. Ihr geschmeidiger Körper streckte sich beschwörend in die Höhe. Dann senkte sie sich in die Hocke mit breit auseinandergespreizten Schenkeln und ihre Scham weitete sich. Aus ihren fürchterlichen Augen brannte ein feurig schwarzes Licht. Alles verschlang sich wie in einem säulenartigen feurigen Wirbel über Nawatu und senkte sich grollend immer tiefer, verfinsterte alles in einem düster kreisenden Sog.

Die vorderen Angreifer standen starr, waren wie verwurzelt, waren bewegungsunfähig. Niemand rührte sich mehr. Sie blickten starr - wie hypnotisiert - in blankem Entsetzen. Die hinteren schossen zwar noch geisterhaft Pfeile auf Nawatu gerichtet, aber sie verfehlten ihr Ziel. Die Pfeile schwirrten im Wind und drifteten ab.

Nawatus Augen loderten gespenstisch mit vulkanischer Energie. Sie stand erneut, ihre Brüste bebten, wuchsen an und beulten sich. Dies geschah auch mit ihrem Bauch. Als presste darin etwas, immer wieder darin stossend, von innen nach aussen. Auf einmal öffneten sich ihre Brustwarzen blutig wie die Knospen fleischfressender Pflanzen. Aus Ihnen züngelten kleine glitschige Würmer, die sich wie Schlangen räkelten. Es wurden mehr und sie wuchsen rasch an und wurden länger. Sie senkte langsam die Arme ausgestreckt in die Waagerechte, ging dabei wieder in die Hocke, ihre Beine klappten breit auseinander und weit öffnete sich ihre Scheide. Eine Schlange kroch räkelnd und blutverschmiert aus ihrem Unterleib, schlängelte an ihren Rundungen hoch, und wand sich um ihren Hals. Es war eine Riesenschlange. Dann richtete Nawatu sich wieder auf und bog stehend ihren Körper nach hinten.

Turiya konnte nicht fassen, was sie sah, stellte aber fest, dass der unheimliche Zauber sie nicht betraf. Keiner der Angreifer beachtete sie. Ein Menschenfressser schien sich aus der Lähmung zu befreien, weil er auf einmal, zwar noch träge, zu neuen befreienden Bewegungen fand. Turiya reagierte reflexartig, wie von einer höheren Kraft angetrieben. Sie spannte blitzschnell ihren Bogen und traf den Menschenfresser, der nun wieder schneller gehen konnte und zu einer großen Wurfaxt griff, schräg in die Brust und er sackte zusammen.

Sie sah das dämonische Anlitz Nawatus in feixende Genugtuung eintauchen, dann blickte Nawatu sie an. Durchbohrend und lähmend wie bei den anderen. Turiya erfasste panisches Entsetzen. Auch ihr Körper war erstarrt, reagierte nicht mehr. Sie sah nur noch das grausige Geschehen ablaufen wie in einem Film ohne sich regen irgendetwas tun zu können.

Niemand war mehr Herr der eigenen Sinne. Zu totaler Handlungsunfähigkeit verdammt. Zwei der Menschenfresser schossen noch. Sie standen weiter ab. Aber auch sie verhielten sich anormal und völlig unfähig sich regelrecht zu bewegen. Wirkten wie Puppen. Ihre Pfeile wirbelten wie Stöcke durch die Luft. Immer wieder von neuen Windböjen hin und her gestossen. Alles war verfinstert, durchtränkt vom pulsierenden Licht der feuerroten Blutsäule, die Nawatu umgab, wie das einer brodelnden Fontäne.

Nawatu zog mit einem Ruck die Arme weit ausstreckt nach hinten und ihre prall mit Schlangen gefüllte Brust hob und wellte sich. Dann rissen ihre Brustspitzen weit auf und aus ihnen schossen die schlangenartigen Würmer wie Bestien, wie blutfeuerrote gleissende Pfeile. Sie drangen in die bewegungslosen Körper ihrer vielen Opfer ein und rissen beissend ihr Fleisch von innen auf. Die Starre fiel von den Körpern und während sie fürchterlich schreiend kreuz und quer losrannten, wurden sie von innen regelrecht zerfetzt, fielen schliesslich irgendwo in Sichtweite verstreut zu Boden. Schaurige Szenen spielten sich ab. Manche zogen an ihren eigenen Gedärmen, rissen sie heraus. Bei anderen schlängelten die Bestien aus Hals und Augen bevor sie in Todeskrämpfen zusammenbrachen.

Turiya war vor Schrecken starr und geschockt, aber ihre Lähmung war plötzlich aufgehoben, sie fasste sich an ihren Bauch, ihre Brust und ihre Arme. Sie wurde verschont. Ihr war es, dass nur für die Zeit, wo die gierigen Bestien ihre Ziele heimsuchten sie der Starre verfallen war. Ihr war klar, es sollte sie schützen. Nachdem sie das Schreckensbild der tödlichen Zerfleischung überwand, blickte sie zur blutüberströmten Nawatu. Nawatu umgab eine grausige Aura eines feurigen Blutdämons. Sie bewegte sich im Blut weidend mit Schwingungen wie bei einem Bauchtanz energetisch aus der Körpermitte heraus. Ihre Füsse und ihr Becken folgten rhytmischen Bewegungen. Ihre Arme drehten sich wellenartig gestreckt und in ihren Händen hielt sie Schlangen. Um ihren Hals, Arme und ihre Brüste wand sich die Riesenschlange aus ihrem Unterleib, die das Blut, dass aus Unterleib und ihren Brüsten lief, gierig leckte. Es war, als würde mit jedem Opfer mehr Blut aus ihren Brüsten strömen, so als würde ein furchtbarer ritueller und brodelnder Blutkreislauf mit ihnen entstanden sein.

Dann – wie ein Blitz – implodierte die blutfeuerrote Lichtsäule und wie in einem schwarzen Loch sog es alle Dunkelheit hinein. Der grausige Zauber des blutigen Wahnsinns war verschwunden. Der Himmel brach auf, zeigte das sonnige Wetter in diesem Teil der Berge wie es immer war. In einer dicken Blutlache, am Fuße des Felsens auf dem sie vorher stand, lag regungslos Nawatu.

In Turiya kämpfte alles. Was sollte sie tun ? War Nawatu eine stygische Hexe? Turiya war verzweifelt, verwirrt und hin und hergerissen. Aber Nawatu hatte die Menschfresser getötet. Nawatu hatte sie nicht nur verschont, sondern auch beschützt. Nawatu ? Ihr Herz schlug laut und pochte hämmernd in ihrer Brust. Auf einmal brach es in Turiya kreischend auf. Nawatu ! Wie überstürzt lief Turiya auf dem stellenweise angekohlten Boden dorthin, wo Nawatu lag. Sie beugte sich über Nawatu, hob leicht den Kopf, fühlte ihre feine dunkelbraune samtig weiche Haut. Nawatu hatte wieder ihr natürliches Aussehen. Die veränderte Gestalt der furchterregenden Verwandlung war vollständig gewichen. Nawatu regte sich nicht, aber war am Leben.

Turiya schaute sich um, sah überall verstreut die verstümmelten und zerfetzt leblosen Fleischreste der Menschenfresser. Ihre Überreste waren dürr und ausgezehrt. Die bestialischen Schlangen waren verschwunden. Waren es wirklich alle ? Sie zählte sie nicht. Es waren etwa zwanzig.

Nawatus Leib war von Blut durchtränkt wie darin gebadet. Die Wangen waren wie geschlitzt aufgerissen. Sie hatte kleinere Platzwunden von einigen Pfeiltreffern an verschiedenen Stellen ihres Körpers, die nur wenig bluteten. Durch eine reptilische Schutzhaut muß sie unverwundbar gewesen sein. Wodurch alles fürchterlich aussah, waren ihre alten Ritznarben vom Schändungsrutual. Sie waren alle aufgeplatzt, bluteten aber seltsamerweise auch nur leicht und zogen sich bereits zusammen wie in einem rasant schnellen Heilungsprozess.

Das okkulte Muster ihrer Narben war jetzt freigelegt und klar zu erkennen und Turiya erinnerte sich, dass sie es auf ihrer langen Reise durch diese fremden Regionen schon einmal gesehen hatte. Es verzierte ein steinerndes Tor zum Eingang einer Gruft. Die Bedeutung aber wußte sie nicht. Auch niemand von ihren Begleitern konnte es ihr erklären oder deuten. Aber wenn es stimmte, was Nawatu erzählt hatte, mußte es jemand wissen, ihr erklären können.

Bestimmt konnte dies Belite.

Nawatu schlief. Voller ausstrahlender Zufriedenheit und mit einem entspannten Lächeln. Wirkte ruhig und scheinbar sanft entrückt. Turiya streichelte ihr Gesicht. Es war sehr warm. Unter ihren geschlossenen zuckenden Augenlidern kreiselten die Pupillen, die Schläfe klopfte rasend schnell. So rasend schnell wie die zurückliegenden blutigen Momente des Schreckens.

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